AW: Folding @ Home Jahresrückblick 2010
Hat dieses Folding@home überhaupt irgendeinen Sinn (ausser als Benchmark)? Ich glaube kaum, dass man daraus irgendwelche Erkenntnisse über Krankheiten gewinnen konnte.
Eigentlich schadet F@h sogar mehr, als es nützt durch den hohen Energieverbrauch.
Hallo und einen guten Start ins Neue!
Jedoch muss ich mich meinem Vorredner anschliessen. Als Benchmark ist das 'folding' nur bedingt tauglich, da es, wie
A.Meier schon sagte, beim 'distributed computing' nicht so sehr um die Performance eines jeden einzelnen Clients ankommt, sondern um die schiere Anzahl der teilnehmenden Systeme. Das kann, bis zu einem gewissen Grad auch ein scheinbar schwächerer Rechner sein, oder z.B eine PS3 (die ja gar nicht so schwach ist). Natürlich obliegt es jedem selbst, abzuwägen, ob es sich dann vom Aufwand und Verbrauch noch lohnt mitzucrunchen. In diesem Punkt hast du nicht ganz unrecht.
Aber das für mich faszinierende an diesem Konzept ist, der Lösungsansatz. Als ich vor ein paar Jahren erstmals mit der Sache Bekanntschaft geschlossen habe, fand ich die folgende Metapher aus dem
Willkommensschreiben von David Baker (Rosetta@home) sehr einprägsam, welche ich hier mal im Auszug zitieren möchte:
Das Rechenaufgabe unseres Projekts lässt sich am besten mit Hilfe einer Analogie beschrieben. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer Forschungmission im Weltraum und haben einen neuen Planeten entdeckt. Nun erklärt man Ihnen, dass etwas, wonach Sie schon immer gesucht haben, genau am Boden des tiefsten Tales auf der Planetenoberfläche liegt. Wie finden Sie nun diesen tiefstgelegenen Punkt? Eine Möglichkeit wäre, irgendwo auf dem Planeten zu landen und von da aus mit der Suche zu beginnen. Wenn es sich allerdings um einen sehr großen Planeten handelt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie nahe genug an diesem tiefen Tal gelandet sind, um es zu finden. Wenn Sie zum Beispiel auf der Erde gelandet wären, wäre es wenig wahrscheinlich, so nahe am Tal des Toten Meeres zu landen, dass Sie es tatsächlich entdecken - Sie werden wohl eher auf einem ganz anderen Kontinent landen und dann den Himalaya oder die Sahara durchsuchen. Wenn Sie statt dessen aber 10.000 entschlossene Kundschafter hätten, von denen jeder mit dem Fallschirm an einer anderen Stelle des Planeten abspringt und Ihnen dann die jeweils von ihm gefundene tiefste Stellen in seinem Landegebiet meldet, würde die Sache ganz anders aussehen. Die Chancen einer erfolgreichen Suche würden erheblich steigen und je mehr Kundschafter Sie ausschicken könnten, um so größer würde diese Chance.
Mit anderen Worten, ist die beim verteilten Rechnen, bzw. 'distributed computing' freiwillig zur Verfügung gestellte Rechenleistung um ein Vielfaches effizienter und wahrscheinlich auch höher, als jeder einzelne Supercomputer dieses Planeten.
Und das alles im Sinne der Forschung - für einen guten Zweck also.
Statt irgendwelche MMOG's zu spielen, finde ich, dass man die Rechenleistung seines eigenen PCs somit weitaus sinnvoller einsetzen kann. Aber das ist und bleibt natürlich eine freiwillige Entscheidung, die jedem offen steht.
