Hatten wir doch schon, oder? Hier die Kurzfassung, warum die GEMA indirekt sehr wohl genau daran schuld ist (C&P aus dem letzten Thread dazu ftw):
Google "will" via Youtube ja gerne Musikvideos den Deutschen zur Verfügung stellen, und mit davor eingeblendeter Werbung Geld verdienen. Da die Lieder urherberrechtlich geschützt sind, müssen für die Nutzung natürlich Gebühren entrichtet werden an den Rechtehalter, diese Position übernimmt die GEMA, als eine Art Behörde, die die Vergütung der durch sie vertretenen Künstler nachprüft, einsammelt, und an die Künstler ausschüttet, so weit so klar.
Googles Vorschlag ist, dass man die GEMA/Künstler an den Werbeeinnahmen beteiligen will, indem ein (unbekannter) Prozentsatz des tatsächlich mit der eingebledenten Werbung verdienten Geldes an die GEMA abgeführt wird. Der GEMA scheint das zu wenig zu sein, und sie beharrt auf einer Vergütung von 0,375 Cent pro Klick/View, unabhängig von tatsächlich generierten Werbeeinnahmen (Adblocker etc. verhindern ja die vorgeschaltete Werbung, ohne Werbung keine Einnahmen - im Zweifel müsste Google halt draufzahlen).
Da keine Einigung erzielt werden konnte (bis heute), hat die GEMA ihr Recht wahrgenommen, und (ich glaube) 12 Videos exemplarisch zur Sperrung auf Youtube beantragt, Google hat dem Folge geleistet. Als weitergehende Reaktion, sperrt Google inzwischen so ziemlich jedes Video, das GEMA-geschützte Inhalte enthalten könnte, ohne dass die GEMA dies konkret so gefordert hätte, die Frage ist nun: Warum? Eine Antwort könnte sein, dass Google einen auf beleidigte Leberwurst macht, und der GEMA einen reinwürgen will .... wahrscheinlicher ist aber eine kleine rechtliche Besonderheit in DE: Die GEMA-Vermutung.
Dieses erstaunliche Stück Rechtssprechung (erstaunlich daher, da eine faktische Umkehr der Unschuldsvermutung, und vor Gericht tatsächlich so bestätigt ....) sorgt dafür, dass bei jedwedem Musikstück das irgendwo aufgeführt, gestreamed oder gespielt wird erst einmal gilt, dass im Zweifel die GEMA daran wahrscheinlich die Rechte hält, und die geltend machen und dafür Gebühren kassieren darf, unabhängig davon, ob dies tatsächlich der Fall ist oder nicht, das ist erst im Nachhinein vom "Beschuldigten" zu widerlegen, da tatsächlich ein Gros der Musiker Mitglied bei der GEMA ist. Da im Zweifel also per se alle Musik auf Youtube auch in nachgespielter Form oder nur als Hintergrundmusik (selbst, wenn es sich um ein Homevideo handelt und im Hintergrund einfach nur der CD-Player lief), hält die GEMA im Zweifel die Rechte daran, und kann rechtlich gegen die unerlaubte Nutzung vorgehen. Google war das wohl zu gefährlich, bei einer derartigen Gesetzeslage einfach weiter (tatsächlich) geschützte Musik uns Deutschen frei zur Verfügung zu stellen, daher sperrt Google auf Youtube alles, das GEMA-verdächtig ist präventiv, um der GEMA keine potentielle Angriffsfläche für Schadensersatzklagen oder Abmahnungen zu liefern.
Google erklärt das daher mit dem - imo treffenden - Text-Schnipsel, dass die GEMA ihnen bis heute keinerlei Nutzungsrechte für die Stücke eingeräumt hat, und da ihnen das Spiel mit dem Feuer zu heiss ist, Google von sich aus präventiv mit Verweis auf den Nichterhalt der Rechte durch die GEMA sperrt. Da sich der Text je nach Lesart wie eine Schuldzuweisung an die GEMA liest (und die grossen Labels der GEMA gehörig Feuer machen wegen der seit Jahren entgangenen Einnahmen), ist die GEMA verständlierweise stocksauer und klagt nun.