Lang hats gedauert, weiter gehts
Masterchief's Retro GFX - Nummer 14: Radeon 9100
Release: Anfang 2003
Chip: R200 (150nm)
3D: DirectX 8.1 / OpenGL 1.4
Ram: 128MB DDR-Ram
Takt: 250/500
01 Score: 12150
Die hier vorgestellte Radeon 9100 ist im Wesentlichen eine Radeon 8500 mit leicht verringerten Takraten und somit identisch zur 8500
LE. Die 8500 kam ursprünglich als Gegner zur Geforce 3 auf den Markt, und zwar schon Mitte 2001. Da der R200 Chip mit seinen 150nm und bärenstarker Architektur aber einiges an Leistung bot, hat man ihn auf der 9100 unverändert in die neue Serie überführt, vermutlich auch um Restbestände loszuwerden.
In diesen Chip ist eine Menge Arbeit geflossen - erinnert euch, während Nvidia mit der GF2 Serie lustig in allen Gamer-Segmenten wütete, hatte ATi dort nur zwei wesentliche Optionen: Die Radeon 7200 und 7500. Und das recht lange. Statt sich auf die Entwicklung eines aktuell konkurrenzfähigen Midrange-Chips mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu konzentrieren, warf man diese Pläne richtigerweise über Bord und arbeitete am High-End Chip der nächsten Generation, was der Endkundenmarkt dann schließlich als Radeon 8500 präsentiert bekam. Wie das Duell mit der GF3 ausging, sieht man am 3D Mark Score (die 8500 habe ich einfach mit +25MHz je auf GPU und Speicher simuliert): 12150 Punkte springen dabei heraus, im Vergleich zu 9362 auf der GF3. Oder auch, im 3D Mark 03: 1762 vs. 1349.
Kurz: Die Karte macht mit einer GF3 kurzen Prozess! Damit war ATi der große Wurf gelungen, und man wurde endlich auch erstmals als ernsthafter Hersteller von Gaming-Hardware wahrgenommen. Die Performance-Krone macht eben doch einiges aus.

Bezahlen lassen hat sich ATi dieses feine Stück Hardware mit 750 DMark zum Launch, aber für die 64MB Variante, was für die Leistung gerechtfertigt war. Dabei ist der Lüfter auch noch angenehm leise nach Leistungsaufnahme hat damals sowieso noch kein Hahn gekräht

(Die erste Karte, der die 30W über den AGP Slot nicht mehr ausreichten, war im Consumer-Segment glaube ich die Radeon 9500/9700 bzw. die FX5700 Ultra auf der grünen Seite.) Man kann die 8500 also durchaus als rundes Paket bezeichnen. Dabei war sie sogar noch 10-20% schneller als die GF3 Ti500, die Nvidia als neues Topmodell ein halbes Jahr später brachte.
Eins sei noch erwähnt, das Namensschema bei ATi folgte damals den DirectX-Versionen, die die Karten unterstützten. Radeon 7000=DX7, Radeon 8000=DX8... Blöderweise passte das mit der Überführung älterer Chips in neuere Serien nicht mehr so ganz, was den Unmut der Gamer auf sich zog. Schließlich bekam man auch mit der Radeon 9100 laut Namensschema eine DX9-kompatible Grafikkarte serviert, die aber dank 8500er Chip nur DX8.1 konnte. Das gleiche galt für alle R200 bzw. RV200er Chips, die in der 9000er Serie zur Verwendung kamen, weswegen man ab dort das Namensschema dann wohl auch geändert hat
