Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Sloth

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Fünf Experten erklären auf fünf Seiten, was die Zukunft für Europa wohlmöglich parat hält. Es handelt sich um eine Zusammenfassung der Kernaussagen ihres gemeinsamen neuen Buches.
Was sich liest wie ein Untergangsszenario utopischen Ausmaßes, ist eine Prognose renomierter Experten, unter anderem eines Lehrers an der Havard Universität. Sie warnen vor einem Crash, der Unruhen und Bürgerkrieg nach sichen ziehen wird und nehmen kein Blatt vor den Mund.
Fünf Experten reden Klartext: Die Wahrheit über den Euro-Crash - Fünf Experten reden Klartext - FOCUS Online - Nachrichten

Ich bitte darum, daß sich Diksussionsteilnehmer zuerst den Onlineartikel durchlesen, bevor sie hier unbedacht posten.
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

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Zuletzt bearbeitet:
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

FUUUUUUUU, das sieht garnicht gut aus. Soviel zur achsotollen Europäischen Union. Kriegen die nix auf die Reihe und dann bleibt alles bei uns Deutschen hängen. -.-
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Imho ist der Artikel nicht ganz falsch, aber extrem einseitig.
Zur Erklärung gucke man sich auch die Gesinnung der Autoren an:
Sie wollen, schon im Titel, die D-Mark zurück, sie sind Juristen (da gäbe es einiges zu bemängeln - aber Recht hat halt nicht immer was mit Realität zu tun), hegen migrantenfeindliche Vorurteile (wobei ich mich frage, wie verpeilt man sein muss, um auf eine 120% HartzIV-Quote zu kommen :lol: ), sind hauptberuflich Paranoiker oder "Goldexperte" (nein, der hat garantiert kein personliches Interesse daran, Focus money Leser zu verunsichern...).

Das Szenario, dass sie dann aufbauen, ist ein etwas zu buntes Sammelsurium von Versatzstücken, die in Kombination nicht mehr zwingend richtig sind:
- Es könnte zum Crash kommen: Klar. Das sagen so ziemlich alle und schon ziemlich lange.
- Die Staaten könnten mit Gelddrucken darauf reagieren: Das ist zu beobachten, Eskalation gedanklich kein großer Schritt (praktisch - siehe unten)
- Der Geldmangel wird zum Zusammenbruch der Sozialsysteme und zu Massenunruhen führen:
Mit "ein Geldmangel" wäre es ein mögliches (extrem-)Szenario - aber von einem Autorenteam, das eben noch die Ultrainflation herbeigeredet hat, ist es einfach nur schwachsinnig bzw. erweckt den Eindruck, dass hier alle nur erdenklichen Panikszenarien zusammen präsentiert werden. Auch wenn sie sich gegenseitig ausschließen... .
Zufällig verraten sie dann gleich noch die "sichere Lösung" (neben der Nationalstaaterei): Gold und Edelsteine.
Die sind garantiert echt praktisch, wenn auf dem gesamten Kontinent die Wirtschaft zusammenbricht und die Barrikaden brennen :schief:


Meine Meinung zum Thema als solches (Teile, die wir in anderen Threads schon hatten, gekürzt):

So, wie es läuft, sollte es nicht weitergehen.
Aber es könnte - und ich bin mittlerweile zuversichtlich, dass es das auch eine ganze Zeit lang wird. Denn das ist die beste Option für diejenigen, die den Verlauf in der Hand haben.

Bis ~Anfang letzten Jahres lief es auf einen Crash hinaus. Alle (ALLE. Staaten, Finanzindustrie, Unternehmen, z.T. Privatleute) saßen in der selbst gebauten Schuldenfalle. Die einen tiefer - die anderen weniger, aber alle darauf angewiesen, dass andere ihnen vertrauen und Geld leihen. Es gab eine Kette von Griechenland über die Iberer, Italien, Frankreich und diverse Banken bis hin zu Deutschland, bei der Stück für Stück der Letzte in der Kette als "inakzeptabel" weggefallen und der Vorletzte verloren gewesen wäre. Und, als wahre self-fulfilling prophecy, würde so eine Aktion, für sich alleine betrachtet, in der Tat die Wirtschafts- und Sozialsysteme kollabieren lassen und damit den Rest der globalen Wirtschaft gleich mit vernichten, so dass es auch für vemeintlich sicherere Staaten keinen wirkungsvollen Schutz gibt.
So ein Szenario würde dann in der Tat Zustände wie im Deutschland der Inflationskrise ermöglichen, oder eine Steigerung dessen, was in Griechenland schon in einigen Nächten lief. (ODER. nicht und.)

Aber:
Seitdem hatten wir mehrere Wahlen mit klarem Linksruck, wir hatten Schuldenschnitte für Griechenland und selbst deutsche Politiker kommen (wie immer als letzte - außer vielleicht dem Klischee-BILD-Leser) von dem Gedanken weg, dass das Problem gelöst ist, wenn die Griechen sich selbst zu tode hungern. Auf einmal liest man in den Nachrichten was von zeitlich gestreckten Auflagen, eine (stark abgeschwächte) Transaktionssteuer erscheint möglich, Eurobonds werden thematisiert und vor allem: Wirtschaftsprogramme auf Staatskosten. Große Mengen Kredite sollen aufgenommen und Geld in die Wirtschaft gepumpt werden. Und die Banken sagen bislang nicht "nein" (eher im Gegenteil).

Ist das sinnvoll?
Eigentlich nicht, es ist eine Eskalation der Bedingungen, auf denen die Krise gewachsen ist. Aber profitiert davon vielleicht jemand? Sicherlich.

De facto geht es imho um die Wiederherstellung der Vorkrisenzeit. Nur wird Geld nicht mehr ausschließlich von Banken und Spekulanten generiert, die vergeben und verkaufen was sie gar nicht besitzen, sondern zu einem etwas größeren Teil von Staaten. (In Form von Krediten, die nie jemand zurückzahlen kann/wird).
Das klingt wie ein Scheckensszenario - aber es ist nicht DAS Schreckensszenario. Es ist unterm Strich ein Zustand, an dem Staaten, Banken, Vermögende, Industrie und Börsen, über ein halbes Jahrhundert lang kontinuierlich profitiert haben (während die Breite Masse die Zeche zahlte, in Form von Inflation, wie sie bei derartiger Geldfreisetzung unvermeidbar ist). Und damit ist dieses Szenario für Staaten, Banken, Vermögende, Industrien und Börsen attraktiv.
Und wer entscheidet über eine mögliche Umsetzung? Rein zufällig Staaten, Banken, Vermögende, Industrien und Börsen ... (mitlere über Investitionen und Lobbyismus)


Die Alternativen dagegen sind zum einen obige Schreckensszenarien
- Unkontrollierte Inflation:
wäre für die Industrie und ggf. Vermögende (wenn es Sachwerte wären) attraktiv, würde aber eine riskante Durststrecke enthalten (die ggf. einen erheblichen Anteil an der verbleibenden Lebenserwartung hat). Die heutige Politik könnte aber abdanken (hoffentlich nicht zugunsten von Nazis...) und die Finanzwirtschaft wäre sowieso weg.
- Stückweiser Zusammenbruch des Gesellschaftssystems:
nützt niemandem was (außer vielleicht Waffenherstellern) - wir leben ja eben in einer Gesellschaft, weil es besser für uns ist.

Zum anderen aber auch
- Nationalismus:
In Deutschland zunehmend in Mode: "warum sollten wir den Kopf für Griechenland hinhalten?". Das wir eigentlich "den Kopf" für deutsche Banken und deutsche Rüstungsexporte (nicht) hinhalten ist den Populisten dabei egal - aber es zeigt schon ganz klar auf, das neben der etablierten Politik auch die globalisierte Industrie und Finanzwirtschaft ganz große Verlierer wären. Denn das ist eben auch eine Gemeinschaft, von der jedes Mitglied profitiert - und zwar erheblich.
- reiner Kapitalismus:
Einige meinen zwar, wir hätten den schon - stimmt aber nicht. "too big to fail" gibt es da nämlich nicht. Folge wäre also nicht nur die eine oder andere Staatspleite, sonder auch eine ganze Reihe von Bankenpleiten, was Großunternehmen nicht verkraften. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet die, die nur ein kleines/mittelständisches Unternehmen haben, oder gar nur ihre Arbeitskraft und Wohnungseinrichtung, die würden erstmal gar nichts verlieren. Die oben genannten großen fünf dagegen fast alles - denn deren Macht ist auf das (noch) bestehende System angewiesen und würde mit ihm zu Grunde gehen.
- Sozialismus/Kommunismus(/andere linke Gesellschaftsmodelle, die immer wieder in Teilen ausformuliert werden, aber noch nicht "ismutisiert" wurden):
Linke Strömungen haben in der Krise massiven Zulauf erhalten, das Schreckgespenst der Diktaturen des real exestierenden Sozialismuses wird zunehmend hinterfragt. Selbst in Deutschland laufen Bestrebungen, z.B. Gas- und Wassernetze wieder in Hände kommunaler Träger zu bekommen. Noch geschieht das durch Aufkäufe und nicht durch Zwangsverstaatlichung. Aber als die ersten Bankenrettungen anstanden, mussten sich unsere lieben FDP-Minister sehr viel Mühe geben, um die Forderungen nach politischem Einfluss als Gegenleistung für Rettungszahlungen unterzubuttern und am Ende doch nur die faulen Kredite zu versilbern.
Je länger die Krise jetzt andauert, desto größer wird die Gefahr, dass weitere Leute auf die kommen, das es irgendwie bescheuert ist, den Banken Geld zu leihen, damit sie nach Abzug einer gewissen Gewinnspanne den Staaten Kredite geben. Oder das man Wirtschaftsförderung vielleicht nicht über Großindustrieprojekte betreiben sollten, in der Hoffnung, dass globale Konzerne einen Teil des Geldes, dass sie erhalten, wieder in Europa investieren. Am Ende äußert sogar jemand die Meinung, dass "too big to fail" automatisch auch "zu wichtig, um nicht demokratisch kontrolliert zu werden" bedeutet...

Dieses Szenario ist imho für alle, die vom derzeitigen System profitieren, der eigentliche Worst-Case. Denn Macht, Kontrolle und ein erheblicher Teil ihres Besitzes würde an die breite Masse übergehen bzw. an Politische Gruppen, die heute bestenfalls in der Opposition sitzen.
Ehe sie das zulassen, wählen sie lieber die weitergeführte Aneinandereihung von Krediten an Leute, die diese eigentlich nicht zurückzahlen können, auf Basis von Geld, das eigentlich nicht existieren sollte.
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Ich weiß dass Hankel ein Eurokritiker ist und zwar schon seit der ersten Stunde.
Daher überrascht mich das nicht was der sagt.
Genauso könntest du in einem anderen Blatt genau das Gegenteil antreffen das ebenfalls von Wirtschaftswissenschaftler gestützt wird.
Ich geben darauf nichts.

Dass die Staaten alle überschuldet sind ist nichts neues und seit vielen Jahren so. Unser Wirtschaftssystem basiert auf Schulden und bevorzugt die, die Geld haben. Zinseszins eben.
Ein Crash ist nur logisch und danach sind wieder viele Pleite und viele arm und es fängt von vorne an.

Gibt es nicht schon einen Thread in dem das hineinpassen könnte?
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Für einen geselligen Kneipenabend wären die Aussagen vielleicht noch passend, auch ist es sehr Einseitig gehalten.

In einem Punkt müßte ich allerdings zustimmen das manche Staaten in Saus und Braus leben ohne ein Morgen. Hätte da im Vorfeld ein genau definierter Finanzplan das schlimmste nicht verhindern können?
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Das stimme ich dir zu. Gerade das billige Geld das mit dem Euro kam hat die Staaten dazu veranlasst das Geld mit vollen Händen auszugeben und alle möglichen Sachen zu finanzieren oder zu subventionieren.
Jetzt müssen sie die Zeche zahlen. Dazu kommt noch die Bankenrettung 2009 die ebenfalls mit Schulden bezahlt wurde.
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Es wäre wirklich mal schön wennPolitiker di eSteuergelder so ausgeben als wäre es Ihr eigenes Geld oder die dafür haften. Wenn ich irgendwo in einen Betrieb gehe und deren Kohle verheize wäre ich ja schnell weg vom Fenster, nur die werden auf einen anderen Posten gelobt wo die noch mehr Bockmist verzapfen können. Es heißt ja eigendlich auch zum Wohl des Volkes
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Ich halte einiges von diesem Artikel für stark übertrieben. Ich glaube zum Beispiel keinesfalls an einen Bürgerkrieg. Einen normalen, zwischenstaatlichen Krieg würde ich allerdings nicht ausschließen wollen. Es sei denn, man wolle analog zum amerikanischen Sezessionskrieg einen Krieg unter europäischen Nationen als "Bürgerkrieg" bezeichnen.

Einiges stimmt aber und folgendes meine ich dazu:
1.) Wir hätten dem Euro nie beitreten dürfen und auf die Wiedervereinigung verzichten sollen (wobei es mir völlig schleierhaft ist, wieso zwei Staaten für ihr Zusammengehen das Placet eines oder mehrerer Dritter brauchen sollten).
2.) Wir müssen aus dieser Schrottwährung so schnell wie möglich raus. Entweder wir retten uns und zahlen einmal heftig oder wir gehen mit dem ganzen Schund langsam unter. Wem da ersteres nicht lieber ist, muß schon sehr masochistisch veranlagt sein.
3.) Damit uns keiner mehr in unsere Finanzen reinreden kann, sollten wir auch der EU den Rücken kehren. Andernfalls wird man nie aufhören, uns in die Taschen zu greifen. Falls man Angst vor allzu großer internationaler Isolation haben sollte, wäre eine nähere sicherheitspolitische Anlehnung an Rußland denkbar, solange es nicht in den Kommunismus zurückfällt.


Es wäre wirklich mal schön wennPolitiker di eSteuergelder so ausgeben als wäre es Ihr eigenes Geld oder die dafür haften. Wenn ich irgendwo in einen Betrieb gehe und deren Kohle verheize wäre ich ja schnell weg vom Fenster, nur die werden auf einen anderen Posten gelobt wo die noch mehr Bockmist verzapfen können.

Nette Idee. Aber alleine wegen der Haftungsvolumina wäre das völlig unmöglich. Für die Summen, um die es auch nur im Gemeinderat schon geht, kann kein normaler Mensch Ersatz leisten.
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Dann sollten solche Beträge nur durch ein Gremium möglich werden, oder erneut berechnet werden. Der Griff in unsere Tasche hat wohl eher einen tieferen Hintergrund ( ist jetzt mal meine Vermutung ). Ob es umgekehrt auch so gelaufen wäre?
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Imho ist der Artikel nicht ganz falsch, aber extrem einseitig.
Zur Erklärung gucke man sich auch die Gesinnung der Autoren an:
Sie wollen, schon im Titel, die D-Mark zurück, sie sind Juristen (da gäbe es einiges zu bemängeln - aber Recht hat halt nicht immer was mit Realität zu tun), hegen migrantenfeindliche Vorurteile (wobei ich mich frage, wie verpeilt man sein muss, um auf eine 120% HartzIV-Quote zu kommen :lol: ), sind hauptberuflich Paranoiker oder "Goldexperte" (nein, der hat garantiert kein personliches Interesse daran, Focus money Leser zu verunsichern...).

Das Szenario, dass sie dann aufbauen, ist ein etwas zu buntes Sammelsurium von Versatzstücken, die in Kombination nicht mehr zwingend richtig sind:
- Es könnte zum Crash kommen: Klar. Das sagen so ziemlich alle und schon ziemlich lange.
- Die Staaten könnten mit Gelddrucken darauf reagieren: Das ist zu beobachten, Eskalation gedanklich kein großer Schritt (praktisch - siehe unten)
- Der Geldmangel wird zum Zusammenbruch der Sozialsysteme und zu Massenunruhen führen:
Mit "ein Geldmangel" wäre es ein mögliches (extrem-)Szenario - aber von einem Autorenteam, das eben noch die Ultrainflation herbeigeredet hat, ist es einfach nur schwachsinnig bzw. erweckt den Eindruck, dass hier alle nur erdenklichen Panikszenarien zusammen präsentiert werden. Auch wenn sie sich gegenseitig ausschließen... .
Zufällig verraten sie dann gleich noch die "sichere Lösung" (neben der Nationalstaaterei): Gold und Edelsteine.
Die sind garantiert echt praktisch, wenn auf dem gesamten Kontinent die Wirtschaft zusammenbricht und die Barrikaden brennen :schief:


Meine Meinung zum Thema als solches (Teile, die wir in anderen Threads schon hatten, gekürzt):

So, wie es läuft, sollte es nicht weitergehen.
Aber es könnte - und ich bin mittlerweile zuversichtlich, dass es das auch eine ganze Zeit lang wird. Denn das ist die beste Option für diejenigen, die den Verlauf in der Hand haben.

Bis ~Anfang letzten Jahres lief es auf einen Crash hinaus. Alle (ALLE. Staaten, Finanzindustrie, Unternehmen, z.T. Privatleute) saßen in der selbst gebauten Schuldenfalle. Die einen tiefer - die anderen weniger, aber alle darauf angewiesen, dass andere ihnen vertrauen und Geld leihen. Es gab eine Kette von Griechenland über die Iberer, Italien, Frankreich und diverse Banken bis hin zu Deutschland, bei der Stück für Stück der Letzte in der Kette als "inakzeptabel" weggefallen und der Vorletzte verloren gewesen wäre. Und, als wahre self-fulfilling prophecy, würde so eine Aktion, für sich alleine betrachtet, in der Tat die Wirtschafts- und Sozialsysteme kollabieren lassen und damit den Rest der globalen Wirtschaft gleich mit vernichten, so dass es auch für vemeintlich sicherere Staaten keinen wirkungsvollen Schutz gibt.
So ein Szenario würde dann in der Tat Zustände wie im Deutschland der Inflationskrise ermöglichen, oder eine Steigerung dessen, was in Griechenland schon in einigen Nächten lief. (ODER. nicht und.)

Aber:
Seitdem hatten wir mehrere Wahlen mit klarem Linksruck, wir hatten Schuldenschnitte für Griechenland und selbst deutsche Politiker kommen (wie immer als letzte - außer vielleicht dem Klischee-BILD-Leser) von dem Gedanken weg, dass das Problem gelöst ist, wenn die Griechen sich selbst zu tode hungern. Auf einmal liest man in den Nachrichten was von zeitlich gestreckten Auflagen, eine (stark abgeschwächte) Transaktionssteuer erscheint möglich, Eurobonds werden thematisiert und vor allem: Wirtschaftsprogramme auf Staatskosten. Große Mengen Kredite sollen aufgenommen und Geld in die Wirtschaft gepumpt werden. Und die Banken sagen bislang nicht "nein" (eher im Gegenteil).

Ist das sinnvoll?
Eigentlich nicht, es ist eine Eskalation der Bedingungen, auf denen die Krise gewachsen ist. Aber profitiert davon vielleicht jemand? Sicherlich.

De facto geht es imho um die Wiederherstellung der Vorkrisenzeit. Nur wird Geld nicht mehr ausschließlich von Banken und Spekulanten generiert, die vergeben und verkaufen was sie gar nicht besitzen, sondern zu einem etwas größeren Teil von Staaten. (In Form von Krediten, die nie jemand zurückzahlen kann/wird).
Das klingt wie ein Scheckensszenario - aber es ist nicht DAS Schreckensszenario. Es ist unterm Strich ein Zustand, an dem Staaten, Banken, Vermögende, Industrie und Börsen, über ein halbes Jahrhundert lang kontinuierlich profitiert haben (während die Breite Masse die Zeche zahlte, in Form von Inflation, wie sie bei derartiger Geldfreisetzung unvermeidbar ist). Und damit ist dieses Szenario für Staaten, Banken, Vermögende, Industrien und Börsen attraktiv.
Und wer entscheidet über eine mögliche Umsetzung? Rein zufällig Staaten, Banken, Vermögende, Industrien und Börsen ... (mitlere über Investitionen und Lobbyismus)


Die Alternativen dagegen sind zum einen obige Schreckensszenarien
- Unkontrollierte Inflation:
wäre für die Industrie und ggf. Vermögende (wenn es Sachwerte wären) attraktiv, würde aber eine riskante Durststrecke enthalten (die ggf. einen erheblichen Anteil an der verbleibenden Lebenserwartung hat). Die heutige Politik könnte aber abdanken (hoffentlich nicht zugunsten von Nazis...) und die Finanzwirtschaft wäre sowieso weg.
- Stückweiser Zusammenbruch des Gesellschaftssystems:
nützt niemandem was (außer vielleicht Waffenherstellern) - wir leben ja eben in einer Gesellschaft, weil es besser für uns ist.

Zum anderen aber auch
- Nationalismus:
In Deutschland zunehmend in Mode: "warum sollten wir den Kopf für Griechenland hinhalten?". Das wir eigentlich "den Kopf" für deutsche Banken und deutsche Rüstungsexporte (nicht) hinhalten ist den Populisten dabei egal - aber es zeigt schon ganz klar auf, das neben der etablierten Politik auch die globalisierte Industrie und Finanzwirtschaft ganz große Verlierer wären. Denn das ist eben auch eine Gemeinschaft, von der jedes Mitglied profitiert - und zwar erheblich.
- reiner Kapitalismus:
Einige meinen zwar, wir hätten den schon - stimmt aber nicht. "too big to fail" gibt es da nämlich nicht. Folge wäre also nicht nur die eine oder andere Staatspleite, sonder auch eine ganze Reihe von Bankenpleiten, was Großunternehmen nicht verkraften. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet die, die nur ein kleines/mittelständisches Unternehmen haben, oder gar nur ihre Arbeitskraft und Wohnungseinrichtung, die würden erstmal gar nichts verlieren. Die oben genannten großen fünf dagegen fast alles - denn deren Macht ist auf das (noch) bestehende System angewiesen und würde mit ihm zu Grunde gehen.
- Sozialismus/Kommunismus(/andere linke Gesellschaftsmodelle, die immer wieder in Teilen ausformuliert werden, aber noch nicht "ismutisiert" wurden):
Linke Strömungen haben in der Krise massiven Zulauf erhalten, das Schreckgespenst der Diktaturen des real exestierenden Sozialismuses wird zunehmend hinterfragt. Selbst in Deutschland laufen Bestrebungen, z.B. Gas- und Wassernetze wieder in Hände kommunaler Träger zu bekommen. Noch geschieht das durch Aufkäufe und nicht durch Zwangsverstaatlichung. Aber als die ersten Bankenrettungen anstanden, mussten sich unsere lieben FDP-Minister sehr viel Mühe geben, um die Forderungen nach politischem Einfluss als Gegenleistung für Rettungszahlungen unterzubuttern und am Ende doch nur die faulen Kredite zu versilbern.
Je länger die Krise jetzt andauert, desto größer wird die Gefahr, dass weitere Leute auf die kommen, das es irgendwie bescheuert ist, den Banken Geld zu leihen, damit sie nach Abzug einer gewissen Gewinnspanne den Staaten Kredite geben. Oder das man Wirtschaftsförderung vielleicht nicht über Großindustrieprojekte betreiben sollten, in der Hoffnung, dass globale Konzerne einen Teil des Geldes, dass sie erhalten, wieder in Europa investieren. Am Ende äußert sogar jemand die Meinung, dass "too big to fail" automatisch auch "zu wichtig, um nicht demokratisch kontrolliert zu werden" bedeutet...

Dieses Szenario ist imho für alle, die vom derzeitigen System profitieren, der eigentliche Worst-Case. Denn Macht, Kontrolle und ein erheblicher Teil ihres Besitzes würde an die breite Masse übergehen bzw. an Politische Gruppen, die heute bestenfalls in der Opposition sitzen.
Ehe sie das zulassen, wählen sie lieber die weitergeführte Aneinandereihung von Krediten an Leute, die diese eigentlich nicht zurückzahlen können, auf Basis von Geld, das eigentlich nicht existieren sollte.
Die Gesinnung (D-Mark zurück) ist wohl nicht die Ursache dafür, daß die 5 Herren ein solch düsteres Szenario beschreiben, sondern vielmehr die Folge. Die Politik von heute vor schon vor 10 und 20 Jahren klar abzusehen. Außerdem ist der Wunsch nach einer nationalen Währung nicht negativ zu bewerten, sondern wertungsfrei hinzunehmen. Auch sprachen sich über 50 % der Befragten der jüngsten ARD-Umfrage für die Wiedereinführung der Mark aus. Wie der Artikel allerdings verdeutlicht, ist die Einführung des Euros kein pro-europäisches Unterfangen sondern schlicht ein anti-deutsches, was verdeutlicht, daß die Auferstehung einer deutschen Nationalwährung mit allen Mitteln bekämpft werden wird.

Du gehst des Weiteren nicht unberechtigt davon aus, daß es noch ein gutes Weilchen so weitergehen kann, wie es jetzt läuft. Das sollte uns jedoch nicht beruhigen und uns uns zurücklehnen lassen, sondern uns, vor allem den Herrschaften in Berlin, die Kraft geben, zu handeln, bevor der GAU eintritt. Alles andere wäre auch mehr als fahrlässig.
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Gibt es nicht schon einen Thread in dem das hineinpassen könnte?

Wir haben einen mit Schwerpunkt zur Griechenlandkrise, der aber schon länger ruht und nicht 1:1 deckungsgleich mit dem hiesigen Artikel ist. Da kann man auch neu anfangen - ist für Neueinstiger übersichtlicher.


In einem Punkt müßte ich allerdings zustimmen das manche Staaten in Saus und Braus leben ohne ein Morgen. Hätte da im Vorfeld ein genau definierter Finanzplan das schlimmste nicht verhindern können?

Ich wüsste nicht, welche Staaten "in saus und braus leben", ohne dass die anderen Staaten, die dies angeblich nicht machen, nicht davon profitieren würden. Viele Leute verwechseln da Staatsausgaben mit weggeworfenem Geld. Aber Geld wird nicht weggeworfen - es wird nur investiert. Man mag der Meinung sein, dass andere Investitionen besser wären, aber dann muss man auch betrachten, wem das Geld in so einem Fall fehlen würde. Geld z.B. das ein Staat an Rentner oder seine Angestellten zahlt, fördert die Binnennachfrage und ist somit kein Verlust für die Volkswirtschaft - sondern nur eine Umverteilung.
Viele Leute werfen z.B. den Griechen vor, sie würden "in Saus und Braus" leben. Merkwürdigerweise hat Griechenland aber einen niedrigeren Lebensstandard als wir, erbringt als EU-Außengrenzenland wertvolle Dienstleistungen für uns, ohne dafür (bislang) angemessen entschädigt zu werden und hat auf Seite von Kosten- & Verpflichtungen die gleiche Last zu tragen, wie jeder andere Eurostaat auch. Schließlich sind die (Brutto-)Preise innerhalb eines einheitlichen Währungsraumes nicht alzu unterschiedlich -insbesondere für Importwahren-, nur weil es die Löhne sind.
Das einzige, was man den Griechen berechtigterweise vorwerfen könnte, ist ein kostspielieges Militär, dass sie eigentlich nicht bräuchten und was ihrer Volkswirtschaft viel Geld entzieht, dass ins Ausland abfließt. Zu Krauss-Mafei Wegmann. Zu Heckler&Koch. Zu EADS (mehrheitlich deren deutschen Abteilungen). Zu Mercedes. Und vor allem zu ThyssenKrupp. (okay: Und zu General Dynamics)
Welchem Staat diese Verschiebung von Geld ein + und welchem ein - in die Kasse schreibt, sollte offensichtlich sein...


1.) Wir hätten dem Euro nie beitreten dürfen und auf die Wiedervereinigung verzichten sollen (wobei es mir völlig schleierhaft ist, wieso zwei Staaten für ihr Zusammengehen das Placet eines oder mehrerer Dritter brauchen sollten).

Bis zu dieser Einigung galt für die BRD juristisch tatsächlich noch die Waffenstillstandsvereinbarung/Besatzungsregelung von 45 - und die Besatzer mussten demnach zustimmen. Davon abgesehen war man nach 30 Jahren kalten Krieges eigentlich auch ganz froh, mal gemeinschaftliche Lösungen zu finden, als sich gegen alle möglichen anderen zu stellen.
Wer deswegen aber animmt, der Euro wäre Bedingung für die Wiedervereinigung gewesen, der hat imho ein etwas merkwürdiges Geschichtsverständniss...

2.) Wir müssen aus dieser Schrottwährung so schnell wie möglich raus. Entweder wir retten uns und zahlen einmal heftig oder wir gehen mit dem ganzen Schund langsam unter. Wem da ersteres nicht lieber ist, muß schon sehr masochistisch veranlagt sein.

Wer ist "wir"? Die deutsche Exportwirtschaft, die ohne den Euro um zweistellige Prozentzahlen schrumpfen würde? Die deutschen Banken, die davon abhängig sind, dass diverse europäische Staaten (und Finanzinstitute) ihre Schulden in einer Währung zurückzahlen, die in Deutschland was wert ist, weil unsere Banken sonst einpacken können? Der deutsche Staat, der es seit Jahren genießt, über dem EU-Umweg unseren Nachbarstaaten diverse Vorschriften machen zu können (wiederum zum Wohle der deutschen Großunternehmen)?
"Retten" würdest du mit einem Ausstieg sowenige, dass der Sog der dann hoffnungslos verloren sie erst recht in die Tiefe reicht. Das ist das Problem mit Globalisierung und Wirtschaftsverflechtung: Man löst sie nicht von heute auf morgen.

3.) Damit uns keiner mehr in unsere Finanzen reinreden kann, sollten wir auch der EU den Rücken kehren. Andernfalls wird man nie aufhören, uns in die Taschen zu greifen. Falls man Angst vor allzu großer internationaler Isolation haben sollte, wäre eine nähere sicherheitspolitische Anlehnung an Rußland denkbar, solange es nicht in den Kommunismus zurückfällt.

Da müssten wir uns aber nochmal über die Aufteilung von Polen und Baltikum einigen, damit wir auch eine gemeinsame Grenze haben :schief: :rollen:


Dann sollten solche Beträge nur durch ein Gremium möglich werden, oder erneut berechnet werden. Der Griff in unsere Tasche hat wohl eher einen tieferen Hintergrund ( ist jetzt mal meine Vermutung ). Ob es umgekehrt auch so gelaufen wäre?

Über derartige Summen werden von Gremien entschieden. Die nennt man "Parlamente" und fragt alle 4-5 Jahre (angeblich) mündige Bürger, wer denn vertrauensvoll genug ist, in ihnen zu sitzen.
Wenn die dann Fehler machen - wer sollte deiner Meinung nach das Recht haben, gegen diese Fehler vorzugehen?
Davon mal ganz abgesehen, dass sich die Auswirkungen politischer Entscheidungen oft erst Jahre später entfalten, nur schwer präzise zuzuordnen sind und umgekehrt auch nicht immer ganz dem entsprechen, was man zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung erwartet hätte. Manchmal liegt das an der Dummheit der Entscheidenden ("Wie? Atommüll kann man nicht in der schwarzen Tonne entsorgen?"), manchmal aber auch einfach an unterschiedlicher Gewichtung der gleichen Fakten ("Eine Kernschmelze alle paar Jahre ist ein akzeptables Restrisiko").
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Wer ist "wir"? Die deutsche Exportwirtschaft, die ohne den Euro um zweistellige Prozentzahlen schrumpfen würde? Die deutschen Banken, die davon abhängig sind, dass diverse europäische Staaten (und Finanzinstitute) ihre Schulden in einer Währung zurückzahlen, die in Deutschland was wert ist, weil unsere Banken sonst einpacken können?

Das mit der Exportwirtschaft, halte ich für großen Blödsinn. Wenn du dir mal die Liste mit den produktivsten Volkswirtschaften anschaust, wirst du sehen, dass wir ganze vorne mit dabei sind. Zudem sieht man es an Ländern, wie z.b. der Schweiz die trotz ihrer starken Währung immer noch sehr konkurrenzfähig sind.
Ein weiteres Beispiel wäre hier u.a. noch Australien, die auch eine sehr starke Währung momentan haben und den Leuten hier geht es alles andere als schlecht. Im Gegenteil, die Löhne hier sind utopisch! Da blutet dir richtig das Herz, wenn du es mit Deutschland vergleichst und dann siehst, wie wenig wir eig. verdienen im Vergleich mit anderen "wichtigen Industriestaaten".

Und wieso sollten die Banken ein Problem haben? Die Schulden werden halt dann von Euro in D-Mark umgerechnet und dann wenn die anderen Länder dann mehr Lira usw. aufbringen müssen für 1 DM, hast du als Gläubiger keinen Nachteil;)


Da müssten wir uns aber nochmal über die Aufteilung von Polen und Baltikum einigen, damit wir auch eine gemeinsame Grenze haben :schief: :rollen:

Nur ob das auf eine große Begeisterung stoßen würde:D

mfg

Bärenmarke
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Es geht nicht darum, dass man mit einer starken Währung nicht exportieren kann (schwerer wird es allerdings sehr wohl), sondern vor allem darum, dass du mit eigener Währung deutlich schlechter exportieren kannst, als innerhalb eines Währungsraumes. Die deutsche Wirtschaft hat sich sehr gut auf die Eurozone eingestellt und ein abrupter Wechsel, selbst wenn er langfristig gleiche Bedingungen ermöglichen könnte (man beachte den Unterschied zwischen "könnte" und "wird"), verursacht erst einmal eine massive Störung. In einer Phase, in der viele Unternehmen schon durch fehlende Kredite und durch die schlechte Auftragslage aus kollarbierenden Fremdwirtschaften kurz vor/im Absturz stehen, wird das reihenweise zu Pleiten und Massenentlassungen führen. Die wiederum schaden der Binnennachfrage massiv, so dass auch die nicht Exportorientierten Unternehmen leiden.
Unterm Strich reden ich nicht von einer Situation, die unter guten Bedingungen nicht noch zu meistern werde, aber mit 2-3 Millionen zusätzlichen Arbeitslosen und einem 10-20% geringeren BIP muss man rechnen. Und es sind eben nicht "gute Bedingungen", sondern es sind äußerst problematische, in denen der Staat nicht die Möglichkeit hat, die in so einer Situation nötigen Gegenmaßnahmen zu treffen. (Davon abgesehen, dass sie nicht billiger wären, als den Witz "griechische Wirtschaft" komplett aus eigener Tasche zu finanzieren)

Zu den Banken:
Das Problem sind nicht Schuldner, die dann viel mehr Lire (eigentlich ja Euro, wenn wir aussteigen - oder?) zahlen müsssen.
Das Problem sind (bereits jetzt) Schuldner, die diese nicht zahlen werden und Banken, die zwingend davon abhängen, dass sie gezahlt werden. Wie schon mehrfach erwähnt: Die deutschen Zahlungen an Athen retten nicht den griechischen Staat (der ist im freien Fall) oder gar die griechischen Bürger (die sind mittlerweile z.T. auf Lebensmittelspenden angewiesen und das Gesundheitssystem ist im kollabieren begriffen), sondern die retten Investitionen der deutschen Banken - die wir ansonsten über den deutschen Bankenrettungsschirm retten müssten, in den (im Gegensatz zum europäischen) keine anderen EU-Staaten einen Teil der Kosten tragen.



Die Gesinnung (D-Mark zurück) ist wohl nicht die Ursache dafür, daß die 5 Herren ein solch düsteres Szenario beschreiben, sondern vielmehr die Folge.

Es wäre eine von mehreren möglichen Schlussfolgerugnen aus ihren Beobachtungen. Aber es ist die einzige, die präsentiert wird und sie ist offensichtlich das Leitmotiv der ganzen Aktion. Das ist der Unterschied zwischen Populismus und sachlicher Analyse: Man konzentriert sich nicht auf Fakten und nennt Möglichkeiten, sondern man konzentriert sich auf eine Möglichkeit, ignoriert alle anderen und pickt sich ein paar Fakten raus, mit der man seine Ansicht aufplustern kann. Bevorzugt welche die starke Emotionen, insbesondere Angst, wecken, wie "Crash" und "Bürgerkrieg".

schlicht ein anti-deutsches,

? Was darf ich mir darunter vorstellen?
Eine hellenistisch-gaelische Weltverschwörung zur Vernichtung der Arier?
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Ich verstehe nicht, warum hier Leute die Mark zurück haben wollen. Die Gründe warum der Euro für Deutschland wichtig ist wurde bereits genannt. Die einzige möglichkeit ist die Einführung der Drachme, anstatt das die ezb einen Staat subventioniert. Maastrichter Vertrag?! Der ist egal. Wenn die Griechen nicht sparen können/wollen, dann müssen sie die Konsequenzen ziehen.
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Die EZB subventioniert schon Staaten. Kauft schließlich, was eigentlich nicht gesetzeskonform ist, am Sekundärmarkt Anleihen zu überhöhten Preisen, um die Preislenkungsfunktion auszuhebeln.
Und sie nimmt Sicherheiten rein, die keine Sind, was sie auch nicht darf, um Anleihen hereinnehmen zu können, die nicht eigentlich nicht ankaufen dürfte.

Praktisch durch die Hinterhand ein eingriff in den öffentlichen Haushalt eines Mitgliedlandes.
Und nächsten Monat werden nochmaldie Leitzinsen gesenkt, die Inflation wird sozusagen per Hand angekurbelt.

Ich würde es nicht so schwarz sehen wie die 5 herrschaften. Aber gut sieht es derzeit nicht aus. jedenfalls nicht mit den von linken parteien vorgeschlagenen Investitionen. Wieso sollte man denn gerade jetzt wo es schlechter aussieht als vorher, plötzlich im Boom Geld zurücklegen? Hat man noch nie gemacht, auch wenn es blendend lief, aber nun wo es schelcht läuft soll das funktionieren... interessant.

Im Grunde fassen die Kollegen nur nochmal alle, schlechtesten Szenarion zusammen, die jemals irgendeiner erdacht hatte. Also die Schwarzseher unter den Pessimisten, ergo:
Geh immer vom schlechtesten Fall aus, dann kannst du nur positiv überrascht werden und wenn nicht, hast du immer noch Recht gehabt! :schief:

Edit: Und das mit den Straßenschlachten und den Unruhen: Das sind keine armen, von der Gesellschaft beschissenen Leute; das sind gewaltbereite, psychopathische Extremisten, denen ist egal obs ihnen schlecht geht oder gut. Die wollen einfach was kaputtmachen, die protestieren weder ggn ein System noch sonst was. Denke mal die meisten würden da auch mitmachen, wenn sie 100k€ aufem Konto hätten, ein Haus und 4 Autos. Daraus jetzt direkt Bürgerkriege abzuleiten, halte ich für sehr gewagt und auch eher gezwungen. Möglich ist es, das steht fest, aber das kann mit Sicherheit kein CIA in einer Studie feststellen. Es gibt keinen Menschen, der andere in einer Extremsituation beurteilen kann.
 
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AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Diejeinigen, die jetzt Straßenschlachten schlagen, sind einfach nur gewaltbereit, "denen es egal ist, obs ihnen schlecht geht oder gut" - da hast du recht.
Aber wenn die Sozialsysteme tatsächlich zusammenbrechen (und aus Griechenland kommen z.B. jetzt schon Berichte, dass sich die Armsten stellenweise die Versorgung mit Medikamenten nicht mehr leisten können), dann hast du eine ähnliche Motivation in weiten Teilen der Bevölkerung:
Denen kann es dann nicht mehr schlechter gehen, als wenn sie nichts tun. Und dann sind ihnen die möglichen negativen Folgen eines Straßenkampfes genauso egal, wie den heutigen Krawallos. Auf genau dieser Basis fußten die gewalttätigen Revolutionen des 19. und 20. Jhd. - die in Deutschland durch die Einführung des Sozialstaates verhindert werden sollten/wurden.
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Wie gesagt, ich will nicht abstreiten es passieren könnten. Aber aufgrund der derzeiten Situation darauf zu schließen, mit Hinweis auf die 1. Mai-Demos usw, ist einfach nicht passend. Das eine hat dem anderen erstmal nicht viel zu tun.

Die von dir beschriebene Situation würde aber auch mit einer gelungenen Reform nur aufgeschoben sein. Denn um solch ein Szenario dauerhaft zu unterbinden, muss sich die Gesellschaft an sich ändern. (So in Richtung StarTrek :D)
Das wird nur leider so schnell nicht passieren, da die meisten Menschen eben mehr oder weniger egoistisch sind. Siehe die russichen Milliardäre, die auf der Straße Leute totfahren, und die Angehörigen auf Scahdensersatz verklagen, weil der Bugatti-Veyron beschädigt ist.
Solange diese Art von Mensch existiert, hat die Welt keine Chance auf dauerhaften sozialen Frieden, sondern lebt nur von Jahr zu Jahr in diesem einigermaßen stabilen Gebilde, das sich zumindest bei uns durchgesetzt hat: Sozialstaat.
Das der ziemlich krankt, ist klar. Aber mangels eines tragbaren Konzeptes, welches das alte Ersetzen könnte behält man eben das bei, was irgendwie funktioniert. Ist ja zumindest mal ein Anfang, im Mittelalter wurde der Pöbel einfach hingeschlachtet, wenn er nur was gesagt hat.
 
AW: Focus: "Die Wahrheit über den Euro-Crash"

Und manchmal auch der König ;)

Aber das ist es ja, was ich sage: Vom jetzigen Zustand profitieren, trotz seiner Fehler, so viele Leute, dass sehr viel unternommen werden wird, ihn beizubehalten.
 
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