Israel - Konflikt aktuell & allgemein

Gibt es eigentlich historische Fakten, die belegen, dass das heutige Israel schon immer den Juden gehörte?
Oder steht das nur in der Bibel?
Es war ein Nomadenvolk, untergliedert in 12 Sippen/Stämme/Banden (mutmaßlich nicht unähnlich der nomadisierenden Plains-Stämme der Natives in Nordamerika), die grob um 1300 v. Chr. in den Bergen von Judää sesshaft wurden.
Klar, das Umland war schon von länger sesshaft gewordenen Gruppen besetzt, also blieben nur die relativ kargen Höhenzüge als Siedlungsland übrig.
Der einzige Unterschied zu den anderen, früher schon sesshaft gewordenen Gruppen, war die Tatsache, dass diese 12 Sippen an nur einen Gott glaubten.
Um 1000 v. Chr. eroberte dann ihr König David Jerusalem, das davor als eine der ältesten Siedlungen der Welt, fast 9.000 Jahre im wechselnden Besitz der Kanaanitier/Phillister (und mutmaßlich anderer Völker aus der Gegend) war.

Da die 12 Gebote auf dem Berg Sinai "empfangen" wurden, ist schwer davon auszugehen, dass es sich um einen Nomadenstamm am Rande der alten Großzivilisation Ägypten handelte, der im Gebiet der Sinai-Halbinsel bis hinauf zum toten Meer umherzog.
Die damals übliche Ziegenbewirtschaftung bedurfte großflächige Weideländereien in dieser schon immer ariden Gegend.

Zu Gute kam den Israelis, dass just in der Zeit um 1200 die sog. Seevölker die Küsten des östlichen Mittelmeeres bedrohten (und den Einfluss von Ägypten auf die Region des heutigen Israels massiv beschränkte) und das stabilisierende Hethiterreich um 1300 Einbrach.
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Sprich, der kleine Nomadenstamm, der sich in den Höhen der Judääischen Bergen einnistete, wurde lange Zeit nicht wahrgenommen.
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Kurzum:
Die israelischen Stämme nutzten diese unruhige Zeit, um sich Siedlungsraum zu erkämpfen, der lange Zeit zuvor von deutlich erfolgreicheren und fortgeschrittenen Kulturen besetzt war.

Eine Art historischen "Rechtsanspruch" auf diese Gebiete durch die Israelis, sehe ich nicht.
Die Nachfolgevölker sind in diesem Gebiet nicht wirklich lückenlos nachzuvollziehen.
Hethitische Gene, soweit man das seriös interpretieren kann, finden sich auf dem Balkan, in Italien und der Türkei wieder.
Einzig Ägypten ist hier als quasi ewig vorhanden und hatte schon immer Einfluss auf das Gebiet.
Wenn also jemand paar Jahrtausende alten Rechtsanspruch erheben könnte, wäre dies Ägypten.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ compisucher

Die Frage die ich mir dabei stelle ist, ob nach einer über tausendjährigen Diaspora überhaupt noch von "einem Volk", die Rede sein kann, denn im Grunde genommen ist man nach m.A. nach über diesen Zeitraum völlig assimiliert, das einzig Verbindende war noch die Religion und (nur) über diese die erhaltene hebräische Sprache. Am Wochenende gab es bei Phoenix über Israel interessante Reportagen und dabei wurde auch klar herausgestellt, dass das Verbindende der Zionisten oder der Gründer des Staates Israel ihre europäische Kultur war, alle anderen Israelis, gerade arabisch und auch anders stämmige Juden, wurden klipp und klar als Menschen 2.-3. Klasse behandelt.

Interessant ist dabei auch eine Bemerkung von Bobhais, der ich glaube irgendwo im Ukraine Thread davon schrieb, das Deutschland immer noch zu Frankreich gehören "würde". Wenn man auf Karl den Großen zurückgeht, kann das durchaus zu heftigsten "Streitereien" führen, weil sich beide Staaten davon mehr oder weniger ableiten, und die "Hauptstädte" des Frankenreiches waren Aachen, Trier und Worms, eher nicht so "französisch". Wobei ich sowieseo der Meinung bin, das selbst wenn wir nur die letzten 2000 Jahre nehmen, wir sehr sehr durchmischt sind in Europa und gerade in "Zentraleuropa" mit allen möglichen Einflüssen von Norden, Süden, Westen und Osten, also einer ständigen Migrationsbewegung innerhalb Europas. Warum das dann im 19 bis 20 jh. dann solche Auswüchse annahm mit Nationalismus, und auch Fremdenfeindlichkeit/Rassismus innerhalb von Europa wissen die Geier, ist aber Ausfluss der Monarchien und auf ihnen gegründeten Nationalstaaten.

Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass die zentralen Elemente des heutigen jüdischen Staates Israel zwar öffentlich proklamiert das "Judentum" und die hebräische Sprache ist, wenn man aber tiefer bohrt, es eher die europäische Kultur ist, worauf ja letztendlich auch die USA fußen.

Darüber hinaus muss man auch auf die absolut ambivalente Rolle "Deutschalnds" in Bezug auf den heutigen Staat Israels zu sprechen kommen. Es gibt nämlich in dieser Erzählung nicht nur den Holocaust, sondern die Erzählung fängt durchaus 40-50 Jahre früher an mit durchaus ziemlich entscheidenden Faktoren. Die zionistische Bewegung die ja um 1900 vertärkt nach Palestina einwanderte, hatte im deutschen Kaiserreich zwar keinen absoluten Unterstützer, aber doch einen Befürworter und einen, der mäßigten Einfluss auf das Osmanische Reich ausübte, was darin kulminierte, dass es die OHL des Kaissereeiches unter Genral von Falkenhayn war, die 1917/18 den vorbereiteten Genozid der "Jungtürken"/Osmanischen Reiches an den palestinensischen Juden/Zionisten analog zu den Armeniern verhinderte. Die Todesmärsche waren wie gesagt schon geplant und sollten ausgeführt werden, und wurden vom deutschen Militär rigoros unterbunden.
Somit blieb überhaupt die Keimzelle des heutigen jüdischen/israelischen Staates erhalten. Darüber hinaus bin ich persönlich der Meinung, das es ohne den deutschen Antisemitismius der 1920er und 1930er Jahren, der im Holocaust kulminierte, nie den Staat Israel gegeben hätte, die meisten jüdischen Gemeinden fühlten sich nämlich ziemlich gut aufgehoben in Europa und vor allen dingen auch in Deutschland, sonst wären sie z.B. bestimmt nicht für das deutsche Kaiserreich in den WWI gezogen.
Geschichte oder geschichtliche Entwicklungen sind manchmal doch ziemlich "schräg".
 
Zuletzt bearbeitet:
Da die 12 Gebote auf dem Berg Sinai "empfangen" wurden, ist schwer davon auszugehen, dass es sich um einen Nomadenstamm am Rande der alten Großzivilisation Ägypten handelte, der im Gebiet der Sinai-Halbinsel bis hinauf zum toten Meer umherzog.
Die damals übliche Ziegenbewirtschaftung bedurfte großflächige Weideländereien in dieser schon immer ariden Gegend.
Waren das nicht 10 Gebote?
 
@ compisucher

Die Frage die ich mir dabei stelle ist, ob nach einer über tausendjährigen Diaspora überhaupt noch von "einem Volk", die Rede sein kann, denn im Grunde genommen ist man nach m.A. nach über diesen Zeitraum völlig assimiliert, das einzig Verbindende war noch die Religion und (nur) über diese die erhaltene hebräische Sprache. Am Wochenende gab es bei Phoenix über Israel interessante Reportagen und dabei wurde auch klar herausgestellt, dass das Verbindende der Zionisten oder der Gründer des Staates Israel ihre europäische Kultur war, alle anderen Israelis, gerade arabisch und auch anders stämmige Juden, wurden klipp und klar als Menschen 2.-3. Klasse behandelt.
Ich habe mich noch nie ernsthaft mit Recherche um das Thema bemüht.

Insofern ist es für mich nur schwer abzuschätzen, wie groß der % Anteil jener Juden/Israelis vor WK2 war, die tatsächlich quasi "Bio-Angehörige" des Volkes in Europa bzw. der Welt war.

Annahme:
Da die jüdische Religion sehr strikt bei Heiraten war (ist???) (also nur Jude durfte Jude heiraten), gehe ich einfach mal davon aus, dass das Erscheinungsbild homogener jüdischer Viertel in westeuropäischen Städten und osteuropäischen bäuerlichen Siedlungen auch sehr dafür gesorgt hat, dass in sich genetisch eng Verwandte in sich geschlossene Siedlungsräume gebildet haben.
Somit gehe ich derzeit und rein gemutmaßt davon aus, dass es nicht nur die Religion, sondern tatsächlich um überwiegend genetische Nachfahren der Diaspora handelt(e).


Interessant ist dabei auch eine Bemerkung von Bobhais, der ich glaube irgendwo im Ukraine Thread davon schrieb, das Deutschland immer noch zu Frankreich gehören "würde". Wenn man auf Karl den Großen zurückgeht, kann das durchaus zu heftigsten "Streitereien" führen, weil sich beide Staaten davon mehr oder weniger ableiten, und die "Hauptstädte" des Frankenreiches waren Aachen, Trier und Worms, eher nicht so "französisch".
Hake ich als klassische Reichsteilung mit durchaus unterschiedlichen genetischen Volksgruppen (Frankreich=Gallier/Deutschland=Germanen) ab, die sich - außer über Latein- untereinander kaum verständigen konnten.
Da das frühe Mittelalter auch schon zu Zeiten Karls dann noch geprägt vom umherziehenden + rechtsprechenden Kaiser war, ist es für mich dann irgendwann logisch, dass der jeweilige Zepterträger kaum Frankreich und Deutschland "überwachen" konnte.
Genau genommen stammt ja der Nachfolger vom "Hausmeier", der Karl der Große aus einem Mischgebiet (ursprüngliches Siedlungsgebiet der Franken), dass heute Quasi Belgien über Aachen bis an den Thüringer Wald umfasste.

Aus meiner Perspektive ergibt sich somit nicht, dass Deutschland zu Frankreich gehören würde.
Die "Hauptstadt" der Franken war schon immer Aachen und es waren Feldzüge der Franken, die über Neustrien Aquitanien und Burgund jetzt französische Ländereien ins Frankreich holten.
Die historische Darstellung, dass Karl der Große ein "Deutscher" war, ist somit durchaus legitim.
Die Menschen aber damals dachten nicht in diesen "Nationalitäten".

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Wobei ich sowieseo der Meinung bin, das selbst wenn wir nur die letzten 2000 Jahre nehmen, wir sehr sehr durchmischt sind in Europa und gerade in "Zentraleuropa" mit allen möglichen Einflüssen von Norden, Süden, Westen und Osten, also einer ständigen Migrationsbewegung innerhalb Europas. Warum das dann im 19 bis 20 jh. dann solche Auswüchse annahm mit Nationalismus, und auch Fremdenfeindlichkeit/Rassismus innerhalb von Europa wissen die Geier, ist aber Ausfluss der Monarchien und auf ihnen gegründeten Nationalstaaten.
Na ja, gerade über "Deutschland" wurde im laufe der Jahrhunderte ein paar mal kräftig darüber geschwuppt.
Alleine der 30jährige Krieg dürfte ordentlich Genmaterial aus Spanien, Osteuropa und Skandinavien "hineingebracht" haben. Frauen waren damals schlichtweg Beutegut bei den Landsern.


Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass die zentralen Element des heutigen jüdischen Staates Israel zwar öffentlich proklamiert das "Judentum" und die hebräische Sprache ist, wenn man aber tiefer bohrt, es eher die europäische Kultur ist, worauf ja letztendlich auch die USA fußen.
Dem stimme ich zu.
Liegt aber auf der Hand.
Der Zionismus als Idee ist zweifellos aus einer intellektuellen Umgebung heraus geboren worden.
Die Millionen von armen jiddischen Bauern in Osteuropa hatten weder die Zeit, noch das Wissen oder gar die Muße, sich um so was zu "kümmern".
Die hatten eher den täglichen Überlebenskampf...

Darüber hinaus muss man auch auf die absolut ambivalente Rolle "Deutschalnds" in Bezug auf den heutigen Staat Israels zu sprechen kommen. Es gibt nämlich in dieser Erzählung nicht nur den Holocaust, sondern die Erzählung fängt durchaus 40-50 Jahre früher an mit durchaus ziemlich entscheidenden Faktoren. Die zionistische Bewegung die ja um 1900 vertärkt nach Palestina einwanderte, hatte im deutschen Kaiserreich zwar keinen absoluten Unterstützer, aber doch einen Befürworter und einen, der mäßigten Einfluss auf das Osmanische Reich ausübte, was darin kulminierte, dass es die OHL des Kaissereeiches unter Genral von Falkenhayn war, die 1917/18 den vorbereiteten Genozid der "Jungtürken"/Osmanischen Reiches an den palestinensischen Juden/Zionisten analog zu den Armeniern verhinderte. Die Todesmärsche waren wie gesagt schon geplant und sollten ausgeführt werden, und wurden vom deutschen Militär rigoros unterbunden.
Somit blieb überhaupt die Keimzelle des heutigen jüdischen/israelischen Staates erhalten. Darüber hinaus bin ich persönlich der Meinung, das es ohne den deutschen Antisemitismius der 1920er und 1930er Jahren, der im Holocaust kulminierte, nie den Staat Israel gegeben hätte, die meisten jüdischen Gemeinden fühlten sich nämlich ziemlich gut aufgehoben in Europa und vor allen dingen auch in Deutschland, sonst wären sie z.B. bestimmt nicht für das deutsche Kaiserreich in den WWI gezogen.
Geschichte oder geschichtliche Entwicklungen sind manchmal doch ziemlich "schräg".
Sehe ich sehr ähnlich und ja, ohne der Shoa hätte es den jüdischen Staat kaum gegeben.
Was aber irgendwie logisch ist.
Unbedarft davon, dass Juden in Mitteleuropa nach Jahrhunderten der Ausgrenzung allmählich Teil der übrigen Gesellschaft wurden, gab es immer noch Vorbehalte - auch zur Kaiserzeit.

Dass die Überlebende der Shoa in einem eigenen Staat ihre Zukunft sahen, liegt sehr nahe.

Dass aber dieser Staat zu Lasten der Palästinenser (die es ja als Volksgruppe so vor Gründung Israels gar nicht gab)
ging, ist eher makaber.
Im Prinzip behandelt das heutige Israel die arabisch-stämmigen Bewohner der Gegend leider so, wie sie es selbst über Jahrhunderte in Europa erlebt haben.
Schade eigentlich....




Esoterik ist doch Unsinn,
Yepp
Ich warte auf das erste Neutrinokraftwerk, wo wir die Energie von Neutrinos nutzen. :daumen:
Na, da bin ich mal gespannt.
Gefühlt wir des einfacher sein, ein kleines Schwarzes Loch in der Erdumlaufbahn stabilisiert und schwerkraftneutralisiert zu parken (nicht, dass die Erde noch aufgefressen wird) und eben Dieses dann als großen Mülleimer zu benutzen...
 
Zuletzt bearbeitet:
ch habe mich noch nie ernsthaft mit Recherche um das Thema bemüht.

Insofern ist es für mich nur schwer abzuschätzen, wie groß der % Anteil jener Juden/Israelis vor WK2 war, die tatsächlich quasi "Bio-Angehörige" des Volkes in Europa bzw. der Welt war.

Annahme:
Da die jüdische Religion sehr strikt bei Heiraten war (ist???) (also nur Jude durfte Jude heiraten), gehe ich einfach mal davon aus, dass das Erscheinungsbild homogener jüdischer Viertel in westeuropäischen Städten und osteuropäischen bäuerlichen Siedlungen auch sehr dafür gesorgt hat, dass in sich genetisch eng Verwandte in sich beschlossene Siedlungsräume gebildet haben.
Somit gehe ich derzeit und rein gemutmaßt davon aus, dass es nicht nur die Religion, sondern tatsächlich um überwiegend genetische Nachfahren der Diaspora handelt(e).
Hier habe ich nach über 1000 Jahren meine erheblichen Zweifel, kann das aber natürlich auch nicht mit Fakten nachweisen. Da es immer männliche und weibliche "Schwarze Schafe" in Famillien gibt, die sich weder um Religion noch um "das Ansehen der Familie" scheren, glaube ich daran nach mehr als tausend Jahren nicht wirklich. Die Durchmischung hat m.A. nach staatgefunden und wenn auch aus "Liebe", "Vermehrung des Familienbesitzes" oder akuter Verfolgung/Bedrohung mal "schnell" das Bekenntnis gewechselt wurde.

Aus meiner Perspektive ergibt sich somit nicht, dass Deutschland zu Frankreich gehören würde.
Die "Hauptstadt" der Franken war schon immer Aachen und es waren Feldzüge der Franken, die über Neustrien Aquitanien und Burgund jetzt französische Ländereien ins Frankreich holten.
Die historische Darstellung, dass Karl der Große ein "Deutscher" war, ist somit durchaus legitim.
Die Menschen aber damals dachten nicht in diesen "Nationalitäten".
Absolut d'accord.

Dass aber dieser Staat zu Lasten der Palästinenser (die es ja als Volksgruppe so vor Gründung Israels gar nicht gab)
ging, ist eher makaber.
Im Prinzip behandelt das heutige Israel die arabisch-stämmigen Bewohner der Gegend leider so, wie sie selbst über Jahrhunderte in Europa es erlebt haben.
Schade eigentlich....
Dem ist nichts hinzuzufügen!
 
Hier habe ich nach über 1000 Jahren meine erheblichen Zweifel, kann das aber natürlich auch nicht mit Fakten nachweisen. Da es immer männliche und weibliche "Schwarze Schafe" in Famillien gibt, die sich weder um Religion noch um "das Ansehen der Familie" scheren, glaube ich daran nach mehr als tausend Jahren nicht wirklich. Die Durchmischung hat m.A. nach staatgefunden und wenn auch aus "Liebe", "Vermehrung des Familienbesitzes" oder akuter Verfolgung/Bedrohung mal "schnell" das Bekenntnis gewechselt wurde.
Mutmaßlich liegst Du mit deiner Vermutung näher, als ich mit meiner.
Z. B. Missionierung hatte ich völlig aus dem Blick.

Ein soeben gefundener Bericht von 2010 im Tagesspiegel zu diesem Thema gibt keine endgültigen Antworten, jedoch Ansätze + Einsichten:

 
@ compisucher

Es gibt nämlich in dieser Erzählung nicht nur den Holocaust, sondern die Erzählung fängt durchaus 40-50 Jahre früher an mit durchaus ziemlich entscheidenden Faktoren. Die zionistische Bewegung die ja um 1900 vertärkt nach Palestina einwanderte, hatte im deutschen Kaiserreich zwar keinen absoluten Unterstützer, aber doch einen Befürworter und einen, der mäßigten Einfluss auf das Osmanische Reich ausübte, was darin kulminierte, dass es die OHL des Kaissereeiches unter Genral von Falkenhayn war, die 1917/18 den vorbereiteten Genozid der "Jungtürken"/Osmanischen Reiches an den palestinensischen Juden/Zionisten analog zu den Armeniern verhinderte. Die Todesmärsche waren wie gesagt schon geplant und sollten ausgeführt werden, und wurden vom deutschen Militär rigoros unterbunden.
Somit blieb überhaupt die Keimzelle des heutigen jüdischen/israelischen Staates erhalten. Darüber hinaus bin ich persönlich der Meinung, das es ohne den deutschen Antisemitismius der 1920er und 1930er Jahren, der im Holocaust kulminierte, nie den Staat Israel gegeben hätte, die meisten jüdischen Gemeinden fühlten sich nämlich ziemlich gut aufgehoben in Europa und vor allen dingen auch in Deutschland, sonst wären sie z.B. bestimmt nicht für das deutsche Kaiserreich in den WWI gezogen.
Geschichte oder geschichtliche Entwicklungen sind manchmal doch ziemlich "schräg".

Bis zur Machtergreifung des geistig unterbelichteten östereichischen Gefreiten, im Deutschen Reich, hat Theodor Herzl sich, in einem seiner frühen Briefe, bekennend dafür ausgesprochen das es für das jüdische Volk, in einem eigenen Staat, besonders von den Deutschen lernen müsse, wie ein erfolgreicher und effizienter Staat aussehe und funktioniere.

Er ging dabei sogar soweit das er es als "große Ehre" bezeichnete, würde dieser jüdische Staat als ein Protektorat des Deutschen Reichs, unter seiner Schirmherrschft, gegründet und aufgebaut werden.
Eine Ansicht die von durchaus einigen europäischen Zionisten geteilt wurde, weshalb man sich auch immer wieder und Herzl im speziellen, bei der Frage nach einem jüdischen Staat, auch gezielt um die Gunst des Deutschen Kaiser bemühte, mit ehr wenig Erfolg (bis 1918).

Ich denke das sagte auch schon sehr viel darüber aus wie relativ hoch die Meinung und das Ansehen europäischer und deutscher Juden im spziellen, lange gegenüber Deutschland und da noch besonders Preußen im speziellen, zu dieser Zeit war.

Ich finde das fasst eigentlich auch sehr gut zusammen was Hitler und die Deutschen da zwischen 1933 und 1945 eigentlich für einen nie wieder richtbaren Schaden angerichtet haben. Weil so ein Bekentnis von Vertrauen, in einen anderen Staat, das man genau diesen gerne als seinen Schirm- und Schutzherren, für die eigene Staatsgründung, haben wollen würde und ihn als das Ideal beschrieben hat, von dem man lernen sollte und wollte, wird man nie wieder erreichen können.

Hitler und der Nationalsozialismus in Deutschland, hat das absolut nachhaltig geschafft zu zerstören.

*edit* Juden sind nicht erst 1914 für "Kaiser, Volk und Vaterland" in Kriege gezogen, sondern auch schon deutlich davor:

 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke das sagte auch schon sehr viel darüber aus wie relativ hoch die Meinung und das Ansehen europäischer und deutscher Juden im spziellen, lange gegenüber Deutschland und da noch besonders Preußen im speziellen, zu dieser Zeit war.

Ich finde das fasst eigentlich auch sehr gut zusammen was Hitler und die Deutschen da zwischen 1933 und 1945 eigentlich für einen nie wieder richtbaren Schaden angerichtet haben. Weil so ein Bekentnis von Vertrauen, in einen anderen Staat, das man genau diesen gerne als seinen Schirm- und Schutzherren, für die eigene Staatsgründung, haben wollen würde und ihn als das Ideal beschrieben hat, von dem man lernen sollte und wollte, wird man nie wieder erreichen können.

Hitler und der Nationalsozialismus in Deutschland, hat das absolut nachhaltig geschafft zu zerstören.
Absolut richtig, aber im Grunde ist es noch viel "schlimmer", und ich "entlasse" da nicht die deutsche Bevölkerung oder eher die gebildete/belesene Bevölkerung aus der Verantwortung.
Angefangen mit Wilhelm dem Plötzlichen (Willie II) der nach seinem "Thronsturz" und Abschiebung ins niederländische Exil, die ganze Zeit die Mär verbreitete oder selber davon überzeugt war, die Fraumaurer und Juden hätten ihn gestürzt, über die Ermordung Matthias Erzbergers und die "jüdische Verschwörung" rund um die deutsche Dolchstoßlegende.
Genau das absolute Gegenteil war der Fall, die europäische jüdische Gemeinde, auch teilweise in den USA stand in ihrer Mehrzahl absolut hinter den Mittelmächten, vor allen dingen mit ihrem Kapital. So ziemlich jede ausländische Transaktion der Mittelmächte während des WWI (Import von Gütern über die Niederlande/Schweden aber auch USA) wurde über das Bankhaus Rothschild abgewickelt, die eifrigsten Kämpfer in Osteuropa auf Seiten der KuK Monarchie in Galizien (Ukraine) waren die dort lebenden Juden, Deutschland wurde schon erwehnt.
Die maßgebliche Unfähigkeit der verantwortlichen Leute bei den Mittelmächen und hier hauptsächlich des deutschen Kaiserreiches (Hindenburg, Ludendorff, Wilhelm II etc.), die Verantwortung für ihr eigenes Handeln nach dem WWI zu übernehmen und statt dessen so etwas wie die Dolchstoßlegende zu erfinden und einen "Schuldigen" zu suchen, führte mehr oder minder in die Katastrophe.
Denn genau solche Antisemiten wier unser geistig unterbelichtete östereichische Gefreite, aber eben fast das ganze rechtsextreme, nationalistische Spektrum stürzte sich auf die Verschwörungstheroien (Dolchstoßlegende, jüdische Verschwörung) und präsentierte dem "Deutschen Volk" einen Schuldigen, einmal um selber von der Verantwortung der Nationalisten abzulenken und weil das deutsche Volk nach dem WWI und der wesentlichen Verschlechterung ihrer allgemeinen Lebensumstände/Lebensstandards, gerne einen Schuldigen haben wollte und statt ihre eigenen maßgeblichen Verantwortlichen zu hinterfragen, gerne auf die dargebotenen, grotesk ungerechten und falschen Verschwörungen und Anschuldigungen rund um die Juden einging.
Die katastrophalen Folgen sind mehr als bekannt!
 
Zuletzt bearbeitet:
@ compisucher

Die Frage die ich mir dabei stelle ist, ob nach einer über tausendjährigen Diaspora überhaupt noch von "einem Volk", die Rede sein kann, denn im Grunde genommen ist man nach m.A. nach über diesen Zeitraum völlig assimiliert, das einzig Verbindende war noch die Religion und (nur) über diese die erhaltene hebräische Sprache. Am Wochenende gab es bei Phoenix über Israel interessante Reportagen und dabei wurde auch klar herausgestellt, dass das Verbindende der Zionisten oder der Gründer des Staates Israel ihre europäische Kultur war, alle anderen Israelis, gerade arabisch und auch anders stämmige Juden, wurden klipp und klar als Menschen 2.-3. Klasse behandelt.

Arabische Juden wurden (und, dem Verlautbaren: Z.T. werden) zwar als Menschen zweiter Klasse behandelt, aber arabische Nicht-Juden als Menschen vierter Klasse. Abtrennung zwischen "wir" und "die" war/ist also dennoch gegeben. Diese theologische Selbstdefinition war auch von Anfang an fixer Bestandteil des Zionismus. Das sich nicht alle in die Arme gefallen sind, stellt(e) für die Nationalisten dabei in der Regel kein Problem dar. Preußen und Bayern hatten und haben ja auch ihre kulturellen Differenzen, wurden aber trotzdem beide Teil des deutschen Nationalismus.
 
Bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob die kulturellen Differenzen zw. Preußen und Bayern in dieser Ausprägung vergleichbar zu dem sind, wie biogenetische Juden arabischstämmige Menschen (egal ob Jude oder nicht, Staatsbürger oder nicht) behandeln.
Das hiesige ist Necken, Ärgern und Foppen, das andere ist im besten Falle Mobbing, meist aber Unterdrückung.
 
Bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob die kulturellen Differenzen zw. Preußen und Bayern in dieser Ausprägung vergleichbar zu dem sind...
Sicherlich nicht in diesen Umfang und Tiefe der Ausprägung, aber Bayern und die CSU arbeitet die letzten Jahrzehnte schon mehr als hart daran das es nicht mehr nur ein "necken" und "foppen" ist, sondern zunehmend in wirkliche Ablehnung, Verachtung und Hass umschlägt, gegenüber dem Freistaat Bayern und seinen Bio-Einwohnern, die einen auf "bayrischen Großkotznationalisten" machen.

Das letzte mal als ich vor 2 Jahren mal zu dem Thema Länderfinanzausgleich und Energie auf Youtube einen Kommentar zu Bayern verfasst habe und sinngemäß mit folgenden endete:

"Man braucht sich in Bayern nicht wundern und auf die Preußen zeigen, wenn man sich selbst, seit Jahrzehnten zunehmend, wie ein Haufen arroganter bayrischer Gutsherren aufführt und alle anderen wie ungleiche Knechte behandelt, das der Rest der Republik es immer mehr satt hat mit Bayern und man entweder endlich die CSU in der Bundespolitik und bayrischen Landespolitik verschwinden sehen möchte, oder gleich Bayern als Ganzes."

Da hatte der dann irgendwas um die 960 likes und diverse Kommentare.
Es ist natürlich nicht völlig repräsentativ, aber es zeigt schon das es wohl inzwischen durchaus einige Leute quer durch Deutschland gibt, die von Bayern und seinen Regierenden die Schnauze wirklich gestrichen voll haben.

Und ich denke nicht dass das, nach so "gütigen" Äußerungen, wie u.a. auch letztes Jahr, von seiner bayrischen Majestät Markus Söder, "NRW soll doch mal gefälligst für Bayern die Energie mitfraken und Pommern den Wind liefern, weil wir hier in Bayern kein fraking und hässliche Windspargel wollen, genauso wenig wie Energietrassen, oder dann dafür auch nur als Minimum vom Minimum wenigstens Länderfinanzausgleich leisten, weil alle anderen sind nur faule Schnorrer und wir hier in Bayern die fleißigsten", nicht weniger geworden sein werden, ehr weiter zunehmend mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sicherlich nicht in diesen Umfang und Tiefe der Ausprägung, aber Bayern und die CSU arbeitet die letzten Jahrzehnte schon mehr als hart daran das es nicht mehr nur ein "necken" und "foppen" ist, sondern zunehmend in wirkliche Ablehnung, Verachtung und Hass umschlägt, gegenüber dem Freistaat Bayern und seinen Bio-Einwohnern, die einen auf "bayrischen Großkotznationalisten" machen.

Das letzte mal als ich vor 2 Jahren mal zu dem Thema Länderfinanzausgleich und Energie auf Youtube einen Kommentar zu Bayern verfasst habe und sinngemäß mit folgenden endete:

"Man braucht sich in Bayern nicht wundern und auf die Preußen zeigen, wenn man sich selbst, seit Jahrzehnten zunehmend, wie ein Haufen arroganter bayrischer Gutsherren aufführt und alle anderen wie ungleiche Knechte behandelt, das der Rest der Republik es immer mehr satt hat mit Bayern und man entweder endlich die CSU in der Bundespolitik und bayrischen Landespolitik verschwinden sehen möchte, oder gleich Bayern als Ganzes."

Da hatte der dann irgendwas um die 960 likes.
Es ist natürlich nicht völlig repräsentativ, aber es zeigt schon das es wohl inzwischen durchaus einige Leute quer durch Deutschland gibt, die von Bayern und seinen Regierenden die Schnauze wirklich gestrichen voll haben.

Und ich denke nicht dass das, nach so "gütigen" Äußerungen, wie u.a. auch letztes Jahr, von seiner bayrischen Majestät Markus Söder, "NRW soll doch mal gefälligst für Bayern die Energie mitfraken und Pommern den Wind liefern, weil wir hier in Bayern kein fraking und hässliche Windspargel wollen, genauso wenig wie Energietrassen, oder dann dafür auch nur als Minimum vom Minimum wenigstens Länderfinanzausgleich leisten, weil alle anderen sind nur faul und wir hier in Bayern die fleißigsten", nicht weniger geworden sein werden, ehr weiter zunehmend mehr.

Hmmm... wir sind aber (zum Glück) in D. noch nicht bei Einschränkung der Reisefreiheit, keinen Pass bekommen, keine Arbeitserlaubnis bekommen, Zwangsumsiedlungen, Wohnhäuser zerstören, Land enteignen, Wasserrechte entziehen, Brunnen zuschütten.

Das eine ist massive Unterdrückung eines ganzen Volkes, das andere ist mit Sicherheit kritikwürdige bayrische Eskapaden.

Die als namhaft Palästinenser zusammengefasste Volksgruppe ist faktisch rechtlos und wird nicht von der Verfassung geschützt.

Bei allem verständlichen Ärger über eine Politik der CSU - der Vergleich ist m. M. nach nicht passend.

Etwas passender in sehr unterschiedlichen Ausprägungen und Ergebnissen wären z. B.

Nordirlandkonflikt
Korsika
Baskenland
ehem. Jugoslawien
Südtirol
aber auch der Donbass

kaum aber aktuelle deutsche Innenpolitik.
 
@ Nightslaver

Du übertreibst das, natürlich gibt es "Ressentiments" und auch eine laute CSU, aber das gleiche könnte ich über Berlin verfassen, wo gefühlt auch die anderen zumindestens westlichen Bundesländer gestrichen die Schnauze voll hatten von so viel Dilettantismus oder über Sachsen teiweise eingeschlossen der gesammten Osten, wo dem Rest der Republik die Braunen Andwandlungen und Querschläger Auswüchse ziemlich mächtig auf den Geist gehen.
Ansonsten verweise ich auf den Post über mir von compisucher, der ziemlich den Nagel auf den Kopf trifft.
Alles in allem haben wir Gott sei Dank in DE nicht größere innenpolitischen Probkleme, auch wenn du sie gerne herbeischreiben möchtest.
Zu oben angeführten Liste füge ich noch Belgien hinzu, denn gegen die Animositäten zwischen Flamen und Walonen ist das bei uns auch eher Kindergarten.
 
Hmmm... wir sind aber (zum Glück) in D. noch nicht bei Einschränkung der Reisefreiheit, keinen Pass bekommen, keine Arbeitserlaubnis bekommen, Zwangsumsiedlungen, Wohnhäuser zerstören, Land enteignen, Wasserrechte entziehen, Brunnen zuschütten.

Das eine ist massive Unterdrückung eines ganzen Volkes, das andere ist mit Sicherheit kritikwürdige bayrische Eskapaden.

Was du beschreibst, ist der Umgang mit MUSLIMISCHEN Arabern, die das Pech haben, in von Israel beanspruchten Gebieten zu wohnen. Ein z.B. im Iran geborener Jude bekommt dagegen (wenn auch mit Murren) die israelische Staatsbürgerschaft einschließlich aller Rechte, staatlicher Unterstützung, etc. und wird auch von einem gewissen Teil der Bevölkerung sozial anerkannt. Da wäre mancher, der aus Berlin nach Bayern zieht, verdammt froh drüber. Bei Bekannten von mir wurden die Kinder erstmal ein Jahr in der Schule zwangsruntergestuft (weil ihnen wichtige Inhalte in Religion fehlten) und soziale Kontakte in der Nachbarschaft hatte die Familie noch Jahre später so gut wie keine. Was auch kein Wunder ist, wenn man als deutsch sprechender schon Probleme hat, beim Bäcker was zu kommen und einem quasi jede Kommunikation zu sozialen Anlässen verwehrt wird.

Und das ist wohlgemerkt die Situation heute. Der deutsche Nationalismus, den ich zum Vergleich herangezogen habe, hat sich vor 100, 150 Jahren noch bei weitaus größeren Differenzen ausgebildet und trotzdem war dann von einem "deutschen Volk" die Rede, also können wild aus allen Enden der Welt eingewanderte Juden auch ein "israelisches Volk" bilden, dass sich klar von allen anderen einschließlich Einheimischer abgrenzt und sich Territorium für seine selbsterklärte Nation nimmt.
 
Was du beschreibst, ist der Umgang mit MUSLIMISCHEN Arabern, die das Pech haben, in von Israel beanspruchten Gebieten zu wohnen. Ein z.B. im Iran geborener Jude bekommt dagegen (wenn auch mit Murren) die israelische Staatsbürgerschaft einschließlich aller Rechte, staatlicher Unterstützung, etc. und wird auch von einem gewissen Teil der Bevölkerung sozial anerkannt.
Mit Verlaub, das kenne ich von Bekannten, die Juden, aber Araber sind und einen israelischen Pass haben, ein wenig anders.

Da wäre mancher, der aus Berlin nach Bayern zieht, verdammt froh drüber. Bei Bekannten von mir wurden die Kinder erstmal ein Jahr in der Schule zwangsruntergestuft (weil ihnen wichtige Inhalte in Religion fehlten) und soziale Kontakte in der Nachbarschaft hatte die Familie noch Jahre später so gut wie keine. Was auch kein Wunder ist, wenn man als deutsch sprechender schon Probleme hat, beim Bäcker was zu kommen und einem quasi jede Kommunikation zu sozialen Anlässen verwehrt wird.
Da ich "nur" in Bayern arbeite und somit keine biobayrischen Beziehungen habe (ein seltsam ausländisch aussehender Typ, der gebürtig aus BaWü stammt und der in Ösiland lebt) darf ich da schon differenzieren.

In Stadt und städtischem Umland wird "Hergezogenen" wohl ähnlich viel oder wenig Vorbehalte entgegengebracht wie anderswo.
Gerade in München ist der Anteil an Ausländern wie Zugezogenen ungleich höher als in Berlin:
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Quelle.

Wenn du "Pech" hast, wirst du im normalen Leben/Arbeiten/Wohnen in München kaum einen Bayern treffen.

Auch in meinem Büro arbeitet genau ein einziger "Biobayer" und das ist gut 60 km vom Münchner Stadtrand entfernt.
Bei unserer internationalen Besetzung kann man sich gut vorstellen, dass "gebayere" dann gar nicht vorkommt.

Im Gegenzug wurde ich schon mal in Sachsen von einem Zulieferer bei einer Werksbesichtigung und Vertreter für eine kroatische Firma "herzlich" mit "nur noch Ausländergesocks" begrüßt.
Yo, mei, der dachte vielleicht, ich verstehe ihn nicht.
Aus dem Liefervertrag wurde dann logischer weise nix - war eh ein Sch... produkt.

Aber:
Zweifellos dürfte im ländlichen Raum in Bayern die Vorbehalte für Zugezogene größer sein.
Insofern Zustimmung.
Aber, so meine Beobachtung, das haste auch in NRW, BaWü, Sachsen oder HH in sehr ähnlicher Ausprägung und speziell in Sachsen nicht nur im ländlichen Raum.


2. Aber:
Hier einen Vergleich zu ziehen, wie viele Juden oder auch Nichtjuden oder gar Araber generell in Israel behandelt werden, nur weil sie woanders her kommen, ist absurd.
Ich empfehle mal dringend einen Kurztrip nach Jerusalem.
Zwei Tage und offene Wahrnehmung reichen da schon und dir wird Deutschland in Bezug auf Ausländerfeindlichkeit und Ressentiments gegenüber anderen wie das wahre Paradies vorkommen.

Delhi, Paris, Hongkong und speziell Kairo eignen sich im Übrigen auch sehr gut dafür...


Und das ist wohlgemerkt die Situation heute. Der deutsche Nationalismus, den ich zum Vergleich herangezogen habe, hat sich vor 100, 150 Jahren noch bei weitaus größeren Differenzen ausgebildet und trotzdem war dann von einem "deutschen Volk" die Rede, also können wild aus allen Enden der Welt eingewanderte Juden auch ein "israelisches Volk" bilden, dass sich klar von allen anderen einschließlich Einheimischer abgrenzt und sich Territorium für seine selbsterklärte Nation nimmt.

Ich denke, keiner hat (hier) ein Problem mit der Nation Israel, das ist
a) unstrittig
b) steht ja gar nicht zur Debatte.

Es gibt auch wirklich sehr viele nette, weltoffene und humanistisch geprägte Israelis.
Die Regierungspolitik gegenüber speziell den Palästinensern ist aber eine andere.

Es ist für mich recht seltsam, dass hier mit zweierlei Maß geurteilt wird.
Deine Bekanntschaft wird (warum auch immer) in Bayern ausgegrenzt = Mist
Juden aus Irak werden in Israel begrüßt = Toll
Aber paar Mio. muslimische Araber werden massiv in ihren Grundrechten in ihrem eigenen Land eingeschränkt und unterdrückt = das ist Toll???

Da passt m. E. nicht die Relation und die Tiefe der Ergeinisse zueinander.
 
Mit Verlaub, das kenne ich von Bekannten, die Juden, aber Araber sind und einen israelischen Pass haben, ein wenig anders.

Gut, dann sind deine Vorortkenntnisse a) um eine Stufe direkter und b) um zwei Jahrzehnte aktueller als meine. (Wobei letzteres keine Rolle spielen sollte, wenn wir die gesamte Staatsgeschichte betrachten.)

Ich denke, keiner hat (hier) ein Problem mit der Nation Israel, das ist
a) unstrittig
b) steht ja gar nicht zur Debatte.

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Es ist für mich recht seltsam, dass hier mit zweierlei Maß geurteilt wird.
Deine Bekanntschaft wird (warum auch immer) in Bayern ausgegrenzt = Mist
Juden aus Irak werden in Israel begrüßt = Toll
Aber paar Mio. muslimische Araber werden massiv in ihren Grundrechten in ihrem eigenen Land eingeschränkt und unterdrückt = das ist Toll???

Da passt m. E. nicht die Relation und die Tiefe der Ergeinisse zueinander.

Ich hab keine Ahnung, wieso du mir solchen Schwachsinn in den Mund legst. Ich habe lediglich auf die hier geäußerte Frage reagiert, ob die aus allen Enden der Welt zusammengetrommelte jüdische Bevölkerung Israels überhaupt den Anspruch haben könne, "ein Volk" zu sein. Was in meinen Augen sogar eine ziemlich klare Infragstellung der Nation Israel ist (wenn auch nicht zwingend des Staates), die du hier gerade abstreitest.

Und auf die Frage habe ich argumentativ geantwortet: Ja, können die. Imho sogar besser als "die Deutschen" vor 120-150 Jahren.
 
Ich hab keine Ahnung, wieso du mir solchen Schwachsinn in den Mund legst.

Habe ich nicht.
es ist
a) eine Klarstellung meiner Grundausgangsposition, wenn an dieser Stelle durchaus kritisch über politische Entscheidungen in Israel debattiert wird.
b) Ich den Eindruck hatte, dass anderherum du mir das vorwirfst.

Nach deiner jetzigen Positionierung sollten wir das als gegenseitiges Mißverständnis abhaken.
Und auf die Frage habe ich argumentativ geantwortet: Ja, können die. Imho sogar besser als "die Deutschen" vor 120-150 Jahren.

Meine persönliche Sicht dazu ist, dass es vor 1871 nie eine homogene deutsche Nation gab und der unsägliche nationalistische Exzess durch Gröfaz & Co. dazu führte, dass Deutschland immer noch kein selbstverständliches Nationenbewußtsein entwickelt hat.
Ob so ein Bewußtsein im 21. Jahr. dann tatsächlich gut wäre, sei dahingestellt und ist wieder eine andere Diskussion.
 
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