Euer Gedanke zum Kommunismus

Das Gesetz soll nur den Rahmen bieten, innerhalb dessen man sich frei entfalten kann. Natürlich wäre das mit dem Kommunismus zumindest nach Marx vereinbar, allerdings ließe der Rahmen wesentlich weniger Freiheiten. Und um die Freiheit geht es doch in der von uns besprochenen Grundfrage.

Das kommt aber auch darauf an, wie man Marx interpretiert bzw. welche Seiten von ihm man kennt.

Wenn ich mich recht entsinne, hat sich Marx auch nie von der Pariser Kommune (der weltweit ersten kommunistischen Diktatur) distanziert bzw. bewertete er diese sogar recht positiv. Die Pariser Kommune an sich war nicht gerade ein Meisterwerk an Freiheit. Eher ein europäisches Jonestown.

IMHO muss man innerhalb des linken Spektrums sowieso etwas tiefer buddeln, um die wahre Ideologie hinter den "Rock Stars" der linken Szene zu finden.
Oft werden geschichtliche Fakten ja sehr stark verfälscht, was man auch schon am Kult sieht, der Che Guevara umrankt.

Nur nach dem zu gehen, was im Kapital oder dem Kommunistischen Manifest anzufinden ist, halte ich für falsch. Vielmehr sollte man das ganze rational mit den offenliegenden Korrespondenz Schriften zwischen Karl Marx und Engels abgleichen. Und ob sich dann noch ein so Gesetzliebendes Bild ergibt, muss sich letztlich zeigen.
 
Das Gesetz soll nur den Rahmen bieten, innerhalb dessen man sich frei entfalten kann. Natürlich wäre das mit dem Kommunismus zumindest nach Marx vereinbar, allerdings ließe der Rahmen wesentlich weniger Freiheiten. Und um die Freiheit geht es doch in der von uns besprochenen Grundfrage.

Die einzige Freiheit, die der Grundgedanke* des Kommunismus verbieten würde, ist die Bereicherung auf Kosten anderer.


*: Imho sollte man das Konzept nicht sklavisch am Vorbild einiger Personen festmachen, sondern an den Zielvorstellungen/der Utopie der perfekten kommunistischen Gesellschaft. Die Zwischenstufen, die auf dem Weg dahin durchlaufen werden sollen/sollten stehen in ihren Auswirkungen z.T. im klaren Wiederspruch zum Ziel, führten in der Praxis bekanntermaßen immer wieder zur Perversion des Grundgedankes in Form sozialistischer Diktaturen und vor allem:
Sie hängen von der jeweiligen Ausgangssituation ab. D.h. sie sind über ein Jahrhundert später eh nicht mehr anwendbar. (zeichnen sich aber auch in ihrer ursprünglichen Umgebung durch eine problematische Ignoranz gegenüber der Motivation ihrer Mitmenschen aus.)

Die Frage nach kommunistischen Ansätzen/Wegen zum Kommunismus ist imho zu komplex und unterscheidet sich in ihren Problemen zu stark von der Zielvorstellung, als das man beide in einer Frage abhandeln könnte oder sollte.
 
Die einzige Freiheit, die der Grundgedanke* des Kommunismus verbieten würde, ist die Bereicherung auf Kosten anderer.


*: Imho sollte man das Konzept nicht sklavisch am Vorbild einiger Personen festmachen, sondern an den Zielvorstellungen/der Utopie der perfekten kommunistischen Gesellschaft. Die Zwischenstufen, die auf dem Weg dahin durchlaufen werden sollen/sollten stehen in ihren Auswirkungen z.T. im klaren Wiederspruch zum Ziel, führten in der Praxis bekanntermaßen immer wieder zur Perversion des Grundgedankes in Form sozialistischer Diktaturen und vor allem:
Sie hängen von der jeweiligen Ausgangssituation ab. D.h. sie sind über ein Jahrhundert später eh nicht mehr anwendbar. (zeichnen sich aber auch in ihrer ursprünglichen Umgebung durch eine problematische Ignoranz gegenüber der Motivation ihrer Mitmenschen aus.)

Die Frage nach kommunistischen Ansätzen/Wegen zum Kommunismus ist imho zu komplex und unterscheidet sich in ihren Problemen zu stark von der Zielvorstellung, als das man beide in einer Frage abhandeln könnte oder sollte.

Hohle Phrase die nur dazu benutzt wird Menschen an ihrem eigenen Glück zu hindern und eine Diktatur zu errichten.

Die Phrase wurde von gefühlten 100 Diktatoren niedergedroschen und ergab nie einen wirklichen Sinn.

Wenn es nur darum ginge, würde auch nichts gegen bezahlte Arbeit in privaten Konzernen sprechen.
 
Es wäre der Diskussion zuträglich, wenn du meine Aussagen nicht einfach als "hohl" und "sinnlos" bezeichnen und mit Diktatoren assoizieren, sondern stattdessen inhaltlich darauf eingehen würdest.

Mit deiner letzten Zeile hast du aber recht: Solange es ausschließlich darum gehen würde und mit alle anderen Bedingungen so hinbiegt, wie man will, ist das mit jedem einzelnen Gesellschafts/Wirtschaftsmodell erreichbar, einschließlich der Vielzahl von Modellen, die bezahlte Arbeit und private Konzerne kennen.
Aber was trägt das zur Diskussion bei?

Falls du irgend was zum alten Thema Kommunismus vs. Kapitalismus beitragen wolltest, solltest du das nochmal gründlich durchdenken.
 
Die einzige Freiheit, die der Grundgedanke* des Kommunismus verbieten würde, ist die Bereicherung auf Kosten anderer.
Nein, der Kommunismus würde mir persönlich jegliches Recht absprechen, mit dem, was ich erarbeitet habe, was ich mir verdient habe, zu tun was im Rahmen der Freiheiten möglich ist. Und eben diese Freiheiten wären beim Kommunismus derart minimal. Und weiter gedacht, bräche jeglicher Fortschritt zusammen, denn man braucht den Wettbewerb. Nur so können sich Qualitätsprodukte etablieren, nur so gibt es freie Auswahl an neuesten technischen Möglichkeiten. Alles das ist anzufangen mit dem menschlichen Egoismus.
Aber nein, der Kommunismus beruht ja auch auf dem Prinzip des Egoismus, nämlich des Prinzips des Neides, Null Akzeptanz dafür, dass es Menschen besser gehen kann. Die beiden Plakate der Linkspartei sprechen Bände: "Reichtum für alle" und "Reichtum besteuern". Ich weiß schon, natürlich, Ideal des Kommunismus und blabla und mit Linkspartei doch nicht vergleichbar und was jetzt kommt. Dass er im Ideal nicht funktioniert, soweit waren wir ja schon. Die Menschen sind einfach zu egoistisch, von Natur aus. Der Kommunismus hat vielleicht die Idee, diese Veranlagung durch Erziehung verkümmern zu lassen (was auch seine Nachteile hätte). Nur - der Wechsel in diesen Zustand wird nie vollbracht werden können.
Es gab viele Versuche und diese haben bisher viele Millionen Menschen das Leben gekostet.

Und der Kommunismus maßt sich an, das perfekte System zu sein, das gerechteste. Soweit ich weiß hat jeder das Recht, Gerechtigkeit und perfekt selbst zu definieren, aber gerade das wäre, selbst wenn der Kommunismus installiert wäre, die größte Gefahr für ihn. Und dann ist er mit Demokratie nichtmehr zusammenzuhalten, dann werden erneut Menschen untedrückt oder er wird einfach mittels einer demokratischen Wahl abgeschafft.

Das einzige, was bleibt, ist es, diese Veranlagung (Egoismus) gesund zu nutzen. Ungesund wird es, wenn die Gier über jegliche Moral siegt, so kommt es zu Ausbeutung, Schikane, Sklaverei etc. => die Gefahren des unkontrollierten Liberalismus {Es gibt auf der Welt leider keine Instanz, die soetwas wirklich zügeln könnte}
Da sind wir noch lange nicht am perfekten System angelangt.

Das kommt aber auch darauf an, wie man Marx interpretiert bzw. welche Seiten von ihm man kennt.
Klar, ich will das auch garnicht gutheißen, das was auch nicht als meine Meinung dargestellt, wenn ich mich recht entsinne habe ich den Konjunktiv benutzt, wenn nicht, werde ich das sofort ändern.
Es bezieht sich nur auf diesen einen Punkt, aber das hast du widerlegt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nein, der Kommunismus würde mir persönlich jegliches Recht absprechen, mit dem, was ich erarbeitet habe, was ich mir verdient habe, zu tun was im Rahmen der Freiheiten möglich ist.

Meines Erachtens nach täte er das nicht - der Kommunismus lehnt Privateigentum an den Produktionsmitteln ab, aber nicht Privateigentum und dessen Verwendung nach eigenem Gutdünken als solches.
Eine Investion des Privateigentums in Produktionsmittel ist aber auch gar nicht nötig, da derartige Investitionen bei Bedarf aus dem Gesellschaftseigentum getätigt werden. Im Grunde genommen ist er damit auch gar nicht möglich, denn ohne Bedarf kann ja auch nicht mehr von "Produktionsmittel" gesprochen werden ;)

Aber vielleicht verstehe ich auch einfach nicht, welche Freiheiten du denn gerne ausnutzen würdest. Kannst du etwas präziser/beispielhafter werden?

Und eben diese Freiheiten wären beim Kommunismus derart minimal.

Again: Beispiele. Der reine Kommunismus kennt per se eigentlich kaum Freiheiten. Verglichen mit den materiellen Limitierungen, die im Kapitalismus zwangsläufig entstehen, sollte er den Handlungsspielraum der meisten Menschen sogar deutlich erweitern.

Und weiter gedacht, bräche jeglicher Fortschritt zusammen, denn man braucht den Wettbewerb. Nur so können sich Qualitätsprodukte etablieren, nur so gibt es freie Auswahl an neuesten technischen Möglichkeiten. Alles das ist anzufangen mit dem menschlichen Egoismus.

Damit wären wir bei "warum kann Kommunismus nicht funktionieren, wenn die Menschen ihn nicht wollen - was sie nicht tun?" Die Antwort darauf ist trivial und wurde hier mehrfach gegeben. Man kann aber wegen seinen eigenen Fehlern kein System verurteilen.
Im übrigen steht dieser Absatz gegen deine obige Ausführung zu Freiheiten:
Du kritisiert den Kommunismus dafür, dass er die Menschen nicht zum Wettbewerb zwingt und nicht vorsieht, dass sie sich aus Egoismus gegenseitig unterdrücken.


Und der Kommunismus maßt sich an, das perfekte System zu sein, das gerechteste. Soweit ich weiß hat jeder das Recht, Gerechtigkeit und perfekt selbst zu definieren, aber gerade das wäre, selbst wenn der Kommunismus installiert wäre, die größte Gefahr für ihn.

Ein theoretisches Konstrukt maßt sich gar nicht an - wenn dann tun es seine Verfechter. Und in der Behauptung "unser System ist das Beste,..., den Menschen geht es ganz toll,..." unterscheiden Kommunisten nicht im geringsten von Kapitalisten, Monarchisten, Faschisten, *chooseyourself*-isten.

Das einzige, was bleibt, ist es, diese Veranlagung (Egoismus) gesund zu nutzen.

Was ohne Unterdrückung unmöglich ist. Genaugenommen wäre mir kein System bekannt, dass ohne vollständige Unterdrückung die durch egoistisches Verhalten verursachten Schäden verhindern kann oder konnte. Vollständige Unterdrückung ihrerseits ist aber ebenfalls schadhaft.
Der einzige Ausweg ist die Überwindung des Egoismuses in jedem einzelnen und dann ist man quasi beim Kommunismus bzw. er stellte die effizienteste und zweit freiheitlichste Form dar, diese Individuen zu einer Gesellschaft zu formen. (noch freier, aber arg ineffizient wäre die Anarchie - sofern man da von Gesellschaft sprechen möchte)

Ob/das der Ausgangspunkt utopisch ist, ist eine Frage/ein Problem, die/das jeder mit sich abklären muss.
 
Aber vielleicht verstehe ich auch einfach nicht, welche Freiheiten du denn gerne ausnutzen würdest. Kannst du etwas präziser/beispielhafter werden?
Ich bin mir sicher, es ist auch in deinem Interesse, dass du dir deine Meinung selber bilden, sie ausdrücken und, solange es dich selber betrifft, verfechten darfst. In einem System, dass nur davon leben kann, dass alle mitmachen, dass sich alle an die Vorgaben halten, die für ein derartig perfekt scheinendes Leben nötig sind, denn die Gleichheit, die der Kommunismus von grundauf fordert, sorgt für Unterdrückung des einzelnen mit einer anderen Meinung durch die "perfekte Masse", dies muss nichtmal staatlich geschehen sondern würde meiner Meinung nach allein durch dieses "Drillen" der Gesellschaft entstehen.

Again: Beispiele. Der reine Kommunismus kennt per se eigentlich kaum Freiheiten. Verglichen mit den materiellen Limitierungen, die im Kapitalismus zwangsläufig entstehen, sollte er den Handlungsspielraum der meisten Menschen sogar deutlich erweitern

Handlungsspielraum in welchem Sinne? Mir geht es erstmal um den kritischen Standpunkt, ich denke mir, dass man in einem kommunistischen System nicht mit Kritikern, mit Querdenkern umgehen könnte, denn diese perfekt für jeden Menschen geplanten Strukturen würden davon stark attackiert werden.

Damit wären wir bei "warum kann Kommunismus nicht funktionieren, wenn die Menschen ihn nicht wollen - was sie nicht tun?" Die Antwort darauf ist trivial und wurde hier mehrfach gegeben.

Alles klar, Chef.

Man kann aber wegen seinen eigenen Fehlern kein System verurteilen.

Welches wären denn meine Fehler? Dürfte ich in einem kommunistischen System nicht zu meinen Fehlern stehen sondern müsste mich anpassen? Ich verurteile dieses System gerade, weil es keine Fehler zulässt, keine Fehler, die nicht in die Ideologie passen und eben auch keine Fehler, die das menschliche Individuum definieren.

Du kritisiert den Kommunismus dafür, dass er die Menschen nicht zum Wettbewerb zwingt und nicht vorsieht, dass sie sich aus Egoismus gegenseitig unterdrücken.

Ich kritisiere den Kommunismus dafür, dass er eben keinen Wettbewerb zulässt.

Ein theoretisches Konstrukt maßt sich gar nicht an - wenn dann tun es seine Verfechter.

Sorry, aber wenn ich vom Kommunismus rede, denke ich nicht nur an das theoretische Konstrukt, ich denke weiter, ich denke an die Geschichte, ich denke an die Resultate von der Durchsetzung verschiedener Grundstrukturen des Kommunismus.
Ich finde es nicht richtig, also meiner Meinung nach, dass unser System, wie es jetzt besteht, mit allen Macken und Narben und Flicken, immer nur mit der kommunistischen Grundkonstruktion verglichen wird. Denn auch das System der Sozialen Marktwirtschaft hat ein Ideal.
(Die freie Marktwirtschaft hat auch eines, aber das vertritt meine Meinung nicht. Siehe Werte- und Moralverfall unten)

Und in der Behauptung "unser System ist das Beste,..., den Menschen geht es ganz toll,..." unterscheiden Kommunisten nicht im geringsten von Kapitalisten, Monarchisten, Faschisten, *chooseyourself*-isten.

Verzeihung, aber habe ich das nie behauptet. Unser System ist nicht ideal und es ist nicht das Beste, aber ich persönlich finde es besser als den Kommunismus. Aber ich habe dazu auch schon im letzten Beitrag was gesagt.

Was ohne Unterdrückung unmöglich ist.

Wieso sollte das gesunde Nutzen des Egoismus unmöglich sein?
Wieviel bezahlst du für ein Telefonat seit der Privatisierung der Telekom, dass es dich zusätzlich keine Steuergelder mehr kostet?
Wieso versuchen gerade massenhaft Firmen den Umschwung auf erneuerbare Energien?
Wieso tüfteln die Entwickler in den unterschiedlichsten Laboren der Welt an neuen effizienteren, hitzebeständigeren, recyclebareren Stoffen, nach Autodesign mit bestem Fußgängerschutz und wieso versuchen Intel und AMD sich dauernd zu übertrumpfen indem sie in rasender Geschwindigkeit neue Möglichkeiten erforschen??
Ganz einfach: Es gibt Konkurrenz. Und man will Gewinn machen.
Aber es gibt sicher auch Schattenseiten, die ich nicht unter den Tisch fallen lassen will:
Wieso hat sich bei Foxcon in China mittlerweile der dreizehnte (oder noch mehr) Arbeiter, der zur 24h-Schicht mit einem Hungerlohn bezahlt wurde, vom Dach gestürzt?
Wieso hat Nestlé versucht in Afrika den Müttern unter die Nase zu reiben, Muttermilch mache krank, damit diese von dem wenigen Geld welches sie besitzen von nun an nurnoch Nestlé Alete kaufen sollen?
Wieso verlagern immer mehr Firmen Fabriken u.ä. ins Ausland, weil es dort billigere Arbeitskräfte gibt?
Und auf eben das gibt es genau die selbe Antwort wie auf die oberen Fragen. Und das meine ich mit der Gier, die kein Ende nimmt. Mit der nichtmehr vorhandenen Moral, mit dem Werteverfall, mit Karrieregeilen Frauen, die, wenn sie überhaupt Kinder bekommen, diese nur verwalten und für Erziehung schlichtweg keine Zeit mehr haben,...
Das - der Egoismus - ist sowohl Quelle für Wohlstand und Freude als auch Ursache für Unterdrückung usw. Und den muss man zügeln. Nicht vollends kontrollieren, aber zügeln.

Und hier - da stimme ich mit dem Kommunismus überein - muss man in der Erziehung ansetzen. Sind die Eltern Arschlöcher, werden es die Kinder auch.
Man muss lernen, was wichtig ist, dass nicht alles in einem Geld/Goldwert aufzuwiegen ist...
Ob/das der Ausgangspunkt utopisch ist, ist eine Frage/ein Problem, die/das jeder mit sich abklären muss.
Eben, und das kann man diskutieren, aber niemandem vorschreiben. =)
 
Zuletzt bearbeitet:
Es wäre der Diskussion zuträglich, wenn du meine Aussagen nicht einfach als "hohl" und "sinnlos" bezeichnen und mit Diktatoren assoizieren, sondern stattdessen inhaltlich darauf eingehen würdest.

Mit deiner letzten Zeile hast du aber recht: Solange es ausschließlich darum gehen würde und mit alle anderen Bedingungen so hinbiegt, wie man will, ist das mit jedem einzelnen Gesellschafts/Wirtschaftsmodell erreichbar, einschließlich der Vielzahl von Modellen, die bezahlte Arbeit und private Konzerne kennen.
Aber was trägt das zur Diskussion bei?

Falls du irgend was zum alten Thema Kommunismus vs. Kapitalismus beitragen wolltest, solltest du das nochmal gründlich durchdenken.

Mir ging es garnicht darum deine Aussagen als hohl und sinnlos abzutun. Nur ist die Phrase an sich hohl, ganz egal von wem sie kommt. Dadurch dass ich früher desöfteren mit Kommunisten diskutiert habe*, kenne ich diese Einstellung inzwischen in und auswendig.
Ich kann sie bloss einfach nicht nachvollziehen. Letztlich wird im Kapitalismus niemand ausgeraubt, ausgenutzt oder gar manipuliert. Jedenfalls ist dies -- verglichen mit anderen System -- keinesfalls der normale Alltag (vorallem Corporatismus und Feudalismus sind dafür ja eher bekannt).

Meiner Meinung nach der absolute Vorteil des Kapitalismus ist ja gerade, dass der Unternehmer (also jener der die Güter auch bezahlt und managed) Besitzer der passiven Produktionsmittel ist. Im Kommunismus hat jeder (bzw. vermutet man es so. Oft ist dies natürlich nicht der Fall) Anteil an den Produktionsmitteln und der Arbeitskraft jedens, während in vielen Monarchien der Monarch jener war, der Besitzansprüche geltend machte.

Beides IMHO nicht gerade eine perfekte Situation, die eher einen Diebstahl gleich kommt, denn eines ernsthaften Wirtschaftsmodels.

*Zeitweise war ich sogar selbst einer. Aber das war in meinen jungen, naiven Tagen, als ich die DDR und das 3. Reich beide für sozial ganz zuträglich gehalten habe.
 
Ich bin mir sicher, es ist auch in deinem Interesse, dass du dir deine Meinung selber bilden, sie ausdrücken und, solange es dich selber betrifft, verfechten darfst. In einem System, dass nur davon leben kann, dass alle mitmachen, dass sich alle an die Vorgaben halten, die für ein derartig perfekt scheinendes Leben nötig sind, denn die Gleichheit, die der Kommunismus von grundauf fordert, sorgt für Unterdrückung des einzelnen mit einer anderen Meinung durch die "perfekte Masse", dies muss nichtmal staatlich geschehen sondern würde meiner Meinung nach allein durch dieses "Drillen" der Gesellschaft entstehen.

Handlungsspielraum in welchem Sinne? Mir geht es erstmal um den kritischen Standpunkt, ich denke mir, dass man in einem kommunistischen System nicht mit Kritikern, mit Querdenkern umgehen könnte, denn diese perfekt für jeden Menschen geplanten Strukturen würden davon stark attackiert werden.

Eine perfekte Struktur muss auch erstmal entwickelt werden - und unter sich ggf. Wandelnden Bedingungen (z.B. technischer Fortschritt) wären unterschiedliche Strukturen perfekt. Auszudiskutieren, welche das sind, erfordert die Auseinandersetzung von Querdenkern. Auch individuelle Lebensstile (solange sie nicht zu lasten anderer gehen) sind legitime Ansätze für unterschiedliche Strukturen.
Das einzige, worin jedes System einen Anspruch auf Absolutheit erhebt, sind die Grundwerte. Zwischen diesen und dem alltäglichen Leben liegt aber bekanntermaßen eine ganze Kette von Interpretationen und auch wenn der Grundgedanke des Kommunismus vorsieht, dass in Fragen, die die ganze Gesellschaft betreffen, ein optimaler Konsens gefunden wird/werden muss, steht nirgendwo geschrieben, wann und wie das der Fall ist. Die Grundannahme des sich irrenden Menschen bleibt schließlich bestehen.

Was es natürlich nicht geben würde/darf, sind die Individueen, die ihre potentiell für die Gesellschaft schädlichen Ansichten einfach mal ausprobieren, weil sie selbst das Geld dazu haben. Z.B. Atomkraftwerke wären nicht zu errichten, bevor nicht klar ist, wie die Gemeinschaft hinterher mit dem Atommüll fertig wird. (ganz abgesehen davon, dass ein derartiges Projekt ohne die Möglichkeit, privat Reichtümer deutlich über dem Niveau aller anzuhäufen, gar nicht zu realisieren wären, d.h. im Kommunismus eh von der Gemeinschaft herbeigeführt werden müssten. Aber mir ist gerade kein kleines Beispiel eingefallen ;) )

Welches wären denn meine Fehler?

Egoismus, streben nach persönlicher Bereicherung auch/ausdrücklich auf Kosten anderer. Das ist ganz klar ein Fehler, der in (fast) allen Menschen zu finden ist - aber man kann sich imho nicht hinstellen und sagen "wir sind zu egoistisch für den Kommunismus, deswegen ist der Kommunismus schlecht/fehlerhaft".

Dürfte ich in einem kommunistischen System nicht zu meinen Fehlern stehen sondern müsste mich anpassen? Ich verurteile dieses System gerade, weil es keine Fehler zulässt, keine Fehler, die nicht in die Ideologie passen

Kein System sieht Fehler vor. In gewissem Maße ist jedes System fehlertollerant oder es benötigt Systeme außerhalb des Systems, die es vor Fehlern schützen.
Klassischer Marktkapitalismus kann z.B. auch nur solange funktionieren, wie es staatliche Institutionen gibt, die sich um Kriminelle kümmern - d.h. um Leute, die gegen die Grundsätze des Systems verstoßen.

und eben auch keine Fehler, die das menschliche Individuum definieren.

Ich halte nichts von Definitionen des menschen, die seine Fehler als unabänderlich und hervorhebenswert darstellen. Der Mensch ist nachweislich in der Lage, sein gesamtes Handeln bewusst zu kontrollieren. Das gibt ihm die Möglichkeit, jegliches Verhalten zu unterbinden - wenn er denn will und sich nicht bequemer Weise darüber definiert.

Ich kritisiere den Kommunismus dafür, dass er eben keinen Wettbewerb zulässt.

Ein Zwang zum Wettbewerb ist aber auch nicht freier, als ein Verbot von Wettbewerb. In beiden Fällen bleibt dem Individuum keine Wahlfreiheit.
Das Verbot von Wettbwerb hat noch den leichten Vorteil, dass die weiteren Einschränkungen, die ein Indiviuum im Rahmen des Wettbewerbs auf andere ausübt/auszuüben versucht, entfallen.

Sorry, aber wenn ich vom Kommunismus rede, denke ich nicht nur an das theoretische Konstrukt, ich denke weiter, ich denke an die Geschichte, ich denke an die Resultate von der Durchsetzung verschiedener Grundstrukturen des Kommunismus.
Ich finde es nicht richtig, also meiner Meinung nach, dass unser System, wie es jetzt besteht, mit allen Macken und Narben und Flicken, immer nur mit der kommunistischen Grundkonstruktion verglichen wird. Denn auch das System der Sozialen Marktwirtschaft hat ein Ideal.
(Die freie Marktwirtschaft hat auch eines, aber das vertritt meine Meinung nicht. Siehe Werte- und Moralverfall unten)

Das Problem beim Ideal der sogenannten "sozialen Marktwirtschaft" ist, dass diese kein in sich geschlossenes System darstellt. Sie ist ein hybrid aus Sozialismus und Marktwirtschaft, wobei es einen kontinuirlichen Interpretationsspielraum gibt, wie stark den letzterer erstere beschränken darf. Damit ist sie als Diskussionsgrundlage leider immer ein bißchen wachsweich bzw. man kann sich nur an einzelnen Beispielen, wie sie denn aussehen könnte, orientieren.
Prinzipiell lässt sich nur sagen, dass sie alles andere als frei ist. Denn wärend z.B. im Kommunismus die sozialen Elemente aus der Orientierung des Individuums auf die Gesellschaft resultieren (d.h. abgesehen von der Pflicht, sich nicht assozial zu verhalten, gibt es keine konkreten Grenzen - alles resultiert aus der eigenen Vernunft), geht die soziale Marktwirtschaft ausdrücklich davon aus, dass die Individuen sich nach den Gesetzen eines Marktes verhalten, dann aber in vielfältigster Weise reglementiert werden müssen, damit daraus etwas "soziales" entsteht.


Verzeihung, aber habe ich das nie behauptet. Unser System ist nicht ideal und es ist nicht das Beste, aber ich persönlich finde es besser als den Kommunismus. Aber ich habe dazu auch schon im letzten Beitrag was gesagt.

"das beste" ;)
Meine Aussage bezog sich aber auch nur auf konsequente Verfechter eines Systems. Abgesehen von konservativen Überlegungen nach dem Schema "unser jetziger Zustand ist zwar nicht perfekt, aber alles andere könnte leicht noch schlechter ausgehen" gibt es eigentlich nur die Philosophie "ich weiß was, dass ist viel besser" und ein gnostisches "keine Ahnung, was man machen soll". Letztere sind gar kein -isten, alle anderen haben eine Idealvorstellung und nennen diese "die beste" ;)

Wieso sollte das gesunde Nutzen des Egoismus unmöglich sein?
Wieviel bezahlst du für ein Telefonat seit der Privatisierung der Telekom, dass es dich zusätzlich keine Steuergelder mehr kostet?
Wieso versuchen gerade massenhaft Firmen den Umschwung auf erneuerbare Energien?
Wieso tüfteln die Entwickler in den unterschiedlichsten Laboren der Welt an neuen effizienteren, hitzebeständigeren, recyclebareren Stoffen, nach Autodesign mit bestem Fußgängerschutz und wieso versuchen Intel und AMD sich dauernd zu übertrumpfen indem sie in rasender Geschwindigkeit neue Möglichkeiten erforschen??
Ganz einfach: Es gibt Konkurrenz. Und man will Gewinn machen.
Aber es gibt sicher auch Schattenseiten, die ich nicht unter den Tisch fallen lassen will:
Wieso hat sich bei Foxcon in China mittlerweile der dreizehnte (oder noch mehr) Arbeiter, der zur 24h-Schicht mit einem Hungerlohn bezahlt wurde, vom Dach gestürzt?
Wieso hat Nestlé versucht in Afrika den Müttern unter die Nase zu reiben, Muttermilch mache krank, damit diese von dem wenigen Geld welches sie besitzen von nun an nurnoch Nestlé Alete kaufen sollen?
Wieso verlagern immer mehr Firmen Fabriken u.ä. ins Ausland, weil es dort billigere Arbeitskräfte gibt?
Und auf eben das gibt es genau die selbe Antwort wie auf die oberen Fragen. Und das meine ich mit der Gier, die kein Ende nimmt. Mit der nichtmehr vorhandenen Moral, mit dem Werteverfall, mit Karrieregeilen Frauen, die, wenn sie überhaupt Kinder bekommen, diese nur verwalten und für Erziehung schlichtweg keine Zeit mehr haben,...
Das - der Egoismus - ist sowohl Quelle für Wohlstand und Freude als auch Ursache für Unterdrückung usw. Und den muss man zügeln. Nicht vollends kontrollieren, aber zügeln.

Entweder wirst du ihn vollends kontrollieren müssen oder du wirst mit negativen Auswirkungen leben müssen.
Um deine positiven Beispiele aufzugreifen:
- Wieviele Leute hat die Telekom entlassen? Deren Lebensunterhalt wird jetzt über Steuergelder bezahlt, aber man hat nichtmal die Möglichkeit, "weniger zu telefonieren". Wenn ich die Wahl zwischen weniger Arbeitslosen und deutlich weniger Telefonvertretern und weniger Gesprächsgebühren hätte - ich wüsste, was ich wähle.
- mir wären kaum Firmen bekannt, die einen Umschwung auf erneuerbare Energien versuchen. Ein paar wenige versuchen staatliche Förderung abzugreifen, aber unterm Strich ist auch da die staatliche Vorsehung, die der gesellschaft nützt und die Kosten der Umsetzung via Egoismus sind hoch
- Entwicklung in Konkurrenz verursacht enorme Effizienzverluste, weil Dinge doppelt und dreifach entwickelt werden
- Die Entwicklungen stehen zudem anschließend nur einem geringen Teil der Menschheit zur Verfügung
- Intel und AMD haben sich jahrelang in Sachen Verlustleistung übertrumpft und Nvidia und AMD machen damit weiter. Der reale Nutzen für die Gesellschaft erschließt sich mir schon lange nicht mehr. Abgesehen davon, dass die Produkte zu großen Teilen für Unterhaltung eingesetzt werden und darüber zunehmend negative Folgen auf die Gesellschaft haben (siehe Thread zur Jugend von heute), führt der Leistungszuwachs auch in diesem Punkt zu keinem Fortschritt, wenn ich das Durchschnittsalter meiner Lieblingsspiele betrachte. Sinnvoll wäre eine langsame Entwicklung effizienterer Technologien in Zusammenarbeit gewesen. Das hätte der Gesellschaft viel Entwicklungsaufwand gespart, enorme Produktionskosten, große Mengen Energie und abgesehen von einem etwas höheren Optimierungsaufwand bei den Programmierern (again: Arbeitskraft steht eigentlich mehr als genug zur Verfügung) hätte es wenig Nachteile gehabt. (wissenschaftliche Berechnungen. Aber das ist dann wieder ein Punkt, in dem verringerte Effizienz und deswegen größerer Aufwand gesamtgesellschaftlich gar keinen Unterschied machen würde, wenn man bedenkt, wie wenig Aufwand bislang betrieben wird)

Und hier - da stimme ich mit dem Kommunismus überein - muss man in der Erziehung ansetzen. Sind die Eltern Arschlöcher, werden es die Kinder auch.
Man muss lernen, was wichtig ist, dass nicht alles in einem Geld/Goldwert aufzuwiegen ist...

Aber genau letzteres ist das Grundkonzept des Kapitalismus (daher der Name) und es ist das zusammen mit "Arschloch sein" das Grundkonzept einer Marktwirtschaft. Ziel des Systems ist, dass jeder mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, das Maximum (ausgedrückt in $$$) für sich herauzuholen.
Dieses extrem primitive Verhaltensschema ist ja auch der Grund, warum der Kapitalismus trotz hochgradig egoistischer Individuen in seiner Reinform ohne externe Kontrollelemente auskommen soll (bzw. warum die soziale Marktwirtschaft dann derer extrem viele benötigt): Das kann gar nicht schief gehen - bzw. wenn jemand sich nach den Maßstäben des Sytems verhält, wird er nach den Regeln des Systems selbst vernichtet werden. (nicht umsonst konnte sich Darwin von Smith&co inspierieren lassen. Das Prinzip des freien Marktes ist so alt, wie das Leben das selbst.)

Eben, und das kann man diskutieren, aber niemandem vorschreiben. =)

Und genau deswegen heißt das hier nicht "Vorschreibforum" ;)


Mir ging es garnicht darum deine Aussagen als hohl und sinnlos abzutun. Nur ist die Phrase an sich hohl, ganz egal von wem sie kommt. Dadurch dass ich früher desöfteren mit Kommunisten diskutiert habe*, kenne ich diese Einstellung inzwischen in und auswendig.
Ich kann sie bloss einfach nicht nachvollziehen. Letztlich wird im Kapitalismus niemand ausgeraubt, ausgenutzt oder gar manipuliert. Jedenfalls ist dies -- verglichen mit anderen System -- keinesfalls der normale Alltag (vorallem Corporatismus und Feudalismus sind dafür ja eher bekannt).

Ob diese Aussage stimmt, hängt z.T. von der Definition ab der Begriffe ab. In einer Diskussion über Systeme darf diese zumindest nicht nach den Maßstäben eines Systems erfolgen und imho wird jemand, der für einen vergleichbaren Arbeitsaufwand deutlich weniger Gegenleistung erhält, als jemand anders (insbesondere als derjenige an seiner Stelle erhalten würde/wollte, der jetzt von seiner Arbeit profitiert), ausgebeutet. Imho ist es auch Diebstahl, wenn jemandem ohne dessen Einverständniss Dinge genommen werden, auf die er unter der Prämisse der Menschrechte/Gleichberechtigung einen Anspruch hätte. (hier seien insbesondere künftige Generationen und ihre gleichberechtigten Ansprüche auf Rohstoffe oder eine intakte Umwelt genannt)
Und manipuliert wird in unserer modernen Medienwelt so ziemlich jeder.
(Fanator hat da gerade etwas im Bananenrepublikthread gepostet, dem ich zwar nicht jeder Silbe zustimmen würde, von dem aber jede einzelne Silbe für sich ein Wiederspruch zu deiner Aussage wäre)


Unabhängig davon macht die "Phrase", dass es im Kommunismus keine Freiheitsbeschränkung gäbe, außer das Verbot der Bereicherung auf Kosten anderer, keinerlei Aussage über den Kapitalismus. Deine Ausführungen rechtfertigen die Behauptung "hohl" somit in keinster Weise. Um genau zu sein:
Man könnte sie im Rahmen dieser Diskussion als "sinnlos" bezeichnen ;)
 
mir wird das jetzt zu lang mit dem Zitieren ;)

Also, dass die Soziale Marktwirtschaft ein Hybrid ist, ist mir klar, doch halte ich sie noch immer für wesentlich fairer als sowohl reinen Sozialismus bzw reinen Kapitalismus/Liberalismus.
Es muss ein Kompromiss gefunden werden, etwas zwischen 50:50 und 20:80, so würde ich das Ideal definieren.
Trotzdem kurz zur Grundidee des Liberalismus nach wie du schon gesagt hast Adam Smith:
Der Markt reguliert sich selbst. Der Verbraucher/Konsument entscheidet darüber, was er kauft. Somit sollte theoretisch, solange es eine denkende Gesellschaft (!) gibt, die auch verfolgt, wie gewisse Produkte hergestellt werden, welche Opfer die Arbeiter für den Profit ihres Arbeitgebers bringen etc, der Konsument auch sehen, dass er eine Marke, die jetzt beispielsweise sich verhalten hat wie Nestlé, durch Nichtkaufen straft, und somit der Konzern weniger Gewinn einfährt.

Leider ersetzt dieses erneute Streben nach Kapital nicht die wirkliche Moral, nach der jeder handeln sollte. Man kann sie aber auch eben nicht allgemein definieren, man muss einen Rahmen schaffen, keinen Denk- sondern einen Handlungsrahmen.
Desweiteren entwickelte sich der Verbraucher vom "Aufpasser" zum "NurnochkonsumentscheißegalwoherunddurchwievieleTodesopfer".
==> Also Quatsch, was der Smith da erzählt hat (obwohl ich nicht glaube, dass diese Probleme zu Zeiten von Smith schon existierten, da gab es eine viel stärkere Binnenwirtschaft)

Es gibt innovative Firmen, zum Beispiel die Sonnengeld Gruppe, die viel geforscht und investiert hat, um Photovoltaik-anlagen, die vor 10 Jahren noch hochgradig ineffizient waren, effizienter machen. Ich denke nicht, dass eine Gruppe von Forschern den Anreiz hätte, sich darum zu kümmern, wenn sie nicht vom Arbeitgeber einiges an Geld dafür bekämen. Mit "Rettung der Menschheit vor zu viel CO2" könnte man mit Sicherheit nichtmal 10% dieser Forscher dazu bewegen, sich Tage in Laboren um die Ohren zu schlagen.

Einschränkungen des Wettbewerbs (könntest du bitte etwas genauer werden) wiegen meiner Meinung nach die Einschränkungen in einem kommunistischen System auf, es sind nämlich nur die Handlungseinschränkungen, nicht die Meinungseinschränkungen (mglw habe ich dich sonst auch falsch verstanden!?).

Ein Zitat will ich doch einbringen:

konservativen Überlegungen nach dem Schema "unser jetziger Zustand ist zwar nicht perfekt, aber alles andere könnte leicht noch schlechter ausgehen

Sehr schön und vereinfacht dargestellt. Definiert meine Meinung ziemlich, ja. ;)
 
Dann bist du eben kein "-ist" (bestenfalls Realist) ;)
Imho kann man aber auch von dieser kritischen und berechtigten Position aus einen Blick auf die Systeme in ihrer Reinstform werfen, ihre Vor- und Nachteile bewerten und gucken, was nötig wäre, um (möglichst) nur die Vorteile zu erreichen. Daraus resultiert dann eine Entwicklungsrichtung, um die sich die Gesellschaft bemühen sollte.
Im Falle von Kommunismus bedeutet das: Eine freie, gerechte Gesellschaft wäre möglich, wenn die Leute müssen ein Bewußtsein für das Gemeinwohl entwickeln und das über den Egoismus stellen. Schwer zu schaffen, aber imho ein lohnenswertes Ziel, bei dem es auch nicht schadet, wenn man ohne finalen Erfolg daraufhin arbeitet
Im Falle von Sozialismus heißt das: Eine gerechte Gesellschaft wäre möglich, aber nur frei, wenn der Staat zufällig das vorgibt, was alle wollen. Unwahrscheinlich/für 80 Millionen Individuen unmöglich, imho kein Ziel, um das man sich bemühen sollte
Im Falle von Kapitalismus heißt das: Eine formell freie, aber in hohem Maße ungerechte und damit für die Mehrheit einengende Gesellschaft. Imho eine Richtung, von der man sich möglichst distanzieren sollte
Im Falle von sozialer Marktwirtschaft heißt das: Ein System mit einem Grundmaß an Gerechtigkeit, die aber durch eine Einschränkung von Freiheit erkauft wird. Zudem ineffizient, da zur Erzeugung letzterer ein vollständiges Parallelsystem neben der Marktwirtschaft aufrechterhalten werden muss. Mit dem Mensch, wie er ist, scheinbar eines der besten praktikablen Systeme - imho sollte man sich aber fragen, wieviel potential es noch hat / wieviel Energie man hineininvestieren sollte, die dann nicht mehr für das erreichen tiefgreifender Veränderungen zur Verfügung stellt.
2 Beispiele für diese Einschränkungen, wie wir sie haben (und damit komm ich zu deiner Frage):
- Arbeitsschutz, die massiv die Freiheiten von Arbeitgebern einschränken, um alzu negative Auswirkungen der reinen Marktwirtschaft/des Egoismusses auf die Arbeitnehmer zu verhindern
- Umweltschutz (naja - haben tun wir da nicht viel), der den Egoismus aller Einschränkt, um die Benachteiligung künftiger Generationen zu verhindern.
2 Beispiele für Einschränkungen, die wir nicht haben und die für enorme Ungerechtigkeiten sorgen:
- globale Standards, die verhindern, dass der Egoismus von Großunternehmen nationale Gesetzeslücken, insbesondere in der dritten Auswelt, zur eigenen Bereicherung und zu z.T. extremen Nachteil der dortigen Bevölkerung ausnutzt
- Regeln, die es verbieten, seine eigene Lebensqualität zu Lasten künftiger Generationen (die sich nicht wehren können), aufzubessern. (Beispiel: Staatsverschuldung, im jetzt relativ günstiger Atomstrom)


Zum allgemeinen Ansatz des mündigen, bewussten Verbrauchers zwei Schlüsselargumente:
- Auch wenn die Leute auch meiner Meinung nach viel mehr machen könnten, als sie tun (das ist einer der Gründe, warum ich hier z.B. soviel Umweltinformationen verbreite), gibt es Grennzen. Die Menschheit ist viel zu groß, der technische Fortschritt viel zu schnell, die Strukturen viel zu vernetzt und vor allem die Natur viel zu komplex, als der einzelne die Auswirkungen seines Konsums vollständig oder auch nur zum Großteil erfassen und verstehen könnte, selbst wenn er wollte. Der Markt kennt auch keine Mechanismen, die ihm dies wirkungsvoll abnehmen könnten. (Zertifizierungssysteme z.B. scheitern regelmäßig daran, dass sie selbst den Spielregeln des Marktes unterworfen sind und deswegen oft ihre eigenen Ansprüche verfehlen - in für den Verbraucher selten nachvollziehbarer Weise)
Wenn die Handelnden vor Ort nicht aus Eigenmotivation das richtige tun (-> Vernunft, Kommunismus), dann hilft nur staatlicher Zwang. (Wobei dieser im Rahmen einer mediendominierten Demokratie aber selbst wieder dem Markt unterliegen kann - und tut...)
- Im Kapitalismus ist Geld alles und das gilt auch in der sozialen Marktwirtschaft. Dies schließt Macht ein: Wer viel Geld hat, kann dieses nutzen, um mehr Geld zu verdienen, er kann es nutzen, um Rahmenbedingungen seinen Vorstellungen anzupassen - nicht selten wird es nicht einmal nutzen müssen, weil Leute, die von ihm profitieren möchten, sich von ganz allein nach seiner Nase richten. Daraus ergibt sich zwangsläufig ein zudem sich selbstverstärkendes Ungleichgewicht zwischen der Masse an keinen Konsumenten und einigen wenigen, meist als Unternehmer auftretenden Personen. Selbst wenn der einzelne Verbraucher mündig wäre, hätte er keine Chance, den Unternehmer zu regulieren/beeinflussen. Der etablierte Produzent kann sogar sehr leicht verhindern, dass einzelne Verbraucher ihrerseits zu Produzenten und damit Konkurrenten werden. Die einzige Möglichkeit ist hier der Zusammenschluss von Konsumenten zu großen Gruppen. Zum einen sind aber auch das wieder Strukturen außerhalb des Marktes, die Zwänge ausüben und die Freiheit des Marktes einschränken wollen, zum anderen ist "groß" hier relativ zur Größe des Produzenten zu sehen. Die Größe, die ein Zusammenschluss von Menschen erreichen kann, ist aber begrenzt und mitlerweile gibt es Großkonzerne, bei denen sehr fraglich ist, ob die von ihnen abhängigen Verbraucher überhaupt technisch in der Lage wären, ihren Willen durchzusetzen (sofern sie denn überhaupt einmal einen entwickeln würden). Ein Beispiel ist z.B. Microsoft: Obwohl die Gegner zu den am besten vernetzten der Menschheit gehören, sind sie seit Jahrzehnten nicht in der Lage, als geschlossene Einheit aufzutreten und erreichen dadurch keine Macht/Größe, mit der sie Einfluss ausüben könnten.
(ironischerweise kommt die größte Konkurrenz von Apple und Google, die ihrerseits noch weniger unter der Kontrolle mündiger Endverbraucher zu stehen scheinen)

Imho hat "freie Martkwirtschaft" deswegen noch schlechtere Aussichten darauf, eine funktionierende, freie Gesellschaft aufzubauen, als der Kommunismus. Die Anforderungen letzterer an die Menschen erscheinen zwar hoch, aber sie stellen sich jeden einzelnem und es gibt Einzelbeispiele, die belegen, dass sie Möglich sind. Die Anforderungen, die der Markt an alle stellen würde, übersteigen dagegen die geistigen und zeitlichen Kapazitäten der Individuen.
Die soziale Marktwirtschaft wird damit zu einem faulen Kompromiss mit dem Sozialismus, der Teile dessen staatlicher Unterdrückung gegen die private Unterdrückung freien Marktes austauscht und der keine Chance hat, das eine oder das andere zu verbessern, weswegen er nie zu einer freien Gesellschaft führen wird.
 
Schön - es werden die Ideale verglichen.
Deiner Darstellung der Freien Marktwirtschaft kann ich soweit folgen, der des Sozialismus auch, aber mal ehrlich:
Was stellst du dir vor, wie Menschen im Kommunismus leben würden, wie sie miteinander umgehen würden, wie sie auch in diesem System ihre Interessen vertreten können würden,...
Aber jetzt geht es wieder um die Umsetzung des Kommunismus und da sind wir ja schon zu einem Ergebnis gelangt.

Ich würde die Soziale Marktwirtschaft nicht als ineffizienten faulen Kompromiss darstellen, eher als die Mischung, die versucht, das Gute von beidem realistisch zu vereinen (eben diesem Ideal nach).
Ich finde jetzt muss genau gesagt werden, was Kommunismus ist - ist es die Vorstellung nach Marx, Lenin, Engels, Luxemburgs?

Bisher kenne ich nur Definitionen, an denen ich etwas auszusetzen habe, weil sie zu weitreichend sind. Wäre die Definition so einfach, dass man Kommunismus als "Alle Menschen mündig, auf einem Nenner, wissen was gut ist, Gesellschaft ohne jegliche Unterschiede" definieren würde, und ich mal jegliche Konsequenzen für jedes Individuum und die gesamte Gesellschaft und die Entwicklung der Menschheit, die daraus resultieren, Geschreigedenn die Umsetzungsversuche ausblende , dann klingt das ganze nach einem erstrebenswerden Ideal für die Menschheit.

Aber eben nur dann, wenn, stelle man sich ein derartiges System wie den Körper eines Menschen vor, nurnoch ein Knocken überzeugend ist, kann ich das eingestehen. Ein erstrebenswertes Ideal, das trotzdem Unfreiheit schafft - aber das ist schon wieder zu weit gedacht und sollte ja mit dem o.g. Punkt ausgeblendet werden ;) ==> Der Grundgedanke ist das Erstrebenswerte, die Wurzel.
Alles, was dann daraus resultiert, vom Stamm bis zu den Blättern, halte ich für verdammt unerstrebenswert.
 

Wo wir gleichbedeutend auch wieder beim Kommunismus wären ;)


Wenn du mit Problemen härtere Arbeitsbedingungen und ein hohes Verletzungs-/Todesrisiko meinst, so war dies eigentlich die Hochzeit dafür. In der industriellen Evolution kam es weitaus öfter zu Unfällen als heute. Weswegen Kommunismus früher vielleicht auch noch einen gewissen Sinn ergeben hat, aber in unserer heutigen Gesellschaft (in der es kein traditionelles Klassensystem mehr gibt) ist es einfach völlig überholt.

Insofern hat der Kommunist eigentlich schon längst gewonnen, ohne es richtig zu verstehen dass er gewonnen hat. Wir leben zwar nicht in der Diktatur des Proletariats oder ähnlichem, aber der "Klassenkampf" wurde durch Klassenmobilität lange überwunden.
 
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Der Grundgedanke ist das Erstrebenswerte, die Wurzel.
Alles, was dann daraus resultiert, vom Stamm bis zu den Blättern, halte ich für verdammt unerstrebenswert.

Historisch betrachtet stimme ich dir da vollkommen zu.
Da die Mehrheit der Menschen keinen Kommunismus will bzw. nicht die dafür notwendige Grundeinstellung mitbringt, laufen alle historischen Versuche, ein (sogenanntes) kommunistisches System zu etablieren, darauf hinaus, dass anderen der Kommunismus aufgezwungen wurde.
Das kann weder funktionieren noch führt es in dieser Form überhaupt zu einer Gesellschaft, die imho dem Grundgedanken des Kommunismus erfüllt:
Da die Mehrheit gegen diese Art der Gesellschaft war, wurde der Zwang von einer Minderheit ausgeübt. Eine Minderheit kann -selbst bei extremer Konzeption einer "Demokratur" nicht von der Gesellschaft legitimiert sein, d.h. es diese Personen haben sich in jedem einzelnen Fall über die Gesellschaft gestellt und damit einen Grundpfeiler des Kommunismus, die Gleichheitsprinzip, außer Kraft gesetzt. Imho hat diese Perversion genausowenig etwas mit dem kommunistischen Grundgedanken zu tun, wie z.B. Nationalsozialisms mit Sozialismus. Man kann zwar bestimmte Struturen wiedererkennen, aber die Wirkung auf die Gesellschaft als solche ist eine grundlegend andere.

Imho sollten solche Entwicklungen aber kein Anlass sein, den Grundgedanken zu verwerfen oder verteufeln (wie das viele tun - imho aber z.T. auch wegen der Propaganda, mit der sie wärend des kalten Krieges berieselt wurden), sondern "nur" dazu, jeden kritisch im Auge zu behalten, der behauptet, schnell/sofort zum Kommunismus zu wechseln wollen/können.


Insofern hat der Kommunist eigentlich schon längst gewonnen, ohne es richtig zu verstehen dass er gewonnen hat. Wir leben zwar nicht in der Diktatur des Proletariats oder ähnlichem, aber der "Klassenkampf" wurde durch Klassenmobilität lange überwunden.

"Der" Kommunist hat nicht gewonnen. Jemand anders hat die Probleme gelöst, gegen die er gekämpft hat - "der" Kommunist hat aber vergessen, sich darüber zu freuen und sich stattdessen auf seine höchsten Ziele verbohrt.
 
Wenn du mit Problemen härtere Arbeitsbedingungen und ein hohes Verletzungs-/Todesrisiko meinst, so war dies eigentlich die Hochzeit dafür. In der industriellen Evolution kam es weitaus öfter zu Unfällen als heute. Weswegen Kommunismus früher vielleicht auch noch einen gewissen Sinn ergeben hat, aber in unserer heutigen Gesellschaft (in der es kein traditionelles Klassensystem mehr gibt) ist es einfach völlig überholt.

Ich meine damit, dass es zu der Zeit kaum Globale wirtschaft gab.
Vor und zu beginn der industriellen Revolution ging es natürlich in erster Linie um die nationale/kontinentale Binnenwirtschaft.
Ich meine damit, dass Smiths Theorie damals unter anderen Bedingungen verfasst worden ist und sie gerade deswegen heute, zu der Zeit, wo man global operierende Konzerne hat, die man aber durch beinah keine global wirkende Aufpasser haben, wohl nichtmehr anwendbar ist.
Ich denke damals im kleinen schien es oft der sinnvollste Weg und eine wirklich gute Alternative zum Kommunismus zu sein, der ja auch in dieser Zeit begründet wurde (man könnte natürlich schon viel weiter in der Bibel ausholen aber das ist jetzt mal außer Acht zu lassen)

Insofern hat der Kommunist eigentlich schon längst gewonnen, ohne es richtig zu verstehen dass er gewonnen hat. Wir leben zwar nicht in der Diktatur des Proletariats oder ähnlichem, aber der "Klassenkampf" wurde durch Klassenmobilität lange überwunden

Es gibt keinen Klassenkampf mehr. Trotzdem hat der Kommunismus nicht gewonnen! Das Klassensystem war feudalistisch und ineffizient, für seine Abschaffung plädierten zwar in der ersten Nationalversammlung nur die wenigen Sozialisten, die im Parlament saßen, heute sind wir einfach gereift. Und das ist nicht dem Kommunismus verschuldet, sondern dem Wandel der Zeit und den schlechten Erfahrungen mit der Geschichte der Welt im 20. Jahrhundert.

Historisch betrachtet stimme ich dir da vollkommen zu.
Da die Mehrheit der Menschen keinen Kommunismus will bzw. nicht die dafür notwendige Grundeinstellung mitbringt, laufen alle historischen Versuche, ein (sogenanntes) kommunistisches System zu etablieren, darauf hinaus, dass anderen der Kommunismus aufgezwungen wurde.
Das kann weder funktionieren noch führt es in dieser Form überhaupt zu einer Gesellschaft, die imho dem Grundgedanken des Kommunismus erfüllt:
Da die Mehrheit gegen diese Art der Gesellschaft war, wurde der Zwang von einer Minderheit ausgeübt. Eine Minderheit kann -selbst bei extremer Konzeption einer "Demokratur" nicht von der Gesellschaft legitimiert sein, d.h. es diese Personen haben sich in jedem einzelnen Fall über die Gesellschaft gestellt und damit einen Grundpfeiler des Kommunismus...

Eben das war ein Paradox wie ich finde...

...die Gleichheitsprinzip, außer Kraft gesetzt. Imho hat diese Perversion genausowenig etwas mit dem kommunistischen Grundgedanken zu tun, wie z.B. Nationalsozialisms mit Sozialismus. Man kann zwar bestimmte Struturen wiedererkennen, aber die Wirkung auf die Gesellschaft als solche ist eine grundlegend andere.

Ich bin der Meinung, ein kommunistisches System müsse nicht nur von der Mehrheit, sondern von allen gewollt sein, denn nur dann kann es existieren. Eine Minderheit zu unterdrücken kann doch nicht Ziel eines solchen "gerechten" Systems sein. Es würde die Probleme, die der Kommunismus an anderen Gesellschaftsordnungen kritisiert, nur umdrehen.
 
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Ich stimme dir da zu, wollte (und will) aber an der Stelle nicht die Deutungshoheit des "akzeptablen" beanspruchen.
Die Frage, ob man das Wohl der Mehrheit über Minderheiten/einzelne stellen darf, stellt sich in jeder Gesellschaft - und die Anwort lautet immer "bis zu einem gewissen Grad". Kriminelle, die sich gegen das System kehren, müssen zu dessem Wohle in ihrem Handlungsspielraum eingegrenzt werden.
Wenn 49% der Gesellschaft unter diese Begriff fallen, sollte man sich ganz sicher Gedanken machen, imho auch wenn es nur 5% oder 1% sind. Aber sehe keinen objektiven Grund für eine bestimmte Grenze und habe mich deswegen in meiner Argumentation auf ">50%" beschränkt. Das ist der Punkt, an dem man unmöglich argumentieren kann, dass ein System "im Schnitt" die (freie) Gesellschaft vorranbringt.

Im konkreten Fall des Kommunismusses kommt natürlich noch hinzu, dass er (im Gegensatz zu z.B. dem Kapitalismus) kaum systemimannente Methoden hat, um die Auswirkungen von Antagonisten zu kompensieren (******* schmeiß ich mit Begriffen um mich). Ich würde nicht unbedingt der Aussage zustimmen, dass 100%ig alle mitmachen müssen, damit er funktionieren kann - aber vermutlich würden bereits 0,1% Leute, die sich aktiv gegen ihn einsetzen, innerhalb weniger Jahre zum Zusammenbruch führen.
 
Ich habe mich da etwas falsch ausgedrückt.

Der Kommunist an sich hat sicherlich nicht gewonnen. Aber letztlich wurde doch das genannte Hauptziel längst erreicht (Beendigung des "Klassenkampfes"*), weswegen ich die Verbohrtheit der Kommunisten nicht nachvollziehen kann. Letztlich klingt das gerade dadurch mehr nach Ideologie als wirklicher Menschenfreundschaft (die gerade frühe Kommunisten ja immer sehr betont ausgelegt haben).

Was die Geschichte mit Adam Smiths Wohlstand der Nationen angeht, kann ich dir (TheNik) nicht recht geben. Meiner Meinung nach sind "globale Aufpasser" unnötige Obstruktionen, derer es absolut nicht bedarf.
Auch heute wirken vielerorts noch die Marktkräfte (was vorallem darauf zurückzuführen ist, dass selbst der Staat nicht 100% des Marktes 24/7/365 unter Kontrolle halten kann), was man zuletzt an GM, Opel und Quelle sehen konnte. Diese Unternehmen waren bzw. (im Falle von Opel und GM) sind nicht konkurrenzfähig (bei Opel und GM hat man dies vorallem an fehlenden Innovationen und lange Zeit zu hohen Emmissionswerten gesehen) und wären ohne Staatshilfe nicht zu retten gewesen. Was zeigt, dass der Markt auch ohne "Aufpasser" funktionieren kann.

*Wobei das meiner Meinung nach eh ein erfundenes Konstrukt war
 
es ist vollkommen egal welcher vereinigung du angehörst,es geht den da oben nur darum andern
ihren willen auf zu drücken und sonst nix.
selbst in unserer Demokratie darf keiner seine meinung offen sagen.
Demokratie heisst das zu sagen was kein anderer hören will,........
ob du links rechts oder vom mond kommst,es ist immer das gleiche.
so gute nacht,euch allen.
 
Da ich derzeitig kein Referat usw dazu schreiben muss würde mich mal eure Meinung zu diesem Thema interessieren.

So gesehen ist es ja eine Schuld der Deutschen, dass dieser "Aberglaube" sich so weit verbreitet hat

wenn du "kein" referat dazu schreiben musst wieso interessierts dich dann?
halte den bolschewismus für ne zionistische erfindung und täuschung. ist sozusagen reiner populismus gewesen um die massen zu überzeugen. hat man ja gesehen dass er nirgendwo funktioniert weil nirgendwo wirklich angewendet wurde. stalin, mao, pol pot und wie sie alle heißen haben weit mehr leute umgebracht als z.B.: hitler(will ihn nich schön reden)! letzlich wurden die schafe wieder aufeinander los gehetzt, ist heute ja nichts anderes. rechts gegen links, minderheiten gegen minderheiten... sodass sich alle gegeneinander aufreiben und keiner den gemeinsamen feind erkennt. ich persönlich bin übrigens für wiedereinführung der subsidarität(Subsidiarität ? Wikipedia).
 
aber vermutlich würden bereits 0,1% Leute, die sich aktiv gegen ihn einsetzen, innerhalb weniger Jahre zum Zusammenbruch führen.
Genau das meine ich. Er könnte nicht bestehen, solange es Menschen gibt, die unabhängig von Egoismus oder von bewusster Provokation ihre eigene Meinung haben (die sich nicht mit den Idealen des Kommunismus identifiziert) und diese vertreten

Was die Geschichte mit Adam Smiths Wohlstand der Nationen angeht, kann ich dir (TheNik) nicht recht geben. Meiner Meinung nach sind "globale Aufpasser" unnötige Obstruktionen, derer es absolut nicht bedarf.

So ist es dem Ideal nach. Aber die Realität zeigt doch eben, dass es viele (nicht alle!!) Konzerne gibt, die global operieren und dazu bzw dadurch ärmere Länder (mit mglw. korrupter Regierung etc) und deren Bevölkerung ausbeuten (Beispiel: Nigeria/Shell)

Und dazu möchte ich sagen, dass GM letztenendes noch so dreist war, auf weitere deutsche Staatshilfen zu hoffen, damit man so gnädig sei und weiterhin Opel zu seinen Marken zähle. Das war eine Form der Erpressung, bei der Brüderle glücklicherweise das Paradox (GM ist ohne Opel am Arsch) erkannt hat und nicht darauf eingegangen ist (unter großen Protesten der linken Bundestagshälfte).
Kurz darauf meldet GM, dass man es wohl auch so schaffe.

Ich bemerke nur, dass das Prinzip nach Smith nur funktioniert, wenn die Entscheidungträger verantwortungsbewusst handeln, und das auf erster, zweiter und dritter Linie. Verantwortung ist aber auch mit dem Egoismus und der Gier für jeden Expansionsgeschäftsführer persönlich in einer Wage zu halten, nicht unbedingt dem Denken nach (denn das kann man niemandem vorschreiben) aber insbesondere dem Handeln nach.

Das tun sie aber nicht, und damit nicht sich nicht alle einfach nach gutdünken bereichern, benötigt man eine Institution, und sei es nur eine UN mit Kartell- und Monopolauflösungsrechten oder eine UN die Aktivitäten von Firmen in anderen Ländern, bei nachweislicher Ausbeutung oder nachweislicher schlimme Resultate zur Folge habender Verantwortungslosigkeit und Fahrlässigkeit zum Beispiel, stoppen kann.

Ich meine nicht, dass wir eine Weltregierung brauchen, die jeglichen globalen Wettbewerb unterdrückt, sondern eine voll allen Industrie- und Schwellenländern befugte Institution, die sowohl für Marktfairness als auch für Verantwortung sorgt.
 
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