Ist ganz gut, dass das mal gerichtlich geklärt wird. Apple muss sich dabei allerdings nur wegen seiner kartellartigen Struktur fürchten. Davon abgesehen ist das Geschäftsmodell nicht angreifbar. Steam wurde ja zum Beispiel nicht verklagt, denn so eine Klage würde wahrscheinlich direkt abgewiesen. Es ist allerdings merkwürdig, dass Epic nicht auch gegen Sony und Microsoft vorgeht. Die haben im Konsolenbereich eins zu eins das gleiche Geschäftsmodell wie Apple und sind dort ebenfalls marktbeherrschend.
Gegen MS und Sony wird nicht vorgegangen weil Konsolen keine "General Purpose Devices" sind. Eine Konsole wird mit dem Hintergedanken entwickelt über die Spiele wieder Geld in die Kassen zu spülen und ist im Großen und Ganzen auch nur rein dafür gedacht.
Daher möchte Epic (Tim) da nicht zulangen, er empfindet dort den 30% Cut als fair.
Andererseits werden Smartphones als "General Purpose Devices" angesehen, wie PCs und Laptops eben. Diese Geräte werden für einen recht breiten Einsatzzweck geschaffen und nicht nur mit dem Hintergedanken über die Marge im jeweiligen Store-Ökosystem Geld für die Entwicklung hereinzuholen.
Deswegen denkt Epic, dass es hier nicht angebracht ist über die Strenge zu schlagen wenn es um die Marge beim Verdienst mit Apps und deren weiteren Inhalten geht.
Hier wird das echt gut aufgedröselt:
The EPIC TRUTH About Fortnite's WAR on APPLE - YouTube
Ich schätze am Ende wird sich Apple durchsetzen. Ich habe zum Beispiel gar kein Apple/Android Smartphone. Das braucht man nicht unbedingt und der Markt dafür ist immer noch überschaubar und hat durchaus mehrere Mitspieler. Apple könnte auch 90% nehmen. Dass sie das nicht tun, zeigt ja gerade, dass sie sich am Markt orientieren müssen und da sind die 30% überall der Regelfall. Und das Apple für sein Ökosystem kaum Investitionen hat, weil da ja alles "digital" ist, das kann man eigentlich nur glauben, wenn man keinerlei Ahnung davon hat, was der Betrieb eines Rechenzentrums kostet.
30% dafür, dass man die gesamte Infrastruktur bereitgestellt bekommt und sich quasi um nichts kümmern muss was den Vertrieb anbelangt ist meines Erachtens ein echt guter Deal.
Bevor man in den Genuss des digitalen Vertriebs gekommen ist hat man von solch niedrigen Abgaben nur träumen können.
So ca. hat das mal ausgesehen:
Anatomy of a $60 video game | Company Town | Los Angeles Times
Spiel analog im Laden: ca. 45% Umsatz - Spiel digital im Laden: ca. 70% Umsatz. (Variiert natürlich von Fall zu Fall und mit der Absatzmenge)
Im Vergleich zu früher haben die Entwickler/Publisher also viel bessere Konditionen. Natürlich kann man sich dafür einsetzen noch mehr zu bekommen, aber teilweise sieht es für mich so aus, als ob man den Hals einfach nicht voll bekommt.