@
compisucher
Die Frage die ich mir dabei stelle ist, ob nach einer über tausendjährigen Diaspora überhaupt noch von "einem Volk", die Rede sein kann, denn im Grunde genommen ist man nach m.A. nach über diesen Zeitraum völlig assimiliert, das einzig Verbindende war noch die Religion und (nur) über diese die erhaltene hebräische Sprache. Am Wochenende gab es bei Phoenix über Israel interessante Reportagen und dabei wurde auch klar herausgestellt, dass das Verbindende der Zionisten oder der Gründer des Staates Israel ihre europäische Kultur war, alle anderen Israelis, gerade arabisch und auch anders stämmige Juden, wurden klipp und klar als Menschen 2.-3. Klasse behandelt.
Ich habe mich noch nie ernsthaft mit Recherche um das Thema bemüht.
Insofern ist es für mich nur schwer abzuschätzen, wie groß der % Anteil jener Juden/Israelis vor WK2 war, die tatsächlich quasi "Bio-Angehörige" des Volkes in Europa bzw. der Welt war.
Annahme:
Da die jüdische Religion sehr strikt bei Heiraten war (ist???) (also nur Jude durfte Jude heiraten), gehe ich einfach mal davon aus, dass das Erscheinungsbild homogener jüdischer Viertel in westeuropäischen Städten und osteuropäischen bäuerlichen Siedlungen auch sehr dafür gesorgt hat, dass in sich genetisch eng Verwandte in sich geschlossene Siedlungsräume gebildet haben.
Somit gehe ich derzeit und rein gemutmaßt davon aus, dass es nicht nur die Religion, sondern tatsächlich um überwiegend genetische Nachfahren der Diaspora handelt(e).
Interessant ist dabei auch eine Bemerkung von
Bobhais, der ich glaube irgendwo im Ukraine Thread davon schrieb, das Deutschland immer noch zu Frankreich gehören "würde". Wenn man auf Karl den Großen zurückgeht, kann das durchaus zu heftigsten "Streitereien" führen, weil sich beide Staaten davon mehr oder weniger ableiten, und die "Hauptstädte" des Frankenreiches waren Aachen, Trier und Worms, eher nicht so "französisch".
Hake ich als klassische Reichsteilung mit durchaus unterschiedlichen genetischen Volksgruppen (Frankreich=Gallier/Deutschland=Germanen) ab, die sich - außer über Latein- untereinander kaum verständigen konnten.
Da das frühe Mittelalter auch schon zu Zeiten Karls dann noch geprägt vom umherziehenden + rechtsprechenden Kaiser war, ist es für mich dann irgendwann logisch, dass der jeweilige Zepterträger kaum Frankreich und Deutschland "überwachen" konnte.
Genau genommen stammt ja der Nachfolger vom "Hausmeier", der Karl der Große aus einem Mischgebiet (ursprüngliches Siedlungsgebiet der Franken), dass heute Quasi Belgien über Aachen bis an den Thüringer Wald umfasste.
Aus meiner Perspektive ergibt sich somit nicht, dass Deutschland zu Frankreich gehören würde.
Die "Hauptstadt" der Franken war schon immer Aachen und es waren Feldzüge der Franken, die über Neustrien Aquitanien und Burgund jetzt französische Ländereien ins Frankreich holten.
Die historische Darstellung, dass Karl der Große ein "Deutscher" war, ist somit durchaus legitim.
Die Menschen aber damals dachten nicht in diesen "Nationalitäten".
Wobei ich sowieseo der Meinung bin, das selbst wenn wir nur die letzten 2000 Jahre nehmen, wir sehr sehr durchmischt sind in Europa und gerade in "Zentraleuropa" mit allen möglichen Einflüssen von Norden, Süden, Westen und Osten, also einer ständigen Migrationsbewegung innerhalb Europas. Warum das dann im 19 bis 20 jh. dann solche Auswüchse annahm mit Nationalismus, und auch Fremdenfeindlichkeit/Rassismus innerhalb von Europa wissen die Geier, ist aber Ausfluss der Monarchien und auf ihnen gegründeten Nationalstaaten.
Na ja, gerade über "Deutschland" wurde im laufe der Jahrhunderte ein paar mal kräftig darüber geschwuppt.
Alleine der 30jährige Krieg dürfte ordentlich Genmaterial aus Spanien, Osteuropa und Skandinavien "hineingebracht" haben. Frauen waren damals schlichtweg Beutegut bei den Landsern.
Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass die zentralen Element des heutigen jüdischen Staates Israel zwar öffentlich proklamiert das "Judentum" und die hebräische Sprache ist, wenn man aber tiefer bohrt, es eher die europäische Kultur ist, worauf ja letztendlich auch die USA fußen.
Dem stimme ich zu.
Liegt aber auf der Hand.
Der Zionismus als Idee ist zweifellos aus einer intellektuellen Umgebung heraus geboren worden.
Die Millionen von armen jiddischen Bauern in Osteuropa hatten weder die Zeit, noch das Wissen oder gar die Muße, sich um so was zu "kümmern".
Die hatten eher den täglichen Überlebenskampf...
Darüber hinaus muss man auch auf die absolut ambivalente Rolle "Deutschalnds" in Bezug auf den heutigen Staat Israels zu sprechen kommen. Es gibt nämlich in dieser Erzählung nicht nur den Holocaust, sondern die Erzählung fängt durchaus 40-50 Jahre früher an mit durchaus ziemlich entscheidenden Faktoren. Die zionistische Bewegung die ja um 1900 vertärkt nach Palestina einwanderte, hatte im deutschen Kaiserreich zwar keinen absoluten Unterstützer, aber doch einen Befürworter und einen, der mäßigten Einfluss auf das Osmanische Reich ausübte, was darin kulminierte, dass es die OHL des Kaissereeiches unter Genral von Falkenhayn war, die 1917/18 den vorbereiteten Genozid der "Jungtürken"/Osmanischen Reiches an den palestinensischen Juden/Zionisten analog zu den Armeniern verhinderte. Die Todesmärsche waren wie gesagt schon geplant und sollten ausgeführt werden, und wurden vom deutschen Militär rigoros unterbunden.
Somit blieb überhaupt die Keimzelle des heutigen jüdischen/israelischen Staates erhalten. Darüber hinaus bin ich persönlich der Meinung, das es ohne den deutschen Antisemitismius der 1920er und 1930er Jahren, der im Holocaust kulminierte, nie den Staat Israel gegeben hätte, die meisten jüdischen Gemeinden fühlten sich nämlich ziemlich gut aufgehoben in Europa und vor allen dingen auch in Deutschland, sonst wären sie z.B. bestimmt nicht für das deutsche Kaiserreich in den WWI gezogen.
Geschichte oder geschichtliche Entwicklungen sind manchmal doch ziemlich "schräg".
Sehe ich sehr ähnlich und ja, ohne der Shoa hätte es den jüdischen Staat kaum gegeben.
Was aber irgendwie logisch ist.
Unbedarft davon, dass Juden in Mitteleuropa nach Jahrhunderten der Ausgrenzung allmählich Teil der übrigen Gesellschaft wurden, gab es immer noch Vorbehalte - auch zur Kaiserzeit.
Dass die Überlebende der Shoa in einem eigenen Staat ihre Zukunft sahen, liegt sehr nahe.
Dass aber dieser Staat zu Lasten der Palästinenser (die es ja als Volksgruppe so vor Gründung Israels gar nicht gab)
ging, ist eher makaber.
Im Prinzip behandelt das heutige Israel die arabisch-stämmigen Bewohner der Gegend leider so, wie sie es selbst über Jahrhunderte in Europa erlebt haben.
Schade eigentlich....
Esoterik ist doch Unsinn,
Yepp
Ich warte auf das erste Neutrinokraftwerk, wo wir die Energie von Neutrinos nutzen.
Na, da bin ich mal gespannt.
Gefühlt wir des einfacher sein, ein kleines Schwarzes Loch in der Erdumlaufbahn stabilisiert und schwerkraftneutralisiert zu parken (nicht, dass die Erde noch aufgefressen wird) und eben Dieses dann als großen Mülleimer zu benutzen...