Mich würde interessieren was man als Weltvereinigung tun könnte um das Problem zu lösen.
Ein erster Schritt wäre es in meinen Augen, sämtliche Lieferungen von Waffen und militärischen Single-use-Gütern in die ganze Region einzustellen. Man kann nur schwer etwas daran ändern, dass sich Leute die Köpfe einschlagen wollen, aber man kann dafür sorgen, dass sie das nur noch mit großem Aufwand hinbekommen können. Die Siedlungensprojekte treffen zwar auch einen gewissen Teil der vor Ort lebenden direkt, aber 50-80% der palästinensischen Bevölkerung dürfte mittlerweile keine persönlichen Enteignungserfahrungen mehr gemacht haben und auf israelischer Seite sind es sowieso 0%. Aber jeder hat Verwandte, die von "den anderen" getötet wurden und viele wollen Rache dafür - eine seit Jahrzehnten laufende Spirale aus Mordlust. Die sich zumindest deutlich verlangsamen würde, wenn man die Bomben, Raketen und Panzer aus der Gleichung rausnimmt.
(Tatsächlich hatte ich mir seinerzeit Hoffnungen gemacht, dass der Mauerbau und Irondome für etwas mehr Frieden sorgen könnten, da erstmals auf Agression verhindernde Maßnahmen gesetzt wurde. Aber dann hat man den Mauerbau für neue Enteignungen genutzt und jeden Raketenabfang als Anlass für Luftschläge mit i.d.R. mehreren Toten genommen.)
Die Hauptversammlung vor allem als Gesprächplattform (ja, das ist tatsächlich ihr primärer Zweck). Zusätzlich noch den Sicherheitsrat als Selbstdarstellungsplattform für Russland, USA und China - was in Bezug auf Plästina leider jegliche Fortschritte unmöglich macht.
Naja, ich denke mal im Idealfall eine von der UN durchgesetze Zwei Staaten Lösung samt Schirmherrschaft über eine entmilitarisierte Zone. Problem hierbei ist halt nur das der jahrzehntelange gegenseitige Hass selbst damit nicht verschwinden würde und es eigentlich eine berechtigte Frage ist ob es überhaupt irgendwie möglich ist das zwischen den beiden jemals wieder Gras wächst.
Ohne ein Wunder würde das mindestens 40-100 Jahre dauern (Große Bandbreite, da die Frage der wirtschaftlichen Hilfe für die palästinensischen Gebiete einen verdammt großen Einfluss hätte). Nordirland ist in der Hinsicht tatsächlich ein interessantes Beispiel.
Der Großteil der Menschen dort (in dem einen Prozent) waren tatsächlich Palästinenser. Der Rest der Landfläche gehörte den Ottomannen
Die Region wurde im osmanischen Reich bis ins 19. Jhd. hinein meist von lokalen Personen beherrscht, zeitweilig sogar in Teilautonomie. Auch die folgenden 60 Jahre unter direkter Istanbuler Kontrolle kann man, verglichen mit heute, nicht wirklich als "Fremd"herrschaft bezeichnen. Die Begann erst mit der Eroberung durch Großbritannien. Unabhängig davon ist es aber eigentlich ziemlich egal, wer Land früher mal regiert hat - da könnte man allenfalls Entschädigungsansprüche für die ableiten, die Eigentum verloren haben. Wichtig ist, von wem und wie die regiert werden wollen, die heute da leben.
Es ging um die Fake Karte zu Propagandazwecken.
Was in der Region "Fake" ist und was nicht, ist oft eine Frage des eigentlichen Standpunktes. Der verlinkte, hart pro-israelische Text nimmt den Stand zum Ende der britischen Kolonisation als legitmen Ausgangspunkt - dabei beinhaltete diese bereits eine Unterwerfung der ursprünglichen Bevölkerung, Zuzug von Zionisten, Kontrollübernahme durch Juden, etc. in einem Maße, dass teilweise zu bürgerkriesähnlichen Aufständen geführt hat. Die ganze Region war sehr, sehr selten friedlich (vielleicht könnte man die Römerzeit und das 17./18. Jhd. unter osmanischer Herrschaft so bezeichnen). Das heißt fast immer reicht es den Ausgangspunkt einer Betrachtung 20-80 Jahre früher oder später zu wählen und schon hat man komplett andere Ansprüche und Schuldzuweisungen.
Was die hier geposteten Karten relativ gut wiedergeben: Den von zionistischen Kräften polisch kontrollierten Teil im Laufe des 20. Jhd.. Alles weitere ist dann Interpretation und Schlussfolgerung, die nur für Hardcore-Zionisten ("Gehört alles uns sagt Gott") und für Hardcore-Antisemiten ("Juden ins Meer") einfach ist. Alle anderen kommen sehr schnell zu dem Schluss, dass es für jeden Stein in der Gegend mindestens drei Leute gibt, die legitime Ansprüche erheben könnten und man in jedem Fall sehr viele Details heranziehen müsste, um eine faire Gewichtung dieser Ansprüche vorzunehmen. Und selbst wenn man das machen würde, stünde man am Ende mit einem Flickenteppich dar, der keinen der jeweils drei glücklich macht und der vor allem komplett alltagsuntauglich ist.
Lösungen kann es in der Gegend nur geben, wenn jemand von sich aus bereit ist, seine Maximalforderungen (sowohl was Eigentum als auch Strafe für empfundene Widerstacher angeht) wegzustecken. Und nur diejenigen, die das praktizieren, haben Lob und Ansehen verdient.