Griechenland verabschiedet sich aus dem Euro?

DWN ist mMn. Seriöser als jegliches Medium der Mitglieder, wie hieß der Verein nochmal, Atlantikbrücke?

Man könnte genau so Affen xyz wählen lassen,
wobei die vielleicht doch intelligenter sind als die Masse die durch das Fernsehen Gehirngewaschen wird


Ich hab keine Anbindung an das "Normale" Fernsehen,
aber ich habs mir mal angetan, bei einem Bekannten einigen wenige Stunden RTL, NTV, N24 zu glotzen,
ich bin jetzt als Normalo der sich auf die Klassischen _Medien verlässt, so schlau:

Der Russe ist an allem Schuld,
Die USA ist der Arme die wollten nur helfen.

Der Grieche ist in der EU an allem Schuld

Der böse Chinese, ruiniert unsere Firmen

Snowden war/ist in Wahrheit ein Spitzel für den FSB

Hallo geht's noch?:wall:
 
Zuletzt bearbeitet:
... dann erklaer mir mal diesen offenkundigen Unfug, der dort konstruiert wird - der poese Westen schliesst zur Strafe fuer eine beabsichtige Volksbefragung die Banken.

1. Tsipras´ Regierung kann das Volk fragen, so oft und wonach es will. Worin der Sinn einer Volksbefragung liegt, bei der der Fragende eine ganz bestimmte, fuer ihn komfortable Antwort empfiehlt, weiss ich zwar nicht - aber wie gesagt, fragen kostet nix und ist natuerlich erlaubt.

1a. Der einzige Gewinner dieser Befragung ist Herr Tsipras. Stimmen die Griechen gegen das Paket, kann er gegen die poesen Glaeubiger (die doch tatsaechlich ihr Geld wollen - unerhoert) wettern, irgendwann den EURO verlassen und im Idealfall halbwegs legitimiert sein Land reformieren. Stimmen sie dafuer, kann er sein Wahlversprechen brechen und dennoch sagen: ihr habt´s ja so gewollt. Die Griechen selbst verlieren - und zwar Zeit, die sie nicht haben.

1b. Stein des Anstosses ist auch nicht so sehr, dass es ein Referendum geben wird. Schaeuble z. B. hat sich unlaengst fuer ein solches Referendum ausgesprochen - danach war nie wieder etwas davon zu hoeren. Der Punkt ist eher, dass man es leid war, hingehalten zu werden. Wir haetten gerne einen Gipfel. Sagen wir, am Montag? Sonntagnacht schicken wir dann auch Vorschlaege (Mehrzahl). Wenn wir uns dann einig sind, fliegen wir nach Athen und sagen, dass alles ganz furchtbar ist.

2. Die Banken bleiben geschlossen und die Abhebemenge wird gedeckelt, weil Tsipras´ Regierung das beschlossen hat und so das Offenkundige - naemlich, dass Griechenland laengst Pleite ist - noch ein paar Tage hinterm machtpolitischen Feigenblatt verstecken kann.

3. Niemand sagt den Griechen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Es ist ihr Land, in dem sie mit ihrem Geld wirtschaften muessen. Letzteres gefaellt ihnen aber nicht; stattdessen haben sie eine Opferrhetorik entwickelt und verfeinert, derzufolge sie Opfer widriger Umstaende, inkompetenter Vorgaengerregierungen und sinistrer Maechte seien. Merke: alle schuld ausser Griechenland. Das faellt hierzulande wenig ueberraschend auf ohnehin schon rotierende linke Muehlen.

My 2 cents - sie sollten den EURO einstweile verlassen, weil ihre Volkswirtschaft von dieser Waehrung ueberfordert wird.
 
kann er gegen die poesen Glaeubiger (die doch tatsaechlich ihr Geld wollen - unerhoert) wettern, irgendwann den EURO verlassen und im Idealfall halbwegs legitimiert sein Land reformieren.
Nur kann man weder aus dem Euro austreten oder jemand ausschließen, das sehen die Verträge nicht. Sowas geht nur für die EU Mitgliedschaft.
Dazu würde Griechenland ein Austritt und eine Abwertung der Währung wenig bringen, da die Schulden in Euro bestehen.

Der Punkt ist eher, dass man es leid war, hingehalten zu werden.
Nur ist am selber auch keinen Schritt auf Griechenland zugegangen.
 
Nur kann man weder aus dem Euro austreten oder jemand ausschließen, das sehen die Verträge nicht. Sowas geht nur für die EU Mitgliedschaft.

Den jetzigen Zustand einer de facto-Transferunion sahen die Vertraege auch nicht vor; von Kolorit wie den Maastricht-Kriterien mal ganz abgesehen.

Davon abgesehen ist die Aussage zwar zutreffend, der gezogene Schluss aber falsch - mag sein, dass die Vertraege keine Regelung fuer ein Verlassen des EURO vorsehen. Ausgeschlossen wird ein solcher Schritt aber auch nicht. Deutschland z. B. hat die Waehrungshoheit formal nie aufgegeben, sie ruht nur zugunsten des EURO. Die griechische Situation duerfte aehnlich sein. Wuerden alle EURO-Staaten zustimmen, waere ein EURO-Austritt Griechenlands durchaus vorstellbar. Das impliziert aber, dass sie das wollen - wenn nicht, duerfte es schwer werden, sie zum Verlassen zu bewegen oder aus dem EURO auszuschliessen. Meine Befuerchtung ist, dass sie eben diese Karte spielen werden.

Dazu würde Griechenland ein Austritt und eine Abwertung der Währung wenig bringen, da die Schulden in Euro bestehen.

Deshalb muesste es zuvor foermlich den Bankrott erklaeren und damit den lange bestehenden Zustand formalisieren. Einem nackten Griechen koennte man nicht in die Tasche fassen. Eine andere Waehrung - die Drachme oder wie-auch-immer heissen koennte - koennte man nach Einfuehrung abwerten. Das wuerde zwar sofort kaum etwas bewirken, aber Griechenlands Volkswirtschaft Perspektiven und Handlungsfreiraeume eroeffnen, die sie im Moment als Drehscheibe (Hilfen kommen rein und werden an Glaeubiger ueberwiesen) nicht hat.

Nur ist am selber auch keinen Schritt auf Griechenland zugegangen.

Das ist nicht mein Eindruck. Am Ende geht es hier aber nach vielen Jahren auch nicht mehr um floskelhaftes "Aufeinanderzugehen", sondern um Anerkenntnis der Realitaet.

EDIT: Sachen gibt´s.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dazu würde Griechenland ein Austritt und eine Abwertung der Währung wenig bringen, da die Schulden in Euro bestehen.

Aber die eigene Währung lässt sich leichter "manipulieren" um einen günstigen Wechselkurs zum Euro zu erhalten ^^


Was meint ihr bei welchen Szenarios der Euro am Mitwoch wie stark fallen würde ?

Gegenüber welcher Währung?
Die schweizerische Nationalbank hat ja anscheinend (Gestern?) schon den Franken stark entwertet, damit er zum Euro nicht noch teurer wird ^^
 
Ich bin dafür das Griechenland den Euro behalten kann wenn es das Volk wirklich will,
warum !?:

Unter anderem:
Goldman Sachs hat geholfen die Finanzen zu Manipulieren,
Und die Deutsche Bank hat bei der ganzen Blase brav mitgespielt.

Jetzt soll es die EUSA ausbaden das sie den Banken so viel Zugeständnisse machen und fertig;)
 
Das ist ja klar,
aber es ist schon Interessant wie selbst Politiker der Gier der 0en und 1en nachstreben,
am Ende warst 60-70 Jahre hier und gehabt hast nichts außer ja was eigentlich?

Leute unterdrückt, belogen und alles nur für die eigenen Gier,
Und sobald man unter der Erde liegt können sich diese Personen ihre 0en und 1en sonst wohin schieben.

Nebenbei:
Geld ist Wertlos, Geld hat nur Wert weil die Menschen daran glauben,
würde keiner das Papier bzw. die 0en und 1en annehmen gäbe es den Scheiß wie er heute läuft nicht.
 
Das ist ja klar,
aber es ist schon Interessant wie selbst Politiker der Gier der 0en und 1en nachstreben,
am Ende warst 60-70 Jahre hier und gehabt hast nichts außer ja was eigentlich?

Leute unterdrückt, belogen und alles nur für die eigenen Gier,
Und sobald man unter der Erde liegt können sich diese Personen ihre 0en und 1en sonst wohin schieben.

Nebenbei:
Geld ist Wertlos, Geld hat nur Wert weil die Menschen daran glauben,
würde keiner das Papier bzw. die 0en und 1en annehmen gäbe es den Scheiß wie er heute läuft nicht.

Dafür bekämmst du deinen Lohn in Rindshälften ausgezahlt? ^^
 
Im Grunde wärs gar nicht verwerflich,
aber ich esse kein Fleisch.

Ich lass mir meinen Gehalt zu ca. 50% Palladium und zu 50% in Euros auszahlen,
das Geld BAR nicht 0 und 1 auf das Konto ;)

Naja, Papiergeld ist eigentlich genau so wertlos wie Digitales. Und das Digitale hat noch ne bessere CO2-Bilanz ^^
 
Naja, Papiergeld ist eigentlich genau so wertlos wie Digitales. Und das Digitale hat noch ne bessere CO2-Bilanz ^^

Gut mit buntem Papier könnte man noch andere dinge machen,
Serviette
Taschentuch
Toilettenpapier
:ugly:

Las mich doch bitte mit dem ORF in ruhe,
hatte ewig streit das ich die GIS nicht zahle.
------------------------------------------------------

Amerikaner halten zu Griechenland: US-Ökonomen schlagen sich auf Tsipras' Seite
:lol:
----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Aber das Ergebnis steht ja schon fest,
Griechenland beugt sich vor Merkel und Juncker
 
Zuletzt bearbeitet:
Opposition behauptet: Tsipras will zur Drachme zurück

„Es gibt schon ein Team im Amt des Ministerpräsidenten, mit Personal vom Rechnungshof, das zurzeit an der Drachme arbeitet“, sagt der Abgeordnete Haris Theoharis von der Zentrumspartei To Potami im Parlament.
 

Da hätte man noch auf die Gründerfirma im Hintergrund (Blogform Social Media - klingt doch gleich viel weniger nach Zeitung und viel mehr nach dem Teil des Internets, in dem man vergleichbare Zeitungsglossen sonst findet...) nennen und dass diese Seite aus den "Deutsch Russischen Nachrichten" hervorgegangen ist. (vergl. diverse Links um Ukrainethread zur Osteuropa-Politik und insbesondere auch zur Osteuropa-Wirtschaftspolitik, die DWN-Meinungen verbreiten)


3. Niemand sagt den Griechen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Es ist ihr Land, in dem sie mit ihrem Geld wirtschaften muessen. Letzteres gefaellt ihnen aber nicht; stattdessen haben sie eine Opferrhetorik entwickelt und verfeinert, derzufolge sie Opfer widriger Umstaende, inkompetenter Vorgaengerregierungen und sinistrer Maechte seien.

Und was ist daran falsch, wenn man festhält, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage Griechenlands von über einem halben Jahrzehnt Politik von IWB, EZB und Deutschland bestimmt wird?


Die griechische Situation duerfte aehnlich sein. Wuerden alle EURO-Staaten zustimmen, waere ein EURO-Austritt Griechenlands durchaus vorstellbar.

Wenn sich alle einig wären, ist alles möglich. "Konsens" ist derzeit aber gerade out.

Deshalb muesste es zuvor foermlich den Bankrott erklaeren und damit den lange bestehenden Zustand formalisieren. Einem nackten Griechen koennte man nicht in die Tasche fassen. Eine andere Waehrung - die Drachme oder wie-auch-immer heissen koennte - koennte man nach Einfuehrung abwerten. Das wuerde zwar sofort kaum etwas bewirken, aber Griechenlands Volkswirtschaft Perspektiven und Handlungsfreiraeume eroeffnen, die sie im Moment als Drehscheibe (Hilfen kommen rein und werden an Glaeubiger ueberwiesen) nicht hat.

Warum sollte Griechenland eine neue Währung einführen und diese abwerten, wenn ihnen das nichts bringt? Bankrott erklären können sie auch so. Aber diese letzte Drohung, über die sich ohnehin jeder Politiker im klaren ist, hat Tsipras erstmal stecken lassen und "nur" eine Abstimmung angekündigt.
(Imho vergeblich. Merkel & Co wollen keinen Kompromiss, keine Vernunft und keine Demokratie, sie wollen das Griechenland gehorcht. Die spannende Frage ist nur, wieviel ihnen diese Macht wert ist. Denn eins ist klar: Wenn ein Staat mit Primärüberschuss nicht mehr all seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann, dann ist das für dessen Gläubiger schlimmer, als für seine Bürger. Dann werden es nicht mehr nur die Griechen sein, die die Konsequenzen des Troika-Diktats spüren.)
 
Und was ist daran falsch, wenn man festhält, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage Griechenlands von über einem halben Jahrzehnt Politik von IWB, EZB und Deutschland bestimmt wird?

Mal abgesehen davon, dass ich die Aussage fuer falsch, mindestens aber verkuerzt halte - warum ein halbes Jahrzehnt? Und warum so negativ konnotiert? Ohne die genannten waere Griechenland schon vor ebendem halben Jahrzehnt pleite gewesen. Nicht die drei haben Griechenland Hilfen aufgeschwatzt, Griechenland hat immer wieder um Hilfen gebeten.

Griechenland ist mehr als die Haelfte der seit seiner Unabhaengigkeit im Jahr 1829 verstrichenen Zeit nicht kreditwuerdig und mehrfach pleite gewesen. Das waren andere zwar auch - aber fast immer als Folge von Kriegen. Griechenland hat es hingegen fertiggebracht, inmitten eines wohlhabenden Europas Pleite zu gehen. Das ist eine Leistung, die nicht nur IWF & Co. angelastet werden kann. Bis zum EURO-Eintritt im Jahr 2001 musste Griechenland noch ca. 25% Zinsen zahlen; als EURO-Land waren es ueber Nacht nur noch 5%. Anstatt die gewonnene Luft in Entschuldung, Sanierung und Investitionen zu stecken, hat man einfach weiter gemacht wie bisher - bestenfalls.

Wenn sich alle einig wären, ist alles möglich. "Konsens" ist derzeit aber gerade out.

Eben. Und meine Vermutung ist, dass Griechenland genau diese Karte spielen will: darauf bauend, dass Europa helfen wird; koste es, was es wolle - und sei es der gesunde Menschenverstand.

Warum sollte Griechenland eine neue Währung einführen und diese abwerten, wenn ihnen das nichts bringt? Bankrott erklären können sie auch so.

Die Reihenfolge ist falsch - erst der Bankrott (der ihnen alleine nichts nuetzt), dann eine neue, abwaertbare Waehrung. Die wuerde ihnen irgendwann durchaus helfen (Gruende u. a. siehe Link). Was Tsipras´ Regierung hingegen vorzuschweben scheint, ist ein fremdfinanzierter Aufschwung ohne Anstrengung und ohne Verzicht. Das klingt vielleicht drastisch, ist aber mMn im Kontext der letzten Jahrzenhte eine haltbare Analyse.
 
Und warum so negativ konnotiert?

Weil die Troika ihre Macht genutzt hat um das Bisschen, was in Griechenland einigermaßen okay war, zu zerstören. Was gerettet wurde, war nicht der griechische Staat und schon gar nicht die griechische Bevölkerung. Im Gegenteil, letztere hat in den letzten Jahren massiv gegeben - und keinswegs nur diejenigen, die von den vorrangehenden Missständen profitiert hatten. Gerettet wurden vielmehr die Spekulationsobjekte und Aufträge von Unternehmen in den restlichen EU-Staaten.

Und, nur um noch mal daran zu erinnern:
So gut wieder Staat auf diesem Planeten finanziert sich über Schulden, die er nie und nimmer zurückzahlen kann. Griechenland hat als Blinder unter den Einäugigen die volle Ladung Spekulantentum abbekommen, hätten es keine besseren Opfer gegeben, hätte man genausogut für Deutschland auf den Kreditkollaps wetten können. Sich hinterher als Gewinner eines riskanten und unfairen Systems hinzustellen und auf die Verlierer einzuschlagen...
Es gibt schönere Gründe, sich als was besseres zu fühlen.

Eben. Und meine Vermutung ist, dass Griechenland genau diese Karte spielen will: darauf bauend, dass Europa helfen wird; koste es, was es wolle - und sei es der gesunde Menschenverstand.

Nun, den muss man ja nicht unbedingt als erstes opfern. Wie wäre es, wenn man zunächst einmal auf eigenen Gewinn verzichtet? Und darauf, den Gegenüber für seine Fehler zu bestrafen wollen?
Die Vorschläge, mit denen die EU letzte Woche in die Verhandlungen startete, beinhalteten (gerne als Schwerpunkt) u.a.:

- Ein deutlich und sofort angehobenes Rentenalter. Effekt für Griechenland: Noch mehr Arbeitslose, die den Staat bei menschenwürdigen Bedingungen auch nicht billiger kommen würden. Effekt für Europa: Man kann in der BILD damit prahlen, dass man es den faulen Griechen so richtig gegeben hat.
- Verkauf einiger der potentialreichsten Staatsunternehmen. Effekt für Griechenland: Weniger Gewinne in der Zukunft, sinkende Staatseinnahmen im Vergleich zu einer Reformierung der Unternehmen; gegebenfalls sogar höhere Staatsausgaben, um die Auswirkungen kurzfristiger Gewinnmaximierung der privatisierten Unternehmen auf die Gesellschaft zu kompensieren. Effekt für Europa: Zumindest den Steueranteil auf die jetzt ins Ausland fließenden Gewinne selbst kassieren.
- Erweiterung des niedrigsten Steuersatzes von Medikamente auf alle Pharmaartikel. Effekt für Griechenland: Weniger Steuereinnahmen, denn das Land hat quasi keine Pharmaindustrie. Und Arbeitslose mit schönerem Teint. Effekt für Europa: Bessere Absatzchancen für die eigene Pharmaindustrie. Und weniger Sonnenbrand bei rückkehrenden Touristen.
- Deutliche Anhebung des effektiven Steuersatzes für Reder. Effekt für Griechenland: Niedrigere Einnahmen nach dem sofortigen Abzug der Hochsee-Rederei-Branche, die ohnehin weltweit Niederlassungen hat und für die der Stammsitz genauso ein Wort auf dem Papier ist, wie die Flagge, unter der ihre Schiffe fahren. Zusätzlich Kollaps der heimischen Wirtschaft, nach Reduzierung der innergriechischen Schifffahrt (schon mal auf eine Karte geguckt??). Effekt für Europa: Mit etwas Glück geschwächte Konkurrenz für die kurz vor der Pleite stehenden deutschen, niederländischen,... Redeereien.

Was es dagegen nicht gab, waren Verhandlungen über Steuerabkommen, die eine Flucht griechischen Millionärs-Kapitals im Ausland verhindert. Oder eine EU-Landwirtschaftssubventionsreform, in der polnische Großflächen-Glyphosat-Ablagerflächen nicht mehr gegenüber griechischen Bio-Olivenplantagen bevorzugt werden. Oder eine NATO-Reform, in der nicht mehr die Staaten in Randlage die dort gewollten Bodenstreitkräfte allein finanzieren (und auch noch bei den anderen teuere Hardware dafür einkaufen). Oder Investitions-/Subventionsrichtlinien, die es einem EU-Staat ermöglichen würden, Unternehmen zur Bereitstellung essentieller Dienstleistungen selbst und der gesellschaftlich sinnvollsten Weise zu betreiben, anstatt die Vollprivatisierung zum Standard zu erklären und jede Ausnahme zum bürokratischen Monstrum und/oder limitierten Krüppel zu machen. Denn eigentlich sind Verkehr, Banken, Versicherungen, Gesundheit,... am besten landesweit organisiert und direkt mit den nötigen sozialen Aufträgen verknüpft, anstatt viel Energie in das Ausstechen von Konkurrenten zu verschwenden und am Ende den Staat die Kollateralschäden beseitigen zu lassen.

Die Verhandlungen um Griechenland sind noch lange nicht an einem Punkt, an dem der gesunde Menschenverstand gefährdet wäre oder an dem es auch nur um Griechenland als solches geht. Bislang geht es einzig und allein darum, möglichst schnell so viel möglich aus der Situation, sprich: den Griechen, heraus zu quetschen. Und wenn schon kein Geld, dann wenigstens Wählerstimmen zu Hause.
Sonst würde die griechische Drohung, aus der Kooperation auszusteigen, ja auch nicht funktionieren. Operativ im jetzt betrachtet ist Griechenland der Geber am Verhandlungstisch, die anderen EU-Staaten sind diejenigen, die etwas wollen. Ziemlich viel sogar. (Natürlich durchaus als berechtigte Gegenleistung für das, was sie in der Vergangenheit gegeben haben. Aber wir gesagt: Dafür haben sie sich unter anderem schon das Recht rausgenommen, Griechenland zu diktieren und noch tiefer in die Misere zu reiten. Und unter anderem aus diesem Grund kann Griechenland im Moment einfach nicht mehr geben. Die griechische Bevölkerung, die mehrheitlich kein Profiteur war, an die Wand zu stellen, bringt niemandem etwas.)


Die Reihenfolge ist falsch - erst der Bankrott (der ihnen alleine nichts nuetzt), dann eine neue, abwaertbare Waehrung. Die wuerde ihnen irgendwann durchaus helfen (Gruende u. a. siehe Link). Was Tsipras´ Regierung hingegen vorzuschweben scheint, ist ein fremdfinanzierter Aufschwung ohne Anstrengung und ohne Verzicht. Das klingt vielleicht drastisch, ist aber mMn im Kontext der letzten Jahrzenhte eine haltbare Analyse.

Dein Link bezieht sich auf historische Beispiele eigenständiger Wirtschaftsbereiche. Griechenland ist im Moment aber Teil einer großen europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und, das sollte man vielleicht bei Zeiten wiederholen, Netto-Importeuer. Eine abgewertete Währung würde die Situation verschlechtern, eigentlich bräuchte Griechenland sogar eine Aufwertung der operativen Abläufe. Eine eigene Währung würde aber vom Markt zwangsläufig und massiv fremd abgewertet werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Staatsschulden Griechenland sind in den letzten Jahren im Verhältnis zum BIP von 110% auf 175% gestiegen.
Das Land ist seit 5 Jahren pleite, wird aber trotzdem noch gehalten.
Den Schuldenschnitt hätte man vor 5 Jahren machen sollen, als die privaten Gläubiger noch drin waren.
Marktwirtschaft ist eben auch mit Risiko behaftet, wer falsch kalkuliert, verliert sein Geld, ist nun mal so.
Aber die Politik hat die privaten Investoren zu Lasten der Steuerzahler rausgekauft.
Und jetzt kann Europa nicht mehr zurück, weil sie sonst zugeben müssten, dass ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik der letzten 5 Jahre komplett falsch war.

Selbst wenn Griechenland austreten würde, verblieben die Schulden in Euro und nicht in einer neuen griechischen Währung.
Das Land wird auch in 100 Jahren die Schulden nicht zurück zahlen können.
Also einfach die Schulden Griechenlands mit den Barvermögen der Griechen aufrechnen und fertig.
 
Zurück