Israel - Konflikt aktuell & allgemein

Ja du übersiehst so einiges wenn es um das Thema Arpartheid geht!
Darum will ich es diskutieren. Vielleicht ist der Begriff zu hart, vielleicht zu einseitig, aber was hat eine solche Diskussion mit "Antisemitismus" zu tun? Welche Aussagen des Vidoeos meinst Du? Ich möchte ja mit Dir diskutieren, nicht mit Herrn Reicher. Das ist ein Informatiker.

Ich kritisiere die Mauer, das Abgraben des Wassers und die Rechtlosigkeit der Menschen ohne israelischen Pass in der Region schon seit Jahren. Zu sagen, dass es ja Gründe für das Verhalten gibt, mag stimmen, ist aber dasselbe Niveau, mit der immer pauschal ganze Volksgruppen unterdrückt werden. Das sich in diesem Fall Täter und Opfer mischen und beide Seiten beides sind, macht es kompliziert.

Aber Arabern ins Gesicht zu sagen, dass sie in Israel nicht unterdrückt werden, ist meiner Meinung nach typischer "Antiarabismus". Und beide Begriffe halte ich in der Diskussion für schwierig. Sicher muss man heraus arbeiten, ob sachliche Kritik vorgeschoben ist. Dann muss man das aber im Einzelfall und im Kontext klären, und nicht pauschal behaupt, jeder, der die Situation mit Apartheid vergleich ist automatisch ein Antisemit.

Das zerstört offene Diskussionen, das hilft nicht bei der Konfliktlösung.

Ich kann das Video kaum ertragen. Ich habe unserer Zonengrenze erlebt, die mitten durch Land ging. Apartheid hätte dazu nicht gesagt, Nichts von dem, was er behaupt, sage ich. Ich nenne das Verhalten trotzdem extrem rassistisch, die Grundlage für Apartheid. Ich habe keine Lust über irgendwelch absurden Vorwürfe zu reden, die ich nicht kenne. Das sind Strohmannsdiskussionen. Was interssiert mich, was irgendwelche Organisationen, die ich nicht kenne, behaupten?

Welche sind also die Kernaussagen, warum es Antisemitismus ist, wenn man das Verhalten der Israelis gegen Palästinser mit rassismus bezeichnet?
 
Zuletzt bearbeitet:
Schaue dir erst das Video an, wenn es da Aussagen gibt die dir nicht gefallen weil der "Informatiker" das deiner Meinung falsch sieht (übrigens arbeitet er nicht allein bei VisualPolitik) ... bitte explizit darauf eingehen! Gleichzeitig bitte ich dich die damalige Politik innerhalb von Südafrika besonders genau zu vergleichen mit der momentanen Politik der Israelis seit 2005 ... besonders innerstaatlich im Bezug im Umgang mit Moslems!
 
Antisemitismus einem Araber vorzuwerfen ist eh Schwachsinn, da Araber und die arabische Sprache semitisch sind. Das ist einfach nur eine emotional aufgeladene Keule, mit denen man Kritik gegen rechten Zionismus zum Schweigen bringen möchte.

Ironischerweise sind die meisten Israelis Weiße aus Europa, also nicht mal wirklich Semiten, im Gegensatz zu den arabischen Palästinensern, die alle semitisch sind. Einfach nur irre!
 
Schaue dir erst das Video an
Der reißerische Stumpfsinn ist für mich nicht zu ertragen. Es ist inhaltslos. Irgendwer behauptes etwas und das ist FALSCH. Was soll ich mit so einem Video. Und es beantwortet meine Frage nicht, waum es antisemitisch sein soll. Man kann ja etwas falschen behaupten, dann kann man das sachlich diskutieren.

Er argumentiert ungefähr auf dem Niveau: "Apartheid ging gegen Schwarze. Aber sind Palästinenser schwarz? Ihr sehr also, was ich meine!..." Da bekommen ich Blasen an den Ohren!

"Ernstgenommen" wie er behaupt, wird es eben nicht, wenn man auf als Antwort für so eine These stumpf mit "Antisemit" beschimpft wird. Natürlich sind die Zustände nicht gleich wie in Südafrika oder in den Sügstaaten der USA, aber es ist unterdrückend.
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum sollte ich mir 30min unerträgliche Didaktik anhören, Was sind die drei Kernaussagen?

Und noch einmal. Warum ist es Antisemitisch? Das ist meine Kernfrage? Es mag sachlich falsch sein, übertrieben, nicht passend. Aber das ist eine andere Diskussion.
 
Das hier ist ein schriftliches Diskussionsforum, nicht der YT Link-Sammler. Wenn man sich auf die Aussagen eines Videos bezieht ist es das Mindeste diese kurz zusammen zu fassen.
Ansonsten ist der reine Verweis auf das Video genau ein Verweigern der Diskussion.
 
Ansonsten ist der reine Verweis auf das Video genau ein Verweigern der Diskussion.
Danke für Deine Hilfe, aber so hart würde ich das nicht formulieren wollen. Gute Videos helfen und wenn man kurz die Abschnitte mit Kernaussagen nennen würde, um die es geht. z.B. siehe 7:50 und 18:23, wäre alles in Ordnung.

Es geht mir auch nicht darum, detailliert herauszuarbeiten, ob der Begriff "Apartheid" optimal passt. Das tut er garantiert nicht. Es geht mir darum, dass es mich extrem nervt, wenn man für so einen vermutlich falschen Ansatz gleich als "Antisemit" verunglimpft wird. Stellen wir uns vor, irgend jemand würde sagen "China lebt im Kommunismus". Das ist auch falsch und schnell zu widerlegen, aber niemand würde auf die Idee kommen, den anderen Diskutanten deshalb als "Chinafeind" zu beschimpfen.
 
Antisemitismus einem Araber vorzuwerfen ist eh Schwachsinn, da Araber und die arabische Sprache semitisch sind.
Immer fleißig vom Antisemitismus ablenken und Nebelkerzen zünden.
Zunächst einmal ist es sowieso völlig egal, wer oder was jemand ist. Wenn eine Aussage antisemitisch ist, dann bleibt sie das, egal wer sie geäußert hat. Außerdem bezeichnet der Begriff »Antisemitismus« nun schon seit mehr als 100 Jahren die Ablehnung alles Jüdischen, auch wenn noch so oft behauptet wird, dass das Wort ja eigentlich etwas ganz anderes bezeichnet. Begriffe haben eben manchmal eine andere Bedeutung, als das Wort vermuten lässt. Wer also glaubt, Antisemitismus beziehe sich nur auf »Semiten«, der glaubt vermutlich auch, dass eine Schildkröte eine Kröte ist und ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

Ironischerweise sind die meisten Israelis Weiße aus Europa,
Ist Magie mal wieder Physik durch wollen? 20% der Staatsbürger Israels sind arabische Israelis und 61% der Juden in Israel, stammen entweder komplett oder teilweise von arabischen Juden (Mizrahi) ab.
 
Danke für Deine Hilfe, aber so hart würde ich das nicht formulieren wollen. Gute Videos helfen und wenn man kurz die Abschnitte mit Kernaussagen nennen würde, um die es geht. z.B. siehe 7:50 und 18:23, wäre alles in Ordnung.

Es geht mir auch nicht darum, detailliert herauszuarbeiten, ob der Begriff "Apartheid" optimal passt. Das tut er garantiert nicht. Es geht mir darum, dass es mich extrem nervt, wenn man für so einen vermutlich falschen Ansatz gleich als "Antisemit" verunglimpft wird. Stellen wir uns vor, irgend jemand würde sagen "China lebt im Kommunismus". Das ist auch falsch und schnell zu widerlegen, aber niemand würde auf die Idee kommen, den anderen Diskutanten deshalb als "Chinafeind" zu beschimpfen.
Apartheid ist von der Wissenschaft eigentlich klar definiert und vor allen dingen geht sie in der Regel vom Gesetzgeber aus.
Deshalb ist es verständlich, wenn man mit etwas abwertenden und eigentlich klar definierten Schlechten einen Vergleich anstellt, das man sich auch harsche Kritik gefallen lassen muss.
Dein Vergleich zu Südafrika ist eher Antisemitismus und der Vergleich zu den USA kommt der Sache etwas näher, aber auch nicht wirklich.

Du hast dich ja über die fehlenden Pässe beschwert, diese liegen aber bei weiten nicht bei Israel, sondern einmal daran das die Palästinenser mehrmals die Zweistaatenlösung abgelehnt haben und weil sie von ihren arabischen Fluchtländern in der absoluten Masse niemals Pässe bekommen haben, weder in Syrien, Libanon, Jordanien oder Ägypten!
 
@ Neuer_User

Na wie gut das du einsiehst das der Begriff "Arpartheid" garantiert nicht im Zusammenhang mit Israel genannt werden sollte, denn die sah schon ein wenig anders aus. Israelische Moslems (stell dir vor die besitzen sogar eine echte Staatsbürgerschaft) werden schon seit 2005 nicht mehr so ausgegrenzt wie die schwarze Bevölkerung im damaligen Südafrika. Sie dürfen wählen, Israelis heiraten, in der IDF dienen (müssen es aber nicht), dürfen neben einem jüdischen Israeli in einem öffentlichen WC pi**en, sich im selben Bus aufhalten, könne wählen ob ihre Kinder auf eine jüdische oder moslimische Schule gehen können etc ... siehe das gleichzeitig als kurze Zusammenfassung des Videos, denn darauf wird genau eingegangen ... mehr schreib ich jetzt nicht dazu, der Bericht vom linken Spiegel hab ich mir übrigens ohne absolute Ignoranz der Quellenwahl angetan.
 
Wo lenke ich vom Antisemitismus ab?

Ist für dich Kritik an Israel Antisemitismus?

Selbst, wenn man der Definition folgen würde, dass Antisemitismus ausschließlich gegen Juden gerichtet ist, wäre Kritik an Israel nicht Antisemitismus.
Du hast gesagt, dass Araber auf Grund ihrer Abstammung von Sem nicht antisemitisch sein können. Nur darauf war seine Antwort bezogen.
 
@ Neuer_User

Na wie gut das du einsiehst das der Begriff "Arpartheid" garantiert nicht im Zusammenhang mit Israel genannt werden sollte, denn die sah schon ein wenig anders aus.
Ja und nein, es gibt auch viele Parallelen. In Süfafrika lebten Menschen und sie hatten eine eigene Kultur. Dann kamen die Weißen, nahmen sich das Land, zogen Grenzen, definierten sich als innerhalb und andere als außerhalb. Einen anerkannten Staat gab es in Südafrika vor den Buren nicht, es gab damals in der Kolonialzeit nicht einmal die Vereinten Nationen. Aber natürlich gab es wie auch in Palästina staatsähnliche Strukturen. Wir nennen das abwertend Stammesrecht oder nutzen ähnliche Begriffe

Was passiert im heutigen Gebiet Israel aus meiner Sicht? Dort leben seit Jahrhunderten Menschen. Sie hatten aber im Rahmen der Kolonialzeit und unterschiedlichen Besetzungen durch Osmanen, Franzosen und Briten keinen eigenen Staat. Dann kamen, wie die Buren in Südafrika, Menschen aus Europa und den USA sowie zig anderen Ländern, ließen sich dort nieder, gründeten einen Staaten, zogen Grenzen und schlossen Bürger, die dort lebten aus. Liege ich mit dieser groben Zusdammenfassung richtig, oder mache ich einen Fehler?

Und die Menschen, die dort lebten regen sich auf. Das kann ich nachvollziehen. Ob und wie sie jetzt eine Staatsangehörigkeit in Israel bekommen können, weiß ich nicht. Das spezielle Problem der Palästinenser ist, dass sie defacto Staatenlos sind.

Wenn ich z.B. das hier lesen, dann wird es schwierig:
"... Das Recht, nach Israel auszuwandern, steht Juden, ihrer Familie und ihren Ehepartnern offen, aber auch der Familie und den Ehepartnern aller israelischen Bürger und Einwohner, unabhängig von ihrer Religion. ..."

Damit sind aber jene draußen, die dort eigentlich lebten, vertrieben wurden und keine Familienmitglieder unter Israelis haben. Ist blöd. Genauso klasse ist, dass Ehen in Israel nur unter gleichen Religionen möglich sind, ich zitiere:
"... Innerhalb der israelischen Grenzen werden vom Staat nur religiöse Formen der Ehe anerkannt. Religiöse Autoritäten in Israel führen keine Ehen von Paaren unterschiedlicher Religionen durch...."

Was soll man als muslimischer Palästinenser also machen, um eine Staatsangehörigkeit in dem Gebiet zu bekommen, in dem man vor 1947 mal geboren wurde? Sie haben eine Vertreibung hinter sich und werden systematisch ausgegrenzt. Sicherlich ist Apartheid als Schlagwort zu hart, aber wenn man im heutigen Israel geboren wurde, in den Gazastreifen abgeschoben wurde und kaum noch in sein Geburtsgebiet kommen kann, fühlt sich das sicherlich ähnlich an.

Z.B. waren in Südafrika Ehe zwischen Weißen und Schwarzen verboten, genau wie in Israel neue Ehen zwischen Juden und Muslimen, so zumindest verstehe ich den Link, verboten sind.. Bleibt wohl nur die Option, im Ausland zu heiraten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Denkst du echt, dass die Hamas anfängt zu fragen, welcher Israeli Araber ist?
Die haben die Fatah militärisch angegriffen und vertrieben und das waren Palästinenser.
Der IS hat auch ständig gegen den Westen gewettert, aber am Ende wurden meist Muslime von ihnen umgebracht.

Wieso fragen? Wenn die Hamas die Regierungsgewalt über das gesamte Gebiet übernehmen würde, brauchen sie nur noch ins Melderegister zu gucken. Und auch ethnisch motivierte Gewalteinzeltäter auf der Straße fragen ihre Opfer für gewöhnlich nicht, sondern gehen einfach nach Aussehen. Fragen stellen müssten beide eher, wenn sie wie von dir behauptet, (ex-)israelische Palästinenser umbringen wollten. Oder wie unterschedet man sonst einen Palästinenser, der in Israel ist (weil er da schon länger lebt) von einem Palästinenser, der in Israel ist (weil er dann endlich hinkönnte um was-auch-immer-zu-tun)? Eben: Gar nicht.


Meiner Meinung nach lässt sich ein Generalverdacht gegen alle Muslime am Besten dadurch reduzieren, in dem muslimische Verbände sich öffentlich gegen Terrororganisationen stemmen, die in dem Namen ihrer gemeinsamen Religion ebensolchen Terror verüben.

Das wäre wirkungslos.
Wie man unschwer daran erkennen kann, dass diverse Verbände das längst gemacht haben, sich aber kein Schwein dafür interessiert:
etc. etc.

Ditib ist halt nur halbherzig/alibihalber dabei, aber das ist kein muslimisches, sondern ein türkisches Thema. Der Lieblings-Pascha des Westens ist bekanntermaßen offen für Islamismus, wird aber trotzdem hofiert und darf hier seine Staatspropaganda verbreiten. Damit hört er natürlich nicht ausgerechnet jetzt auf.


Gab es eigentlich schon Demonstrationen von Muslimen gegen die Hamas?

Es gab jede Menge Muslime, die gegen die Hamas demonstriert haben. Aber natürlich haben die nicht darauf bestanden, eine eigene Demo zu machen, von der sie sämtliche Christen, Juden und Atheisten ausgeschlossen hätten. Dementsprechend sind das reihenweise gemischte Veranstaltungen unter muslimischer Beteiligung, oft machen einfach alle Religiösen Organisationen was gemeinsames.

Das gilt übrigens auch umgekehrt: Die ganz wenigen Demos, die es für die Hamas gab, waren auch nicht rein muslimisch. Natürlich liefen da eher keine Juden mit (bei den pro-Palästina-Demos, die keinen Terror befürworten, dagegen schon), aber durchaus auch der ein oder andere atheistische, biodeutsche Antisemit oder extremlinkshirnverbrannter Antikolonialist.
 
Ist das HQ deines Feindes, d.h. der Ort, an dem er seine Maßnahmen gegen dich aktuell plant, keine akute Gefahr? Verstehe mich bitte nicht falsch, eine Bombardierung oder sonstiger Angriff auf das KKH könnte katastrophale Folgen haben wir ne halbe ich befürworte das nicht. Aber es könnte unter Abwägung der Verhältnismäßigkeit rechtlich legitim sein.

Nö, das ist keine akute Gefahr. Eben weil da nur geplant wird, nicht ausgeführt. Und die Frage nach der Verhältnismäßigkeit läuft allgemein auf ein man-es-soll-es-nicht-machen-aber-so-ist-es-nun-einmal Aufrechnen von Opfern hinaus:
Wieviele Feinde tötet man? Wieviele Unschuldige tötet man? Wieviele eigene Leute werden nicht getötet, weil die Feinde tot sind?

Und die Zahlen, die ich schon mal verlinkt habe, sind ziemlich eindeutig: Von der Jahrtausendwende bis zu dem Grenzdurchbruch (dessen Wiederholung ungeachtet der HQ-Situation durch Grenzschutz verhindert werden kann), haben sämtliche palästinensischen Terrororganisationen und Einzeltäter zusammengenommen 550 Zivilisten in Israel getötet. Beim manuellen durchgucken der letzten 40 Fälle (d.h. seit Herbst 2014) sind dabei 28 auf kurze Entfernung getötet wurde, 12 wurden Opfer von Raketen. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl ergäbe das also vielleicht 150 Opfer durch Hamas-Fernwaffen in 23 Jahren. Und davon wäre sicherlich nur ein Bruchteil verhindert worden, wenn man zwischenzeitlich mal das Hauptquartier ausgeschaltet hätte. Umgekehrt wären bei einem Bombardement des Krankenhauses durch Israel, sofern die aktuellen Belegungszahlen stimmen, bis zu 1500 unschudlige Opfer binnen 23 Minuten zu erwarten. Wenn nicht "nicht verhältnismäßig" sein soll, was dann?

Am 07.10.23 wurde gar nichts suggeriert, sondern eiskalt gehandelt. In dem Kontext muss man nicht interpretieren, welcher Ausrichtung ihrer Charta die Hamas folgt. Die Taten sind Interpretation genug.

Da wäre ich bei dir, dass man die Hamas an ihren Taten messen soll. Dann muss aber eben auch genau das machen und nach der Messung der Taten nicht noch zusätzlich die Charta rausziehen respektive eine Interpretation derselben, die dem Text widerspricht und nur auf den Taten basiert. Das wäre doppelt gemoppelt auf einfacher Datengrundlage. Und was man erst recht nicht machen sollte: Auch noch jenseits von Charta und Taten etwas dazudichten. Genaus das hat Treshold aber gemacht.
Charta: "Hamas will Zionisten töten"
Taten: "Hamas will alle israelischen Juden töten"
Treshold: "Hamas will alle Israelis, auch nicht jüdische, töten."
Für letzteres sehe ich keine Hinweise, deswegen habe ich ihn nach seinen Quellen gefragt (die offensichtlich inexistent sind). Du hast stellvertrend auf die Charta verwiesen, aber da steht das von Treshold geäußerte eben auch nicht drin, sondern nicht einmal das am 7.10. getane.

Im übrigen habe ich mich nicht auf arabische Israelis bezogen, das kam von jemand anderem hier. Du hast aber in diesem Kontext nach einer Quelle gefragt, daraufhin hab ich auf die Charta verwiesen, die ja offensichtlich weiteren Auslegungsspielraum bietet.

Wie gesagt: Ich habe explizit nach einer Quelle für Tresholds Behauptung gefragt, die Hamas wolle nach dem Staat Israel als solchem auch alle arabischen (dann: Ex-)Israelis auslöschen ;) .

Das nach (der sehr hypothetischen Situation/der Hamas-Zielsetzung) einer Besiegung Israels = Ende der Existenz dieses Staates = in einem neuen Großpalästina und Hamas-Herrschaft keine Sicherheit für Juden zu erwarten ist, darüber brauchen wir nicht zu disktuieren, denn da wird vermutlich niemand eine Gegenposition zu beziehen. Mord an Juden steht zwar nicht explizit in der Charta und wird vom Islam sogar verboten, aber die Hamas hat oft genug Rache geschworen und alle jüdischen Israelis für schuldig erklärt und selbst wenn sie das nicht als formelle Todesstrafe = Genozid von oben herab durchsetzen würde, so gäbe es sicherlich genug Einzelpersonen, die aus persönlichem Hass dieses Ziel verfolgen würden und zu wenige, die einschreiten wollen.

Aber für alle nicht-Juden sehe ich ehrlich gesagt nur die üblichen, nicht-systematischen Gefahren, denen man in einem von Kriminellen autoritär regierten failed state halt ausgesetzt ist.


Ich könnte mir auch vorstellen, dass Kinder gezielt angeworben werden. Da wird dann Geld für die Familie versprochen und das Kind setzt sich mit einer Sprengstoffweste in den Bus mit jüdischen Kindern und sprengt sich in die Luft.

Kinder sind leichter zu manipulieren, aber die Hamas ist 37 Jahre alt und hatte mehr als genug Vorgängerorganisationen, die genauso indoktrinierend unterwegs waren. Die in den 80er Jahren angeworbenen Kinder sind Mitte/Ende 50 (wenn sie nicht gestorben sind/wurden) und es ist ja nicht so, dass eine Einwohner Gaza mit steigendem Alter einen Grund plötzlich zum Freund Israels zu werden und seine Orientierung zu ändern. Insgesamt ist der Hamas somit eine ähnliche Altersverteilung zu erwarten, wie im Gazastreifen allgemein, ausgenommen jüngere Kinder (typisch für die Region wäre Anleitung von Jungen zu "Männer"-Tätigkeiten ab einem Alter von 10 bis 14 Jahren, weiß aber nicht genau, wo Palästinenser die Grenze ziehen)


Ich kann mir das eben vorstellen. Ob das Realität ist, weiß ich nicht.
Aber willst du das komplett ausschließen?

Einzelfälle kann man nie ausschließen. Es wiederspricht aber extrem dem traditionellen arabischen Familienideal und progressiv/andersdenkende sind ja gerade diejenigen, die eher Abstand zur Hamas halten und Kinder erziehen, die an ihrem Leben hängen, statt auf ein Paradies nach dem Tod zu hoffen.
(Was nicht heißen soll, dass Familien nicht finanziell profitieren - die Hamas zahlt "Märtyrer-Hinterbliebenen Renten", das ist bekannt - und das fanatische Eltern nicht ihren Kindern den Willen anerziehen, für die Hamas zu kämpfen und notfalls auch zu sterben. Das passt durchaus zum Ehrverständnis traditioneller Menschen aus diesem Kulturkreis und es passt vor allem auch zur Hoffnungslosigkeit in Gaza. Aber ich denke nicht, dass diese Eltern eine gedankliche Verknüpfung zwischen beiden Punkten herstellen und schon gar nicht, dass sie es als "verkaufen" betrachten. Die sehen ihre Kinder als Helden, deren Opfer der Familie halt insgesamt Prestige einbringt.)


Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Passt zu dem, was schon vorher vermutet wurde: Warum schlägt die Hamas plötzlich aus dem nichts so extrem zu, obwohl die Bedingungen im Gazastreifen jahrelang recht konstant waren?
Vermutung/bestätigt: Weil sie große Angst haben, dass Israel sein Verhältnis zu weiteren Staaten in der Region normalisiert und Gaza dann jegliche internationale Untersützung verliert. Bislang befindet sich Israel gegenüber einer ganze Reihe von Akteuren der Gegend mehr oder minder nur in einem Zustand der Waffenruhe. Die Hamas erhält Unterstützung aus diesen Ländern, insbesondere wenn Israel mal wieder besoders hart gegen Palästinenser aktiv ist.
Das könnte sich aber in Zukunft ändern, wenn Israel z.B. Handelspartner dieser Staaten wird, sodass israelische Befindlichkeiten für diese auf einmal wichtiger wären, als die Lage im Gaza. Passiert das, hat die Hamas verloren. Durch die Provokation von Völkerrechtsbrüchen im Gaza-Streifen wurden jetzt aber jede Menge mühsam aufgebaute diplomatische Verbindungen zerschlagen.
 
Ganz ehrlich, dein Mantra ist langsam so ermüdend. Ruyven ist auf diese Punkte hier im Thread mehrmals darauf eingegangen, aber du überliest es einfach nur und wiederholst dich immer wieder.

Ohne es wieder ausführen zu wollen:
Die Hamas wurde damals seitens Israel als Gegenpol zur PLO gestärkt.

Anm.:
DAS habe ich nicht gesagt und mir liegen auch keine Quellen vor, die diese Behauptung unterstützen würden.

Meine Aussage war nur, dass ich scharf zwischen der Hamas und den restlichen Palästinensern im Gazastreifen unterscheide, denn 17 Jahre nach einer ohnehin eher knappen Wahl gibt es mehr als genug anzeichen dafür, dass erstere letztere nicht vertritt, sondern unterdrückt. Und ein unterdrücktes Volk trägt erstmal keine Verantwortung für die Taten der Unterdrücker.


Natürlich darf man das.

Man muss halt nur damit leben, dass Scholz, Habeck & Co (& vermutlich auch einige Threadteilnehmer hier) einen als Antisemiten betrachten, sobald die eigenen Aussagen weniger als 50% Israel-Beweihräucherung und mehr als 10% Netanjahu-Kritik beinhalten.


Es ist schon überaus merkwürdig, das es die arabische Welt weder richtig interessiert hat als der
IS hundertausend Musline umgebracht hat
Assad seine eigene Bevölkerung ebenfalls zu hundertausend abgeschlachtet hat
Im Jemen sind es~400000 Muslime
Was die Mullahs im Iran mit ihren demonstrierenden Frauen anstellen

Weiß nicht, was deine Whataboutismen hier bezwecken, aber nahezu die gesamte arabische Welt führte Krieg gegen den IS, befand sich gerade im Aufstand gegen Diktatoren wie Assad, als der so richtig zu wütend begann und gegen den Iran ist man sowieso seit langem in Generalopposition, unter erheblicher Kritik z.B. an Deutschland, die das nicht sind.


Das gedruckte Heft ist trotzdem noch brauchbar.

Auch das fällt zumindest für mich schon seit 10-15 Jahren in die Kategorie "nur wenn man schon viel über das Thema weiß und dann kann man es sich auch ganz sparen". Aber was ich in Wartezimmern & Co immer mal wieder mitbekomme, sind 90:10-Verteilungen (oder schlimmer) in der Darstellung verschiedener Seiten Normalität für den Spiegel. Also mehr Meinungsmache denn Informationsmedium, wenn auch nur durch Weglassen und nicht durch Hinzudichten wie bei Springer.


Antisemitismus einem Araber vorzuwerfen ist eh Schwachsinn, da Araber und die arabische Sprache semitisch sind. Das ist einfach nur eine emotional aufgeladene Keule, mit denen man Kritik gegen rechten Zionismus zum Schweigen bringen möchte.

"Antisemitismus" ist ein Nazi-Ausdruck und einer der bescheurtsten noch dazu. Während viele andere von Nazis auch nur verwendete Bezeichnungen heute verpönt bis verboten sind, wird ausgerechnet bei diesem sachlichen falschen auch noch die von den Rassisten gewünschte Bedeutung "judenhassend" hochgehalten. Da muss man sich also leider dran gewöhnen. (Oder einfach ganz darauf verzichten. Bietet sich aufgrund der inflationären Verwendung ohnehin zunehmend an, ähnlich wie "Terrorist" und "Nazi" selbst verkommt "Antisemit" ja zunehmend zu einer universellen "politisch anders positioniert"-Beleidigung.)


Immer fleißig vom Antisemitismus ablenken und Nebelkerzen zünden.
Wer also glaubt, Antisemitismus beziehe sich nur auf »Semiten«, der glaubt vermutlich auch, dass eine Schildkröte eine Kröte ist und ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

:wall: :lol:
Es ist schon peinlich, wenn sich eine Seite als Oberlehrer aufschwingen will, Beleidigungen raushat und dann alle Juden zu nicht-Semiten erklärt :ugly: .
Korrekt wäre wohl eher: "Wer glaubt, dass sich Antisemitismus auf mehr als eine Minderheit aller Semiten bezieht, der glaubt auch, dass die Gegenwart allein anhand vergangenen Unrechts beurteilt werden kann"
 
Anm.:
DAS habe ich nicht gesagt und mir liegen auch keine Quellen vor, die diese Behauptung unterstützen würden.
Sorry, dann habe ich da wohl was durcheinander geworfen. Irgendjemand hatte das mal hier im Thread erwähnt. Dachte, dass Du es gewesen bist. Wie dem auch sei, denn eigentlich sollte der Fokus tatsächlich auch vielmehr auf Deinen folgenden Punkt liegen, als Antwort auf Thresholds wiederholte Kritik, wieso nicht mehr Widerstand seitens der Palästinenser gegen den Hamas vorhanden ist:
Meine Aussage war nur, dass ich scharf zwischen der Hamas und den restlichen Palästinensern im Gazastreifen unterscheide, denn 17 Jahre nach einer ohnehin eher knappen Wahl gibt es mehr als genug anzeichen dafür, dass erstere letztere nicht vertritt, sondern unterdrückt. Und ein unterdrücktes Volk trägt erstmal keine Verantwortung für die Taten der Unterdrücker.
Zumal Unterdrückung auf zwei Fronten sogar herrscht. Staatliche Unterdrückung durch eine Militärmacht namens Israel und dann noch die Unterdrückung aus den eigenen Reihen, die auch bewaffnet sind.

Eine Zivilbevölkerung hätte schon große Probleme sich an nur einer, der beiden Fronten zu behaupten, geschweige denn gleichzeitig an beiden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück