Griechenland verabschiedet sich aus dem Euro?

De Facto ist Griechenland jetzt pleite.

Ohne einen wirklichen Schuldenschnitt, wird dieses Land niemals mehr auf die Beine kommen. ;)

Bleibt eigentlich nur es übrig, Einführung einer Parallelwährung, Abwertung hinnehmen in den 2-3 Jahren Reformen durchführen.

Danach kann man dann mit einer funktionierenden Staatsverwaltung wieder eintreten.
 
Nee, ganz so einfach ist das nicht. ;)

Damit würdest Du einfach 95% der Bevölkerung komplett enteignen.

Dann wären soziale Unruhen, und Event. ein Bürgerkrieg sogar möglich.

Wie kommst du darauf, dass das schwer ist?

Es gibt einen Freibetrag. Jeder, der mehr Vermögen hat als dieser Freibetrag, wird das Vermögen entzogen und mit den Schulden des Landes aufgerechnet.
Wie viel Geld haben die reichen Griechen in die Schweiz geschleppt oder in Ausland angelegt? 500 Milliarden?

Ist in Deutschland ebenso einfach.
2,2 Billionen Euro Schulden stehen 5 Billionen Euro Barvermögen gegenüber.
Die Schulden mit dem Barvermögen aufrechnen ist das einfachste der Welt. Könnte die Regierung mit 2/3 Mehrheit problemlos durch den Bundestag winken und die Schulden wären weg.
 
im Effekt waren das die Gewinnder der letzten Politik, also auch der die zu der Blase 2008 geführt haben, anstatt in die Realwirtschaft zu investieren mussten höhere Zinsen her und da haben die Banken mit dem Poker angefangen, die Gewinne privatisieren udn die Verluste sozialisieren, war dann das Endergebnis. Die Politik hat sich nicht getraut das anzupacken


Übrigens wäre die Beschlagnahmung von Geldern die aus Steuerflucht irgendwo hin geschafft wurden sogar rechtlich machbar.

ABer da werden sich die Briten auch unglaublich wehren, immerhin ist Steuerflucht deren nGeschäftsmode,l zusammen mit den ganzen Steuerfluchtsinseln wo die Briten so tun als hätten die Damit nix am Hut:ugly:
 
Wie kommst du darauf, dass das schwer ist?

Es gibt einen Freibetrag. Jeder, der mehr Vermögen hat als dieser Freibetrag, wird das Vermögen entzogen und mit den Schulden des Landes aufgerechnet.
Wie viel Geld haben die reichen Griechen in die Schweiz geschleppt oder in Ausland angelegt? 500 Milliarden?

Genau an dieses Geld zu gehen (das bei weitem nicht nur in der Schweiz liegt, sondern auch in EU Ländern), dass ist ja eben nicht Thema der Verhandlungen. Weil es ein Schnitt ins Fleisch der nicht-griechischen Verhandlungspartner wäre.
Auf den griechischen Bankkonten dagegen ist schon lange nicht mehr viel zu holen. (Sonst wären die Banken ja auch nicht so gefährdet.)
 
Weil die Troika ihre Macht genutzt hat um das Bisschen, was in Griechenland einigermaßen okay war, zu zerstören.

?

Kannst Du das ein wenig ausgestalten?

- Ein deutlich und sofort angehobenes Rentenalter. Effekt für Griechenland: Noch mehr Arbeitslose, die den Staat bei menschenwürdigen Bedingungen auch nicht billiger kommen würden. Effekt für Europa: Man kann in der BILD damit prahlen, dass man es den faulen Griechen so richtig gegeben hat.

Lt. EUROSTAT und OECD liegt das tatsaechliche Renteneintrittsalter in Griechenland bei 61,X Jahren; Beamte wechseln jedoch schon mit durchschnittlich 56,X Jahren in den Ruhestand. Allerdings sind belastbare Zahlen aus Griechenland auch in diesem Bereich schwer zu bekommen. Problematisch sind auch die unzaehligen Sonderregelungen: Muetter mit mindestens 25 Beitragsjahren und einem Kind unter 18 koennen schon mit 50 verrenten, Dazu kommen im oeffentlichen und teiloeffentlichen Bereich diverse Zusatzrenten, die alleine bis zu 2.000 EURO ausmachen koennen - in einem linksgefuehrten Land, in dem jeder fuenfte Rentner weniger als 500 EURO erhaelt.

Der Vorschlag der Institutionen sieht uebrigens eine Anhebung auf 67 Jahre vor. In der freien Wirtschaft, wo noch vorhanden, faellt die Erhoehung also moderat aus; im Beamtenapparat gaebe es durchaus Bedarf an mehr Personal, z. B. im Kataster- und Fiskalbereich. Noch mehr Arbeitslose? Vielleicht. Nicht billiger? Das bezweifle ich. Und die griechische Regierung auch - die erwartet bei einem moderaten Anstieg des Rentenalters im oeffentlichen Dienst auf 58,X Jahre Einsparungen von 115 Mio. bis 2020 und in der Privatwirtschaft bei einem Anstieg auf 63,X Jahre 363 Mio. bis 2022.

- Verkauf einiger der potentialreichsten Staatsunternehmen. Effekt für Griechenland: Weniger Gewinne in der Zukunft, sinkende Staatseinnahmen im Vergleich zu einer Reformierung der Unternehmen; gegebenfalls sogar höhere Staatsausgaben, um die Auswirkungen kurzfristiger Gewinnmaximierung der privatisierten Unternehmen auf die Gesellschaft zu kompensieren. Effekt für Europa: Zumindest den Steueranteil auf die jetzt ins Ausland fließenden Gewinne selbst kassieren.

Im letzten verhandlungsgegenstaendlichen Papier der Institutionen war von Haefen und Flughaefen die Rede. Muss ein Flughafen ein Staatsbetrieb sein? Mir faellt kein vernuenftiger Grund dafuer ein. Die Haefen generieren keine Einnahmen; abseits der Kontinentaldrift sehe ich auch keine Abwanderungsgefahr - der Verkauf wuerde aber sofort Geld in die hellenischen Kassen spuelen. Und so erfreulich Potenziale auch fuer das betrachtende Auge sind - Griechenland ist heute pleite.

- Erweiterung des niedrigsten Steuersatzes von Medikamente auf alle Pharmaartikel. Effekt für Griechenland: Weniger Steuereinnahmen, denn das Land hat quasi keine Pharmaindustrie. Und Arbeitslose mit schönerem Teint. Effekt für Europa: Bessere Absatzchancen für die eigene Pharmaindustrie. Und weniger Sonnenbrand bei rückkehrenden Touristen.

Da, wie Du richtig festgestellt hast, Griechenland ueber keine (mir bekannte) Pharmaindustrie verfuegt, sehe ich keinen Interessenskonflikt. Was ich sehe, ist ein sinkender Preis fuer die Verbraucher - auch die griechischen. Ueber den Nutzwert der feilgebotenen Produkte laesst sich prima streiten ... ich weiss nur nicht genau, wozu das gut sein soll?

- Deutliche Anhebung des effektiven Steuersatzes für Reder. Effekt für Griechenland: Niedrigere Einnahmen nach dem sofortigen Abzug der Hochsee-Rederei-Branche, die ohnehin weltweit Niederlassungen hat und für die der Stammsitz genauso ein Wort auf dem Papier ist, wie die Flagge, unter der ihre Schiffe fahren. Zusätzlich Kollaps der heimischen Wirtschaft, nach Reduzierung der innergriechischen Schifffahrt (schon mal auf eine Karte geguckt??). Effekt für Europa: Mit etwas Glück geschwächte Konkurrenz für die kurz vor der Pleite stehenden deutschen, niederländischen,... Redeereien.

Siehe oben - die griechischen Reeder zahlen faktisch keine Steuern (es gibt eine eher symbolische Tonnagesteuer, die nach Schiffsalter gestaffelt ist und idR einige Cent pro 100 Tonnen Ladung betraegt), Einkuenfte aus Schiffahrtsgeschaeften- und Verkaeufen hingegen sind steuerfrei. Die griechische Handelsflotte umfasst mehr als 3.000 Schiffe mit einer Tragfaehigkeit von 250 Mio Tonnen (tdw) - China hat etwas mehr als die Haelfte. Aber vermutlich haben die eben weniger Waren zu verschiffen.

Was es dagegen nicht gab, waren Verhandlungen über Steuerabkommen, die eine Flucht griechischen Millionärs-Kapitals im Ausland verhindert.

Kapitalflucht verhindern wuerden ein den Namen verdienendes Steuerwesen und eine effektive Kapitalverkehrskontrolle. Vermutlich wuerde es sogar schon helfen, wenn Tsipras´ Regierung nicht wie ein Geisterfahrer agieren und Vertrauen auch im Inland verzocken wuerde. Ansonsten hat der mutmasslich groesste Teil des "geflohenen Kapitals" eine neue Heimat in England (kein Mitglied der EURO-Zone, droht gerade selbst mit EU-Austritt) und vor allem der Schweiz (kein EU-Mitglied) gefunden. Wie soll ein Vertrag mit Bulgarien und Portugal da helfen ... ?

Oder eine EU-Landwirtschaftssubventionsreform, in der polnische Großflächen-Glyphosat-Ablagerflächen nicht mehr gegenüber griechischen Bio-Olivenplantagen bevorzugt werden.

Den Punkt gebe ich Dir - mit der Einschraenkung, dass das alleine nicht reichen wird.

Oder eine NATO-Reform, in der nicht mehr die Staaten in Randlage die dort gewollten Bodenstreitkräfte allein finanzieren (und auch noch bei den anderen teuere Hardware dafür einkaufen).

Die NATO-Zielvorgabe fuer die Mitgliedslaender betraegt 2% des BIP, das in Griechenland im Jahr 2014 ca. 250 Mrd. US$ betrug. Sonderregelungen fuer Griechenland, insbesondere solche, die es dazu verpflichtet haetten, diesen Benchmark kontinuierlich zu ueberbieten, sind mir nicht bekannt.

Allerdings halte ich es fuer moeglich, dass uns die NATO-Mitgliedschaft noch teuer zu stehen kommt - der NATO-Rat muss Beschluesse einstimmig treffen. Ich waere nicht wirklich ueberrascht, wenn man sich ein konformes Abstimmverhalten demnaechst bezahlen laesst.

Eine abgewertete Währung würde die Situation verschlechtern, eigentlich bräuchte Griechenland sogar eine Aufwertung der operativen Abläufe.

Eine steile These.
 
Eine steile These.
Wieso? Die Schulden wurden in Euro gemacht und wenn die mit ihrer möglichen neuen Währung weiter den Bach runter gehen steigen die Schulden ja.
Wie kann ein Land was nix auf der Naht hat so lange zocken bis alles verloren ist. Mir fallen da gerade nur 2 Sachen ein, 1. die Reparationsleistung von uns und 2. man hatte nie die Absicht die Schulden abzubauen.
Von mir aus könnte man die EU sowie den Euro abschaffen
 
?

Kannst Du das ein wenig ausgestalten?

Spontan nur ein paar Beispiele:
- Griechenland war nie eine sonderlich starke Exportnation, ein Großteil der Jobs ist vom Binnenmarkt abhängig. Die Troika hat schlagartig die Binnennachfrage zusammenbrechen lassen und vor allem hat sie klargestellt, dass die Binnennachfrage auch in Zukunft im Keller bleibt
=> Griechenland wurde für Investitionen extram unattraktiv.
- Griechenland hatte ein funktionierendes Sozialsystem (Renten, Arbeitslosenhilfe, Krankenversicherung) und Probleme mit der Steuererlichkeit beim kleinen Mann. Dank der Troika haben heute >25% der Griechen nicht einmal mehr eine Krankenversicherung (Quelle: TAZ von heute) und können keine Medikamente bezahlen, ärmere Rentner waren bis zur Einführung von Extrazahlungen unter Tsipras z.T. auf Hilfe von Familienmitgliedern zur Finanzierung des täglichen Bedarfs angewiesen, etc. Kurz: Die Einschnitte der Troika waren so hart, dass es für nicht wenige Griechen auf einmal lebensnotwendig ist (im Falle von Krankheiten wortwörtlich!), am Staat vorbei zu handeln, Zahlen zu unterschlagen, sich auf dem Schwarzmarkt zu versorgen. Und jetzt stellt man überrascht fest, dass sich die Steuermoral nicht verbessert hat...
- Iirc gab es auch einige Einschränkungen im öffentlichen Transportwesen aufgrund der Privatisierungen und Abgabenerhöhungen (genaueres rauszuschen könnte dauern, Google ist zugespamt - reicht dir Logik?) und aufgrund der Inselstruktur ist das in Griechenland auch entscheidend für die Wirtschaft: Fährt die Fähre nicht, weil sie mit höheren Steuern oder nach Privatisierung als unrentabel eingestellt wurde, dann kann auch keine Ware geliefert werden.
- (zu ex-Staatsbetrieben: siehe unten)

Der Vorschlag der Institutionen sieht uebrigens eine Anhebung auf 67 Jahre vor. In der freien Wirtschaft, wo noch vorhanden, faellt die Erhoehung also moderat aus; im Beamtenapparat gaebe es durchaus Bedarf an mehr Personal, z. B. im Kataster- und Fiskalbereich. Noch mehr Arbeitslose? Vielleicht. Nicht billiger? Das bezweifle ich. Und die griechische Regierung auch - die erwartet bei einem moderaten Anstieg des Rentenalters im oeffentlichen Dienst auf 58,X Jahre Einsparungen von 115 Mio. bis 2020 und in der Privatwirtschaft bei einem Anstieg auf 63,X Jahre 363 Mio. bis 2022.

115 Mio. bis 2020, wenn 1500 Milliarden bis gestern benötigt werden, klingt jetzt für mich nicht nach einem Punkt, an dem man die Verhandlungen scheitern lassen muss. Ich Zweifel nicht an, dass das griechische Rentensystem reformiert gehört. Nur bringen das kurzfristige Extrem-Kürzungen einfach keinen Vorteil und umgekehrt stecken Rentner ihr Geld sowieso zu sehr hohen Anteilen in den Binnenmarkt - und genau da wird es gerade gebraucht.
Bezüglich Beamten und benötigt: Griechenland hat in diversen Behörden massiv Stellen abgebaut. Da müssten jede Menge Frühpensionäre auf Halde liegen. Das Problem ist der Aufbau funktionierender Strukturen, nicht Personalmangel.
(ich sag ja nicht, dass die Griechen alles richtig machen würden. Die haben an sehr vielen Stellen Nachholbedarf. Nur die Troika-Maßnahmen ändern daran genau gar nichts und treffen nicht einmal diejenigen, die von den Fehlern profitiert haben)

Im letzten verhandlungsgegenstaendlichen Papier der Institutionen war von Haefen und Flughaefen die Rede. Muss ein Flughafen ein Staatsbetrieb sein? Mir faellt kein vernuenftiger Grund dafuer ein. Die Haefen generieren keine Einnahmen; abseits der Kontinentaldrift sehe ich auch keine Abwanderungsgefahr - der Verkauf wuerde aber sofort Geld in die hellenischen Kassen spuelen. Und so erfreulich Potenziale auch fuer das betrachtende Auge sind - Griechenland ist heute pleite.

Griechenland ist heute und morgen Pleite. So oder So. Wie jeder Staat. Selbst die Rückzahlungen der aktuellen Hilfspakete zieht sich iirc bis 2050, wenn alles nach Plan laufen würde. Jetzt kurzfristig für einen Tropfen auf den heißen Stein Betriebe zu verramschen bringt gar nichts und für die Geberländer wäre eigentlich entscheidend, was Griechenland im Verlauf der nächsten 50-100 Jahre für Einnahmen hat. Alles andere ist keine helfende Politik, sondern blanker Populismus um im Heimatland den Dicken zu geben, der es den Pleite-Griechen mal so richtig gezeigt hat.
Und bezüglich "vernünftiger Grund" und "keine Einnahmen": In einem Inselstaat zählen Häfen genauso zur Grundinfrastruktur, wie öffentliche Häfen und wenn sie keine Einnahmen generieren (könnten), dann wären sie unverkäuflich. Das ist aber nicht der Fall und das Grundproblem bei allen Privatisierungen:
Man kann nur verkaufen, was Profit verspricht. Und niemand kann mehr Profit aus einem laufenden Unternehmen ziehen, als ein Staat, der viel langfristiger planen kann, als jeder Privatunternehmer. (siehe z.B. China)

Da, wie Du richtig festgestellt hast, Griechenland ueber keine (mir bekannte) Pharmaindustrie verfuegt, sehe ich keinen Interessenskonflikt. Was ich sehe, ist ein sinkender Preis fuer die Verbraucher - auch die griechischen. Ueber den Nutzwert der feilgebotenen Produkte laesst sich prima streiten ... ich weiss nur nicht genau, wozu das gut sein soll?

Du siehst geringere Einnahmen des griechischen Staates und gestiegende Import-/Exportdefizite der griechischen Volkswirtschaft, wenn nicht-essentielle Güter aus dem Ausland verbilligt werden.
Wofür das aus griechischer Sicht gut sein soll, ist mir auch schleierhaft. Eigentlich braucht man genau das Gegenteil: Eine Konzentration der griechischen Binnenausgaben auf griechische Produkte (soweit dies im Rahmen der Versorgungslage möglich ist - Medikamente muss man eben so lange wie möglich importieren, auf Lippenstift kann man vergleichsweise gut verzichten), um endlich die griechische Wirtschaft zu stärken.

Warum das nicht Ziel der Troika ist, darüber kann ich nur spekulieren (komme aber zu eindeutigen Ergebnissen), insgesamt ist es aber ein sehr schönes (wenn auch in Euro vermutlich kleines) Beispiel dafür, warum die Bestrebungen der Troika nicht zu den Interessen und Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Griechen/ihrer "Rettung" passen.

Siehe oben - die griechischen Reeder zahlen faktisch keine Steuern (es gibt eine eher symbolische Tonnagesteuer, die nach Schiffsalter gestaffelt ist und idR einige Cent pro 100 Tonnen Ladung betraegt), Einkuenfte aus Schiffahrtsgeschaeften- und Verkaeufen hingegen sind steuerfrei. Die griechische Handelsflotte umfasst mehr als 3.000 Schiffe mit einer Tragfaehigkeit von 250 Mio Tonnen (tdw) - China hat etwas mehr als die Haelfte. Aber vermutlich haben die eben weniger Waren zu verschiffen.

Ebenfalls: Siehe oben. Ich sag ja nicht, dass das griechische System fair wäre. Ich sage nur, dass unter einer Änderung in erster Linie der griechische Staat zu leiden hätte. Und offensichtlich ist dass das Ziel von Merkel, EZB und IWF: Die Griechen zu bestrafen, sie leiden zu lassen. Nicht sie zu retten.

Kapitalflucht verhindern wuerden ein den Namen verdienendes Steuerwesen und eine effektive Kapitalverkehrskontrolle. Vermutlich wuerde es sogar schon helfen, wenn Tsipras´ Regierung nicht wie ein Geisterfahrer agieren und Vertrauen auch im Inland verzocken wuerde. Ansonsten hat der mutmasslich groesste Teil des "geflohenen Kapitals" eine neue Heimat in England (kein Mitglied der EURO-Zone, droht gerade selbst mit EU-Austritt) und vor allem der Schweiz (kein EU-Mitglied) gefunden. Wie soll ein Vertrag mit Bulgarien und Portugal da helfen ... ?

Über die Zielländer kann ich auch nur spekulieren, aber selbst mit der Schweiz gibt es mittlerweile Verhandlungen - über deutsche Steuerflüchtlinge. Deutschland selbst wiederum gilt international als Steueroase und hat gute Wirtschaftsbeziehungen zu Griechenland. Und England war, als ich das letzte mal nachgeguckt habe, noch EU-Mitglied. Und zwar EU-Mitglied mit diversen Sonderboni...

Die NATO-Zielvorgabe fuer die Mitgliedslaender betraegt 2% des BIP, das in Griechenland im Jahr 2014 ca. 250 Mrd. US$ betrug. Sonderregelungen fuer Griechenland, insbesondere solche, die es dazu verpflichtet haetten, diesen Benchmark kontinuierlich zu ueberbieten, sind mir nicht bekannt.

Die Gesamtstärke der NATO wird koordiniert und muss erreicht werden. Ich weiß nicht, wie Griechenlands Verpflichtungen festgehalten sind, aber mir wäre nicht bekannt, dass sich Deutschland freiwillig gemeldet hat, um die halbe Leopardflotte zu übernehmen und in Zukunft zu unterhalten.
Im Gegenteil. Wenn ich mich recht erinnere, hat Merkel nach Krisenausbruch bereitwillig Kredite gegeben, damit Griechenland noch ein Bisschen mehr Militärtechnik in Deutschland einkaufen kann.
(Das Interesse daran resultiert übrigens weiterhin aus der Türkei. Zufällig auch NATO-Mitglied und wichtiger Verhandlungspartner mit engen Beziehungen auch nach Deutschland. Und ebenso zufällig massiv am Aufrüsten, eine der mächtigsten Nationen am Mittelmeer und noch immer die Schutz-/Besatzungsmacht von Nordzypern. Eine Situation, deren Aufklärung sicherlich viel zum griechischen Sicherheitsgefühl beitragen könnte. Aber dummerweise brechen besagte supranationale Institutionen ja immer alle Verhandlungsrunden ab, sobald es darum geht, dass eine Aussöhnung und Beendung diese Konfliktes Geld kosten könnte. Ist ja auch klar: "Retten" ist ja soooo unwichtig, sobald es was anderes kosten könnte, als markige Sprüche für die Boulevardpresse)
 
In Kroatien gibt's ein Sprichwort: "Verschuldet wie die Griechen" und das gibt's dort wohl schon lange. Ich finde es nur armseelig, dass gerade wir als Steuerzahler dafür herhalten müssen. Statt unsere kaputten Straßen zu stopfen, werden damit die griechischen Löcher gestopft und als Folge zahlen wir dann in Form von Maut wieder mehr.

Vor 5 Jahren sagte mal jemand zu mir, als das anfing: "Einfach die deutsche Fahne in Griechenland hissen". Ist zwar auch nicht das richtige, beschreibt aber in etwa den Sinn dahinter. Mit den geflossenen Geldern das Land "aufkaufen und eingemeinden". Zumindest wird ja so mit Firmen verfahren, wenn sie gekauft werden, denn dann weht eine andere Fahne am Mast. (Statt 3Dfx nVidia o.ä.)

Aber was will man meckern, als einzelner kann man eh nichts dran ändern. Es muss schon einen großen Knall geben, denn dieses aktuell auf Geld und Schulden aufgebaute System wird sich nicht ändern lassen wollen. Die wenigen Reichen werden wohl kaum ihr Geld aufgeben wollen, damit es gerechter zugeht.
 
Doch doch, einfach den ganzen Staat privatisieren :ugly:

Nein, dass geht auch nicht.

Man sehe nur mal, wo bei uns der Privatisierungswahn hingeführt hat.;)

Jetzt kaufen Kommunen Ihre Stadtwerke ect. zurück, weil sie endlich mitbekommen,

dass dadurch die Preise längerfristig stabil bleiben und

die Steuern nicht abwandern. ;)
 
Ohne das nun in ein Ping-Pong-Spiel ausufern zu lassen:

Die haben an sehr vielen Stellen Nachholbedarf. Nur die Troika-Maßnahmen ändern daran genau gar nichts(...)

Stimmt. Und das ist auch gut so - das Aendern der bestehenden Verhaeltnisse ist der alleinige Job der demokratisch legitimierten griechischen Regierung, nicht der Troika, der Instutitionen oder irgendwelcher anderer diffuser Platzhalter. Deren Job ist es, die Erfolgschancen der erwogenen Aenderungen zu beurteilen und auf dieser Einschaetzung zu entscheiden, ob sie diesen Prozess mit Geld weiter begleiten wollen oder nicht, Darueber, ob die EU reformbeduerftig ist oder ob es klug war, eine Gemeinschaftswaehrung zu installieren, ehe andere Bereiche harmonisiert sind, laesst sich bestimmt prima streiten - ich halte es nur fuer voellig falsch, das Eine mit dem Anderen zu vermischen.
 
Wie kommst du darauf, dass das schwer ist?

Es gibt einen Freibetrag. Jeder, der mehr Vermögen hat als dieser Freibetrag, wird das Vermögen entzogen und mit den Schulden des Landes aufgerechnet.
Wie viel Geld haben die reichen Griechen in die Schweiz geschleppt oder in Ausland angelegt? 500 Milliarden?

Ist in Deutschland ebenso einfach.
2,2 Billionen Euro Schulden stehen 5 Billionen Euro Barvermögen gegenüber.
Die Schulden mit dem Barvermögen aufrechnen ist das einfachste der Welt. Könnte die Regierung mit 2/3 Mehrheit problemlos durch den Bundestag winken und die Schulden wären weg.

Damit triffst Du trotzdem nur die kleinen Leute. ;)

Die, die richtig Kohle haben,

sind sowieso schneller, Ihr Geld zu verschieben.

Solch ein radikaler Schnitt wäre niemals möglich, dass würde zu bürgerkriegsähnlichen Revolten führen.;)
 
Genau an dieses Geld zu gehen (das bei weitem nicht nur in der Schweiz liegt, sondern auch in EU Ländern), dass ist ja eben nicht Thema der Verhandlungen. Weil es ein Schnitt ins Fleisch der nicht-griechischen Verhandlungspartner wäre.
Auf den griechischen Bankkonten dagegen ist schon lange nicht mehr viel zu holen. (Sonst wären die Banken ja auch nicht so gefährdet.)

Als EZB und IFW in Griechenland eingefallen sind, haben sie ja auch als erstes gesagt, dass die Renten und Löhne gekürzt werden müssen, alles privatisiert werden muss und dass es egal ist, wen die Griechen wählen, EZB und IWF sowieso entscheiden was ist.
Niemand kam auf die Idee, mal das Vermögen der reihen Griechen näher zu betrachten. Ganz im Gegenteil, IWF hat sogar geholfen, damit das Geld außer Landes gebracht werden kann.

Damit triffst Du trotzdem nur die kleinen Leute. ;)

Die, die richtig Kohle haben,

sind sowieso schneller, Ihr Geld zu verschieben.

Solch ein radikaler Schnitt wäre niemals möglich, dass würde zu bürgerkriegsähnlichen Revolten führen.;)

Warum?
Wenn eine Bank sagt, dass sie pleite ist, dann gibt es zwei Möglichkeiten.
1. pleite gehen lassen.
2. retten.

Was spricht gegen pleite gehen lassen mit dem Umstand die ersten 10.000€ eines jeden Kontos zu sichern?
Die kleinen Anleger mit 5000-10000€ haben ihr Geld sicher.
die größeren Anleger von 10.000-50-000 verlieren bis 40.000.
die großen Anleger mit 1 Million und mehr verlieren eben mehr.
Und wer eben in einen Hedge Fonds investiert hat, der das Geld dann in die Bank gesteckt hat und jetzt futsch ist, hat eben Pech gehabt.
Marktwirtschaftliches Risiko eben.
Ich bin es einfach Leid, ständig zu lesen, dass die Gewinne privatisiert werden und die Verluste sozialisiert werden. Schluss damit.
Wer sein Geld irgendwo investiert, muss auch mal damit rechnen, dass es flöten geht. Vor allem dann, wenn einem die Typen 10% Rendite oder so versprechen.
 
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Warum?
Wenn eine Bank sagt, dass sie pleite ist, dann gibt es zwei Möglichkeiten.
1. pleite gehen lassen.
2. retten.

Was spricht gegen pleite gehen lassen mit dem Umstand die ersten 10.000€ eines jeden Kontos zu sichern?
Die kleinen Anleger mit 5000-10000€ haben ihr Geld sicher.
die größeren Anleger von 10.000-50-000 verlieren bis 40.000.
die großen Anleger mit 1 Million und mehr verlieren eben mehr.
Und wer eben in einen Hedge Fonds investiert hat, der das Geld dann in die Bank gesteckt hat und jetzt futsch ist, hat eben Pech gehabt.
Marktwirtschaftliches Risiko eben.
Ich bin es einfach Leid, ständig zu lesen, dass die Gewinne privatisiert werden und die Verluste sozialisiert werden. Schluss damit.
Wer sein Geld irgendwo investiert, muss auch mal damit rechnen, dass es flöten geht. Vor allem dann, wenn einem die Typen 10% Rendite oder so versprechen.

Und, wo haben denn die reichen Säcke Ihre Kohle jetzt gebunkert?

Die ist jetzt verschoben worden nach Aruba, Barbados oder Monaco. ;)

Gewinne werden nun mal mitgenommen, und Verluste eben umgelegt, so läuft das heutzutage. :ugly:

Der blöde ist immer der kleine Anleger. ;)
 
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