Ist Intelligenz vererbbar?

ruyven_macaran

Trockeneisprofi (m/w)
AW: Adoptionsrecht für Homosexuelle?

Dieses Thema wurde hier ausgekoppelt.

Bitte beachten:
Es handelt sich hierbei nicht um ein politisches Thema, zu dem jeder eine "Meinung" hat. Allein die Frage, wie man Intelligenz überhaupt sinnvoll messen kann, dürfte weit über die Alltagserfahrungen der meisten hier hinausgehen (mich eingeschlossen). Der Thread soll somit eher dazu dienen, Wissen/Quellen über diese Frage zusammenzutragen.
 
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AW: Adoptionsrecht für Homosexuelle?

Es ist keine krankheit noch eine behinderung und es wird schon in der emprionalen Entwickung determiniert welche sexuelle orientierung bzw. welcher aufbau das gehirn haben wird.

Somit ist es keine unterbewusste noch bewusste Entscheidung, denn dann wäre nach deine therorie die Anzahl hetero-, homo-, bi- und asexueller Menschen gleichverteielt. Das ist aber defakto nicht der fall.

Wenn das so ist, kannst Du auch Pädophilie nicht als "Krankheit" bezeichnen. Trotzdem wird versucht, Leute mit dieser Orientierung zu "heilen".
Man kann jetzt dazu stehen, wie man will. Die Betroffenen aber bei funktional gleichen Voraussetzungen ungleich zu behandeln, scheint mir ziemlich unfair.

1.: "Wahl" impliziert eine bewusste Entscheidung, nicht etwas, dass sich (unterbewusst) durch Einflüsse aus dem Umfeld herausbildet. Z.B. ist Intelligenz in hohem Maße von äußeren Einflüssen abhängig, aber man kann wohl kaum behaupten, dass sich Kinder dafür entscheiden, dumm zu sein.

Kommt immer darauf an, was man als "hohes Maß" bezeichnet. Ein Psychiater hat mir erzählt, daß etwa 80% der Intelligenz genetisch bedingt sind. 20%, die durch das Umfeld beeinflußt werden, sind natürlich nicht zu vernachlässigen, aber dann doch der kleinere Teil des gesamten IQ.
 
AW: Adoptionsrecht für Homosexuelle?

Nein. Der hat einen ziemlich ausgefallenen, vielsilbigen Namen.

Aber tatsächlich ist es so. Die meisten Mediziner lachen sich über die ach so tollen Erkenntnisse von Sozialpädagogen und ähnlichen Leuten, Intelligenz sei in erster Linie der Umwelt zuzuschreiben, einfach nur kaputt.

Lies das mal: http://www.ib.hu-berlin.de/~wumsta/infopub/lectures/Intelligenz09.pdf Ist tatsächlich ziemlich interessant.
 
AW: Adoptionsrecht für Homosexuelle?

80% ist ein neuer Höchswert für mich. Mir geläufige Angaben schwanken meist so zwischen 30 und 60% genetisch. (nicht das ich allgemein viel von Leuten halten würde, die der Meinung sind, Intelligenz in Zahlen fassen oder präzise Prozentangaben aus einer Handvoll von Zwillingsfällen schlussfolgern zu können)
 
AW: Adoptionsrecht für Homosexuelle?

80% ist ein neuer Höchswert für mich. Mir geläufige Angaben schwanken meist so zwischen 30 und 60% genetisch. (nicht das ich allgemein viel von Leuten halten würde, die der Meinung sind, Intelligenz in Zahlen fassen oder präzise Prozentangaben aus einer Handvoll von Zwillingsfällen schlussfolgern zu können)

In der medizinischen Sichtweise ist seit Jahrzehnten unbestritten, daß der allergrößte Teil (70 - 90%) der Intelligenz eines Menschen vererbt wird. Der Rest wird durch Umwelteinflüsse bedingt und ist eigentlich lebenslang variabel beziehungsweise im klassischen Intelligenztest ein Meßfehler (Es soll ja kein Training, sondern die tatsächlich vorhandene, theoretische Denkleistung geprüft werden). Es gibt daran auch wissenschaftlich offenbar wenig zu deuten.
Bloß, weil irgendwann im 20. Jahrhundert mal ein paar Leute auf eine behavioristische Sichtweise verfallen sind und im Rahmen der doch politisch gewollten Chancengleichheit Studien angestrengt haben, die beweisen sollten, daß eben doch jeder mit der richtigen Förderung so ziemlich alles erreichen kann, ändert sich die Natur noch lange nicht. Du kannst ja auch aus Eseln keine Rennpferde züchten. Wir können auch Regen per Gesetz verbieten, wenn wir wollen, aber es wird trotzdem immer wieder regnen. Und die Erde ist tatsächlich eine Kugel, die sich um die Sonne dreht. Auch, wenn die katholische Kirche lange anderes behauptet hat. Geändert hat es nichts, und Behauptungen werden an der Natur der Dinge Gott sei Dank auch niemals etwas ändern können. Und so wird auch Intelligenz weiterhin ungeachtet der Behauptungen, die aus politischer Motivation irgendwann mal aufgestellt werden, vererbt werden.
 
"unumstritten" & "90%" ging dann doch soweit über das hinaus, was ich gehört habe, dass ich mal n paar Minuten in Recherchen investiert habe.


Quelle
The heritability of the individual tests Intelligenz-Testergebnisse ranges from 27 to 76%, with a mean of 56%. The contribution of unique environment to subtests ranges from 24 to 73% with a mean of 44%.

For Full-scale IQ (general intelligence), the contributions (percent variance) were as follows at ages 5, 7, 10, and 12 years: genetics, 26, 39, 54, 64; shared environment, 50, 30, 25, 21 (for the latter three values, the 95% confidence interval includes zero); and unique environment, 24, 31, 21, 15. This decrease in the shared environmental contribution and increase in genetic influence with age from childhood to adolescence was congruent with previous studies.

By age 12 years, with 175 adoptive families and 209 control families, the h2 for ability domains derived from a mixture of WISC and Educational Testing Service tests was as follows: verbal=0.26, spatial=0.35, perceptual speed=0.38, memory=0.53.28 Genetic correlations between the ability domains ranged from 0.27 to 0.58. A simple model, which assumed that the genetic correlations among the four areas were identical, fitted well. Thus about half of the phenotypic association between the cognitive domains was caused by genetic factors


Quelle
review representative biometric studies of adult twins and adoptees that have been used to generate estimates of genetic and environmental influence on intelligence (IQ) and special mental abilities. The various studies converge on a heritability estimate between 0.60 and 0.80 for IQ. Estimates of common environmental influence from the same studies are near zero. Studies of twins reared together and studies of unrelated individuals reared together yield sizable estimates of common family environmental influence in childhood but also demonstrate that this influence dissipates with age and approaches zero in adulthood. Twin studies of the major special mental abilities (verbal, spatial, perceptual speed and accuracy, memory) yield heritability estimates of about 0.50 and modest estimates of common environmental influence.
(Jemand hier, der Volltextzugriff hat? Ich nämlich nicht)


Ziemlich viele Werte im 50-60er Bereich, ggf. bis 80%. Kein einziger mit 90%.
Mir kommen aber ehrlich gesagt die Methoden ein bißchen merkwürdig vor. Imho sollte es nur bei sehr früh getrennten, (bevorzug eineiigen) Zwillingen, die dann zusammen mit leiblichen Kindern aufgewachsen sind (bevorzugt in stark unterschiedlichen Verhältnissen), möglich sein, Gene und Erziehung/Umfeldeinflüsse zu trennen. (Intelligenz Unterschied zwischen den zusammen aufgewachsenen Kindern von verschiedenen Eltern im Vergleich zu Kindern mit gleichen Eltern, die getrennt aufgewachsen sind)
Die Studien scheinen aber mehrheitlich auf zusammen aufgewachsenen Zwillingen und gelegentlich auf adoptierten nicht-Zwillingen zu basieren. Letzteres würde nur massive Streuung einbringen (Signifikanzangaben scheinen in der Psychologie vollkommen unüblich zu sein :huh: :huh: ), aber wie man ersteres rausrechnet... - Psychologen anwesend?


Anyway:
Aus welchen Quellen bezieht man den Eindruck, dass unumstritten 70-90% vererbt werden?
 
Man müsste sich erstmal drauf einigen, was Intelligenz überhaupt ist und wie man sie messen kann, bevor man bewerten kann, wieviel % davon vererbt werden könnten.


Ach ja, ganz wichtig: es geht ja an sich darum, wieviel Prozent des UNTERSCHIEDS zwischen "dumm" und "schlau" vererbt wird. Selbst ein dummer Mensch hat ja eine biologische Intelligenz, da ist also schonmal die Grundfrage, was die Forscher, die von zb 80% sprechen überhaupt meinen. Wenn von den 80% eigentlich 79% Dinge sind wie DASS man überhaupt denken kann, Sprache versteht, "schlau" ein Glas hochhebt, unter dem eine Nuss ist, um die Nuss essen zu können usw usw, aber nur 1% davon wiederum das ist, was WIR als den Unterschied zwischen dumm und schlau meinen, dann ist das was ganz anderes, als wenn damit gemeint ist, dass das Kind eines schlauen Menschen zu 80% mind. genauso schlau sein wird und das eines dummen Menschen zu 80% dumm sein wird.


Dann müßte man auch noch erst Verfahren haben, die verlässlich Umwelteinflüsse rausfiltern - sowohl positive (vermeintlich höhere Intelligenz durch viel Umgang mit einem guten Umfeld) als auch negative (ein an sich sehr intelligenter Junge, der das Pech hatte, in einer von Anarchie und Angst geprägten Umfeld ohne Bildung aufzuwachsen). Viele als hochintelligent angesehene Menschen wären vlt. einfach druchschnittlich intelligente zB Handwerker oder so geblieben, wenn sie nicht zufällig in der Jugend an ein bestimmtes Buch gekommen wären und beschlossen hätte, sich überhaupt erst mit bestimtmen tiefgründigen Gedanken auseinanderzusetzen,


Und wenn man DAS hat, müßte man noch über Generationen jeweils mehrere Fallstudien mit Kontrollgruppen machen.

Das alles ist ganz sicher noch nicht gemacht worden, die ganzen Prozentzahlen basieren mit Sicherheit zB aus konstruierten Zusammenhängen zwischen Eltern und Kindern anhand von irgendwelchen Tests oder auch zB Bildungsergebnissen, die der jeweilige Forscher SELBER als Indiz zur Messung benutzt hat.


An sich müsste man aber, so wie Ruyven es sagt, mehrere hundert Zwillingspaare bewusst nach der Geburt trennen und versch. Umfelden aufwachsenen lassen, in denen sie auch über die gesamte Studiendauer bleiben müssen, um das Ergebnis nicht zu stören. Wenn es dann nach zB 40 Jahren GROSSE Unterschiede bei der Intelligenz gibt, dann deutet es sehr darauf hin, dass das Umfeld eine starke Rolle spielt. Ist der Unterschied aber gering, dann deutet es eher auf Vererbung hin - WENN man eine korrekte Methode zur Messung der Intelligenz hat. Aber allein daran scheitert es ja schon...

zB wer bestimmt denn überhaupt, was "intelligent" ist ? Allein das ist ja, wie gesagt, nicht eindeutig festzumachen. Der eine würde Dinge mitreinnehmen, die der andere niemals als intelligent bezeichnen würde.


Statistiken hinbiegen ist nämlich leicht gemacht, und ich würd mich nicht wundern, wenn grad Ärzte, bei denen der Beruf oft über Generationen "vererbt" wird, natürlich gern lieber Statistiken und Erkenntniss so deuten und glauben wollen, dass Intelligenz stark vererbt wird - denn sie selber sind ja quasi der beste Beweis... ;) ich darf das sagen, ich stamme aus ner Arzt-Familie.

Ärzte haben sich oft genug schonmal auf falsche "Beweise" verlassen, Ärzte lernen in ihrem Beruf nämlich oft nicht, wie man Statisktiken und Studien auch mal kritisch betrachtet und entlarven kann.
 
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Ich gebe mal zu, dass ich auf dem Gebiet vollkommen unbeschlagen bin, daher möchte ich eine einfache Logikfrage loswerden, muss dazu jedoch etwas ausholen.

Wirklich unbestritten ist doch, dass man Intelligenz bislang weder realistisch bemessen noch genau einheitlich definieren kann. Wenigstens darüber scheint sich jedenfalls alle Welt einig zu sein.

Wenn dem aber so ist, wieso lassen sich Wissenschaftler, Forenuser, Politiker und Stammtischparlamentarier überhaupt zu solchen Aussagen der Vererbbarkeit hinreißen und machen etwas, was nicht bestimmbar ist dann auch noch in "absoluten" Zahlen und Prozenten fest?!

Das ist mMn hirnrissig und sinnfremd. Ich beobachte das jedesmal wieder: Erst wird gesagt, dass man nicht weiß, wie etwas funktioniert um gleich im Anschluss mit "sicheren" Statistiken aufzuwarten, was für Schlussfolgerungen man daraus gezogen hat ....
:huh:

Das setzt sich ja in hiesigem Thread hervorragend fort. :daumen2:
 
Ach ja, ganz wichtig: es geht ja an sich darum, wieviel Prozent des UNTERSCHIEDS zwischen "dumm" und "schlau" vererbt wird. Selbst ein dummer Mensch hat ja eine biologische Intelligenz, da ist also schonmal die Grundfrage, was die Forscher, die von zb 80% sprechen überhaupt meinen. Wenn von den 80% eigentlich 79% Dinge sind wie DASS man überhaupt denken kann, Sprache versteht, "schlau" ein Glas hochhebt, unter dem eine Nuss ist, um die Nuss essen zu können usw usw, aber nur 1% davon wiederum das ist, was WIR als den Unterschied zwischen dumm und schlau meinen, dann ist das was ganz anderes, als wenn damit gemeint ist, dass das Kind eines schlauen Menschen zu 80% mind. genauso schlau sein wird und das eines dummen Menschen zu 80% dumm sein wird.

:hmm: Stimmt. Dann artet das wohl doch in Arbeit aus, weil man sich jeden einzelnen Test angucken müsste - denn das eine gewisse geistige Leistungsfähigkeit (z.B. überhaupt die Fähigkeit, zu sprechen) genetisch für Homo sapiens festgelegt ist, steht wohl nicht zur Debatte.
(Hatte ich nicht kürzlich Beispiele dafür gebracht, wie leicht die richtigen Ergebnisse von Studien vollkommen falsch ausgelegt werden können? :ugly: )

Dann müßte man auch noch erst Verfahren haben, die verlässlich Umwelteinflüsse rausfiltern - sowohl positive (vermeintlich höhere Intelligenz durch viel Umgang mit einem guten Umfeld) als auch negative (ein an sich sehr intelligenter Junge, der das Pech hatte, in einer von Anarchie und Angst geprägten Umfeld ohne Bildung aufzuwachsen). Viele als hochintelligent angesehene Menschen wären vlt. einfach druchschnittlich intelligente zB Handwerker oder so geblieben, wenn sie nicht zufällig in der Jugend an ein bestimmtes Buch gekommen wären und beschlossen hätte, sich überhaupt erst mit bestimtmen tiefgründigen Gedanken auseinanderzusetzen,

Nunja: Genau um diese Frage geht es ja, das sollte man also nicht rausrechnen, sondern man sollte seine Versuchspersonen gezielt so auswählen, dass man es quantifizieren kann.
Ärzte haben sich oft genug schonmal auf falsche "Beweise" verlassen, Ärzte lernen in ihrem Beruf nämlich oft nicht, wie man Statisktiken und Studien auch mal kritisch betrachtet und entlarven kann.

Und dazu haben sie Zugriff auf riesige Datenbanken, mit denen man selbst bei richtiger Anwendung von Statistik eine ganze Menge "eindeutige" Feststellungen machen könnte, deren Auswirkungen oder Hintergrunde aber nicht annähernd selbstverständlich wären...


Wirklich unbestritten ist doch, dass man Intelligenz bislang weder realistisch bemessen noch genau einheitlich definieren kann. Wenigstens darüber scheint sich jedenfalls alle Welt einig zu sein.

Wenn dem aber so ist, wieso lassen sich Wissenschaftler, Forenuser, Politiker und Stammtischparlamentarier überhaupt zu solchen Aussagen der Vererbbarkeit hinreißen und machen etwas, was nicht bestimmbar ist dann auch noch in "absoluten" Zahlen und Prozenten fest?!

Das ist mMn hirnrissig und sinnfremd. Ich beobachte das jedesmal wieder: Erst wird gesagt, dass man nicht weiß, wie etwas funktioniert um gleich im Anschluss mit "sicheren" Statistiken aufzuwarten, was für Schlussfolgerungen man daraus gezogen hat ....
:huh:

Das setzt sich ja in hiesigem Thread hervorragend fort. :daumen2:

Nunja:
Es gibt Methoden, um einen bestimmten Typ von Intelligenz zu erfassen. Z.B. IQ-Tests geben vielleicht nicht wieder, wie intelligent sich jemand im Alltag verhält, aber sie geben einen numerischen Wert an, der mit der Intelligenz zusammenhängt, auch Auswirkungen auf den Alltag hat (IQ korreliert z.B. mit beruflichem Erfolg) und der oft sogar über Tests hinweg vergleichbar ist (weil die Testkriterien abgeglichen werden), in jedem Fall aber die Relationen in der Bevölkerung wiedergibt (weil die Skala von selbiger abhängt).
Wenn man nun z.B. über Zwillingsstudien (-experimente, wie von Herb beschrieben, überlasse ich den braunen Zeitgenossen ;) ) feststellt, dass sich das Abschneiden in IQ Tests zu 80% über die Verwandschaftsverhältnisse und zu 20% über das individuelle Umfeld erklären lässt, dann lässt das durchaus eine Aussage über die prinzipielle Vererbbarkeit zu.
Für eine abschließende Bewertung müsste natürlich jeder, der sich traut, eine anzugeben (die Forscher scheinen sich nur auf die jeweiligen Tests zu beziehen) auch angeben, was er denn alles unter Intelligenz versteht (und was im Umkehrschluss nicht) und wie er es, unter angemessener Gewichtung, gemessen hat.
(Das Niveau von Stammtischen und Politikern würde dass dann wohl übersteigen :ugly: )
 
Nunja:
Es gibt Methoden, um einen bestimmten Typ von Intelligenz zu erfassen. Z.B. IQ-Tests geben vielleicht nicht wieder, wie intelligent sich jemand im Alltag verhält, aber sie geben einen numerischen Wert an, der mit der Intelligenz zusammenhängt, auch Auswirkungen auf den Alltag hat (IQ korreliert z.B. mit beruflichem Erfolg) und der oft sogar über Tests hinweg vergleichbar ist (weil die Testkriterien abgeglichen werden), in jedem Fall aber die Relationen in der Bevölkerung wiedergibt (weil die Skala von selbiger abhängt).

Naja, aber das wird ja eben alles nicht gemacht. Es wird pauschal von Intelligenz gesprochen.

In dem Zusammenhang auch: Ist Faulheit vererbbar?
Ist es intelligent, Arbeit abzulehnen, die für einen geringen Mehrwert eine vergleichsweise rigorose Änderung der Lebensumstände und Verringerung der Lebensqualität bewirkt?
;)
 
Die von mir zitierten wissenschaftlichen Aussagen beziehen sich alle auf irgendwelche Tests als Definition von Intelligenz (das Wort verwenden sie kaum bis gar nicht) in ihrem jeweiligen Rahmen.
Wie gesagt:
Stammtische machen das anders.
Aber die sprechen ja z.T. auch von "die Ausländer", wenn sie eine kleine Gruppe krimineller Deutscher meinen, deren Eltern bereits deutsche Staatsbürger waren.
 
Ich habe neulich im Radio ein Interview mit einem Wissenschaftler (fragt mich bitte nicht nach der genauen Fachrichtung) über das Thema gehört und der meinte Sinngemäß, dass es natürlich ein genetischen Einfluss auf unsere Inteligenz gibt, die Ausprägung, wie inteligent jemand wird, aber von vielen weiteren Faktoren abhängt.

Inteligenz ist nämlich nicht einfach da sondern muss sich erarbeitet werden. Zum Beispiel ist anzunehmen, dass dumme Eltern ihre Kinder nicht so gut fördern können wie hochinteligente Eltern und daher die "nächste Leistungsstufe", die biologisch vielleicht möglich wäre, gar nicht gezündet wird, weil die nötigen Anreize nicht gegeben werden. Darum kann es sein, dass zwei Kinder, die sozusagen die gleiche "Inteligenzgene" haben, dennoch verschieden intelligent werden, nur weil ihre Umgenung ihnen gut oder eben übel mitgespielt hat. Dadurch lässt sich da statistisch auch viel fälschen bzw. politisch ausnutzen. Immer dann, wenn es viele Faktoren gibt, kann man Statistiken gut mit einer "motivation" interpretieren.
 
Anyway:
Aus welchen Quellen bezieht man den Eindruck, dass unumstritten 70-90% vererbt werden?

Leider bin ich wirklich nicht dazu gekommen, früher hier zu antworten, obwohl ich es gerne getan hätte. Aber das sei nun nachgeholt.

Also, ich habe extra nochmal bei einem Mediziner nachgefragt. Intelligenz ist insofern tatsächlich genetisch bedingt, als sie lediglich sozusagen die "biologische Rohleistung" des einzelnen Gehirns ist. Definiert wird diese durch die Furchung des menschlichen Hirns, also Täler und Berge. Die sind für die Denkleistung bestimmend; wenn Du so willst, also die Oberfläche der ausgebreiteten Hirnhaut, die mit jeder Falte und größerer Tiefe der einzelnen Falten naturgemäß zunimmt. Ist diese Fläche groß, ist das Hirn leistungsfähiger als ein Gehirn, wo diese Oberfläche eben kleiner wäre. Zusatzlich ist noch die Dicke der Hirnrinde wichtig.

All diese Faktoren sind im Ursprung aber tatsächlich ausschließlich genetisch bedingt und können durch Training nicht im geringsten beeinflußt werden. Das geht genauso wenig, wie Du zum Beispiel durch Training Deine Gesichtszüge verändern kannst. Egal, wie lange Du versuchst, wie Brad Pitt auszusehen, es wird nicht die geringste Veränderung an Deinem Gesicht hervorrufen.

Es ist allerdings richtig, daß durch entsprechende geistige Anstrengung die Bildung von weiteren Verschaltungen zwischen den Synapsen gefördert werden kann. Insofern könnte man sich also schon "Intelligenz" antrainieren. Das funktioniert allerdings nur in recht geringem Umfang und kann die maximale theoretische Leistungsfähigkeit des Hirns auch nicht erhöhen. Es wird dann eben nur optimal genutzt. Allerdings geschieht dies immernoch im Rahmen der biologisch vorgegeben Möglichkeiten, deren Grenzen zumindest nach oben nicht verschoben werden können. (Nach unten geht das natürlich sehr wohl, z.B. durch übermäßigen Alkoholkonsum, Verdünnerdämpfe und andere Gifte.)

Da wir ja in einem Hardware-Forum sind, will ich mal folgenden Vergleich anstellen: Die eigentliche "Intelligenz" ist bspw. die Leistung einer bestimmten GPU im Standardtakt. Man kann die Leistung zwar durch Overclocking (Training) steigern, aber dadurch ändert sich eben noch nichts an den physikalischen Voraussetzungen des Chiplayouts, das von Ingenieuren erdacht wurde und sich nach der Herstellung nicht mehr verändern läßt. Und dessen Leistungsfähigkeit will man in einem standardisierten Test ja erfassen. Denn das ist per definitionem "Intelligenz". Alle anderen Faktoren, die bei Tests auch sichtbar werden, sind eben Bildung oder Nicht-Bildung der verschiedensten Art.
 
Nach deiner Erklärung scheint es logisch das "Hirnleistung" genetisch bedingt ist.
Aber ist das gleichzusetzen mit Intelligenz?

Wie sieht es denn aus wenn ein Mensch mit einem hervorragenden Gehirn in ein Umfeld geboren wird in dem er keine Förderung erhält?
Kann er später, wenn er also seine Geschicke selber in die Hand nehmen kann, diese Zeit der nicht-Förderung wieder aufholen?
Oder das andere Beispiel.
Ein vollkommen durchschnittliches Gehirn in einem vollkommen durchschnittlichen Menschen der aber jede nur erdenklich Förderung erhält.
Wie würde ein Vergleich nach 25 Jahren aussehen?
Wer ist nachher "intilligenter"?
Was ist eigentlich "Intelligenz"?
Wofür reicht den ein durchschnittliches Gehirn wenn der Träger desselben entsprechend gefördert wird?
Hauptschulabschluss?
Abitur?
Studium?
Nobelpreis?
 
Das sind die Fragen :)

Bei der genetischen Bestimmung der Großhirnrindenoberfläche bzw. der Zahl von Nervenzahlen würde ich Icejesters Mediziner weitesgehend zustimmen (zumindest von Ernährung&Co würde ich aber genauso einen Einfluss in Wachstumsphasen erwarten, wie bei jedem anderen Organ auch). Aber Intelligenz hängt entscheidend davon ab, wie diese verschaltet werden und was damit dann möglich ist, hängt wiederum von der zweckmäßigen Ausrichtung des Netzwerkes ab. Z.B. benutzen geübte Musiker nur einen Bruchteil der Hirnfläche zum spielen ihres Instrumentes, wie ein Anfänger - und dass, obwohl sie deutlich komplexer und besser spielen.
Wenn man ein Vergleich mit Hardware ziehen möchte, könnte von man in dem Fall von einer Implementierung in Hardware sprechen, die nachträglich durch Training möglich war. Die Gene würden imho nur die Anzahl der Rechenkerne (=Hirnzellen) sprechen (auch wenn das sehr, sehr RISC wäre :ugly: "Shadereinheit" wäre vielleicht auch ein Vergleich). Aber man kann deren Architektur und Infrastruktur (=Anzahl von Synapsen) verändern und die Software, die darauf läuft, spielt eine wichtige Rolle. (Der Takt dagegen dürfte durch die biologischen Möglichkeiten vorgegeben sein)
Die Frage ist eben nur, wie groß der Einfluss dieser Variationsmöglichkeit auf die "Anwendungsleistung" ist. Oder auch wie sich die genannten schädlichen Einflüsse auswirken - gerade unsere moderne Industriegesellschaft ist voll von Substanzen, die Nervenzellen abtöten oder die Gehirnentwicklung behindern (es gibt afaik eine Korrelation von Bleibelastung und Hirngröße). Diesen ist jeder in einem gewissen Maße ausgesetzt - aber nicht jeder in gleichem, es hängt von den Lebensumständen und dem individuellen Lebenswandel ab.

Deswegen bin ich ja auch so misstrauisch gegenüber obigen Untersuchungen, die Kinder aus ähnlichen Lebensverhältnissen oder gar der gleichen Familie miteinander vergleichen.
 
Nach deiner Erklärung scheint es logisch das "Hirnleistung" genetisch bedingt ist.
Aber ist das gleichzusetzen mit Intelligenz?

Ja, weil das die Definition von Intelligenz ist.
Wie sieht es denn aus wenn ein Mensch mit einem hervorragenden Gehirn in ein Umfeld geboren wird in dem er keine Förderung erhält?
Kann er später, wenn er also seine Geschicke selber in die Hand nehmen kann, diese Zeit der nicht-Förderung wieder aufholen?

Ja, das kann er. Die Welt stellt viele Beispiele bereit, bei denen Menschen als Kinder in wirklich kleinen Verhältnissen groß geworden sind und es nachher dennoch weit gebracht haben. Nimm zum Beispiel den kürzlich verstorbenen Tony Curtis oder diesen (ehemaligen?) Post-Vorstand, der als Briefträger angefangen hat. Der Verfassungsrichter Udo Di Fabio wäre ein weiteres Beispiel. Und es gibt natürlich noch viele mehr.

Oder das andere Beispiel.
Ein vollkommen durchschnittliches Gehirn in einem vollkommen durchschnittlichen Menschen der aber jede nur erdenklich Förderung erhält.
Wie würde ein Vergleich nach 25 Jahren aussehen?
Wer ist nachher "intilligenter"?

Es wäre wahrscheinlich sehr ähnlich, da die Unterschiede, die sich durch frühe Förderung ergeben, mit zunehmendem Alter nivelliert werden. Ab 30 oder 40 Jahren spielt das meines Wissens so gut wie überhaupt keine Rolle mehr in Testergebnissen.
Was ist eigentlich "Intelligenz"?
Wofür reicht den ein durchschnittliches Gehirn wenn der Träger desselben entsprechend gefördert wird?
Hauptschulabschluss?
Abitur?
Studium?
Nobelpreis?

Eine außerordentlich gute Frage, die sich aus vielen Gründen wohl kaum richtig beantworten läßt. Meinen persönlichen Erfahrungen und Eindrücken nach würde ich annehmen, daß es zum Studium reichen sollte. Denn mangelnde geistige Brillianz läßt sich ja auch hervorragend durch großen Fleiß kompensieren und die Anzahl echter Hohlbrenner auf der Uni ist erschreckend.
Und zumindest für den Friedensnobelpreis sollte es wohl auch langen. ;)
 
Ein Autist ist zu überaus außergewöhnlichen Leistungen fähig, trotzdem würde ich ihn nicht im klassischen Sinne als Intelligent bezeichnen.
Bezug nehmend darauf würde ich die mögliche Hirnleistung auch nicht mit Intelligenz gleichsetzen.
 
Man sollte sich vielleicht erst einmal auf gesunde Menschen beziehen und die Sache nicht unnötig verkomplizieren.

Daß Autisten oft gewisse Inselbegabungen haben, auf deren Gebiet sie weit überdurchschnittliche Leistungen erzielen, ist nichts neues. Dennoch ist es leider ziemlich unmöglich herauszufinden, zu welchen Gesamtleistungen sie fähig wären, litten sie nicht an ihrer Krankheit. Kann natürlich sein, daß das alles verkappte Genies sind, die, könnten sie ihre Eindrucke sinnvoll filtern, um alle anderen auf geistigem Gebiet Kreise fahren würden. Aber es kann auch andersrum sein. Wenn Du es schaffst, mit einer nennenswerten Anzahl von Autisten entsprechende Tests durchzuführen, käme man einer Antwort sicherlich näher. Aber genau da liegt eben leider das Problem.
 
Also ich denke schon wobei es natürlich auch mit der Förderung zu tun hat, bsp:
Mein Vater hat 1 Klasse übersprungen sein Abi mit 1.0 (Leistungsfächer eingeschlossen) abgeschlossen seine Studium sowohl als auch die Doktorarbeit mit 1.0 beendet.
Meine Schwester hat ihr Abi mit 1.4 beendet und 1 Klasse übersprungen (heute ist sie Prf.)
Mein Bruder ist einer der erfolgreichsten Linuxprogrammierer.
Mein anderer Bruder studiert gerade und hat in jeder Klausur min. 1.5.
Mein Onkel ist Professor und hatte im Abi 1.2
Mein anderer Onkel ist Architekt und hatte im Abi 1.5
Ich habe in jedem Naturwissenschaftlichem Fach eine 1 (Chemie,NWT,Mathe,Physik...) und in Englisch eine 2 in Deutsch ebenso.
Wie ihr seht ist eigentlich jeder aus meiner Familie ziemlich helle und daher denke ich auch das Intelliegenz vererbbar :D
PS Sry ist etwas unverständlich geschrieben ^^ :D
Mein Cousin hat sein Abi mit 1.0 abgeschlossen und ist heute Anwalt.
 
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