Pass auf, jetzt machen Sie bald die Schublade auf
Ansonsten ist es echt schon erschreckend, dass man die Umsatzprognose derartig verfehlt und jetzt scheinbar massive Einbrüche im Umsatz hat. Im Vorjahr (nur bis zum 26.06) machte man Umsatz in Höhe von 19,631 Mrd, in 2022 (bis zum 02.07.) dagegen nur 15,231 Mrd, auf Tage gerechnet hat man also 24,97% Umsatzrückgang zu verzeichnen. Das nenne ich mal eine beschissene Bilanz!
Dazu kommen dann 700Mio mehr an Forschungskosten und damit landet man nach vorjähriger Umsatzrendite von knapp 25% nun bei - 20%, ein Rückgang von 45%!!
Nicht, dass dies aktuell besonders besorgniserregend sein muss, aber es zeigt schon recht deutlich, wie schwer Intel von AMD dann doch getroffen wurde, man versucht an allen Ecken und Enden wieder zurück an die Spitze zu kommen und schafft dies dann vor allem durch massive Beschränkung der Gewinnmargen. Für uns dann am Ende gut so und perfekt, Intel hat genug Kapital um das Spiel eine lange Zeit zu spielen und wenn wir nun HEDT CPUs für mittlerer dreistellige Beträge bekommen (so sehe ich das, ein 8+8 wäre ohne AMD sicherlich HEDT und vierstellig), dann kann ich damit gut leben.
AMD ist zwar allgemein der Hauptkonkurrent, aber das war in den Erwartungen schon berücksichtigt. Dass man noch einmal weit hinter diesen zurückgeblieben ist, liegt an Intel selbst.
Letzten August hat man groß die Werbetrommel gerührt, wie man 2023 und darüber hinaus so richtig durchstarten will:
1. Alder Lake
2. Ponte Vecchio
3. Arc
4. Sapphire Rapids
und das alles ~im ersten Halbjahr, auch wenn natürlich nie konkrete Daten genannt werden.
5. 1 Jahr nach Alder Lake Produktionsbeginn von Meteor Lake
6. In Folge jedes Jahr ein neuer Fullnode.
Als Spezialist für binäre Digitalprodukte kann Intel aber offensichtich nur von 0 bis 1 zählen. Auf Punkte 2, 3, 4, 5 und 6 wartet man bislang vergeblich.
Und das verschiebt den Umsatz nicht einfach nach hinten, sondern lässt ihn ganz ausfallen:
- Die Hardware von Arc scheint geeignet, um sich mit ähnlich großen RX 6000 und RTX 3000 anzulegen. Aber jetzt kommen die Intel-Karten erst in den Handel, wenn RX 7000 und RTX 4000 greifbar werden und ehe die Intel-Treiber das Potenzial in mehr als einer handvoll Spiele freisetzen können, scheint noch einige zusätzliche Zeit nötig zu sein. Damit ist die ganze Alchemistgeneration nur noch zu Ramschpreisen vermarktbar.
- Ähnliches könnte auch Ponte Vecchio gegen Lovelace drohen. Die USA haben ja sogar ein Ampere-Interimssystem geordert, weil Aurora ewig nicht vorankommt.
- Sapphire Rapids wäre Milan vermutlich überlegen gewesen und in der HBM-Version auch Milan-X, der zudem reichlich langsam in den Markt kam. Stattdessen muss Intel jetzt gegen Genoa antreten – und das vermutlich nicht einmal zum Launch, sondern verspätet.
- Noch extermer ist dies gegen Raphael: Statt Meteor Lake erwartet man jetzt, dass Raptor Lake als Mini-Refresh ein volles Jahr gegen Zen 4 antreten muss, wo Alder Lake doch schon eher nur knapp vor Zen 3 lag.
- Die Fertigungsversprechen werden zwar weiterhin erneuert, aber immer unwahrscheinlicher. Letztes Jahr hieß es, 2024 kommen PowerVias mit 20A. Jetzt sind die auf 18A verschoben und zwischen dem und Meteor Lake müssten ab Herbst 2023 nicht nur 20A, sondern auch noch Intel 3 erscheinen. Das ist beinahe schon ein Fullnode pro Quartal.
Intel kann von Glück sagen, dass Ada scheinbar extrem stromhungrig wird und dass auch Zen 4 scheinbar etwas kleinere Brötchen bäckt als Zen 2 gegenüber Zen 1, solange nicht der scheineteure V-Cache ins Spiel kommt. Gut möglich also, dass man trotz der Verzögerungen weiterhin mithalten kann. Aber die selbst geschürten Erwartungen werden nicht annähernd erfüllt.