2023 kommt dann 7nm, falls Intel das nicht versemmelt.
Mit deiner "versemmeln"-Einschränkung kommst du bereits im Jahr 2023 an, nicht später, denn Intel plant bereits ab Anfang 2022 Granite Rapids SP in 7nm zu fertigen (voraussichtlich bereits 7nm+).
Die 7nm-Produktion wird bei Intel wiederholtem Bekunden nach in 3Q21 (ggf. gar schon in 2Q21) anlaufen, hier in Form der HPC-GPGPU, die u. a. für den Aurora entwickelt wird.
1) 10nm kommt nicht im Desktop in 2020 [...]
1) Das ist möglich, jedoch derzeit nach wie vor schlicht spekulativ. Comet Lake wird weiterhin in 14nm gefertigt und etwaige Infos zu Rocket Lake sind weiterhin nicht belastbar und wüsten Spekulationen unterworfen. Aktuell kann man lediglich davon ausgehen, auf dem Desktop gegen Ende 2020 dedizierte Intel-GPUs in 10nm++ anzutreffen.
Das Fehlen einer langfristigen Roadmap, wie sie im Servermarkt vorausgesetzt wird, heißt aber nicht, dass Intel nicht "kurzfristig" etwas ankündigen kann, sobald sich deren Situation bzgl. der Fertigungskapazitäten bessert. Hier muss man einfach abwarten. (Priorität hat das aber bei Intel seit der Roadmap-Überarbeitung aus 2Q19 nicht; das Datacenter und andere Geschäftsfelder haben hier Vorrang.)
2) 10nm gibt es derzeit nur in Verbindung mit einer neuen Mikroarchitektur, aktuell in Form von Ice Lake U (bei Microsoft, Dell, Lenovo, Acer, ...) mit der Sunny Cove-Mikroarchitektur in 10nm+ und bereits Mitte 2020 wird Tiger Lake U mit nochmals überarbeiterer Willow Cove-Architektur in 10nm++ verfügbar sein.
3) Zweifelsfrei, jedoch wird der Wechsel auf TSMCs N7+ nur einen kleinen Zugewinn bieten. Den Rest muss AMD bei Zen3 architektonisch beisteuern. Der Fertigungsprozess alleine gibt nicht viel mehr her im Vergleich zum aktuellen N7, sodass ein Pochen hierrauf unnötig ist. (Erst ein Wechsel auf den nächten Full-Node (N5) wird wieder einen größeren Sprung ermöglichen.)
4) Bei den aktuellen und zukünftigen Prozessen plant Intel sukzessive Prozessverbesserungen ein und aktuell scheint man sich im Zeitplan zu befinden. Tiger Lake U/Willow Cove geht mit 10nm++ einher und erste Samples sind schon geleakt, d. h. ab 2Q20 wird man schon 10nm++ fertigen und zumindest ersten Gerüchten zufolge konnte man schon deutlich mehr Takt beobachten als noch bei Ice Lake U, d. h. auch hier scheint man voran zu kommen.
Für 2021 sind bereits 10nm+++ eingeplant, die voraussichtlich für Sapphire Rapids SP Anfang des Jahres genutzt werden. Falls es nicht doch noch eine Desktop-Überraschung von Intel in 2020 geben wird, würde ich annehmen, dass erste 10nm-Desktop-CPUs von Intel mit 10nm+++ auf den Markt kommen werden, irgendwann in 2021.
Tiger Lake U gegen Renoir wird sicherlich ein spannendes Duell. Und wenn man On-the-edge kaufen will, kann man sich in den nächsten 12 Monaten bei AMD austoben, also rosige Zeiten für Konsumenten.
Schlussendlich ändert das aber nichts daran, dass Intel auf dem Desktop in Bezug auf ein so breitgestreutes Szenario wie Gaming nach wie mit dabei ist. Anwendungen wie Videoencoding und 3D-Rendering betreffen faktisch nur einen sehr kleinen Prozentteil des Marktes, sodass es schwer fällt im Consumer-Segment einen 12- oder gar 16-Kerner gut in Szene setzen zu können, zumal sich insbesondere letzterer mit seinem Preis weit außerhalb dessen bewegt, was der Mainstream kauft.