Ich glaube, hier liegt eine Verwechslung von Level 2 und Level 3 vor:
Assistenzsysteme, wie sie derzeit verkauft werden, sind ersteres. Da kann man sich tatsächlich sehr viel Aufwand sparen und verlangen, dass der Fahrer permanent die gesamte Überwachung der Umgebung hinsichtlich Hindernissen, Objekttracking, etc. übernimmt und verhindert, dass die dumme Automatik in den nächstbesten LKW, Polizeistreife, Autobahnbegrenzung, etc. reinknallt. Aber bei Level 3 darf das Auto ohne direkte Aufsicht selbständig fahren. Es müssen also alle diese Aufgaben bereits ab Level 3 übernommen werden – und das mit angemessener Geschwindigkeit und Redundanz.
Level 4 und Level 5 steigern dann nur noch die Zahl der Szenarien und damit denkbarer Objekte und Situationen, die dem Auto begegnen können. Das Auto muss also viel mehr "wissen", aber in jeder einzelnen, spezifischen Situation, kann es weiterhin nur "alles" in dieser spezifischen Umgebung verarbeiten. Als Beispiel: Level 3 sagt vor eine Autobahnbaustelle "kann ich nicht, übernimm du". Level 4 muss entweder Autobahnen von vorneherein ausschließen, oder mit allen dort denkbaren Baustellenspuren klar kommen. Level 5 muss durch die Baustelle lenken können, sofern es sich um ein physisch geeignetes Fahrzeug handelt (also z.B. ein handelsübliches Innenstadtauto – 5,5 × 2,2 × 1,9 m, 2,5 t, 20 cm Bodenfreiheit, was der Deutsche halt zum Brötchenholen braucht).