Ein Desaster ist nur deine Überdramatisierung, du tust so als stünde Intel kurz vor der Insolvenz. Wenn ich allein schon lese "Intel wird noch lange brauchen um sich davon zu erholen. Wenn überhaupt"

Bis auf einen kleinen Aussetzer Ende 2017 hat Intel all die vergangenen Jahre fette Milliardengewinne eingefahren, dem Unternehmen geht es nach wie vor sehr gut.
Das Desaster ist ein Fakt. Muss dir nicht gefallen und ist mir ehrlich gesagt auch relativ egal, ob du das für eine Überdramatisierung hältst. Es ist keine, dafür muss man nur auf die nackten Zahlen schauen, Stichwort Gewinnspanne. Im Ürbigen ist es dafür schnurzpiepegal, ob Intel in der Vergangenheit ständig "Milliardengewinne" eingefahren hat. Das spielt keine Rolle.
Börse und Realität haben nichts mit "das sind ja immer noch Milliarden und aber in der Vergangenheit war das so daher kann das kein Desaster sein" zu tun. Das ist verklärte Realität und so funktioniert das auch nicht.
Die nun vorgelegten Zahlen kommen also keineswegs überraschend. Einfach mal weniger die Dramaqueen spielen und sachlich bleiben
Unternehmen geben im Voraus Ausblicke auf das kommende Quartal. Genau wie Intel es getan hat und keine (!) Gewinnwarnung oder ähnliches herausgegeben hat. Obwohl sie wussten, dass sie ihre eigens aufgestellte Prognose krachend verfehlen. Die Börse hat mit $18 Milliarden Umsatz gerechnet, Intel hat $15.3 Milliarden geliefert. Das ist mal eben eine Differenz von 15 % (!!). EPS wurden sogar $.70 erwartet, es waren mit $.29 aber nicht einmal die Hälte (!!!) davon.
Ich meine, wirklich jetzt. Es wäre schön, wenn man sich zumindest ein wenig mit der Materie beschäftigen würde. Ansonsten würde einem ein "keineswegs überraschend" gar nicht erst in den Sinn kommen. Denn das ist schlicht Quatsch und hier spielt niemand die Dramaqueen. Das einzige, was hier "gespielt" wird, ist etwas herunter und zwar den Earnings Report. Nichts für ungut, Niemand hat mit derart schlechten Zahlen gerechnet.
Damit hat Intel ca. 35 Mrd. Dollar kurzfristig verfügbar! Wenn das mal kein Kapital ist!
Wenn du weißt, dass du in naher Zukunft massenweise Milliarden in deine Fabs pumpen musst und wirst, dann würde ich von "verfügbar" mal ganz schnell wegkommen. Ich weiß auch jetzt schon, was bei Gas- und Strompreisen auf mich zukommen wird. Sowas berücksichtigt man in etwaigen Kalkulationen schon, sonst kommt nämlich das böse Erwachen.
AMD ist zwar allgemein der Hauptkonkurrent, aber das war in den Erwartungen schon berücksichtigt. Dass man noch einmal weit hinter diesen zurückgeblieben ist, liegt an Intel selbst.
Jain, Der Server-ASP ging mal eben um 10% zurück. Das liegt nicht an Intel selbst, sondern an vorhandener Konkurrenz. Intel kann keine Preise wie noch vor fünf Jahren mehr verlangen und einen Preiskampf kann sich Intel - eigentlich - gar nicht erlauben. Nun ist Server ja auch nicht nur rein der ASP, sondern eben auch TCO und gerade in der aktuellen Zeit die Effizienz. Da wird auch SPR im direkten Vergleich starke Probleme bekommen und ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Interesse von Intel liegt, hier noch mehr bzw. größere Rabatte zu gewähren, um die eigenen Xeons an den Mann zu bringen. Das würde nicht funktionieren, wenn man nicht die Hosen runterlassen will.
Und dass es dann nicht mal eine Gewinnwarnung im Vorfeld gab, ist noch kurioser.
Die Frage wurde gestern im Call an Gelsinger gerichtet, beantwortet hat er sie nicht. Ich verstehe es aber auch nicht, obwohl es zu Intels Strategie unter ihm passt: Probleme und Verzögerungen verschweigen, bis man nicht mehr drumherum kommt, sie der Öffentlichkeit benennen zu müssen.
Federn werden alle drei (AMD, Intel, Nvidia) lassen, die fetten Gewinne im Client-Bereich durch Corona und Mining sind endgültig Geschichte. AMD wird sich insgesamt durch das Wachstum bei den Servern noch herauswinden können, dafür werden die restlichen Sparten sehr wahrscheinlich stagnieren oder schrumpfen. Bei Nvidia ist entweder schon im 2. spätestens aber im 3. Quartal mit einer ordentlichen Korrektur zu rechnen.
Ich sehe keinen Grund, warum AMD und NV derart federn lassen sollten. Gut, bei NV ist es deswegen wahrscheinlich, weil der ganze Mining-Umsatz in hohem Maße wegbrechen wird. Da ist aber nicht "der Markt" per se für verantwortlich. Wenn man das aus den letzten Quartalen aufsplitten und den bereinigten non-Mining-Umsatz mit den kommenden Quartalen vergleichen würde, sehe ich da nicht zwingend einen derartigen Einbruch, wie ihn Intel gerade erlebt.
Bei AMD noch weniger. Dass die CG-Sparte mal eben um rund 20% an Umsatz einbüßt oder der operative Gewinn um fast 30% zurückgeht, wird nicht passieren. Wenn man das AMD unter Su verfolgt hat, dann weiß man bei ihr mittlerweile auch ganz genau, dass sie ihre Ausblicke für das jeweils kommende Quartal bzw. den Jahresausblick bereits immer extrem konservativ ansetzt und schon für ggf. auftretende Eventualität anpasst. Auch das ist eine große Stärke gegenüber dem Dampfplauderer Pat, der Zeit dafür hat, AMD irgendwo im Rückspiegel zu sehen, statt sich um sein Unternehmen zu kümmen. Die Aussage wird ihm zukünftig auch noch mehrmals um die Ohren fliegen.
Sony hat im abgelaufenen Quartal übrigens mehr PS5 verkauft, als noch im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gaming-Markt als solcher ist also nicht pauschal gesätigt oder rückläufig.