Vorsicht: Microsofts Unterwasser-Server sparen nur die Energie für die
Kühlung ein. Die Server selbst müssen natürlich weiterhin versorgt werden und aufgrund der aufwendigen Installation, der nötigen zusätzlichen Redundanzen und des Materialeinsatzes muss die Energiebilanz des Gesamtprojekts nicht besser sein, als die von einem modernen Rechenzentrum mit Warmwasser- oder, wo es genug Wasser gibt, Verdunstungskühlung.
Sofern die Temperaturschwellen selbst definiert werden können, gebe ich dir Recht. Das größte Problem sind dabei aber Herstellerseitige Grenzwerte welche nicht so ohne weiteres Umgangen werden können und dabei oft niedriger sind, als man meinen möchte. Ob es nun an der schwach kalkulierten Kühllösung des Geräts selbst liegt oder die darin verbauten Komponenten diese Temperaturen schlichtweg nicht aushalten, sei dahingestellt. Die meisten Rechenzentren sind auf Kante genäht und bei vielen mussten bei diesen Temperaturen sicher schon die Notfallsysteme eingreifen. Das habe ich diese Woche erst selbst miterlebt. Wäre aber ein guter Anstoss um die Kühlkonzepte generell zu überdenken, wobei ich dies abseits von hoch angepassten System nicht realistisch sehe. Dafür müsste konventionelle Rackhardware zu stark angepasst werden, was sich wiederum schlichtweg nicht rechnet. Aber weiß Gott was der Klimawandel noch so alles für uns parat hält.
Ich weiß nicht, wie es bei Oracle aussieht, aber Google entwickelt sogar eigene Prozessoren. Racks mit Fremd-Firmware dürfte es in deren Rechenzentren seit 15-20 Jahren nicht mehr gegeben haben und somit auch keine Temperaturvorgaben, die nicht in der Hand von Google sind. Allerdings wäre es auch für professionelle Server-Anbieter peinlich, wenn die Notabschalttemperaturen unter der Throttelingsschwelle liegen, sodass hohe Temperaturen direkt zu Ausfällen statt zu einer langsam abnehmenen Leistung führen.
Das bei 40 °C Umgebungstemperatur in einer Gegend, in der maximal 30 °C normal sind, Notfallsysteme anspringen, ist dagegen normal – der reguläre Leistungsbedarf wird eben überschritten. Aber nicht in extremen Maße. Wenn die Notfallreserve nicht einmal 10 Prozent beträgt und auch keine Planungen für reduzierten Betrieb bestehen, was machen Google und Oracle dann, wenn mal Wetter, Verschleiß, Fertigungsfehler oder Unfälle 20 Prozent der Kapazitäten außer Gefecht setzen? Für die nächsten Monate ganz schließen?
Ob das wirklich am Klimawandel liegt das wir solche hitzigen Temperaturen haben bezweifle ich weiterhin. Es gab schon immer einen in bestimmten Zeitperioden der Erde einen Klimawandel.
Heutige Rechenzentren müssen normalerweise tief in der Erde errichtet werden damit Überhizungen nicht passieren. War mal im Serverbereich tätig und da kann es schnell zum Brand kommen, außer wenn die O2 Sättigung im Serverraum nur 50% betrug. Die Server liefen kühl, aber selbst fühlt sich das sehr war an wegen der dünnen Luft.
Der Zusammenhang zwischen einem im Schnitt wärmeren Klima und ausgeprägteren Wetterextremen insbesondere in mittleren Breiten ist mittlerweile genauso gut wissenschaftlich belegt, wie die nicht-natürlichen Beiträge zum definitiv stattfindenen Klimawandel. Da kann man ruhig mal auf die Wissenschaft hören – sonst kommt man noch auf Idee, Wärmequellen im Erdboden
zu isolieren.
Eine "Gassättigung" gibt man übrigens nur für Dinge an, die ein Gas lösen (zum Beispiel O2 in Blut oder Meerwasser). Aber "Luft" kann gar keinen Sauerstoff [zusätzlich] aufnehmen/lösen (hätte also je nach Definition entweder immer 0 Prozent oder 100 Prozent Sättigung), ohne etwas anders als Luft zu werden, sondern besteht normalerweise zu 21 Prozent daraus.
naja fairer weise muss man "bekannten Klimawandel" schon etwas differenzieren.
Mir ist seit 35+ Jahren klar das irgendwas mit dem Wetter nicht stimmt.
Aber von Klimawandel spricht man -gefühlt- erst seit 15 Jahren; das Thema wird aber erst seit ~5 Jahren ernst genommen.
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Der reale Klimawandel wird seit der ersten Hälfte des 20. Jhd. untersucht, die Theorien dahinter bereits seit dem 19. Jhd. wissenschaftlich diskutiert. In den 50ern warnten die ersten Wissenschaftler vor globaler Erwärmung (auch in populärwissenschaftlichen Magazinen wie National Geographic), einschließlich der Bennung von CO2 als Ursache, in den 60ern gab es erste staatliche Untersuchungen, die Handlungsbedarf sahen. 1970 wurde die Angelegenheit auf internationalen politischen Konferenzen besprochen, auch wenn sie damals noch neben anderen, aktueren Umweltschutzthemen wie Smog, Wasserqualität und saurer Regen lief. Ende der 70er war klar, dass der Klimawandel langfristig das größte Problem werden dürfte und es gab die ersten Treffen nur dazu; Mitte der 80er hat die UN den Vorläufer des IPCC ins Leben gerufen, um das für Gegenmaßnahmen nötige Wissen zu bündeln.
Sprechen tut man vom Klimawandel also schon sehr viel länger als 15 Jahre. Selbst der breiten Öffentlichkeit sollte der Begriff spätestens seit der Konferenz von Rio (1992) und dem Kyoto-Protokol (1997) bekannt sein. Je nach Alter versteht sich natürlich – ich bin selbst erst durch letzteres aufmerksam geworden, während mich fossile Kohlenwasserstoffe in den 80ern nur in Form von Lego interessiert haben.
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Wo du recht haben könntest: Seit wann wird das Thema auch ernst genommen?