AW: Wer sollte Bundespräsident werden?
- Möchtegern Altpunk ist ne Schublade, in die man Campino sicher stecken kann. Wird man ihm damit gerecht? Ich glaube nein.
Was an dieser Stelle relativ unwichtig ist, denn in diese Schublade hat er sich durch seinen Lebenswandel selbst gesteckt. Ich will ja überhaupt nicht sagen, daß er ein böser Mensch oder dumm wäre. Er kommt halt nur auch wegen seines Lebenswandels sehr unseriös rüber. Das macht nichts. Ich habe Freunde, die sehr unseriös und super Typen sind. Aber die würde ich auch nicht zum Bundespräsidenten vorschlagen.
Und mal ehrlich: Jemand, der sein Leben lang einen auf Punk gemacht und das Establishment verachtet hat, ist in dieser Position wohl maximal unglaubwürdig, oder?
- Mittelmäßige Spaßmacher? Was die beiden machen, ist unschätzbar wichtig für unser Land! Schade, dass nicht noch viel mehr Leute den beiden wirklich zuhören.
Schramm kenne ich gar nicht mal soo gut, aber Pispers finde ich wirklich in höchstem Maße unlustig und plump. Das ist natürlich auch vom persönlichen Geschmack abhängig.
Um sich über ein Thema lustig zu machen und um auf die faulen Äpfel zeigen zu können, muss man verstanden haben worum es geht. Und man muss es so auf den Punkt bringen können, dass auch unpolitische und nicht so gut informierte Menschen das Problem verstehen.
Und genau das tut Pispers meines Erachtens nicht. Der macht sich lustig, hat aber oft die wahren Hintergründe nicht verstanden. Sonst würde er sich nämlich nicht darüber lustig machen. Das ist sicher auch ein Kommunikationsproblem, das die Politik nur allzu oft hat, aber besonderem Sachverstand kann man einem Menschen auf solcher Grundlage nunmal leider nicht attestieren.
Denn eine, wenn nicht sogar die wichtigste Aufgabe des Bundespräsidenten ist es, der Regierung ordentlich in den Karren zu fahren, wenn dort etwas schief läuft! Und das läuft es seit Jahren ganz gewaltig und niemand sagt etwas! Klar, ein Präsident soll auch den Zusammenhalt stärken und so. Aber viel wichtiger ist, dass er dafür sorgt, dass auch mal die Wahrheit auf den Tisch kommt! Denn genau diese Wahrheit bekommst du von keiner Partei geliefert.
Tut mir leid, aber das ist mitnichten die Aufgabe des BP. Er soll natürlich die Parteien zur Ordnung rufen, falls sie sich zu sehr zerstreiten oder der politische Stil verloren geht, aber er soll sicherlich niemandem an den Karren fahren, nur um Ärger zu machen.
Die denken, taktieren, intregieren und agieren nur machtpolitisch! Und genau das können zumindest Schramm und Pispers perfekt! Wulf? Niemals! Da würde er mich ordentlich überraschen und ich bin Niedersachse und lebe mit ihm seit Jahren als Präsident. Beliebt durch Beliebigkeit, würde ich mal sagen. Gauk? Besser als Wulf weil (zumindest theoretisch) unparteilich. Die Tante von den Linken kannste eh knicken. Die ist nur dabei, weil die Linke sich über Gauk geärgert haben und die Füße nicht still halten konnten.
Zu Wulff kann ich gar nicht so viel sagen. Für mich war der bisher immer eher farblos. Was Du sagst, scheint meinen Eindruck aber eher zu stützen.
Gauck hat meiner Meinung genau das richtige Format für dieses Amt. Und er ist sicherlich auch in der Lage, sehr differenziert an diese Aufgabe zu gehen, sofern sie ihm denn übertragen wird. Vor zu großer Parteibindung hätte ich bei ihm jedenfalls keine Angst. Bei Köhler mußte man die ja auch nicht haben.
Über die anderen Kandidaten müssen wir von mir aus auch nicht weiter reden. Ich schätze, die will wirklich niemand.
Stimmt, die schlechteste Vorraussetzung ist es nicht. Vielleicht überrascht Wulf ja auch alle und wird ein schön kritischer Präsident, der der Angela auch mal auf die Finger haut. Man darf dabei aber auch nicht vergessen: Er hat sich noch nie kritisch zu Merkel geäußert. Warum sollte er das plötzlich ändern?
Naja, er wäre als BP schon eine größere Nummer als Merkel. Daß man nicht gegen den Chef stänkert, ist wohl erstmal klar. Wenn man ihn aber überflügelt, kann man sich das plötzlich leisten. Abgesehen davon ist nach der Bundespräsidentenzeit die Karriere eh vorbei. Das heißt, er muß dann gar kein Blatt vor den Mund nehmen.
Aber vielleicht findet er ja auch einfach gut, was die Frau so sagt und tut?