Israel - Konflikt aktuell & allgemein

Damit erübrigt sich wohl jegliche Diskussion!
Zeigt aber offensichtlich wie in einem (größeren) Teil seiner Community gedacht wird und das von Jemanden der sich bis jetzt eigentlich ganz vernünftig zum Interkulturellenaustausch geäußert hat.
Hier gibt es halt Rote Linien und zeigt deutlich auf, dass das was wir die letzten Tage und Wochen auf der Straße von Muslimen gesehen und erlebt haben, ernstzunehmen ist.

Und jetzt machst du natürlich auch wieder den rassistischen Mist mit, so ganz Alman-gönnerhaft Azrael gleichzeitig zu „othern“ aber zu „einem der Guten“ zu erklären. Und im selben Atemzug seine Ansichten wieder zu rassifizieren und ihn als Beispiel für „seinesgleichen“ vorzuzeigen. Widerlich. Niederträchtig.
 
Und jetzt machst du natürlich auch wieder den rassistischen Mist mit, so ganz Alman-gönnerhaft Azrael gleichzeitig zu „othern“ aber zu „einem der Guten“ zu erklären. Und im selben Atemzug seine Ansichten wieder zu rassifizieren und ihn als Beispiel für „seinesgleichen“ vorzuzeigen. Widerlich. Niederträchtig.
Jo, aktuell nerven beide Parteien in der "Diskussion" ganz gewaltig. Ständig nur noch Vorwürfe, alle sind grundsätzlich Rassisten, Zionisten und was weiß ich nicht alles.
 
Israel behauptet sehr wohl, die Position einzelner Terroristen mitten in Gaza präzise feststellen und zielgerichtet angreifen zu können.
Ja, einiger. Aber wir reden hier von tausenden Terroristen. Das ist eher mit dem IS in Mosul als mit der Exekution Bin Ladens zu vergleichen. Und selbst die USA mahnen Verhältnismäßigkeit an. Ich kann das ehrlich gesagt nicht einschätzen, neige aber auch dazu, Israel in einigen Fällen Verstöße dagegen zu attestieren. Eine Pauschalisierung lehne ich allerdings ab. Zivile Opfer sind zu vermeiden, aber rechtlich wohl bis zu einem gewissen Grad vertretbar. Gezielte Angriffe auf ausschließlich zivile Ziele sind nicht zu rechtfertigen. Aber wenn es stimmt, dass die Hamas ihr HQ in Gazastadt in einem Krankenhaus hat, wie soll man das denn ausschalten?
Wie schon mehrfach angemerkt: Man kann in dieser Debatte keinen sinnvollen Nullpunkt setzen.
Da gebe ich dir Recht, werde versuchen, mich nicht mehr zu solchen "Historisierungen" hinreißen zu lassen. Aber wenn immer von "Kausalitäten" gesprochen wird, ist man schnell in der Zeitschleife gefangen.
So sollen israelische Palästinenser weiterhin weitaus größere Probleme haben, so etwas wie Baugenehmigungen zu bekommen, sie werden bei Berufs- und Wohnungswahl sowie im Alltag häufig(er) diskriminiert, ohne Schutz dagegen zu erhalten und es gibt eben auch das große Erbe ungerechter Besitzumverteilung aus der Gründungs- und Kriegsphase Israels. Selbst wenn es ein lupenreiner Rechtsstaat wäre, der Gesetze unparteiisch auf alle Bürger anwendet, ist das halt nur eingeschränkt etwas wert, wenn es haufenweise Enteignungsgesetze nur für ehemals palästinensisches Eigentum gibt.
Alltagsrassismus ist aber nicht mit Apartheid gleichzusetzen, struktureller Rassismus ebenfalls nicht. Das es diesbezüglich Defizite in Israel, aber natürlich nicht nur dort, gibt, bestreite ich nicht. Aber das ist noch keine Apartheid.
Unterschiedliche Zuständigkeiten im Rahmen der Selbstverwaltung wären noch machbar. Aber die israelischen Behörden stehen schlichtweg über den palästinensischen. Palästinenser baut mit palästinensischer Zustimmung sein Haus - israelischer Bulldozer fährt durch. Palästinenser beklagt sich über die nach palästinensicher Rechtssprechung illegale Vertreibung von seinem Grund und Boden durch israelische Siedler - israelischer Soldat rückt mit gezogener Waffe an. Und drückt all zu oft auch ab.
Spätestens bei den Siedlungen an sich endet dann jegliche Rechtsstaatlichkeit. Und zwar sowohl bei den ""illegalen"", die Netanjahu dann sowieso regelmäßig legalisiert, als auch bei denen, die die israelische Regierung von vorneherein auf (somit-ex-)palästinensischem Boden plant und umsetzt. Und so eine Siedlung besteht nicht nur aus den Häusern - dazu kommen eigentlich-palästinensische Äcker und Straßen nur für Israelis, die Palästinenser dann nicht mehr betreten dürfen.
Da bin ich weitestgehend bei dir. Sehen aber auch viele Israelis kritisch. Ich denke, für viele spielt die Siedlungspolitik eher eine nachgeordnete Rolle, die radikalen Siedler sind nicht so zahlreich, haben aber eine starke Lobby und sich mittlerweile ja auch in die Regierung einbringen ingen können. Das ist tatsächlich ein Problem.
Hast du das schriftlich?
Insbesondere die Anmerkungen zu Artikel 7
Und egal ob man es mit "Bestie" oder mit "Tier" übersetzt, es bleibt bei:
"Lebewesen, dem ich sämtliche Menschenrechte abspreche"
Das ist deine Interpretation. Ich sehe "Bestien" eher als jemanden, der bestialisch agiert. Das trifft nun mal bei den Aktionen der Hamas zu.
 
EEinige EU-Länder üben Kritik. Andere bekunden regelmäßig und mit voller Inbrunst die uneingeschränkte Solidarität mit Israel, bezeichnen jeden, der etwas gegen israelische Politik sagt, als Antisemiten und erklären die bedingungslose Verteidigung Israels zur Staatsräson, an deren Befürwortung sogar grundlegende Menschenrechte gekoppelt werden sollen.
Siehst Du, "einige Länder üben Kritik", andere zeigen Solidarität - es gibt hier nicht "den Westen".
Das von dir angesprochene Deutschland zum Beispiel hat sich bei der Abstimmung zur UN-Resolution enthalten und damit scharfe Kritik aus Israel erhalten, auch wenn die Enthaltung lt. unserem BK andere Gründe hatte. Auch wir führen im innern, sogar hier im Forum, hitzige und kontroverse Debatten.
Deutschland hat nunmal immer noch einen Rucksack voll schwieriger Geschichte in Bezug auf die Juden mit sich zu schleppen. Gefällt mir auch nicht immer, dass dies tlw. zu Entscheidungen führt, die rational anders sein sollten, aber das kann man nicht negieren.
Ich finde es aber interessant, wenn auf der einen Seite verlangt wird, bei den Palästinenser beispielsweise nicht zu pauschalieren und genau hinzuschauen, während die Kritik an Israel und seine Supporter dann oft undifferenziert ausfällt.

Israel behauptet sehr wohl, die Position einzelner Terroristen mitten in Gaza präzise feststellen und zielgerichtet angreifen zu können. Wer das kann, der kann auch zielgerichtet "herausoperieren" - schließlich setzen alle Waffen der Hamas voraus, dass sich jemand ungeschützt unter freien Himmel begibt, man muss nur warten. Israel kann nicht aus palästinensischen Kellern heraus angegriffen werden und nur bei einem direkten Angriff wäre akute Selbstverteidigung gerechtfertigt. Sonst gilt es, die Verhältnismäßigkeit zu achten und dutzende zivile Opfer zur Tötung von jemandem, dem man vorwirft, er könnte irgendwann in Zukunft mal angreifen, ist nicht verhältnismäßig.

Aber Israel hat offensichtlich überhaupt kein Interesse, Opfer zu vermeiden oder Verhältnisse zu wahren. Hier mal zum Vergleich:
So sieht es aus, wenn die USA einen Terrororistenanführer töten.
So sieht es aus, wenn Israel einen Terroristenanführer tötet.
Ich brauch wohl nicht daran zu erinnern, dass die IDF sich praktisch aus dem gesamten nicht-nuklearen US-Arsenal die Waffe aussuchen kann, welche sie gerade als "angemessen" erachtet, wenn sie nicht direkt eine passende Eigenproduktion haben.
Die Lokalisierung und Identifizierung von Terroristen durch die militärische und geheimdienstliche Aufklärung Israels findet ja statt. Ebenso die möglichst präzise Ausschaltung derselbigen.
In Gaza sieht es aber im Speziellen doch wohl so aus, dass die Hamas-Terroristen sich hinter Zivilisten, in Tunneln und in zivilen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Moscheen, Schulen usw. verstecken, dort ihre Lager haben und blitzschnell Raketenangriffe auf israelische Städt ausführen.
Und das offenkundig in einem Umfang, der nicht mit ein paar Spezialkommandos zu beseitigen ist.
Verhältnismäßigkeit hin oder her. Was ist hier die genaue Grenze? Das ist schwierig in der o.g. Gesamtlage in Gaza, aber auch im Westjordanland. Freund und Feind lassen sich vielfach nur durch eine Waffe in der Hand auseinanderhalten. Und ich bin mir nicht so sicher, ob Zivilisten und Hamas-Kämpfer stets eine scharfe Trennlinie haben. Es wird unheimlich viele Sympathisanten geben - die Hamas Kämpfer leben und wohnen dort, die sind ja nicht von außerhalb gekommen, oder vom Himmel gefallen und agieren total gegen den WIllen der dortigen Bevölkerung. Das muss man auch mal klar sagen.

Und trotzdem gibt es, sowohl hier im Forum als auch allgemein in Deutschland inklusive Politik, jede Menge Leute, die Reaktionen von allen Muslimen erwarten, die sich politisch gegen Israels Methoden Äußernde auf deren Religion reduzieren, etc. und umgekehrt vergeht kein Tag, an dem man nicht hört, es würde um "jüdisches Leben" gehen, "Juden" wären bedroht, "Juden" bräuchten Unterstützung, etc.. Mittlerers stimmt zwar in kleinen Teilen auch, aber im Großen und Ganzen ist man ÜBERALL fleißig dabei, einen imperalistisch-politischen Konflikt zu religiosisieren und zu verallgemeinern. Allem "bloß keinen Flächenbrand"-Gerede zum Trotz.

Die Juden sind in sämtlichen Ländern, außer Israel, stets in der Minderheit und ganz klar Anfeindungen und auch Bedrohungen von hauptsächlich muslimischer Seite ausgesetzt. Nicht umsonst rät die jüdische Gemeinde dazu, sich nicht öffentlich als Jude erkennen zu geben. Dazu gibt es viele aktuelle Beispiele. So weit sind wir schon wieder.

Und ja, ich zum Beispiel würde mir durchaus gewisse Reaktionen von der muslimischen Gemeinschaft wünschen.
Mit pro-palästinensischen Demonstrationen sind gewisse muslimische Gruppierungen (u.a. die Islamisten in Essen kürzlich) ja schnell dabei. Ist es denn tatsächlich merkwürdig, sich auch andere, gemäßigtere und ausgewogene Reaktionen zu wünschen? Wahrscheinlich ja, denn nennen wir das Kind beim Namen: Muslime demonstrieren (aus naheliegenden Gründen) nach meiner Wahrnehmung letztlich nur für Muslime.
Und die Religion ist am Ende des Tages das trennende Element - gerade im Nahen Osten. Nicht zufällig sind im Grunde alle umliegenden und im übrigen muslimisch geprägten Länder den Israelis seit Beginn der Staatsgründung 1948 überwiegend feindlich gesinnt. Nicht zufällig wurden seitdem mehrere Kriege von div. arabischen / muslimischen Koalitionen/Gruppierungen gegen Israel geführt - ist ist immer dieselbe Grundkonstellation.
Es gibt im Nahen Osten immer noch einen gewissen Konsens bzw. Wunsch zur Wiederherstellung / Errichtung einer vollständig muslimisch geprägten Region, ohne westlichen Einfluss und erst Recht ohne Israel.

Das weiß Israel natürlich und sieht für sich kaum eine andere Wahl als abzuschrecken, in dem es jede Aggression mit unmittelbar erfolgender Härte beantwortet.
Ich bin da leider auch überhaupt nicht optimistisch, dass in absehbarer Zeit Ruhe einkehrt.

Es wird mMn mit hoher Wahrscheinlichkeit so weitergehen. Bis eines Tages alle Parteinen völlig ermüdet und dezimiert sind (und sich vielleicht zusammenraufen), oder aber eine Partei richtig durchgreift und die andere niederschlägt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und ja, ich zum Beispiel würde mir durchaus gewisse Reaktionen von der muslimischen Gemeinschaft wünschen.
Mit pro-palästinensischen Demonstrationen sind gewisse muslimische Gruppierungen (u.a. die Islamisten in Essen kürzlich) ja schnell dabei. Ist es denn tatsächlich merkwürdig, sich auch andere, gemäßigtere und ausgewogene Reaktionen zu wünschen? Wahrscheinlich ja, denn nennen wir das Kind beim Namen: Muslime demonstrieren (aus naheliegenden Gründen) nach meiner Wahrnehmung letztlich nur für Muslime.
Den Punkt hatten wir schon. Ich habe dir hier paar mal verlinkt, dass muslimische Organisationen in BRD sich gegen die Hamas ausgesprochen haben, und den Terror verurteilen.
Dass du es trotzdem einseitig nur wahrnimmst, liegt eindeutig an deiner selektiven Wahrnehmung und nicht an den Muslimen (die per se keine homogene Masse sind, aber hier hätten wir wieder das Thema Pauschalisierung).
 
Den Punkt hatten wir schon. Ich habe dir hier paar mal verlinkt, dass muslimische Organisationen in BRD sich gegen die Hamas ausgesprochen haben, und den Terror verurteilen.
Dass du es trotzdem einseitig nur wahrnimmst, liegt eindeutig an deiner selektiven Wahrnehmung und nicht an den Muslimen (die per se keine homogene Masse sind, aber hier hätten wir wieder das Thema Pauschalisierung).
Ach hör mir auf. Du hast dich schon längst für eine vernünftige Diskussion disqualifiziert.
 
Ok, so kann man natürlich auch Fakten ignorieren...
Fakten? Beispielsweise die Fakten mit denen ich in Post #1800 deine Behauptungen zurückgewiesen habe, was Du mit einem "Alternative: Wir bomben alles weg..." gekonnt ignorierst?

Wie gesagt, hör mir auf mit deinem Geschwurbel zum Thema Pauschalierungen.
Ich habe den von dir zitierten Post recht klar und präzise formuliert.

Mit dir dreht man sich nur im Kreis, um wieder von ganz vorne anzufangen. Es ist ermüdend.
 

Israels Militär ist wohl bis ins Zentrum von Gaza-Stadt vorgedrungen.
Sie wollen erst die Kämpfe einstellen oder pausieren, wenn alle Geiseln freigelassen wurden.
 
Das muss man sich mal vorstellen. Ich frage mich echt, wie tief muss der Hass eigentlich gegenüber Muslimen sein, dass man im öffentlichen Raum vielmehr darüber diskutiert, welche Parolen paar Muslime in Demos von sich geben, als über den Mord an über 6500 Menschen in nur wenigen Wochen.

Kann ich dir ganz genau sagen. Das hat, zu Lebzeiten vom Propheten Mohammend(600 n.C. + paar Zerquetschte), seinen Anfang. Alle 3 Religionen bzw. deren Oberhaupte(darunter auch Mohammed) kamen zur Übereinkunft, sich gegenseitig als gleich anzuerkennen. Dabei wurde unter Anderem akzeptiert, dass Mohammed der einzige wahre Prophet wäre, der das Wort Gottes überbringen darf. Nach dem Abkommen verweigerten die islamischen Glaubensoberhäupter jedoch ihr Einverständnis und begründeten dies, indem sie die Christen und Juden, der Fälschung des neuen Testaments, beschuldigten. Von da an wurden Christen und Juden, bis heute, gleichsam als Ungläubige angesehen.

Auch wenn viele muslimische Gemeinden, die Gewalt in ihren Reihen nicht gutheissen, sind sie letztlich machtlos dagegen. Sie würden die Fundamentalisten im Ernstfalls sogar decken, denn sonst verstößen sie gegen ihren Glaubensgrundsatz und begingen Bruderverrat.
 
Kann ich dir ganz genau sagen. Das hat, zu Lebzeiten vom Propheten Mohammend(600 n.C. + paar Zerquetschte), seinen Anfang. Alle 3 Religionen bzw. deren Oberhaupte(darunter auch Mohammed) kamen zur Übereinkunft, sich gegenseitig als gleich anzuerkennen. Dabei wurde unter Anderem akzeptiert, dass Mohammed der einzige wahre Prophet wäre, der das Wort Gottes überbringen darf. Nach dem Abkommen verweigerten die islamischen Glaubensoberhäupter jedoch ihr Einverständnis und begründeten dies, indem sie die Christen und Juden, der Fälschung des neuen Testaments, beschuldigten. Von da an wurden Christen und Juden, bis heute, gleichsam als Ungläubige angesehen.

Auch wenn viele muslimische Gemeinden, die Gewalt in ihren Reihen nicht gutheissen, sind sie letztlich machtlos dagegen. Sie würden die Fundamentalisten im Ernstfalls sogar decken, denn sonst verstößen sie gegen ihren Glaubensgrundsatz und begingen Bruderverrat.
Das ist sowohl historisch als auch theologisch falsch. Frage mich ernsthaft, woher du das hast?
 
Das hört sich nach einer dauerhaften Besetzung an.

Aber ohne auch die zivile Verantwortung für die Lebensbedingungen zu übernehmen, wie es einer Besatzungsmacht afaik laut Völkerrecht obligt.


Ja, einiger. Aber wir reden hier von tausenden Terroristen. Das ist eher mit dem IS in Mosul als mit der Exekution Bin Ladens zu vergleichen.

Von der Sachlage her stimme ich dir da durchaus zu. Und im Falle Mosuls hat man aus der auch ganz klar geschlussfolgert, dass "die ganze Gegend dem Erdboden gleich zu machen" keine (moralisch akzeptable) Option ist. Bombardments wären unter diesen Vorraussetzungen nichts weiter als ein Kriegsverbrechen, dass eine internationale Isolierung des ausführenden Staats verdient hätte/verdienen würde.

Israel beharrt im Falle Gazas aber darauf, dass sie ja ach viel toller wären und nur präzise Hamasstellungen angreifen und dass deswegen die Bombardements dennoch okay wären. An diesem Maßstab messe ich ihre Taten und sie schneiden kaum besser ab als bei der Interpretaion im ersten Absatz.

Und selbst die USA mahnen Verhältnismäßigkeit an.

"USA mahnen Verhältnismäßigkeit an" ist in etwa so viel wert wie "FDP befürwortet Klimaschutz". Es ist offensichtlich, dass mutmaßlich die USA hinter den Kulissen auch etwas mehr als mahnen tun, aber die offiziellen Standpunkte sowohl der USA als auch z.B. Deutschlands sind absolut rein gar nichts, was irgend eine Änderung in Israel bewirken könnte.

Ich kann das ehrlich gesagt nicht einschätzen, neige aber auch dazu, Israel in einigen Fällen Verstöße dagegen zu attestieren.Eine Pauschalisierung lehne ich allerdings ab. Zivile Opfer sind zu vermeiden, aber rechtlich wohl bis zu einem gewissen Grad vertretbar. Gezielte Angriffe auf ausschließlich zivile Ziele sind nicht zu rechtfertigen. Aber wenn es stimmt, dass die Hamas ihr HQ in Gazastadt in einem Krankenhaus hat, wie soll man das denn ausschalten?

Gar nicht, solange keine aktue Gefahr davon ausgeht und das Krankenhaus nicht geräumt ist? Das wäre verhältnismäßig.

Da gebe ich dir Recht, werde versuchen, mich nicht mehr zu solchen "Historisierungen" hinreißen zu lassen. Aber wenn immer von "Kausalitäten" gesprochen wird, ist man schnell in der Zeitschleife gefangen.

Ja, da muss man aufpassen. Sofern man dabei neutral bleibt und für jeden "Auslöser" zu prüfen versucht, ob der einen Auslöser hatte (Spoiler: Ja, hatte er), ergibt sich das automatisch, weil man sich die gesamte Sinnlosigkeit sofort wieder vor Augen führt. Wie schon ein paar mal geschrieben:
Diejenigen, die die größten Schritte zu verantworten hatten, sind alle lange tot. Von denen wird man keine Gerechtigkeit mehr erwarten können. Diejenigen, die noch Leben und un- oder mittelbar von Leid betroffen sind, hätten rein moralisch Anrecht auf Entschädigungen, die in der Summe weit über alles hinausgehen, was die Gegend zu bieten hat. Auf diesem Weg wird man keine Gerechtigkeit bringen können.

Das einzige, was es noch gibt, ist Frieden und somit Zukunft oder eben nicht. Und es gibt Leute, die nutzen ihren jeweiligen Handlungsspielraum dafür (was in aller Regel zu allererst einen Verzicht auf eigene Ansprüche bedeutet), die sind Teil der Lösung. Und es gibt Leute, die führen Krieg.

Alltagsrassismus ist aber nicht mit Apartheid gleichzusetzen, struktureller Rassismus ebenfalls nicht. Das es diesbezüglich Defizite in Israel, aber natürlich nicht nur dort, gibt, bestreite ich nicht. Aber das ist noch keine Apartheid.

Die Diskriminierung durch israelische Ämter ist kein Alltagsrassismus, wie es ihn zum Beispiel bei uns gibt. Die ist institutionalisiert, auch wenn sie nicht in den Gesetzen steht. Sie mit der südafrikansichen Apartheid gleichzusetzen, trifft den Nagel auch nicht auf den Kopf - es ist, wie so oft in der realen Politik, etwas einzigartiges, dass irgendwo dazwischen liegt und somit nur seinen eigenen Namen zu Recht trägt. Aber ohne Vergleiche kann man neues nun einmal nicht vor Augen führen und der Vergleich ist nicht aus der Luft gegriffen. Insbesondere der Mangel an Schuldbewusstsein innerhal der isrealischen Institutionen ist ziemlich gut vergleichbar und wenn man die Betrachtung auf das gesamte von Israel beanspruchte Territorium ausweitet, dann stimmt die Bezeichnung auf die Palästinenser in den eben nicht palästinensisch kontrollierten Gebieten durchaus.

Auch wenn ich persönlich nicht mit "Apartheids"-Chören durch die Straße rennen würde, teile ich diese Grundansicht: Die Zweitstaatenlösung ist de facto inexistent. Es gibt zwischen Jordanien, Syrien, Libanon und Ägypten genau einen Staat, der heißt Israel und rund vier Millionen von dessen Bürgern unterstehen zwar den Entscheidungen der israelischen Regierung, dürfen diese aber nicht wählen, haben keinen Rechtsschutz, nur eingeschränkten Anpruch auf Privateigentum und massive Einschränkungen bezüglich Grundrechten wie z.B. Wohnsitzwahl, gar keine Reisefreiheit, etc..

Da bin ich weitestgehend bei dir. Sehen aber auch viele Israelis kritisch. Ich denke, für viele spielt die Siedlungspolitik eher eine nachgeordnete Rolle, die radikalen Siedler sind nicht so zahlreich, haben aber eine starke Lobby und sich mittlerweile ja auch in die Regierung einbringen ingen können. Das ist tatsächlich ein Problem.

Die Sache mit der "nachgeordneten" Rolle ist dabei ein erheblicher Anteil des Problems. Israel erweitert systematisch sein Gebiet für neue Wohngebiete, neue Landwirtschaft, etc. - was eine wachsende Bevökerung halt so gut gebrauchen kann. Es pocht zwar nur kleiner Teil pocht aktiv darauf, dass man all dies einfach den Palästinenser wegnimmt, aber alle haben etwas davon, dass es weggenommen wurde. Und nur eine kleine Minderheit hält diesen stetigen Wahnsinn für wichtig genug, um wenigstens mal einem ohnehin korrupten und kriminellen Politiker die Stimme zu verweigern?
Sorry: Völker- und Menschenrechte sind nichts optionales, um dass man sich mal später kümmern kann, wenn doch gerade der eigene Wohlstand so wichtig ist.

Insbesondere die Anmerkungen zu Artikel 7

Naja, gerade die Anmerkungen sollten doch eigentlich jedem klarmachen, dass formell nicht einmal zum Kampf gegen israelische Juden im allgemeinen aufgerufen wird, geschweige zu einer Vernichtung israelischer Muslime, wie von Treshold behauptet? Die Hamas missbraucht zwar, wie viele Isalmisten, eine auf einige !bestimmte! Juden und auf das jüngste Gericht bezogene Sure, um Mord und Totschlag an allen Juden zu suggerieren. Aber das hat rein gar nichts mit Taten gegen Muslime zu tun und unmittelbar davor, in der von der Hamas selbst formulierten Passage, geht es nur gegen Zionisten.

Und auch wenn dieser Begriff von einigen Antisemiten als Euphemismus für Juden allgemein gebraucht wird und auch wenn es in Deutschland üblich ist, diese Codesprache absolut jedem zu unterstellen, der es wagt, etwas gegen den Zionismus zu sagen, so ist eins doch wohl hoffentlich klar: Die Hamas hat es weder nötig und ist sie geneigt dazu, ihre Meinung zu Israelis beliebiger Art irgendwie zu verschleiern. Wenn eine Charta gegen alle Juden hätten schreiben wollen, dann Stünde da "Juden". Tuts aber nicht, sondern gegen "zionistische Invasoren". Und die folgende Sure erlangt erst Gültigkeit, wenn eine "Jesus" "zurückgekehrt" ist, was sie allen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu Folge irrelevant macht, was derzeit aber unter den religiösen Hardlinern im Nahen Osten niemand als geschehen beansprucht.

Ich bin vollkommen einverstanden, wenn jemand aus den Taten der Hamas eine Gefahr für alle nicht-Araber in Vorderasien im (ausgeschlossenen) Falle eines Hamas-Sieges ableitet. Aber aus die Charta als Bedrohung für israelische Muslime zu interpretieren ist absurd.

Das ist deine Interpretation. Ich sehe "Bestien" eher als jemanden, der bestialisch agiert. Das trifft nun mal bei den Aktionen der Hamas zu.

(Demokratische) Politiker sind Meister des Wordings, sonst hätten sie im Wahlkampf nie eine Chance. Wenn die bestialische Aktionen bestialisch nennen wollen, dann nennen sie die bestialische Aktionen. Wenn sie stattdessen die Ausführenden als nicht-Menschen bezeichnen, dann geben sie vollkommen bewusst weit mehr als nur ein Statement zu den Ereignissen. Dann äußern sie auch ein Urteil über die Rechte dieser Menschen. Und das Urteil lautet "hat keine Menschenrechte".

Edit: Abschließenden Satz auf Bitten der Moderation entfernt, da er ohnehin nur eine Überspitzung zur Diskussion beitrug, mit der aber nicht alle umgehen können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es aber interessant, wenn auf der einen Seite verlangt wird, bei den Palästinenser beispielsweise nicht zu pauschalieren und genau hinzuschauen, während die Kritik an Israel und seine Supporter dann oft undifferenziert ausfällt.

Von meiner Seite her gilt dabei das, was ich immer sage:
Kritik an einem Staat (durch mich) ist nicht Kritik an (allen) seinen Einwohnern, sondern eben an dem Staat und seinen Institutionen.

Im Falle von demokratischen Staaten gilt sie in Teilen auch für die Mehrheit der Einwohner, aber eben mit der auch gegenüber elTrollo genannten Einschränkung - wer einem wichtigen Anliegen keine Bedeutung in seinem Wahlverhalten beimisst, macht sich mitschuldig. Aber "mit" heißt nicht, dass die Kritik 1:1 in vollem Umfange anwendbar ist und auf eine Minderheit sie gar nicht anwendbar.
In nicht-demokratischen Gebilden wie Gaza gilt das sogar für die Mehrheit, sodass Kritik an der Hamas (einen Staat "Gaza", den man stattdessen kritisieren könnte, gibt es ja gar nicht erst) erstmal 0% Überlappung mit Kritik an den "Palästinensern" hat und umgekehrt, bis das Gegenteil belegt ist. Im Zweifel für den Angeklagten und so.

Die Lokalisierung und Identifizierung von Terroristen durch die militärische und geheimdienstliche Aufklärung Israels findet ja statt. Ebenso die möglichst präzise Ausschaltung derselbigen.

Sorry, aber Bomben die einen ganzen Wohnblock dem Erdboden gleichmachen, sind keine "möglichst präzise Ausschaltugn". Nicht einmal annähernd. Wie ausdrücklich von mir verlinkt, gibt es Waffensysteme mit einem Kollateral-Wirkungsradius von weniger als drei Metern, wenn man ein Punktziel unter Vermeidung weiterer Opfer treffen will. Israel will das ganz offensichtlich nicht.

Und ich bin mir nicht so sicher, ob Zivilisten und Hamas-Kämpfer stets eine scharfe Trennlinie haben. Es wird unheimlich viele Sympathisanten geben - die Hamas Kämpfer leben und wohnen dort, die sind ja nicht von außerhalb gekommen, oder vom Himmel gefallen und agieren total gegen den WIllen der dortigen Bevölkerung. Das muss man auch mal klar sagen.

Diese Trennlinie ist definitiv unscharf. Allein was die Hamas in den letzten Wochen neu rekrutieren konnte, geht vermutlich in die tausende. Aber es gibt in einem derart einseitigen Kampf noch eine andere Trennlinie und die ist messerscharf:
Jeder, der keine Waffe mit mindestens 2 km Reichweite in der Hand hält, kann keinen Israelis in Israel gefährlich werden. Genauso wie es der Hamas vorzuwerfen ist, dass sie ihre Raketen blind auf zufällige Ziele verschießt und nicht gezielt auf Leute, die die Unterdrückung und Verfolgung der Palästinenser befürworten, genauso ist es von Israel zu verlanngen, dass sie sich für Vorstöße auf nicht-israelisches Territorium eine Lösung einfallen lassen, wie sie dabei Schuldige von Unschuldigen trennen. Können sie das nicht, müssen sie sich halt auf die Verteidigung an der Grenze beschränken und die Angriffe sein lassen.

Und ja, ich zum Beispiel würde mir durchaus gewisse Reaktionen von der muslimischen Gemeinschaft wünschen.
Mit pro-palästinensischen Demonstrationen sind gewisse muslimische Gruppierungen (u.a. die Islamisten in Essen kürzlich) ja schnell dabei. Ist es denn tatsächlich merkwürdig, sich auch andere, gemäßigtere und ausgewogene Reaktionen zu wünschen?

Hängt davon ab, von wem man sich das wünscht:
Von eben diesen Gruppierungen, die einen politischen Konflikt religiöse überfrachten? Nein, keineswegs. Von denen würde ich das auch verlangen, aber da ist offensichtlich nichts zu erwarten.

Von anderen Gruppierungen, die diesen Konflikt nicht religiös überfrachten? Die überhaupt nichts mit dem Nahen Osten zu tun haben, weil es deutsche Gruppierungen in Deutschland mit deutschen Mitgliedern sind? NEIN. Warum auch? Was hat eine muslimische Gemeinde in Deutschland, wenn nicht gerade Flüchtlinge aus der Region Mitglied sind, mit Gaza zu tun? Genauso gut könnte man von jedem einzelnen Schützenverein in Deutschland verlangen, dass er sich von den israelischen Angriffen distanziert. Denn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kommmen dabei Waffen von den gleichen Herstellern zum Einsatz.
(Nichts desto trotz haben sich viele, ich glaube sogar die klare Mehrheit, der muslimischen Verbände in Deutschland gegen die Hamas ausgesprochen. Schützenvereine gegen die israelische Armee afaik noch keiner.)

Und die Religion ist am Ende des Tages das trennende Element - gerade im Nahen Osten. Nicht zufällig sind im Grunde alle umliegenden und im übrigen muslimisch geprägten Länder den Israelis seit Beginn der Staatsgründung 1948 überwiegend feindlich gesinnt. Nicht zufällig wurden seitdem mehrere Kriege von div. arabischen / muslimischen Koalitionen/Gruppierungen gegen Israel geführt - ist ist immer dieselbe Grundkonstellation.

Ja, das ist nicht zufällig. Genausowenig ist es zufällig, dass alle diese Staaten eine semitische Sprache sprechen, Einwohner mit etwas dunklerer Haut haben und von ariden Landschaften geprägt sind: Wenn in Region A was geschieht, dann findet man halt auch die für Region A typische Merkmalskombination.

Heißt die Region "Naher Osten" und das betrachtete Mermal "Religion" dann ist also der "Islam" typisch. Hätte man als Merkmal "beliebteste Hülsenfrucht" genommen, wäre die Antwort "Kichererbsen". Aber es gibt keinen Kausalzusammen zwischen Kichererbsen und dem Nahostkonflikt auch keinen zwischen dem Islam und dem Nahostkonflikt. In muslimischen Indonesien kümmert man sich um den weitaus weniger als z.B. im christlichen (West-)Zypern. Das ist kein theologischer, sondern eine geographisch-sozialer Zusammenhang.

Und in diesem Fall vor allen Dingen auch ein (kolonial-)historischer: Allen Völkern in der Region ist gemein, dass sie erst osmanisch unterdrückt wurden, dann von den Briten (stellvertrend für die UN aka damals "der Westen") und dass ihnen dabei, nicht zuletzt wegen so Dingen wie "Völkerrecht", Hoffnung gemacht wurde, dass die verhasste Unterdrückung bald enden würde. Und ein ziemlich schöner Flecken Land mitten im Kern der Region wurde stattdessen zionistischen Unterdrücken geschenkt, die sich auch sogleich aufführten, als würde ihnen der Laden gehören.

Klar, dass das zu Aggressionen unter den Nachbarn führte. Das diese Nachbarn muslimisch waren und Zionisten jüdisch sind, ist dabei aber reiner Zufall der Geschichte. Wäre die Region christlich gewesen, die Briten hätten das Land einfach Buddhisten geschenkt und die hätten die Einheimischen vertrieben, dann hätte es stattdessen Kriege von christlichen Staaten gegen einen buddhistischen gegeben. Das war einfach aufgestautes Machtverlangen und ein scheinbar leichtes Opfer, dem man die Macht wegnehmen zu können glaubte, während man sich zuvor immer mit Großreichen konfrontiert sah. Die Religion war purer Zufall, da sich nahezu alle beteiligten Menschen in der einen oder anderen Form als gläubig definierten.
 
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Die Tagesthemen Sendung gestern Abend war auch interessant. Das Interview von Ingo Zamperoni mit den israelischen Journalisten Gideon Levy. Ab 16.23 min.
 
Naja, gerade die Anmerkungen sollten doch eigentlich jedem klarmachen, dass formell nicht einmal zum Kampf gegen israelische Juden im allgemeinen aufgerufen wird, geschweige zu einer Vernichtung israelischer Muslime, wie von Treshold behauptet?
Denkst du echt, dass die Hamas anfängt zu fragen, welcher Israeli Araber ist?
Die haben die Fatah militärisch angegriffen und vertrieben und das waren Palästinenser.
Der IS hat auch ständig gegen den Westen gewettert, aber am Ende wurden meist Muslime von ihnen umgebracht.
 
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