Intel ist nicht nur wegen einer Sache an der Börse unter Druck.
Da wäre der Markt an Office und Laptop Produkten zu nennen, wo Intel sehr stark war in den vergangenen fünf Jahren, aber der Markt inzwischen längere Produktzyklen hat bevor die Kunden einen neuen PC haben wollen. Gut für den Ruf von Intel, denn wenn ein 7 Jahre alter Hasswell nicht kaputt gegangen ist, dann ist die Chance groß, dass er für den normalen Anwender immer noch reicht. Surfen, Office, Steuern, Netflix, passt. Der Markt hat seinen Hardwarehunger verloren. Das sehen wir daran, dass in andere Richtungen optimiert wird, allen voran die Größe. Flach Laptops, Mini-Desktop PCs. Ich sag es immer wieder, HP ProDesk 400 Desktop-Mini. Der ist nicht revolutionär klein, aber es ist brachial für welchen Prozentsatz von PC Usern das Ding genug für absehbare Zeit sein wird. Bei 370€ Preis wohlgemerkt. Und da knipst man ebenso einfach mehr Speicher, oder mehr SSD rein, wenn das in ein paar Jahren knapp werden sollte. Die Zeit in der man alle 5 Jahre 800€ ausgeben musste sind vorbei und das merken alle Hersteller.
Dann ist Intel und der Servermarkt. Hier ist man richtig unter Druck in drei Dimensionen.
1. Teilbarkeit der Rechenpower. Die Riesen des Internets wie Amazon, die machen ihre CPUs jetzt in Eigenregie und nicht in x86. Man braucht halt keinen Xeon-Core um eine Webseite oder Sex & Violence TV zum Kunden zu schieben. Amazon Web Services hat für alle Abläufe einen viel spezialisierten Chip entworfen.
2. Bandbreite der Systemschnittstellen. Gleichzeitig kommt beim Server-Massenspeicher der Umschwung von HDD auf SSD. Nicht nur bei den Produktivsystemen, sondern auch dort wo 10-16TB Festplatten noch tapfer die Stellung gehalten haben weil nur damit riesige Datengräber möglich waren. Während bei einem Petabyte im Serverschrank der Festplattenspeed der Flaschenhals ist, so ist der schwarze Peter von der NVME-SSD an die CPU weitergereicht worden. Intel fehlt da etwas das "wow" Produkt. AMD hat eines mit dem Epyc, ein Platform so überzüchtet, dass eine virtuelle Maschine auf dem NVME Raid gleiche Performance hat, als würde sie aus der RAM Disk laufen. Man denkt immer Xeon wäre ein Wettlauf um die meisten Kerne, aber der Wettlauf der im Rechenzentrum wirklich für Raunen sorgt, ist die Anzahl der PCIe Lanes.
3. Compute Rechenzentren. Supercomputer laufen nicht mehr auf Intel CPUs. Die sind nur Wasserträger für die Nvidia Karten auf denen die Berechnungen wirklich laufen. Das betrifft Supercomputer, Videoencoder auf Einspeißeserver großer Streaminganbieter, oder Spiele-Streaming. Da ist ein ganzer Sektor aus dem ist Intel raus.
Dazu gesellt sich nun das Problem, dass man gegenüber TSMC und Samsung ins Hintertreffen gerät bei der Fertigungstechnik.
Intel muss jetzt tief Luft holen und da durch. Xeon muss grundsaniert werden und auf die Veränderung im Markt angepasst werden, evtl. werden da sogar zwei CPUs draus. Eine für Bandbreiten im Storagesegment und eine mit Corecount. Einheitsgröße Xeon Platinum ist vorbei. Intel muss rein in den Compute Markt, wer sich rühmt der beste im Berechnen zu sein, der darf auch eine gute Grafikkarte haben, wenn das der Ort ist an dem die Berechnung im Jahr 2020 stattfindet. Wobei der Name Grafikkarte eh immer unzutreffender wird. Intel muss sich auch was ausdenken weshalb deine Tante ihren Hasswell endlich wegwirft, bevor Apple das tut. Die Gamer sind da noch am anspruchslosten, die schauen auf die Leistung und wenn das Ding wegen 14nm+++++++ dann zu viel Hitze macht, dann freut man sich, weil man eine Begründung für die RGB Wakü hat, die man schon immer haben wollte.
Ich denke für CPUs kann Intel 10nm mal abschreiben, damit werden vielleicht Boardchips, Flashspeicher und Auftragsprodukte gemacht. Intel wird es gut gehen, wenn nicht heute dann in fünf Jahren, die sind jetzt in dem Tal in dem AMD bei Bulldozer war. Das Unternehmen ist für den Westen als solches auch zu wertvoll, denn lass mal China und Taiwan aneinandergeraten, oder in Korea wirklich die Fetzen fliegen, dann ist es mit TSMC und Samsung für Unterhaltungselektronik erstmal vorbei.