Israel - Konflikt aktuell & allgemein

Die Frage ist, wie man "Sieg" definieren möchte:
Der Iran kann Israel rein geographisch nicht erobern, weil er keine hinreichende Marine und keine gemeinsame Grenze hat. Israel kann den Iran nicht erobern, weil es 10 km² Iran pro IDF-Angehörigen gibt (und die schießen nicht einmal alle). Auch ist unwahrscheinlich, dass Israel genug konventionelle Waffen hat, um die iranische Infrastruktur auf gesamter Fläche zu zerstören oder, wenn sich der Iran nicht komplett bescheuert anstellt, auf diese große Entfernung (=> Anflug vorhersagbar) das komplette mobile militärische Inventar des Irans auszuschalten. (Vom verbunkerten ganz zu schweigen.) Umgekehrt ist das zahlenmäßig große Arsenal des Irans technisch größtenteils so schwach, dass nicht viel durch die israelische Abwehr durchkommen dürfte und somit ebenfalls nur einen kleinen Teil des eigentlich kleinen Israels beschädigen kann.

Solange Netanjahus Regierungspartner also nicht zum Atomkrieg eskalieren, ist das Maximum auf beiden Seiten eine schwere Störung der gegnerischen Wirtschaft und Tötung von vielleicht 1-10% (höhere Zahl = absoluter Best respektive Worst Case) der gegnerischen Bevölkerung und/oder Militärs. Nur ein Idiot oder Psychokiller würde bei solchen Voraussetzungen überhaupt den aktiven Kampf suchen (also z.B. Bombenanschläge im anderen Land verüben oder Raketen dahin schießen), aber die Gegend ist offensichtlich reich an Idioten, Psychos und Killern. Somit stellt sich die Frage, was ein solcher als "Sieg" definieren würde?

Imho verlieren da alle. In der gesamten Gegend. Seit Jahrzehnten. Jeden einzelnen Tag.




:confused:
Die Hamas hat seit Ewigkeiten angeboten, die Geiseln gegen dauerhaften Frieden freizulassen. Aber Netanjahu hat das ausgeschlagen und den Tod aller Hamas-Mitglieder versprochen. Sollen die auf gut Glück ihr einziges Verhandlungspfand laufen lassen und hoffen, dass Netanjahu sich von alleine umbesinnt? Durch guten Zuspruch seiner Minister, die sämtliche Palästinenser als zu vertreibendes Vieh betrachten?

Ich gebe zu, dass das den Geiseln gegenüber human gewesen wäre. Aber zu erwarten war das zu keinem Zeitpunkt. Wer in Gaza aufgewachsen ist, hat selten das Gefühl, Israelis so Humanität zu schulden und diejenigen, die die Geiseln genommen haben, dürften als allerletze dazu zählen. Ursprünglich war sogar befürchtet worden, dass ein Massaker unter den Geiseln droht - aber bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass eine bewusst getötet wurde. (Im Gegenteil: Die Todesquote unter den Geiseln ist, soweit man weiß, deutlich niedriger als unter Hamas-Mitgliedern allgemein, obwohl sich die Geiseln notgedrungen unter letzteren aufhalten müssen. Heißt im Umkehrschluss, das die Hamas ihre wenigen besonders sicheren/verbunkerten/geheimen Aufenthaltsräume für die Unterbringung der Geiseln nutzt, anstatt sich selbst in dieser relativen Sicherheit zu verstecken.)




Immerhin können sie das in Israel. Aus Gaza berichtet ja selbst Al Jazeera praktisch nicht mehr, da gibt es nur noch die unmittelbaren Kriegsbeteiligten und Kriegsopfer als Quelle.




Diese Sichtweise ist falsch. Anschläge richten sich zu einem erstaunlich großen Teil auf israelische Sicherheitsbehörden und Militärs, nur wird über die Konflikte in den besetzten Gebieten viel weniger berichtet, als über die richtig üblen rein zivilen Amokläufe mitten in Israel. Die sind traurig, aber extrem selten. Genauso schießt die Hisbollah nicht wahllos nach "Nordisrael", sondern zielt, soweit das mit ihrer Technik möglich ist, auf IDF-Stellungen. Ergebnis: Von 2008 bis 2023 wurden 306 Israelis getötet, davon waren 132 (43%) Soldaten oder vergleichbare Truppen. Weitere 94 = 31% waren Siedler, welche man aus Sicht derjenigen, die mit Waffengewalt von ihrem Land vertrieben wurden, wohl zumindest nicht als "Zivilisten" bezeichen sollte. Zählt man sie gar nicht mit, haben anti-israelische Angriffe zu 62% Kämpfer getroffen. Zählt man die Siedler als Angreifer sogar 74%. (Die Angreifer werden aus ihrer Sicht noch vier weitere nicht-Siedelnde Israelis, die es im Westjordanland erwischt hat, als "Eindringling" zählen.)

Zum Vergleich: Von den 6388 Palästinensern, die im gleichen Zeitraum getötet wurden, zählen 3786 als gesichert zivil und weitere 1582 sind umstritten. Israel hatte also minimal 16% bis maximal 40% Trefferquote respektive 60% bis satte 84% ""Kollateralschaden"" und eliminiert somit nicht "effektiv" seine "Feinde", sondern trifft zu einem höheren Teil Unschuldige. Und das in insgesamt 20 mal so großem Umfang.

Seit dem 7. Oktober wiederum hat das israelische Militär selbst mehrfach Quoten von 1/3 bis 1/2 Hamas-Mitgliedern und den Toten gezählt, also 33%-50% Trefferquote gegen 50-66% ""Kollateralschaden"". Die Gesamttodeszahlen liegen bei 41000 bestätigten, geschätzten 50000 inklusive Verschütetter (die indirekt durch Kriegsfolge getöteten zählt niemand) gegenüber 17000 laut Israel erwischten Hamas-Angehörigen. Das ergibt 33% bis 41% Trefferquote - wenn man Israel hinsichtlich der Hamas-Kampftruppen-Zugehörigkeit Glauben schenkt. Allerdings haben die Israelis vor dem Krieg maximal30000 Kämpfer insgesamt gesehen und der aktuelle Widerstand in Gaza ist offensichtlich nicht auf weniger als 50% zusammengebrochen. Nicht-israelische Quellen sprachen vor dem Krieg sogar von teils deutlich unter 20000, sodass Israel möglicherweise nicht einmal 10000 tatsächliche Kämpfer und im Umkehrschluss bis zu 80% Zivilisten getötet hat. Da die objektive Presse aus Gaza rausgebombt wurde, wird es wohl noch lange dauern, bis irgend eine dieser Zahlen objektiv bestätigt werden kann.

Der 7.10. dagegen ist gut dokumentiert und hier lautet die offizielle Zahl der Hamas-Opfer: 1239, davon 322 Soldaten und 58 Polizisten, die in diesem Rahmen auch gekämpft haben. Macht 31% Trefferquote gegenüber 69% Terroropfer. Von Kollateralschäden braucht man bei der Hamas endgültig nicht mehr zu sprechen, die zusätzlichen Toten waren beabsichtigt. (Teilweise werden auch 1139 bei 373 Soldaten + Sicherheitskräften genannt, was 33% wären.) Soweit ich weiß wurden bei diesen Statistiken aber nicht im Einsatz befindliche Militär- und Polizeiangehörige, selbst wenn sie bewaffnet waren und in die Kämpfe eingegriffen haben, als Zivilisten gezählt. Würde man also, wie bei Palästinensern, alle Sorten von "Kämpfern" als legitimes Ziel der Gegenseite werten, wäre die Quote deutlich höher. Eine hohe Verbreitung von Waffen und nahezu flächendeckende Militärerfahrung unter der regulären jüdischen Bevölkerung gehört ja zum israelischen Sicherheitskonzept.

tl;dr:
- Israelis töten 20 bis 40 mal so viele Palästinenser, wie Palästinenser Israelis töten.
- Der Anteil nicht Kämpfender/Unschuldiger unter den durch Israel getöteten ist mindestens so hoch wie unter den durch Palästinenser getöteten, bei konservativer Interpretation 1,5- bis 2 mal so hoch und wer es drauf anlegt, kann 3:4 gegenüber 1:8 stelen, also sechsmal mehr Unschuldige Opfer.

Wie man es dreht und wendet, hat Israel bei den praktischen Aktionen also richtig Dreck am Stecken. Das einzige, was man ihnen in dem Konflikt zu gute halten kann, sind die Absichten dahinter. (Wobei das im Moment schwer fällt, solange israelische Minister von der die Entvölkerung und israelischen Besiedlung des Gazastreifens und großer Teile des Westjordanlands träumen). Aber diesen Aspekt wird die Gegenseite aus offensichtlichen Gründen genausowenig positiv bewerten, wie die Israelis auf einen palästinensischen Freiheitskampf sehen.

Mit Frieden haben die Taten auf beiden Seiten nichts zu tun, denn selsbt bei 100% Kombatantentrefferquote hätte jeder Gestorbene zehnmal mehr Angehörige und Freunde, die so rein gar nicht einsehen, warum jemand noch so schuldiges aus ihrer Mitte getötet wurde. Welche die Situation somit als Anlass nehmen, selbst in den Krieg zu ziehen bzw. das zu befürworten. => Ein Toter heute sind zwei, drei Tötende morgen. Auf beiden Seiten.
Danke für diesen aufschlussreichen Beitrag.

MfG
 
Israel verbietet UN-Generalsekretär die Einreise

UN-Generalsekretär Guterres hat den iranischen Angriff nach Ansicht Israels nicht "unmissverständlich" verurteilt. Deswegen erklärte ihn die Regierung nun zur unerwünschten Person. Guterres sei ein "Schandfleck" für die UN...
 

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Geht doch mal zurück in der Geschichte, bevor überhaupt der Staat israel ausgerufen wurde.
Stellt euch mal vor (nur als Beispiel, ich weiß es passt nicht 1 zu 1), die Amis oder Engländer würden Schiffe voll mit zB Türken mitten in Deutschland abladen und nach einer kurzen Zeit rufen die ihren eigenen Staat aus mitten in Deutschland und als wäre das nicht genug, wird nach und nach deutsche Dörfer bzw Siedlungen einfach den deutschen weggenommen (Siedlungspolitik). Stellt euch einfach mal vor morgen kommt jemand bei euch zu Hause rein und sagt, ihr haut jetzt ab hier und reißt sich all euer Hab und Gut unter den Nagel und wenn es sein muss mit roher Gewalt. Deutschland wird immer kleiner und die Türken führen dies Jahrzehnte lang durch, fangen dann auch mal an vieles wegzubomben usw. Denkt ihr die Hamas etc sind einfach so aus Lust und Laune entstanden? Was würdet ihr tun, wenn eure Familienmitglieder vllt eure Kinder/eltern/frau etc Opfer dieser Gewalt wird? Das was da am 7. Okt passiert ist, ist nicht rechtzufertigen, genausowenig kann man nicht diese Gewalt gegen das palästinensische Volk rechtfertigen. Seit dem 7.Okt sind 42k+ Menschen getötet worden und die Hälfte davon sind Kinder/Frauen. So wie ich das objektiv sehe, hat man damals vor knapp 100 Jahren, bewusst diesen Schritt gemacht mit dem Wissen das es dort Konflikte ohne Ende geben wird. Vielleicht wegen Waffenexporten in die Region, vllt wegen was anderem, auf jeden Fall war das nicht ganz durchdacht. Es ist ja nicht so, dass Juden und Muslime nicht friedvoll zusammen gelebt haben zB haben die Osmanen sehr vielen Juden geholfen und aufgenommen, als die in Spanien und teilweise in vielen anderen europäischen Ländern, Deutschland brauche ich ja hier wohl nicht mehr explizit zu nennen, verfolgt und ermordet wurden. Die Unterdrückung und Enteignung ist schon brutal was die Palästinenser über all die Jahre erfahren haben. Ich betone nochmals, ich heiße nicht gut, was Hamas und Co dort machen, aber ihr dürft auch nicht die Wurzel dessen vergessen. Was dort geschieht ist einfach unverhältnismäßig und ungerecht. Stellt euch vor die Türken die hier leben würden (aus unserem Phantasieszenario) würden euch dann abschotten und keine Lebensmittel, Medikamente, Strom, Wasser etc hier reinlassen und eure Kinder würden vor Hunger oder mangelnden Medikamenten sterben?
Ich weiß das seit dem 2. Weltkrieg man hier sehr bemüht ist, alles nach dem Gusto von den Juden bzw dem israelischen Staat zu bewerkstelligen und man auch mal ein Auge zudrückt bei der Gewalt, aber langsam ist es einfach zu übertrieben und die Leute machen beide Augen Ohren und ihre Münder zu. Unsere Außenministerin wird hier harsch angegangen von den Medien, wegen ihrem korrekten Statement. Ich weiß nicht, die einzige Lösung scheint eine 2 Staatenlösung zu sein, aber dem wird der israelische Staat wohl nie wirklich zustimmen.
Wer am Ende leidet bzw Opfer bringt sind belegbar anhand von Zahlen und Fakten, das palästinensische Volk.
 
Stellt euch mal vor (nur als Beispiel, ich weiß es passt nicht 1 zu 1), die Amis oder Engländer würden Schiffe voll mit zB Türken mitten in Deutschland abladen und nach einer kurzen Zeit rufen die ihren eigenen Staat aus mitten in Deutschland
Schau doch mal in die Bibel, den Tanach oder den Koran. Werden dort die Palästinenser erwähnt? Juden werden dort erwähnt. Das jüdische Volk ist sehr alt und lebte dort schon Tausende Jahre.
Dazu interessieren sich die arabischen Völker nicht für Palästina,
Palästina hätte ein Staat haben können, aber die Araber haben das verboten.
Und da das Geschichte ist, drehen wir uns im Kreis.
 
Ja es hätte eine zwei Staaten Lösung geben können. Hat man nicht gewollt.
Btw es gab vorher keinen palästinischen Staat. Es gab ein osmanisches Reich und britische und französische Mandatsgebiete.

Aber eigentlich muss ich gerade daran denken wie wir Deutschen regelmäßig Raketen nach Ostpreußen schicken und wie unsere jungen Männer t einem Sprengstoffgürtel dort Rache üben.

Btw ich denke wenn der Hass überwunden werden könnte und alles was zwischen beiden Völkern aufgearbeitet werden kann. So wäre auch ein Frieden und ein Ausgleich für zugefügtes Leid möglich.
 
Stellt euch mal vor (nur als Beispiel, ich weiß es passt nicht 1 zu 1), die Amis oder Engländer würden Schiffe voll mit zB Türken mitten in Deutschland abladen und nach einer kurzen Zeit rufen die ihren eigenen Staat aus mitten in Deutschland
Es passt vorne und hinten nicht, angesichts der Flucht und Vertreibung von über 850000 arabischen Juden (Mizrahim) aus arabischen Staaten und dem Iran und dass die Juden eben nicht, wie mit diesem geraune über finstere Mächte von dir suggeriert, zwangsweise nach Israel geschickt wurden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wäre mir neu. Woher stammt deine Information?
Ich hatte nur mitbekommen, dass mehrere Gefangenaustausche stattgefunden haben und jetzt noch ca 100 Geiseln in Gefangenschaft sind.
Die israelische Öffentlichkeit besteht/drängt doch auf die Geiselbefreiung. Das hätte aber einen nicht zu überhörenden Aufschrei gegeben, wenn es ein "vernünftiges" Angebot der Hamas gab, welches Netanjahu ausgeschlagen hätte. Daran kann ich mich auch nicht so recht erinnern.

Bitte schön!
Ein derartiger Deal geistert schon länger durch die Medien, wurde aber immer nur sozusagen absatzweise erwähnt, so dass ich das auf die Schnelle nicht weiter recherchieren kann & will. Aber im wesentlichen werden die Bedingungen der Hamas in dem zitierten Artikel umrissen - Geiseln gegen Rückzug aus Gaza & Freilassung von inhaftierten Palästinenser.
Ob das jetzt "vernünftig" ist, hängt sicherlich vom eigenen Standpunkt ab. Als Angehöriger von Geiseln oder Einwohner Gazas dürfte das schon vernünftig klingen...

Nachtrag:
 

Bitte schön!
Ein derartiger Deal geistert schon länger durch die Medien, wurde aber immer nur sozusagen absatzweise erwähnt, so dass ich das auf die Schnelle nicht weiter recherchieren kann & will. Aber im wesentlichen werden die Bedingungen der Hamas in dem zitierten Artikel umrissen - Geiseln gegen Rückzug aus Gaza & Freilassung von inhaftierten Palästinenser.
Ob das jetzt "vernünftig" ist, hängt sicherlich vom eigenen Standpunkt ab. Als Angehöriger von Geiseln oder Einwohner Gazas dürfte das schon vernünftig klingen...

Nachtrag:
Ok danke für die Infos. Das lässt das Ganze natürlich noch in einen anderen Licht erscheinen.
 

Bitte schön!
Ein derartiger Deal geistert schon länger durch die Medien, wurde aber immer nur sozusagen absatzweise erwähnt, so dass ich das auf die Schnelle nicht weiter recherchieren kann & will. Aber im wesentlichen werden die Bedingungen der Hamas in dem zitierten Artikel umrissen - Geiseln gegen Rückzug aus Gaza & Freilassung von inhaftierten Palästinenser.
Ob das jetzt "vernünftig" ist, hängt sicherlich vom eigenen Standpunkt ab. Als Angehöriger von Geiseln oder Einwohner Gazas dürfte das schon vernünftig klingen...

Nachtrag:
Naja der gute Mann spricht von einem Angebot aus dem Mai ...
zum Einen ist das nicht "Ewigkeiten" her, sondern gute 5 Monate von heute und satte 7 Monate nach dem Terroranschlag der Hamas. Bis dahin wurden schon sehr viele Opfer in Gaza beklagt.
Zudem schien, neben dem Abzug israelischer Truppen, eine Bedingung zu sein, dass palästinensische Gefangene (Terroristen) freikommen sollten. Wieviele und welche stand da ja jetzt nicht.
Angeblich mehrstufig und in der 1. Phase ca. 1000 Hamas-Gefangene für 33 israelische Geiseln.
Das muss man auch erstmal wollen.

Ich denke man hat mit Hamas/Hisbollah auf der einen Seite und dem Hardliner Netanjahu einfach nicht die richtigen Leute um einen dauerhafte Lösung (die mMn nur auf eine 2-Staaten-Lösung mit einem freien aber friedlichen Palästina hinauslaufen muss) herbeizuführen.

Das palästinensische Volk scheint mir nicht in der Lage zu sein, sich wahlweise von extremistischen (Hamas) oder korrupten (Abbas) Kräften zu lösen und auf zumindest demokratieähnlichen Strukturen aufbauen zu können.
 
Ok danke für die Infos. Das lässt das Ganze natürlich noch in einen anderen Licht erscheinen.
Deswegen steht doch Netanjahu im eigenen Land so stark in der Kritik, weil ein größerer Teil der Bevölkerung möchte, dass die Geiseln um jeden Preis freigegeben werden, was die Zustimmung zu solch einem Deal inkludiert.

MfG
 
Naja der gute Mann spricht von einem Angebot aus dem Mai
Klar, der zweite Artikel stammt sogar von Anfang Februar. Im Idealfall hätten also acht Monate Krieg in Gaza verhindert werden können. Natürlich ist das eine Frage der Abwägung, seitens der Hamas gab es meines Wissens auch keine Sicherheitsgarantien, ect.
Aber es gab Optionen und eine israelische Regierung mit einem geringeren Anteil an Rechtsextremisten in den eigenen Reihen, wäre wohl auch verhandlungsbereiter gewesen. Und natürlich wäre es ein zynischer Deal gewesen, aber das gehört nun mal zur Diplomatie mit Terroristen und Konsorten, siehe Tiergartenmörder und politische Gefangenene oder Flüchtlingsdeals mit den Taliban...
 
sind Hamas & unmittelbare Verbündete (und selbst die haben die Vernichtung nur noch als Option in ihrer aktuellen Charta). Sonst ist größere Aggression immer nur eine Reaktion auf gegen Palästinenser gerichtete Gewalt (ungeachtet etwaiger vorangehender Provokationen), da sich die Bevölkerung nunmal vielerorts mit denen verbunden fühlt. Jordanier z.B. weil sie zu 50% vertriebene Palästinenser sind, Südlibanesen und Südwest-Syrer weil sie genauso unter israelischer Machtausübung jenseits israelischen Territoriums gelitten haben oder leiden. Da guckt man halt nicht tatenlos zu, wenn Menschen- und Völkerrechte mit Füßen getreten werden, wie in Deutschland.
Völkerrechte und Menschenrechte werden in den von dir genannten Staaten tagtäglich mit Füßen getreten. Ob die palästinensischen "Flüchtlinge" (in x-ter Generation wird der Status vererbt, weltweit einmalig) jetzt wirklich unter Israel mehr leiden als unter ihren arabischen "Brüdern", die sich bis heute weigern ihnen Pässe zu geben? Und auch die Staatsbürger der jeweiligen Staaten dürften in ihrem Alltag deutlich mehr Leid durch die repressiven und korrupten Regime vor Ort als durch Israel erfahren. Selbst in der WestBank sind für die meisten Willkürakte gegen palästinensische Zivilisten die "Sicherheitsorgane" der Autonomiebehörde verantwortlich.

Legendär sind ja so Aktionen wie "Queers for Palestine", wo man sich einfach nur an den Kopf fassen will oder die einschlägigen Memes "Queers for Palestine vs Queers in Palestine" vor Augen hat.

Ansonsten, bzgl der Charta. Meines Wissens nach ist die "Befreiung" immer noch das klare Ziel. Neuerdings sieht man aber ein, dass man zu inkompetent wäre ein funktionierendes Staatswesen aufzubauen, weswegen ausgewählte Juden vorerst "nur" versklavt werden sollen. Zudem gesteht man ein, dass ein signifikatner teil der Juden wohl ins Ausland fliehen könne. https://www.mena-watch.com/hamas-will-israel-zerstoeren-und-nuetzliche-juden-versklaven/
Als ich das letzte mal auf die Landkarte geguckt habe, waren Ägypten und Jordanien nicht eliminiert.
Du hast schon verstanden was gemeint war. Nachdem die jeweiligen Armeen mehrfach vernichtend geschlagen waren, hatte man erkannt, dass es objektiv sinnvoll ist sich mit der Existenz Israels zu arangieren.
Die sind bereit, die totale eigene Vernichtung in Kauf zu nehmen, solange sie ihrem Feind dabei ordentlich Schaden zufügen. Die lernen da also nichts, die müsste man tatsächlich eliminieren.
Danke. Genau des Wegen muss der Kampf ja trotz der Kollateralschäden geführt werden...
nd das werden die Isrealis auch in Zukunft nicht hinbekommen, denn der Nachwuchs ihrer Gegner besteht aus denjenigen, denen durch Israels Kriegsführung Leid und Unrecht wiederfahren sind.
Eine vollständige Vernichtung der Terroristen auf dem Schlachtfeld wird nicht gelingen, klar. Aber Israel muss, aus den von dir genannten Gründen, alle paar Jahre, bzw. Anlassbezogen deren Strukturen zerschlagen um das Ausmaß der Bedrohung zu reduzieren. Und es eröffnet jedes mal anderen Akuteuren die Chance in die Lücke zu stoßen. Theoretisch wäre zu hoffen, dass sich eine rationale palästinische Führung findet, die an einer Koexistenz interessiert ist. Golda Meir sagte einst sinngemäß, es werde dann Frieden geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen. Das trifft es gut.
Im Gazastreifen hätte die Hamas gar keine dünn besiedelten Landstriche zur Auswahl gehabt,
Da gäbe es schon Optionen, wenn man wollte.
Die Hamas hat seit Ewigkeiten angeboten, die Geiseln gegen dauerhaften Frieden freizulassen. Aber Netanjahu hat das ausgeschlagen und den Tod aller Hamas-Mitglieder versprochen.
Die Hamas weigert sich bis heute eine israelische Kontrolle über die Grenze zu Ägypten zu akzeptieren. Auch sollte man nicht vergessen, dass Israel bei den bisherigen Gefangenenaustauschen schon verurteilte Mörder freigelassen hat. Aber sowas passt nichts in "Israel böse"-Narrativ.
Auch ist ein Grundpfeiler aller vorgeschlagenen Deals eben, dass die Hamas die Kontrolle über Gaza behält.
Diese Sichtweise ist falsch. Anschläge richten sich zu einem erstaunlich großen Teil auf israelische Sicherheitsbehörden und Militärs, nur wird über die Konflikte in den besetzten Gebieten viel weniger berichtet, als über die richtig üblen rein zivilen Amokläufe mitten in Israel.
Nur um das richtig zu verstehen. Das Hisbollah Mitglied ist sobald es sich um 17 Uhr bei seinem Job ausstempelt, und obwohl es den Pager immer dabei hat, einfach ein netter Typ und ein Opfer, der Siedler ist aber 24/7 Unterdrücker, der bekämpft werden darf?
Und israelische Soldaten und Polizisten haben auch keinen Feierabend? Interessante Logik.


Abgesehen davon, ich sprach von effektiven Schlägen. Weck mich wenn die Quassam Brigaden den Mossad infiltrieren oder der Iran Israels Kriegskabinett in die Luft jagt. Irgendwelche Wehrpflichtigen zu töten ändert an den militärischen Kräfteverhältnissen exakt nichts.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wäre mir neu. Woher stammt deine Information?

Ist wöchentlich bis monatlich zu hören. Die aktuellen wurden ja schon verlinkt, hier eine Auswahl älterer. Da muss man imho schon sehr selektiv zugehört oder vergessen haben, um das komplett zu verpassen.


Von Eroberung kann ja keine Rede sein.
Weder von der einen, noch von der anderen Seite.

Da der Iran und seine Stellvertreter Israel als Todfeind ansehen und dessen Vernichtung anstreben, wird Israel stets alles tun, um seinen Feinde möglichst zeitnah und nachhaltig sämtliche Waffen aus der Hand zu schlagen

DAVON kann keine Rede sein. Seit dem letzten Feldzug gegen Ägypten (der zugleich der letzte gegen eine konventionelle, auf offenem Feld angreifende Armee war) hat Israel seinen Gegnern nie wieder "sämtliche Waffen aus den Händen geschlagen". Und wie bereits von mir geschrieben: Der Iran müsste sich reichlich dämlich anstellen, damit das diesmal gelänge.

Warum sucht der Iran dann nun die aktive "Vergeltung" und gießt Öl in ein Feuer, dass es nicht löschen kann?

Auch die Antwort hatte ich schon geschrieben:
aber die Gegend ist offensichtlich reich an Idioten, Psychos und Killern

Iran (inkl. deren Vasallenorganisationen) müsste im Übrigen auch erst noch beweisen, dass es überhaupt militärische Ziele treffen kann und nicht einfach nur wild in bewohnte Großstädte reinballert.

Darf ich dein Gedächtnis an den einzigen anderen Raketenangriff Irans erinnern, der eine Militärbasis zum Ziel und getroffen hatte? Zwar ohne erwähnenswerte Schäden, nach Meinung sämtlicher Analysten ohne das Ziel erwähnenswerter Schäden um Israel die Option offen zu halten, nicht weiter zu eskalieren, aber dass "nur wild auf bewohnte Großstäde" geballert wird, ist schlicht ein Falschdarstellung. Gerade wegen der Leistungsfähigkeit der israelischen Raketenabwehr ist kaum beurteilbar, was der Iran eigentlich hätte treffen wollen. Man sieht nur, wo die Trümmer runterkommen und das ist, in Anbetracht der Abwehrstützpunkte und der Tatsache, dass Israel einfach ein verdammt kleines Land ist, immer in der Nähe von Großstädten. Zentral-Israel misst von Tel Aviv bis Jerusalem gerade einmal 50 km und beinhaltet allein laut Wiki-Liste über 30 Militärbasen, aber abseits der (wenigen Gebirge) keinen einzigen auch nur 5*5 km großen Bereich ohne größere Ortschaft, i.d.R. Stadt.

Die israelische Öffentlichkeit besteht/drängt doch auf die Geiselbefreiung. Das hätte aber einen nicht zu überhörenden Aufschrei gegeben, wenn es ein "vernünftiges" Angebot der Hamas gab, welches Netanjahu ausgeschlagen hätte.

Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist: Aber es gibt seit rund 11 Monaten Massendemonstrationen, andauernde Protestcamps und sogar Kundgebungen Weltweit bei Israels Unterstützern, weil Netanjahu bislang sämtliche Angebote zur Freilassung der Geiseln ausgeschlagen hat, solange diese ihn an der erklärten Totalauslöschung der Hamas gehindert haben. (Was für die natürlich keine annehmbare Forderung ist.)
Es ist gerade mal einen Monat her, da waren 300000 Menschen auf den Straßen von Tel Aviv - einer Stadt, die gerade einmal 400000 Einwohner hat. Gut, die Metropolregion ist entsprechend größer, aber das gilt für Berlin plus Speckgürtel auch. Trotzdem haben da noch nie 2,5 Millionen Menschen gleichzeitig protestiert. Wieviel mehr Aufschrei erwartest du denn?

Der "Frieden" wurde, soweit mich meine offenkundig bescheidene Erinnerung noch begleitet, von der Hamas durch den Überfall auf Israelis im vergangenen Oktober gebrochen.

Zu chronologischen Beurteilungen wurde hier schon mehr als genug gesagt, das muss man nicht mal den 7.10. abwarten.

Das ist ja die große Krux an der ganzen Sache.
Während israelische Kräfte als solche erkennbar (und damit in einem Konflikt als militärische Ziele identifizierbar) sind, bewegt und versteckt sich die Hamas mitten in der Zivilbevölkerung. Die Hamas sitzt in Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern und kriecht in Tunneln umher.
Hamas/Hisbollah und Zivilbevölkerung verzahnen sich derart ineinander, dass sie sich kaum sauber voneinander trennen lassen.
Du sagst selber, dass sinngemäß ein getöteter Hamas-Terrorist X weitere nachwachsen lässt.
Die Hamas/Hisbollah ist mMn ein integraler Teil der Zivilbevölkerung, was das ganze unlösbar macht.

Letztlich wissen wir das alles ja.
Was schlägst Du als konkrete Lösung vor?

Siehe u.a. auch obige Posts, aus Israels Sicht:
- Stop und Umkehr sämtlicher einseitiger Provokationen (Räumung aller Siedlungen, Einstellung aller Grenzverletzungen, etc.)
- Überlassung der Selbstkontrolle inklusive finanzieller und territorialer der lokalen Einwohner bei Einiglung OHNE Gegenschläge gegenüber diesen Zonen wo möglich. (Die Mauer wäre eine der besten Maßnahmen Israels seit Rabin gewesen, hätte man sie nicht jenseits der Grenze gebaut)
- Übernahme der Verantwortung, Versorgung und Wiederaufbau in Gebieten, in denen der vorangehende Punkt nicht möglich erscheint. (Kann durchaus gesamt Palästina sein.)
- Startung eines Aussöhungs- und Entschädigungsprozess mit den Vertriebenen respektive deren Nachkommen.

Aus Sicht von Israels Gegnern ist es schwieriger, da diese weitestgehend Handlungsunfähig sind und außer reaktiver Nadelstiche sowieso nicht handeln. Die Einstellung von Terrorattacken wäre natürlich eine offensichtliche Forderung, aber die werden halt auch von Kleinsgruppen durchgeführt, die gar nicht am Verhandlungstisch sitzen.


Israel wird zunehmend beratungsresistenter, das finde ich bedenklich.

MfG

Gibt es eigentlich noch irgendeine supranationale Organisation, die von Israel noch respektiert wird? Bei den meisten haben sie ja nie mit gemacht und die UNO klassifizieren sie mittlerweile vom Generalsekretär über die Vollversammlung bis hin zu Hilfswerk & Co als israelfeindlich.


Danke. Genau des Wegen muss der Kampf ja trotz der Kollateralschäden geführt werden...

Eine vollständige Vernichtung der Terroristen auf dem Schlachtfeld wird nicht gelingen, klar. Aber Israel muss, aus den von dir genannten Gründen, alle paar Jahre, bzw. Anlassbezogen deren Strukturen zerschlagen um das Ausmaß der Bedrohung zu reduzieren.

Sorry, aber ich kann deine Zustimmung zu meinen Ausführungen, die ein expliziter Widerspruch zu deinen vorherigen Behauptungen waren, ebensowenig mit deinem als-wäre-nichts-gewesen-weiterposten in Einklang bringen noch mit deiner konsequenten Proklamation eines Zwangs.

NEIN: Israel MUSS NICHT alle paar Jahre tausende Zivilisten ermorden, die palästinensische Entwicklung auf Steinzeit zurückdrehen und damit die Grundlage für die nächste Generation antiisraelischer Gewalt zu schaffen, ohne nennenswert was am bestehenden Bedrohungspotential zu ändern.

Und es eröffnet jedes mal anderen Akuteuren die Chance in die Lücke zu stoßen. Theoretisch wäre zu hoffen, dass sich eine rationale palästinische Führung findet, die an einer Koexistenz interessiert ist.

Praktisch gab es die mal.
Wurde bekanntermaßen von Israel ermordert.
Die mittelmäßig an friedlicher Koexistenz interessierten Nachfolger wurden solange von Israel hingehalten, ignoriert und sabottiert, bis die Bevölkerung sich denen zugewandt hat, die es statt mit Kooperation mit Konfrontation versuchen wollten. Ist keine gute Idee, offensichtlich, aber es ist nicht so, dass etwas anderes nie versucht worden wäre.

Golda Meir sagte einst sinngemäß, es werde dann Frieden geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen. Das trifft es gut.

Der Satz für sich genommen ist sicherlich nicht falsch.
Man muss ihn aber halt auch auf diejenigen anwenden, deren Kinder unter der Erde respektive unter Betontrümmern begraben liegen und dann ist man schon sehr nah an den Gründen, aus denen dieser Konflikt SO nie enden wird, solange nicht eine von beiden Seiten einen 100%igen Völkermord hinbekommt. (Wer aktuell führt habe ich ja dargelegt.)

Da gäbe es schon Optionen, wenn man wollte.

Sagts und postet einen Link, der mittig auf eine Großstadt (respektive was davon übrig bleibt) zentriert ist, in der nicht einmal Platz für ein angemessenes Straßennetz bleibt :ka: .

Die Hamas weigert sich bis heute eine israelische Kontrolle über die Grenze zu Ägypten zu akzeptieren.

Könnte man ihnen nicht einmal übelnehmen, nachdem Israel mehrere Monate daran gearbeitet hat, die Bewohner von Gaza verhungern zu lassen und im Zeitraum der letzten Kontrolle der Außengrenze jegliche zivile Entwicklung durch Energieentzug blockiert hat. Der letzte Stand ist aber afaik, dass die Hamas nur eine Zerteilung des ohnehin winzigen Territoriums in zwei Hälften unter Abtretung eines ordentlichen Streifens Land in der Mitte an Israel ablehnt.

(Übrigens ist die Forderung nach den Grenzkontrolle sinnlos. Es gab nur einen Personenübergang nach Ägypten, es gibt keine Hinweise auf mangelnde LKW-Kontrollen auf dieser Route und es wurde auch kein neues Netzwerk von Schmuggelrouten gefunden. Nur um die Einreise von Reportern oder die Ausreise derer, mit denen man Frieden schließen will, müsste Israel ein DDR-Kontrollregime hochziehen.

Auch sollte man nicht vergessen, dass Israel bei den bisherigen Gefangenenaustauschen schon verurteilte Mörder freigelassen hat.

Das ist übrigens einer der Punkte, den Israel imho ruhig auf die ganz harten Ausschlusskriterien hätte setzen sollen: Keine Freilassung von schweren Straftätern. Es ist ja nicht so, als könnten sie nicht mehr als genug andere freilassen, Terriotorium zurückgeben, humanitäre Hilfe als Verhandlungsangebot auf den Tisch packen, etc.. Stattdessen Freilassungen, von denen 99,999% der Gegenseite nichts haben (=> keine Verringerung des Hasses) und die die gegnerische Kampfkraft direkt stärken (=> Steigerung der Gefahr weiterer Angriffe)
Strunzdoof imho/ein weiterer Punkt, an dem die Regierung Netanjahu gegen die Sicherheitsinteressen der Israelis handelt. Trotzdem war das einer der Punkte, über die am wenigsten verhandelt, sondern die direkt akzeptiert wurden.

Nur um das richtig zu verstehen. Das Hisbollah Mitglied ist sobald es sich um 17 Uhr bei seinem Job ausstempelt, und obwohl es den Pager immer dabei hat, einfach ein netter Typ und ein Opfer, der Siedler ist aber 24/7 Unterdrücker, der bekämpft werden darf?

Nein. Aber sobald ein Kämpfer ausgestempelt und die Waffe zur Seite gelegt hat, ist der keine unmittelbare Gefahr mehr, die im Rahmen von Selbstverteidigung mit allen Mitteln ausgeschaltet werden muss, sondern er ist im Rahmen sämtlicher Völkerrechtlicher Regeln eigentlich gar nicht mehr zu töten und erst Recht nicht unter Ermordung Unschuldiger in seinem Umfeld.

Und israelische Soldaten und Polizisten haben auch keinen Feierabend? Interessante Logik.

Diese "interessante Logik", die du scheinbar auf die Hisbollah anwenden willst, ist die "Logik", die die Hamas am 7.10.23 angewandt hat.
Ich persönlich gehöre zu denjenigen, die die damaligen Ereignisse nicht so wirklich prall fanden. Aber wenn du dafür bist, dass man soviel töten darf, wie sich gerade anbietet, solange man nur ab und zu mal jemanden trifft, der einen irgendwann mal gefährdet hat: Nur zu. Könnte eine spannende Diskussion werden.

Was ich dagegen absolut nicht abkann: Wenn man mit zweierlei Maß misst und die eine Seite mit der Logik verteidigt, für die man die andere geißelt.
 
Gibt es eigentlich noch irgendeine supranationale Organisation, die von Israel noch respektiert wird? Bei den meisten haben sie ja nie mit gemacht und die UNO klassifizieren sie mittlerweile vom Generalsekretär über die Vollversammlung bis hin zu Hilfswerk & Co als israelfeindlich.
Auf der anderen Seite sind sie unabhängig und fragen auch niemanden wirklich nach Hilfen, das muss erwähnt sein. Israel hat eine starke Armee ebenso einen starken Geheimdienstapperat und ist seinen Feinden überlegen. Wozu brauchen sie Organisationen ? Die würden ihren Handlungsspielraum nur einschränken. Sie planen und aggieren lieber alleine und springen nicht auf fremde Pferde in fragilen Bündnissen, so wie wir Europäer das tuen. Für diese Eigenständigkeit beneide ich sie, vorallem weil Israel kein nenennswert -reicher Staat ist, aber seine politischen Interessen durchdrückt als wären sie fast ein Hegemon.

Laut meiner Quelle ist er sich sicher dass der Israel die USA nicht nach Erlaubnis fragt ob er in den Libanon einmarschiert, sondern er ledeglich komuniziert dass und wie er es tuet. Direktvergleich zur NATO Ostflanke: Polen muss Washington anrufen und fragen ob es auf eigenem Territorium 12.000 Soldaten zusätzlich zum Grenzschutz stellen darf, ist ein Unterschied oder ?^^

Nicht dass ich sie dafür mehr mag, aber wie Israel seine Macht ausnutzt, ist wirklich beneidenswert.
 
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Gibt es eigentlich noch irgendeine supranationale Organisation, die von Israel noch respektiert wird? Bei den meisten haben sie ja nie mit gemacht und die UNO klassifizieren sie mittlerweile vom Generalsekretär über die Vollversammlung bis hin zu Hilfswerk & Co als israelfeindlich.
Gutierrez war schon immer Israel-Kritiker. Und wenn es nach der UN geht, ist Israel der mit Abstand schrecklichste Staat auf diesem Planeten. Ein gewisses Bias ist da nicht zu verleugnen.
Praktisch gab es die mal.
Wurde bekanntermaßen von Israel ermordert.
???
Arafat, der nur zum Schein mit den Israelis verhandelt hat und für die 2. Intifada verantwortlich war?
Übernahme der Verantwortung, Versorgung und Wiederaufbau in Gebieten, in denen der vorangehende Punkt nicht möglich erscheint. (Kann durchaus gesamt Palästina sein.)
Ist politisch aufgrund des Drucks der internationalen Gemeinschaft nicht machbar. Objektiv wäre es für die Bevölkerung in Gaza sicher besser gewesen, Israel hätte das Gebiet tatsächlich (temporär) besetzt und eine eigene Verwaltung aufgebaut.
Sagts und postet einen Link, der mittig auf eine Großstadt (respektive was davon übrig bleibt) zentriert ist, in der nicht einmal Platz für ein angemessenes Straßennetz bleibt
Keine Ahnung, ob der Zoom bei dir anders ist. Aber erkennbar gibt es jede Menge Wüste und landwirtschaftliche Flächen. Wirklich keine zwingenden Gründe sich unterm Krankenhaus zu verstecken. Ansonsten sei angemerkt, dass die Bevölkerungsdichte in Gaza dem typischen Niveau eines urbanen Raums entspricht, aber nun wirklich nicht außergewöhnlich hoch ist. Das Volumen der Wareneinfuhren nach Gaza hat vor der Krieg von Jahr zu Jahr neue Rekordwerte erreicht. Israel hat sich 2005 vollständig aus Gaza zurückgezogen und die Hamas weitestgehend in Frieden gelassen. Was ja offensichtlich ein Fehler war...
Was ich dagegen absolut nicht abkann: Wenn man mit zweierlei Maß misst und die eine Seite mit der Logik verteidigt, für die man die andere geißelt.
Und wo habe ich das gemacht?
Ich verstehe nicht, in welchem Moment der Hisbollah Terrorist aufhört ein Terrorist zu sein. Er ist ja kein Soldat irgendeiner regulären Streitkraft. Und so kämpft die Hisbollah ja auch nicht. Wer sich einer Terrororganisation anschließt, trifft ja eine aktive Entscheidung und muss eben mit den Konsequenzen leben.
Daher finde ich auch den Vergleich von Terroristen und zivilen Israelis unpassend.

Du räumst ja selbst ein, dass die Hamas bewusst Zivilisten getötet hat.
Selbst wenn wir annehmen, dass die israelische Führung moralisch völlig verkommen ist, können wir uns darauf einigen, dass zivile Tote für Israel schlechte Presse und internationalen Druck bedeuten? Und das demnach zumindest keine Anreize bestehen bewusst Zivilisten zu töten?

Das man im Einzelfall die jeweiligen Abwägungen und die Zielauswahl kritisieren kann, dass ist denke ich klar.

In Bezug auf das Meir Zitat: Es sind ja eben die unter den Trümmern liegenden Kindern, die den Arabern weniger wichtig waren als ihr Hass auf Israel (Die Mehrheit der Menschen in Palästina steht Umfragen zu Folge hinter der Attacke vom 07. Oktober). Statt sich mit Israel zu arrangieren stellt man unrealistische Maximalforderungen. Denkst du, ein Rückzug aus sämtlichen Siedlungen würde irgendwas ändern? Das hat Israel in den 90ern noch Angeboten (man wollte einzelne Gebiete behalten, die Araber aber an anderer Stelle überkompensieren). Hälst du ein Rückkehrrecht für realistisch? Abgesehen davon, dass es das nicht gibt? https://de.wikipedia.org/wiki/Resolution_194_der_UN-Generalversammlung#Wortlaut
Wäre es nicht Zeit, einen Cut zu machen und die Geschichte ehrlich aufzuarbeiten, statt sich für immer als Opfer zu inzensieren?

Meine Oma hat auch bis zum Schluss dem Familenbauernhof bei Danzig nachgetrauert. Trotzdem habe ich ihre Einstellungen und Haltungen zur NS-Zeit nicht übernommen. In Deutschland hat man sich nach dem 2. Weltkrieg offensichtlich irgendwann mit der Realität abgefunden, obwohl wohl nahezu jeder Freunde und Familie im Kampf gegen die Alliierten verloren hatte.





Offtopic: Kann man eingefügte Zitate im Beitrag irgendwie umsortieren? Und beim editieren weitere Zitate einfügen? Das würde es leichter machen halbwegs kohärente Beiträge zu schreiben.
 
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Und wo habe ich das gemacht?
Ich verstehe nicht, in welchem Moment der Hisbollah Terrorist aufhört ein Terrorist zu sein. Er ist ja kein Soldat irgendeiner regulären Streitkraft. Und so kämpft die Hisbollah ja auch nicht. Wer sich einer Terrororganisation anschließt, trifft ja eine aktive Entscheidung und muss eben mit den Konsequenzen leben.
Daher finde ich auch den Vergleich von Terroristen und zivilen Israelis unpassend.
Soldaten in regulären Armeen sind auch Terroristen, das lehrte uns die Geschichte zigfach. Die arabische Seite hat das Argument dass sie sich verteidigt was hier im Forum gerne übersehen wird, und nach Menschenlogik werden sie sich selbst kaum als Terrororganisation erachten sondern als Wiederstand, undzwar gg eine Form des Terrors aus Israel. Je nach Mordlaune nenne ich das mal beim Wort, sind sie aber alle Terroristen, weil reguläre wie unreguläre Soldaten töten dort gezielt Unschuldige der anderen Seite, beide in so nennenswerter Höhe dass es um die Welt geht. Wo soll denn da noch übhaupt ein noch gesundes Maß für Moral Platz haben ? Beide sind Sch..., undzwar so richtig.
 
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