Ich habe das ganze WE mit allerlei OC Experimenten verbracht und würde gerne die Ergebnisse diskutieren und eine Fragen stellen. Da ich vorher einen i7 940 hatte, bin ich was das OC von aktuellen Prozessoren angeht, nicht sonderlich erfahren.
Das System:
Asus Rampage V
i7 5960X
2x GTX 980
Corsair DDR-4 2800
GPUs und CPU unter Wasser.
Es geht grundsätzlich nicht um extremes OC sondern es sollen die optimalen 24/7 Einstellungen gefunden werden.
Ich habe zunächst versucht nur über den Multiplikator zu übertakten und dabei langsam die Vcore zu erhöhen (im Offset Mode).
Das geht problemlos bis 43, also 4.3GHz. Ich muss die Spannung dazu um 250mV erhöhen. Die Temperatur im Stresstest bleibt dabei zwischen 70 und 75°.
44 geht auch noch, aber dann muss ich die Spannung auf über +350mV bringen und da gehen die Temperaturen dann schon langsam in den Bereich von 80°-85°, und das ist mir zu viel für 24/7.
Das ist nicht berauschend, offenbar habe ich ein eher mäßiges Exemplar des 5960 erwischt. Nun ja.
Den Cache-Takt Multiplikator bekomme ich nur auf 35x (bei +250mV), wenn ich höher möchte, muss ich Spannung viel zu hoch setzen.
Der andere Ansatz war, den Strap auf 125 zu setzen und die BCLK anzuheben. Im ASUS UEFI gibt es das "XMP" Profil, dass auch gleich die passenden Timings aus dem SPD ausliest und das RAM auf 2800 stellt. Der BCLK wird dadurch auf 127.7 gestellt, was ich so gelassen habe.
In diesem Modus kann ich mit vertretbaren Spannungen bis zu einem Faktor von 34 gehen (also auch wieder gut 4.3 GHz). Das Cache kommt bis 27.
Man sollte meinen, dass letzteres Vorgehen die bessere Leistung bringt, denn das RAM ist höher getaktet und der höhere BCLK sollte sich eigentlich auch positiv auswirken.
Als Benchmark habe ich den 3DMark Fire Strike Extreme herangezogen. Der testet die reine CPU Performance (im Physiktest), die reine Performance der GPUs und auch einen guten Mix von beidem.
Hier bekomme ich überraschende Ergebnisse:
Der Lauf mit BCLK 100:
GTX980x2@1514/3900, i7-5960@100*42, DDR4-2133: 12182 Punkte
Der Lauf mit BCLK 127:
GTX980x2@1514/3900, i7-5960X@127*34, DDR4-2800: 11934 Punkte
Der Unterschied der Punkte ist nicht groß, aber dennoch überraschend. Und ein
Vergleich der Details ist noch interessanter:
|BLCK 127, 4.32GHz |BLCK 100, 4.30 GHz
3DMark Score|11934.0|12182.0
Graphics Score|13260.0|13695.0
Physics Score|20589.0|19867.0
Combined Score|5014.0|5058.0
Graphics Test 1|71.2|73.0 fps
Graphics Test 2|48.4|50.3 fps
Physics Test|65.4|63.1 fps
Combined Test|23.3|23.5 fps
Erwartungsgemäß ist die Physikleistung bei höherem CPU Takt, höherem BCLK und auch höherem RAM-Takt etwas besser (aber nicht so sehr wie ich erwartet hätte).
Warum wird aber bitte die reine Grafikleistung, wenn also der Prozessor kaum beteiligt ist, beim BCLK 127 so deutlich ausgebremst, so dass am Schluss bei BCLK 100 ein besseres Gesamtergebnis rauskommt?!
Ich hab auch mal den Multiplikator festgetackert, so dass Seiteneffekte durchs Runtertakten ausgeschlossen sind. Das hat nichts wesentliches geändert.
Hat jemand dazu eine Idee?
Noch eine Frage: Ich würde gerne im Falle, dass nur wenige Kerne genutzt werden (-> die meisten Spiele) einen höheren CPU Multiplikator erlauben. Das geht ja auch einzustellen. Allerdings bekomme ich *niemals* einen höheren Takt angezeigt, auch wenn nur ein Kern arbeitet. Natürlich lass ich mir die Multiplikatoren für alle Cores permanent ausgeben (Über AIDA64 und dem LCD der Logitech G19). Der bleibt festgetackert auf dem Takt, den ich für den Fall eingestellt habe, dass alle 8 Kerne ausgelastet sind, völlig egal, wie viele Kerne tatsächlich arbeiten.
Ich habe alles mögliche probiert, ohne dass sich daran was ändert. Was mache ich falsch?
Danke für Euren Input!