In einem Interview mit dem Schweizer Portal "blue Sport" sagte Infantino auf eine erneute WM-Erweiterung angesprochen: "Nach der WM müssen wir überlegen, auf jeden Fall." Eine solche Entscheidung fällt in die Zuständigkeit des FIFA-Rats, in dem auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf Mitglied ist. Die Welt, das sei "nicht nur Europa und Südamerika", sagte Infantino über die mögliche Erweiterung. "Die ganze Welt" müsse von einer WM-Teilnahme träumen dürfen.
Er sprach sportliche Effekte an: "Man sieht, dass die Qualität der Teams allgemein extrem hoch ist - und sie wird immer höher, überall auf der Welt. Wenn man kleineren Ländern keine Möglichkeit gibt, an der WM teilzunehmen, fehlt ihnen auch der Ansporn, sich zu verbessern." Bei der WM 2026 spielen erstmals 48 Teams mit, zuvor waren es 32.
Für eine Erweiterung spricht:
- Durch die Erweiterung zur WM 2026 auf 48 Teams und die Qualifikation kleinerer Teams kam es zu keinem großen Qualitätsabfall. Teams wie Kap Verde oder DR Kongo sorgten im Turnier für viel Unterhaltung.
- Es gäbe keine Mehrbelastung der Spieler, was die Partien angeht: Es bliebe bei maximal acht Spielen pro Team, wenn man die 16 zusätzlichen Teams in vier weiteren Gruppen hinzufügt.
- Auch die Reisezeit für das Turnier insgesamt muss nicht zwingend länger werden, wenn man die benötigten weiteren Spieltage von der Vorbereitung abzieht und möglicherweise auf eine Gelegenheit für Testspiele verzichtet.
- Die Rechnerei mit den besten Gruppendritten verkomplizierte das Turnier 2026 für die Fans - dieses Thema wäre man los.
- Und das schlagende Argument: Mehr Spiele bedeuten in der Welt des Fußballs meistens auch mehr Geld.
Gegen eine Erweiterung spricht:
- Es droht eine Übersättigung: Schon jetzt gibt es 104 Spiele, alleine 72 davon waren Gruppenspiele. Damit gibt es bei der WM 2026 mehr Gruppenspiele als es 2022 Spiele insgesamt gab (64).
- Die Wartezeit zwischen den Spielen wird für die Teams immer länger. Ein Beispiel: 2022 lagen je vier Tage zwischen den drei Gruppenspielen der deutschen Mannschaft, 2026 waren es sechs und fünf Tage.
- Es wird immer schwerer, Länder oder Regionen zu finden, in denen man das Turnier mit entsprechender Infrastruktur noch austragen kann. Damit scheiden zahlreiche Länder für die Gastgeberrolle aus.
- Die Frage nach einer sinkenden sportlichen Qualität des Turniers stellt sich auch bei dieser Erweiterung.
- Eine sportlich interessante Qualifikation wird immer schwerer zur organisieren: In Südamerika spielen schon jetzt sechs von zehn Teams bei der WM mit.