Keine Ahnung, muss ich nicht entscheiden.
Entscheiden tust du allein gar nichts. Aber wenn du deine Meinung hier schon zur Diskussion stellst, dass wäre es nett, sie auch jenseits des Einzelfalls Brandenburger Tor zu kennen.
War es
@ruyven_macaran, der neulich korrekt darlegte, dass die Region seit jeher nicht unproblematisch war und zu allem "Überfluss" von den Briten Israel dort reingerammt wurde?
Jo, die Formulierung war von mir. Aber dass es ein sehr alter Konflikt ist, in dem man mit "aber XY hat nur reagiert" nicht weit kommt (bzw. SEHR weit in die Vergangenheit), darauf haben noch einige mehr hingewiesen.
Leider nur mit eingeschränktem Erfolg.
Das aber nur mit großen Verlusten. Für die eigenen Leute und leider auch unter der palästinensischen Zivilbevölkerung.
Vielleicht wäre der Einsatz von Spezialkommandos besser.
Allein der militärische Arm der Hamas hat 30000 bis 40000 Mitglieder, das ist rein vom Umfang her weit jenseits dessen was Spezialkomandos in überschauberer Zeit schaffen können. Und strategisch kannst du in einem so dicht bebauten Gelände und so dicht besiedelten Gelände weder aus der Luft noch am Boden sonderlich gut "Spezial"-Operationen durchführen, wenn du nicht bei der putinschen Interpretation des Begriffs rauskommen willst. Bereits die bisherigen Bodeneinsätze der IDF darf man sich, den beteiligten Truppen nach, nicht wie ein Hollywood-SEAL-Kommando vorstellen. Das waren taktische Vorstöße mit Panzerbegleitung und Artillerieunterstützung nach vorangehenden Luftschlägen.
Und nicht vergessen: Netanjahus Regierung hat der !gesamten! Hamas die Menschenrechte abgesprochen und ihre Vernichtung angekündigt. Nach den Kassam-Brigaden stehen also noch 10000de Mitarbeiter der Zivilverwaltung, bei der Infrastruktur, Bildungseinrichtungen, etc. auf der Todesliste. Da die unmittelbaren Angehörigen von all diesen Menschen vermutlich nicht applaudierend zusehen, wenn man ihre Geliebten hinrichtet, dürfte die IDF also mit mehreren 100000 erklärten Gegnern konfrontiert sein, bevor wir überhaupt anfangen, über andere islamistische Gruppen, gegenüber nationalistische Palästinenser oder gar über Sympathisanten zu sprechen.
Das, was Israel angekündigt hat, ist nichts für Spezialeinheiten. Das ist was für Schlachter.
Schon mal drüber nachgedacht, dass Israel, also das jüdische Land, seit 63 n. Chr. bis 1948 unter (wechselnder) Kolonialbeherrschung war?
Nicht ganz: Dem Selbstverständnis der Israelis nach und auch allen historischen Spuren zu Folge, hat das "jüdische Land Israel" ein paar Jahrhunderte später aufgehört zu existieren. Nicht nur auf Verwaltungsebene, sondern die Mehrheit der Juden war auch schlichtweg geflohen, gestorben oder konvertiert. (Obwohl Juden geduldet wurden und afaik sogar Bürgerrechte hatten.) den Großteil der letzten zwei Jahrtausende war es also eine muslimische Region unter muslimischer Herrschaft (wobei die herrschenden Muslime eher selten die ansässigen waren, unterdrückt wurde also genauso). Ich finde die Quelle gerade nicht wieder, aber ich glaube bei Zusammenbruch des osmanischen Reiches lebten unter 10 Prozent Juden in der Region.
Das ist ja eines der wiederkehrenden Elemente des ganzen Konflikts:
- A wird von B vertrieben
- B gibt das Eigentum von A an C
- C lebt dort, vererbt das Eigentum an D, D an E,...
- A hat derweil nachkommen Y und Z, die haben T, U, V, W, ...
- Zeit F später kommen T, U, V und W zurück und beanspruchen, ggf. noch jeder einzeln, das Land, dass E als sein zu Hause von Geburt an betrachtet.
- Der Urschuldige B ist lange tot, dem Uropfer A kann auch niemand mehr was gutes tun.
Wer A und wer B ist, kann man sich dabei aussuchen, je nachdem wann man eine willkürliche Grenze zieht. Nach aktuellem Stand der Forschung wanderten schon die ersten Kanaaiten aus dem Norden in diese Region ein, welche aber zu den ersten menschlichen Siedlungsgebieten außerhalb Afrikas gehörte und deswegen schon zu diesem Zeitpunkt kein leeres Land gewesen sein dürfte. Ggf. fühlten sich diese "A0"-Vertriebenen nicht als solche, weil sie noch Nomaden ohne das Konzept "Grundbesitz" waren, aber es ist anzunehmen, dass ihnen der Zugang zu ex-Weidegründen bereits mit Gewalt verwehrt wurde. Die nächsten 3000-4000 Jahre scheint dann jedes neu eintreffende Volk seine Vorgänger entweder vollkommen vernichtet oder aber assimiliert zu haben, sodass es bis einschließlich der Philister keine legitimen Nachfahren mehr gibt, die Ansprüche erheben können. Aber danach kamen ja noch mehr als genug.
(Anm.: Einige Palästinenser berufen sich auf die Philister. Nach aktuellem Stand der Forschung scheint es aber keine genealogische Verbindung zu geben. Die Bezeichnung "Palästina" wurde erst viel später etymologisch aus "Philister" abgeleitet. Aber wer sich als Opfer der Israelis fühlt, beruft sich halt gerne auf das von den Israeliten ausgelöschte Volk.)
Unwahrscheinlich, ich vermute dass sich entweder genau gar nichts ändern wird, weil Israel die Hamas nicht los wird. Oder man schafft es die Hamas loszuwerden, richtet dabei aber so einen großen Kollateralschaden an dass der Hass in der Zivilbevölkerung auf Israel wächst, wodurch sich wieder Menschen radikalisieren. Dann würde sich am Ende, wenn man ehrlich ist, auch wieder nichts ändern.
So ist zumindest die Hamas ihrerseits entstanden (Verschwörungstheorien mal außen vor) und so ist auch die Fatah im Gazastreifen in ihre Rolle geschlüpft: Es gab Vorgänger, die waren auch gegen Israel, aber friedlicher. Nicht so friedlich, dass die Israelis sie umarmt hätten, aber so friedlich das eine Steigerung möglich war und da die Israelis parallel weiter gegen Palästina vorgingen, sind die Palästinenser irgendwann dem hinterhergehlaufen, der mehr Brutalität versprochen hat.
Genau wie in Israel immer wieder Hardliner gewählt werden, die auf die zunehmende Skrupellosigkeit palästinensischer Terroristen mit noch mehr Gewahlt zu reagieren versprechen.
Auswege?
a) man macht solange weiter, bis eine Partei ihr Ziel "alle anderen auslöschen" erreicht hat
b) man ist bereit für einen Frieden etwas zu geben
Aktuell sind wir mal wieder in einer Triple-A-Phase...
Meine Vorfahren z.B. waren Pikten. Soll ich also in der heute Schottland gehen und sagen "Das hier mein Land"?
Das wäre ziemlich schottisch, oder

?
Schau Dir z.B. Ägyten an? Das hat doch nicht mit dem Äqypten vor der Kolonialzeit zu tun. Man sollte sich bei der Lösungssuche auf das Völkerrecht von heute berufen und nicht auf zweitausend Jahre alte Geschichten, Mythen und Sagen. Anstatt alte Grenzen neu zu ziehen, sollten wir alle Grenzen einreißen.
Selbst beim Völkerrecht muss man vorsichtig sein, denn das ist in weiten Teilen immer noch ein Europäische-Nationen-sagen-es-bleibt-wie-es-ist-Recht. Ich würde direkt mit den Menschenrechten anfangen.
Anders bewerte ich das auch nicht. Aber das ist viele Jahrzehnte her und Israel wird heute von der überwiegenden Mehrzahl der Länder auf der Welt anerkannt. Nicht anerkannt sind z.B. die illegalen Siedlungen.
Was, ehrlich gesagt, eine Bigotterie ohne gleichen ist. "Wasser, aber mach mich nicht nass".
Israel selbst beansprucht höchst offiziell diese Siedlungen als seinen Anteil. Wer also Israel in vollem Umfange anerkennt, sich mit ihm uneingeschränkt solidarisch zeigt, etc. (so wie Steinmeier, Scholz, etc.), der erkennt auch die Siedlungen und den damit einhergehenden Bruch von Völker- und Menschenrechten an.
Ansonsten müsste man z.B. "die Ansprüche der Israelis auf ein 1949 definiertes Gebiet" anerkennen.