Die daraus resultierende Gewalt als Terror zu bezeichnen ist Demagogie vom Feinsten. Bei Ukrainer spricht man von Freiheitskämpfer und wenn Palästinenser mit aller Kraft gegen die zunehmende Okkupierung kämpfen ist es Terror.
Ukrainer feuern keine Raketen in Wohngebiete oder sprengen Linienbusse in die Luft. "Terror" wird zwar seit 22 Jahren inflationär als multifunktionale Bezeichnung für Fraktionen gebraucht, die man verabscheut, aber eigentlich bezeichnet damit eine Taktik. Und zwar die Taktik der Hamas (aber auch u.a. Teilen der russischen Armee): Sie wollen ihren Feind terrorisieren. Ihn in Angst versetzen vor Angriffen, die jederzeit an jedem Ort jeden Treffen kennen. Frauen, Kinder, Unschuldige, selbst Sympathisanten: Niemand ist vor den Angriffen der Hamas sicher. Vor Morden des Mordens willen wegen gibt es keinen Schutz, keine Sicherheit, außer Flucht. Und genau dass ist das einzige und erklärte Ziel der Hamas: Nicht Zusammenleben, nicht Frieden, sondern Vertreibung.
Es gab vor der Gründung Israels keinen palästinensischen Nationalstaat. Dieser hätte durch den UN-Teilungsbeschluss von 1947 geschaffen werden sollen. Wer hatte den Plan doch gleich nochmal abgelehnt und stattdessen einen Vernichtungskrieg gegen Israel angefangen? Achja, die palästinensischen Führer mit ihren arabischen Nachbarn. Blöde Idee, die komplett in die Hose ging.
Einerseit der palästinensischen Nation die Existenz absprechen, andererseits eine Verbindung aus einem palästinensischen Volk und palästinensischen Führern postulieren, die so eng und geschlossen war, dass man mit den Fehlern ersterer das Leiden letzterer noch drei Generationen später rechtfertigen will?...
Seit achtzig Jahren leben in dem Gebiet aber Israelis in völkerrechtlich akzeptierten Grenzen.
1. 75 Jahre
2. "Völkerrecht" sind in dem Fall schlicht kolonialistische Entscheidungen
3. die von niemandem vor originär "akzeptiert" wurden. Bis heute berufen sich alle Parteien in der Gegend nur auf das sogenannte Völkerrecht, wenn sie mir der gewaltsamen Durchsetzung ihrer eigentlichen, weiterreichenden Forderungen endgültig gescheitert und dadurch auf ein noch niedrigeres Niveau zurückgefallen sind.
Es gilt auch weiterhin: Wenn die Hamas die Waffen niederlegt, ist Frieden. Wenn Israel die Waffen weglegt, endet jüdisches Leben im Nahen Osten. Jede zerstörte Hamas-Stellung ist ein Schritt zum Frieden.
Westjordanland: Die Hamas hat schon ewig nichts mehr zu melden, die PLO lässt die Waffen liegen, größere Angriffe gibt es quasi seit der letzten Infitida nicht mehr und die Landesfläche, in der Palästinenser selbstbestimmt leben dürfen, schrumpft von Tag zu Tag.
Gaza-Streifen: Die Hamas übt totale Kontrolle aus, hortet Waffen, führt regelmäßig Angriffe durch und die Grenzen sind stabil.
In diese verkürzte Darstellung kann man wirklich viel reininterpretieren, nur nicht das, was du erzählst.
Ja, es war auch 1945 extrem schwierig für alle Seiten. Aber sind die Deutschen aus ihren besetzten Gebieten zu den Nachbarn mit Selbstmordattentätern gezogen? Oder hat man die Niederlage zähneknirschend akzeptiert?
Der Siebentagekrieg war doch eindeutig. Kann man nach einem derart verlorenem Kampf nicht einfach mal aufhören?
Die Situationen sind kaum zu vergleichen:
Den Deutschen wurden, nachdem sie selbst einen Krieg verloren hatten, rund 25% ihres Territoriums und weniger als 15% ihrer Lebensgrundlage genommen, ausgehend von einer mäßigen Einwohnerdichte. Und dann hat man (eher aus egoistischen Motiven denn Nettigkeit) zumindest 2/3 der Deutschen geholfen, sich ein neues Leben aufzubauen. Den Palästinensern wurde, nachdem Ägypten, Syrien, Jordanien, Irak und Saudi-Arabien einen Krieg verloren hatten, 50-80% ihrer Lebensgrundlage genommen, ausgehend von einem ohnehin kümmerlichen Auskommen, und dann eine unpassierbare Grenze vor die Nase geknallt.
Hoffnungslosigkeit ist der ideale Nährboden für Radikalismus.
Israelische Fundamentalisten und Ultraorthodoxe waren immer eine Minderheit in Israel und alles andere als respektiert oder beliebt, gerade auch deshalb, weil sie nicht dienen/Wehrpflicht ableisten mussten.
Extremistische Zionisten, die schon immer dienen mussten und wollten, waren im Gegenteil sogar die Mehrheit im frühen Israel. Sie sind ja der einzige Grund, warum der Staat überhaupt existiert. Und sie sind schon Jahrzehnte vor der Gründung mit Gewalttaten aufgefallen (die gewaltätige Reaktionen nach sich zogen). Die Briten haben das Gebiet nicht verschenkt, weil sie antikolonialistisch oder prosemitisch waren, sondern weil es wegem dem ewigen Ärger vor Ort ein Zuschussgeschäft war, dass man loswerden wollte.