Der Taiwan Konflikt - nur Säbel rasseln oder spitzt sich die Lage zu?

Du hast es immer noch nicht verstanden. Die USA werden defensive Kampfhandlungen im taiwanesischen Luftraum / Seegebiet durchführen und eben nicht angreifen wo es grade passt. Das ist doch kein schwierig vorzustellendes Szenario.

Was ist so kompliziert daran sich vorzustellen, dass die USA Taiwan helfen, die Invasion ihrer Insel abzuwehren, ansonsten aber auf Feindseligkeiten mit China verzichten, eben um den Konflikt nicht als direkte Konfrontation zweier Atommächte eskalieren zu lassen.
Was ist schwierig daran sich vorzustellen, dass die USA einen Weg finden wollen, der ihnen ermöglicht Taiwan beizustehen, aber einen Krieg mit China vermeidet. Krieg zwischen den USA und China ist mehr als die Streitfrage um Taiwans. Erstens brennt dabei der komplette Pazifikraum, zweitens kann diese Eskalation nicht so einfach gestoppt werden und drittens steigt massiv die Gefahr, dass eine Seite zum Äußersten greift.

Die Verteidigung Taiwans z.b. muss nicht die Vernichtung der Chinesischen Atomwaffen beinhalten.
Krieg gegen China wird diese Option mindestens prüfen, höchstwahrscheinlich wird hierzu auch der Versuch unternommen. Und das ist ein brandgefährliches Szenario, Ergo werden die USA versuchen, dieses zu vermeiden und es nicht über eine lokale Eskalation (Taiwan) hinaus auf Feindseligkeiten anlegen.
Ich kann dir definitiv folgen und verstehe auch die Idee dahinter, aber ich habe da erhebliche Zweifel gerade bezogen auf den Küstenabschnitt mit den chinesischen Invasionshäfen. Viel würde davon abhängen wieviel internationaler Druck auf China ausgeübt werden kann, denn dauerhaft stoppen könnte man eine chinesische Invasion nur, in dem man die Invasionshäfen und und die Infrastruktur des chinesischen Küstenabschnitts angreift und teilweise zerstört.

Wenn es optimal läuft, versuchen es die Chinesen mit 1-4? Wellen, die entweder durchkommen oder von Taiwan mit den USA zusammen, abgewehrt werden.
Danach ist alles entscheidend ob die Chinesen aufgrund von internationalen politischen und wirtschaftlichen Druck aufhören, machen sie das nicht, und greifen Taiwan fortgesetzt an, wird dein Szenario m.A. nach eskalieren.
 
Danach ist alles entscheidend ob die Chinesen aufgrund von internationalen politischen und wirtschaftlichen Druck aufhören, machen sie das nicht, und greifen Taiwan fortgesetzt an, wird dein Szenario m.A. nach eskalieren.

Und genau deswegen sag ich seit Tagen, Chinas Ziel bei einem Angriff muss es sein, schnellstmöglich Fakten zu schaffen. Aus genau dem Grund den du beschreibst.
 
Das Problem liegt hier bei der "Wasserbeschaffenheit" (Temperatur) und wohl hauptsächlich Tiefe des Seegebietes und dass das Übungsgebiet der KM sowohl für U Boote als auch Überwasserschiffe die Ostsee war. In der Ostsee konnte das GHG nie die Leistungen erzielen, wie im freien tiefen und kalten Atlantik, insoweit geben diese Quellen (zu Training und Erprobung) ein anderes Bild wieder, wie Einsatz/Front KTBs.

Die Ostsee kann auch ganz schöne kalt sein (Quelle: Eigene Erfahrung :)) und über 50 km Entfernung sollte die Tiefe noch keine Rolle spielen. Im Gegenteil: In nicht-polaren Breiten, wo das Oberflächenwasser einige K wärmer ist und die Schallgeschwindigkeit deswegen nicht linear mit der Tiefe zunimmt, sind es locker 60-70 km, ehe nach schräg unten abgestrahlten Schallwellen zum ersten Mal wieder die Oberfläche erreichen, während sie in einem flachen Meer wie der Ostsee mehrfach zwischen Boden und Oberfläche reflektiert werden und so auch Horchende in geringerer Entfernung erreichen. Für jagende U-Boote würde die Bilanz aus gleichem Grund natürlich anders aussehen, weil die eben nicht an der Oberfläche sitzen, aber Prinz Eugen hat SOFAR-Tiefen nicht mal nach Crossroads erreicht :ugly: .

Denkbar ist, dass die nominellen Angaben allgemein sehr konservativ waren oder die in Randmeeren deutlich stärkeren Einschränkungen durch biologische Aktivität berücksichtigten. Aber in dem Maße hätte ich das nie erwartet, ist ja schließlich eine technische Angabe zum Möglichen. Weißt du zufällig, auf was für Geschwindigkeiten sich die Erfahrungswerte in anderen Praxisberichten beziehen? Bei der Erkennung schwacher Signale hing damals ja auch viel von Fähigkeit und Gehör des Sonargasts ab, für den die Marineführung natürlich keinen Best-Case in die Handbücher schreiben konnte. Aber wenn das eigentliche Problem die eigene Lärmentwicklung ist, hilft eigentlich nur, Maschinen abzuschalten. Dann könnten Überwassereinheiten dank ihrer (damals) z.T. größeren Arrays auch eine Reichweite oberhalb der Angaben für U-Boote erzielen, aber das wäre eben nicht mehr horchen bei Einsatzgeschwindigkeit.

Laut seinen Aussagen ist das BBQ-6 oder alle BBQ Sonare eine direkte US Weiterentwicklung des deutschen GHGs, dessen Technik man nach dem WWII kopiert und erprobt und dann weiterentwickelt hat.

Ist er ins Detail gegangen? Würde mich interessieren, ob da wirklich noch eine rein deutsche Idee bis heute nachwirkt oder ob er nur das Grundprinzip meint. Ich halte es zwar für plausibel, dass man 46 nicht auf Basis zwei- und drittklassiger Technik weiterentwickelt hat, würde aber erwarten, dass die alten qualitativen Vorteile spätestens in den 60ern keine Rolle mehr spielten, weil sowieso jedes Teil durch eine Neuentwicklung ausgetauscht worden war.


Warum?
Dein Folgearument zielt ja darauf ab, dass man von SK aus besser chinesische Ziele erreichen könne... Was in diesem Szenario nicht passiert, es ergo keinen Sinn ergibt, diese Flugzeuge in SK versauern zu lassen wenn man diese weiter südlich brauche könnte.

Weder ein guter Stratege noch ein guter Diplomat verteilt seine Kräfte nach dem, was er im Moment braucht. Und was man ausgehend von der beschriebenen Situation im wahrsten Sinne des Wortes im nächsten Moment brauchen könnte, habe ich ja geschildert.

Du hast es immer noch nicht verstanden. Die USA werden defensive Kampfhandlungen im taiwanesischen Luftraum / Seegebiet durchführen und eben nicht angreifen wo es grade passt. Das ist doch kein schwierig vorzustellendes Szenario.

Dein Szenario setzt voraus, dass sich chinesische Einheiten nach Lust und Laune von US-Flugzeugen im taiwanesischen Luftraum abschießen lassen, umgekehrt aber US-Einheiten außerhalb des taiwanesischen Luftraums, selbst parallel zu chinesischen Sicherheitsbereichen fliegend, nur Applaus von chinesischen Kräften erhalten. Das China sich die Grenzen eines transpazifischen Konflikts vorgeben und selbigen direkt in den eigenen Vorgarten schreiben lässt, halte ich für unwahrscheinlich bis naiv respektive allenfalls unter knallharten militärischen Zwängen für möglihc, siehe vorletzter Absatz unten.

Was ist so kompliziert daran sich vorzustellen, dass die USA Taiwan helfen, die Invasion ihrer Insel abzuwehren, ansonsten aber auf Feindseligkeiten mit China verzichten, eben um den Konflikt nicht als direkte Konfrontation zweier Atommächte eskalieren zu lassen.
Was ist schwierig daran sich vorzustellen, dass die USA einen Weg finden wollen, der ihnen ermöglicht Taiwan beizustehen, aber einen Krieg mit China vermeidet. Krieg zwischen den USA und China ist mehr als die Streitfrage um Taiwans.

Krieg ist zu allererst mal ein diplomatischer Zustand und herrscht spätestens dann, wenn man Einheiten des Gegners direkt angreift. (Wann er sonst noch herrscht, ist ein komplexeres Thema.)
Aus gutem Grund haben sowohl USA als auch UdSSR in 40 Jahren diverser Stellvertreterkriege jedes einzelne mal, wenn die jeweilige Gegenseite persönlich ein-/angegriffen hat, der jeweils anderen Partei nur "Material" zur Verfügung gestellt. Nicht einmal im Koreakrieg kämpften "US-Streitkräfte" gegen die "rote Armee", sondern nur "UN-Truppen" gegen Jets, Panzer und anderes schweres gerät, dass die UdSSR samt darin sitzendem Personal an die KPA "verkauft" hatte.

Diese Wortklauberei ist aber im Falle Taiwans praktisch nicht möglich, weil Taiwan gemäß US-Diplomatie kein Staat ist. Sobald aber Flugzeuge mit Markierungen der USAF systematisch Flugzeuge mit Markierungen der PLAAF abschießen, zumal in gemäß internationalem Recht chinesischem Luftraum, befinden sich China und die USA in einem militärischen Konflikt miteinander. Da gibt es keine rechtliche oder diplomatische Grenze mehr, keine "nur lokale Eskalation". Da ist dann bereits das eingetreten, was du vollkommen zu Recht als um-beinahe-jeden-Preis zu vermeindendes Szenario beschreibst.

Zwischen den Möglichkeiten "USA hält sich raus" und "USA endet in einem offenen, transpazifischen Krieg mit China" sehe ich nur einen messerscharfen Grat von Selbsteinschränkungen: Nicht nur vor nuklearer, sondern vor jeglicher Eskalation steht in einem Krieg die Abwägung "wenn ich den Schritt als erster mache, wie lautet dann die Antwort?" Hier gibt es Möglichkeit eines Abschreckungs-Gleichgewichts zwischen einer Eskalation auf transpazifische Seewege und pazifische US-Basen (im Extremfall bis Hawaii) durch China auf der einen Seite und einer Eskalation auf das nordchinesische Meer und das chinesische Kernland östlich davon durch die USA auf der anderen Seite. Dafür braucht die USA aber Kräfte in Südkorea (oder Träger westlich von Japan, was ich aber für noch realitätsferner halte). Und es müssen ZUSÄTZLICHE, einsatzbereite Kräfte sein, nichts was bereits mit der Verteidigung Taiwans ausgebucht ist.

Daher wie gesagt: Mit 98%iger Wahrscheinlichkeit halten sich die US-Streitkräfte ganz raus oder es eskaliert weit über Taiwan hinaus. Dazwischen bleiben 2%, in denen es sich die USA nicht leisten können, auch nur eine F-16 aus Südkorea abzuziehen. Im Gegenteil: Ein wiederentflammen des Koreakrieges wäre in so einer Situation akut zu befürchten. Die USA müssten in SK also sogar aufstocken, um die Doppelbelastung aus aktivem Krieg und Abschreckung zu stemmen.
 
Weder ein guter Stratege noch ein guter Diplomat verteilt seine Kräfte nach dem, was er im Moment braucht. Und was man ausgehend von der beschriebenen Situation im wahrsten Sinne des Wortes im nächsten Moment brauchen könnte, habe ich ja geschildert.
Jo gegen Tante Inges Abreiskalender der Strategieweisheiten bin ich natürlich machtlos.
Schwerpunkt bilden, Reserven bilden. Fertig.

Dein Szenario setzt voraus, dass sich chinesische Einheiten nach Lust und Laune von US-Flugzeugen im taiwanesischen Luftraum abschießen lassen, umgekehrt aber US-Einheiten außerhalb des taiwanesischen Luftraums, selbst parallel zu chinesischen Sicherheitsbereichen fliegend, nur Applaus von chinesischen Kräften erhalten.
Nein, tuts nicht. Das ist DEINE begrenzte Vorstellung davon.
Es wird sogar sehr interessant zu sehen
a.) Wie sich Japan verhalten wird und
b.) Ob China US Streitkräfte z.b. auf Okinawa angreift, um diese an einem Eingreifen um Taiwan zu hindern.
Das wäre aber genau der Flächenbrand den China nicht brauchen kann.

Das China sich die Grenzen eines transpazifischen Konflikts vorgeben und selbigen direkt in den eigenen Vorgarten schreiben lässt, halte ich für unwahrscheinlich bis naiv respektive allenfalls unter knallharten militärischen Zwängen für möglihc, siehe vorletzter Absatz unten.
Es ist eben kein transpazifischer Konflikt wenns nach den Chinesen geht, sondern nur ein rein inner-chinesischer.
Die Chinesen wollen nicht dass die USA eingreifen, die Chinesen wollen keine US Flugzeuge abschießen oder US Schiffe versenken. All das will man nicht, weil es dem eigentlichen Ziel im Weg steht.


Aus gutem Grund haben sowohl USA als auch UdSSR in 40 Jahren diverser Stellvertreterkriege jedes einzelne mal, wenn die jeweilige Gegenseite persönlich ein-/angegriffen hat, der jeweils anderen Partei nur "Material" zur Verfügung gestellt. Nicht einmal im Koreakrieg kämpften "US-Streitkräfte" gegen die "rote Armee", sondern nur "UN-Truppen" gegen Jets, Panzer und anderes schweres gerät, dass die UdSSR samt darin sitzendem Personal an die KPA "verkauft" hatte.
Und aus genau dem Grund will China - wie oben beschrieben - Flugzeuge / Schiffe der USA zerstören. Weil die direkte Konfrontation zwischen Atommächten keine gute Idee ist.

Diese Wortklauberei ist aber im Falle Taiwans praktisch nicht möglich, weil Taiwan gemäß US-Diplomatie kein Staat ist.
Ist richtig und der Taiwan Relations Act beschreibt eben nicht dediziert, ob die USA eingreifen werden oder nicht.
Was doof für die Chinesen ist, denn Unwissenheit ist ein Risikofaktor. Was aber auch doof für die USA ist, denn das hat halt nur vermindertes Abschreckungspotential.

Sobald aber Flugzeuge mit Markierungen der USAF systematisch Flugzeuge mit Markierungen der PLAAF abschießen, zumal in gemäß internationalem Recht chinesischem Luftraum, befinden sich China und die USA in einem militärischen Konflikt miteinander.
Das ist korrekt.

Da gibt es keine rechtliche oder diplomatische Grenze mehr, keine "nur lokale Eskalation".
Das ist einfach nur falsch. Grade Diplomatie wirkt hier Wunder.
Schau dir Indien & Pakistan an. Die sind sich auch nicht an die Gurgel nur weil man sich gegenseitig Flugzeuge vom Himmel schießt. Da die USA ein wesentlich besseres diplomatischen Verhältnis zu den Chinesen haben als seinerzeit zur UDSSR bestehen die dazu notwendigen Kanäle bereits.
Was ja seinerzeit eines der großen Probleme war, wie kriegt man eine Eskalation, wie z.b. die Kubakrise gestoppt wenn die beiden Mächte nicht mal mit einander kommunizieren können.

Da ist dann bereits das eingetreten, was du vollkommen zu Recht als um-beinahe-jeden-Preis zu vermeindendes Szenario beschreibst.
Ist es nicht. Was hindert beide Staaten bitte daran sich um Taiwan die Köppe einzuschlagen, sonst aber sich gegenseitig in Ruhe zu lassen. Was?


Zwischen den Möglichkeiten "USA hält sich raus" und "USA endet in einem offenen, transpazifischen Krieg mit China" sehe ich nur einen messerscharfen Grat von Selbsteinschränkungen: Nicht nur vor nuklearer, sondern vor jeglicher Eskalation steht in einem Krieg die Abwägung "wenn ich den Schritt als erster mache, wie lautet dann die Antwort?"
Du verkennst zwei ganz wesentliche Grundlagen des Handelns von Staaten.
Oberstes Maxim eines Staates ist sein eigenes Überleben (wüsstest du, wenn du Mearsheimer gelesen hättestm, oder Machiavelli, aber Mearsheimer hätt gereicht...). Daraus folgert Nummer 2, die Anwendung von Gewalt hat ein klares Ziel und eine Abwägung zwischen Nutzen und Risiko.

Wenn China Taiwan wirklich angreift, dann nur unter den folgenden Prämissen:
- Man ist sich sicher, dass man den Konflikt mit den USA begrenzt halten kann
- Man ist sich sicher, dass man einen Krieg gegen die USA führen und gewinnen kann ohne dass dieser in das Risiko läuft nuklear zu werden
- Man ist sich sicher, dass die USA sich raushalten

Sowohl die USA, als auch China haben kein Interesse an einem Krieg. China, weil es massiv aufrüstet, aber nicht in der Lage ist die USA so zu dominieren wie es notwendig wäre, v.a. wenn man gleichzeitig Taiwan angreift - und ohne Taiwan erobert zu haben kommt man nicht wirklich in eine Ausgangsposition um sich mit den USA anzulegen. Catch-22.
Die USA haben da keinen Bock drauf, weil sie verlieren könnten. Sie können Taiwan aber auch nicht alleine lassen weil das Ihre Position im Pazifik massiv schwächt und den ärgsten Rivalen, China, deutlich stärkt. Catch-22.

Also isses für beide Staaten von Interesse die Taiwanfrage zu klären, ganz nach Schulhofmanier, der eine holt seine Freunde, der andere auch, dann gibts ein Ackermatch, dann ist wieder gut.
Für beide Staaten ist es aber gleichzeitig NICHT von Interesse sich gegenseitig Häfen, Flughäfen und whatnot kaputtzubomben, uneingeschränkten Seekrieg zu führen, sich gegenseitig Atomwaffen wegzunehmen und und und.

Daher wie gesagt: Mit 98%iger Wahrscheinlichkeit halten sich die US-Streitkräfte ganz raus oder es eskaliert weit über Taiwan hinaus. Dazwischen bleiben 2%, in denen es sich die USA nicht leisten können, auch nur eine F-16 aus Südkorea abzuziehen. Im Gegenteil: Ein wiederentflammen des Koreakrieges wäre in so einer Situation akut zu befürchten. Die USA müssten in SK also sogar aufstocken, um die Doppelbelastung aus aktivem Krieg und Abschreckung zu stemmen.
Nochmal: Es gibt keinen Grund, warum das über Taiwan eskalieren sollte.
Für die USA ergibt es keinen Sinn militärische Ziele in China anzugreifen wenn diese nicht zwingen für die Invasion in Taiwan benötigt werden. Und nochmal, China hat kein Interesse daran, dass Kim ausgerechnet dann gegen SK losschlägt während es sich Taiwan zurückholen will. Denn dann stehen sich schon gleich 3 Atommächte gegenüber und das wird unübersichtlich.

China will Taiwan. Dafür wird man bereit sein beträchtliche Ressourcen zu opfern. Aber man wird nicht bereit sein ein potentiell nukleares Szenario zu riskieren. China wird Kim an die Kandarre nehmen, klar, Nordkorea kann sich anders entscheiden, das hätte aber einen erheblichen Preis für Nordkorea - und die sind eben auch vorrangig daran interessiert den Staat zu erhalten und nicht suizidal auf Wiedervereinigung per Kampfpanzer zu drängen.

Zumal das für NK ein gewaltiges Risiko wäre - ist ja nicht gesagt, dass sie gewinnen, selbst wenn die USA mit Taiwan zu tun haben. Und es wird dann eben auch fraglich sein, ob NK Unterstützung durch China bekommt.


Daher meine erneute Frage:
Warum sollte der Konflikt eskalieren?
Warum.
 
Mich interessiert auch das danach, wenn Taiwan angegriffen wird und die PRC gewinnt.
Selbst wenn der militärische Konflikt isoliert bleibt wird es doch den größten Handelskrieg der Geschichte geben.
 
st er ins Detail gegangen? Würde mich interessieren, ob da wirklich noch eine rein deutsche Idee bis heute nachwirkt oder ob er nur das Grundprinzip meint. Ich halte es zwar für plausibel, dass man 46 nicht auf Basis zwei- und drittklassiger Technik weiterentwickelt hat, würde aber erwarten, dass die alten qualitativen Vorteile spätestens in den 60ern keine Rolle mehr spielten, weil sowieso jedes Teil durch eine Neuentwicklung ausgetauscht worden war.
Nein er ist nicht wirklich ins Detail gegangen, die Dinger stehen immer noch im Dienst, wir haben uns darüber 2008/2009 unterhalten, allgemein über den maritimen WWII und er findet die deutsche Technik kommt oftmals in Sekundärliteratur in Bezug auf die Marine zu schlecht weg.
Seine überlieferten Worte waren, dass sie die die Grundzüge und Funktionsweise des GHGs in der Ausbildung durchgehechelt haben und die Ausbilder kein Geheimnis daraus gemacht haben, dass das BBQ Sonar auf dem GHG basiert, natürlich mit modernster Technik und Elektronik weiterentwickelt. Insoweit wird dort sicherlich jedes Bauteil neu entwickelt worden sein.

Waren Unterwassemikrofone eine alleinige deutsche Idee?! Nein ganz bestimmt nicht, aber es hatte keine andere WWII Nation ein funktionierendes Array (passiv) mit der Leistung auf der BS und Hipper Klasse und den Typ XXI U-Booten, nicht mal ansatzweise. Die Amis wurden auf das GHG zuerst durch Prinz Eugen aufmerksam, da sie bei US Versuchsfahrten jedem Übungstorpedo durch das GHG ausweichen konnte, danach wurde die komplette Technik mit Mikrofonen ausgebaut und weiter getestet, das kann man ebenfalls in den Erprobungsberichten der Amis über PE nachlesen. Dazu kamen die Erprobungen mit den beiden Typ XXI U-Booten, die die Amis 2-3 Jahre bis zur schrottreife der Boote getestet haben.
Nach meinen Wissen kamm dann das erste weiterentwickelte passiv Sonar, basierend auf dem GHG, bei den ersten Atom U-Booten der Amis zum Einsatz.

Umd deine Frage abschließend zu beantworten fehlt mir einfach Wissen, ich versuche es einfach mal mit einem Vergleich:
Würde ich mich "Heute" mit Jemanden über dieselelektrische U-Boote unterhalten, glaube ich weniger das der allgemeine Tenor wäre, dass das XXI U-Boot die Mutter aller modernen dieselelektrische U-Boote ist, die Grundidee und das erste fertig entwickelte Boot ja, aber mehr auch nicht, wenn mir aber ein US Sonar Operator von sich aus erzählt, das"sein" Sonar auf den Weiterentwicklungen des GHGs basiert, scheint wohl mehr drann zu sein.
Auf alle Fälle war das GHG am Ende des Krieges und wohl auch bis die Amis es weiterentwickelt haben, das absolute Cutting Edge auf diesem Gebiet, ähnlich wie die Schnellbootmotoren MB 518
die bis 1970 in Schnellboote selbst der deutschen Marine verbaut wurden, also 30 Jahre nach ihrer "Grundentwicklung".
 
Zuletzt bearbeitet:
Weißt du zufällig, auf was für Geschwindigkeiten sich die Erfahrungswerte in anderen Praxisberichten beziehen?
Bei den Elbing Zerstörern weiß ich auf Grund der KTB, das sie ihre Hinterhalte immer gestoppt liegend aufgebaut haben, mind 2-3 Boote lagen bewegungslos im Wasser, um den Fein d zu orten, danach hat man sich in Schleichfahrt auf Position gebracht.
 
Das ist einfach nur falsch. Grade Diplomatie wirkt hier Wunder.
Schau dir Indien & Pakistan an. Die sind sich auch nicht an die Gurgel nur weil man sich gegenseitig Flugzeuge vom Himmel schießt.

*guckt*
Ich sehe einen einzigen Abschuss außerhalb von "Kriegs"-Zeiten. Und der fand an der unmittelbaren Grenze des Luftraums beider Seiten statt, wie praktisch alle indisch-pakistanischen Zusammenstöße der letzten 20 Jahre. Wie du so etwas mit der systematischen Bekämpfung von Angreifern, mehrere 1000 km von eingenem Territorium entfernt auch nur vergleichen kannst, ist mir ein absolutes Rätsel.

Ist es nicht. Was hindert beide Staaten bitte daran sich um Taiwan die Köppe einzuschlagen, sonst aber sich gegenseitig in Ruhe zu lassen. Was?

Die Tatsache, dass ein Krieg, erst recht transozeanisch geführt, immer auch von Nachschubwegen abhängig ist und somit kaum ein "sonst" gibt? Die Tatsache, dass über 500-1000-15000 km anfliegende Flugzeuge über 500-1000-1500 km anfliegen? Von in Verlegung befindlichen Einheiten ganz zu schweigen?
"Sich um Taiwan die Köppe einschlagen" beinhaltet es, einen nach Taiwan auslaufenden Waffentransport vor San Diego zu versenken, wenn man das hinbekommt, und einen mittelstrecken-Lenkwaffenträger über dem nordchinesischen Meer abzuschießen.

Sowohl die USA, als auch China haben kein
Interesse an einem Krieg.

Oh rly? Schön dass du, nachdem du mir eine Woche lang die Diskussionsfähigkeit abgestritten hast, weil ich logisch denke, anstatt blind Vordenker nachzuplappern, mir zustimmst, dass China Taiwan überhaupt nicht angreifen will, weil die Kosten astronomisch wären.

Nochmal: Es gibt keinen Grund, warum das über Taiwan eskalieren sollte.

Es gibt immer einen Grund, einen Krieg ein Schrittchen weiter eskalieren zu lassen: Weil die einzige Alternative ist, sich hinzustellen und von Feinden umbringen zu lassen, die man rechtzeitig hätte neutralisieren können.

Für die USA ergibt es keinen Sinn militärische Ziele in China anzugreifen wenn diese nicht zwingen für die Invasion in Taiwan benötigt werden.

Für die Vorbereitung einer Invasion wird eine chinesische Luftwaffe benötigt. Für die Sicherung chinesischen Luftraums wird ebenfalls eine Luftwaffe benötigt. China hat aber nur eine insgesamt und es liegt an den USA bzw. an den chinesischen Erwartungen bezüglich der USA, ob sie diese komplett, zum Großteil oder nur in geringem Umfange für Taiwan reservieren können. Das gleiche gilt umgekehrt für die von den USA für den Pazifikraum eingeplanten Einheiten, die zwischen Taiwan und anderen Aufgaben verteilt werden müssen.

Du hast klar gemacht, dass alte Klassiker für dich über allem stehen, aber wir leben nicht mehr im 18. Jhd., wo sich zwei Heere an einem Ort und zu einer Uhrzeit verabreden, wo sich dann nach allen Regeln der Ehre die Köpfe eingeschlagen werden. Wir reden in deinem Was-wäre-wenn-Szenario von modernen Kampfhandlungen, die beginnen, weil sich ein Staat über sämtliche Regeln der Völkerrechts hinwegsetzt und einen Moderne Kriege, erst recht solche die Beginnen, weil sich eine Partei über sämtliche Regeln des Völkerrechts hinwegsetzt und einen Angriffskrieg zur Erweiterung seines Territoriums beginnt. In so einem Konflikt nutzt man jede Schwäche aus, die der Gegner zeigt, aber man fliegt nicht 400 km Schulter an Schulter über das chinesische Meer, um dann kurz vor Taiwan in einem offiziellen Kampfgebiet aufeinander loszugehen.

Und nochmal, China hat kein Interesse daran, dass Kim ausgerechnet dann gegen SK losschlägt während es sich Taiwan zurückholen will. Denn dann stehen sich schon gleich 3 Atommächte gegenüber und das wird unübersichtlich.

Eine Atommacht, die den gleichen Feind bekämpft, wie man selbst, soll unerwünscht sein? Deine Argumentation geht die ganze Zeit davon aus, dass China den Frieden will, dafür sogar auf eine vorgezogene Verteidigung des Heimatterritoriums verzichtet, und gleichzeitig einen Angriffskrieg vom Zaun bricht. Findest du das nicht auch ein klitze kleines Bisschen schizophren?

Zumal das für NK ein gewaltiges Risiko wäre - ist ja nicht gesagt, dass sie gewinnen, selbst wenn die USA mit Taiwan zu tun haben.

Das auch noch auszudiskutieren, würde den Rahmen hier sprengen. Aber drücken wir es so aus: Die USA haben nicht 30000 Mann (und Frauen) nebst bestmöglichem Material dauerhaft in Südkorea stationiert und ziehen zusätzlich bei jeder größeren NK-Provokation noch weitere Einheiten hinzu, wenn sie denken würden, die Südkoreaner hätten alleine gute Chancen.

(Anm.: Kennt jemand den Personalschlüssel der ROK? Die Streitkräfte insgesamt haben um die 550000 aktive Mitarbeiter, aber da müsste der gesamte Wasserkopf mit bei sein, den so eine Institution eben von der Ausbildung bis zur zentralen Buchhaltung so braucht.)

Daher meine erneute Frage:
Warum sollte der Konflikt eskalieren?
Warum.

Siehe oben: Weil bei "eskalieren oder sterben" niemand mit "sterben" antwortet. Wenn der Gegner deine Soldaten 200 km vor Taiwan abschießt und du ihn beim nächsten mal 250 km vorher abfangen kannst, dann machst du das. Und der Gegner, der 250 km vorher abgefangen wurde, wird sich die nächste Chance bei 300 km nicht nehmen lassen. Es gibt in der qualitativen Eskalation Stufen wie "Atomkrieg" und "Bombardements von ziviler Infrastruktur im Heimatland". Und es gibt normalerweise auch diplomatische Grenzen wie "mische dich nicht mit Teilen der eigenen Streitskräfte ein" oder "schieße niemanden für dritte ab und Entschuldige dich für ""einzelne Versehen"" auf ""der anderen Seite der Grenze""". Aber geographisch muss da nichts eskalieren, weil von Anfang an überall das potentielles Kampfgebiet ist, wo feindliche Einheiten einander begegnen.


Waren Unterwassemikrofone eine alleinige deutsche Idee?! Nein ganz bestimmt nicht, aber es hatte keine andere WWII Nation ein funktionierendes Array (passiv) mit der Leistung auf der BS und Hipper Klasse und den Typ XXI U-Booten, nicht mal ansatzweise.

Ich überlege gerade, ob die Allierten überhaupt echte Arrays hatten? Die USA waren zu Kriegsbeginn afaik noch weit hinter den Briten zurück und selbige hatten den Fokus auf aktive Technik. Ich weiß es gerade echt nicht, würde es aber für möglihc halten, wenn die noch ein Richtmikrofon von Hand im Kreis gedreht oder alternativ in Ruhelage in alle Richtungen gehorcht haben.

Aufgrund der strategischen Lage hatten die Alliierten ja auch einfach weniger Bedarf. Die deutschen Uboote brauchten ein bestmögliches Sonar, um sich an Geleitzüge heranzutasten und systematischer Verfolgung zu entkommen und sie konnten sich kein aktives System erlauben. Das auf der Gegenseite zumindest im Atlantik komplett anders aus. Pazifik weiß ich nicht so genau, aber dafür wurde erst spät entwickelt und allgemein war wegen der enormen Entfernungen die optische Ortung aus der Luft sehr wichtig und Uboote insgesamt weniger wirkungsvoll.


Bei den Elbing Zerstörern weiß ich auf Grund der KTB, das sie ihre Hinterhalte immer gestoppt liegend aufgebaut haben, mind 2-3 Boote lagen bewegungslos im Wasser, um den Fein d zu orten, danach hat man sich in Schleichfahrt auf Position gebracht.

Das ist natürlich eine wirkungsvolle Methode, die Probleme mit den Eigengeräuschen zu lösen :) . Da glaube ich dann auch gerne entsprechend längere Entfernungen bei hinreichend aufwendiger Technik. Aber das ist eben kein 30-kn-Flugzeugträger mehr, der ein lauerndes Elektroboot bemerken will.
 
@ruyven_macaran

Ich probiers mal anders: Deine Schlussfolgerungen sind nicht per se falsch, Sie sind aber nur eine von vielen vielen Möglichkeiten und lassen oftmals den größeren Kontext außen vor.
Kann es militärisch sinnvoll sein, wie von Dir beschrieben, Versorgungsschiffe vor San Diego anzugreifen? Absolut.
Aber ist es von Interesse das zu tun? Nein, nicht immer.

Was ist Chinas Ziel. Das ist die entscheidende Frage.
Wenn wir festhalten, dass China Taiwan erobern will, oder dazu bringen, sich wieder in China einzugliedern, dann steht hier ein begrenztes, klar definiertes Ziel.
Wenn wir davon ausgehen, dass China mit den USA Krieg führen möchte, dann müssten wir erstmal konkrete Ziele festlegen, denn niemand fängt einfach so einen Krieg an.

Um Taiwan einzunehmen muss China nicht zwangsläufig Krieg mit den USA führen. Ja, die Intervention der USA ist eine Möglichkeit, ebenso ist eine andere, dass die USA sich raushalten. Überspitzt kann man auch sagen, wenn Trump 2024 wieder gewählt würde, dann wäre auch eine direkte nukleare Antwort der USA auf eine Invasion Chinas in Taiwan möglich. Möglich ist, was man nicht ausschließen kann.

Also, wie erreicht China seine Ziele?
Wenn es nur um Taiwan geht, dann kann es militärisch Sinn ergeben, wenn man z.b. präventiv US Kräfte in Japan angreift. Was kaputt ist, kann mir nicht mehr begegnen. Bedeutet aber auch, die Option "USA hält sich raus" ist damit vom Tisch.
Warum kann es Sinn ergeben, diese taktisch nützliche Option nicht zu ziehen? Aus dem einfachen Grund, dass China den Konflikt so klein wie möglich halten will.

NK Invasion in SK? Möglich.
Angriffe auf Japan? Möglich.
Angriffe Chinas auf die Westküste der USA, bzw. Hawaii, Guam usw. - Möglich.

Aber all diese Optionen bedeuten, dass man viel schwieriger zum Frieden zurückkehren kann. Warum ist das wichtig?
China hat ein begrenztes militärisches Ziel mit der Eroberung Taiwans gesetzt. Mit einer Eroberung Taiwans kann China seine Macht im Pazifik ausweiten und gleichzeitig die Macht der Amerikaner im Pazifik eindämmen, d.h. das ist die wesentlich zu präferierende Option gegenüber einer direkten Konfrontation - Sie dauert halt länger.

Die Alternative, Krieg gegen die USA im Pazifik birgt dagegen weitaus mehr Risiken
- China kann verlieren (können Sie bei Taiwan auch, aber hier ist die Fallhöhe niedriger)
- China kann nicht gewinnen und die ganze Region ist auf Jahre instabil
- eine nukleare Eskalation kann nicht ausgeschlossen werden

Alles Entwicklungen die weder die Amerikaner eindämmen, noch China dabei helfen, seine eigene Position zu festigen. Ja, Krieg ist IMMER ein Risiko. Aber man geht nur Risiken ein, von denen man überzeugt ist, sie richtig eingeschätzt zu haben. Hitler hat die Sowjetunion auch im Glauben angegriffen, diese binnen weniger Monate zu besiegen. Hat nicht funktioniert, das lag aber an der massiv falschen Einschätzung der Lage und daraus resultierenden Folgefehlern. Saddam hat Kuwait angegriffen, weil er überzeugt war, die USA würden nicht reagieren. Klare Kriegsziele mit abgewägtem Risiko, basierend auf einer fehlerhaften Einschätzung.

Staaten gehen diese Risiken ein wenn sie glauben, damit Erfolg zu haben. Staaten gehen diese Risiken in der Regel nicht ein, wenn man befürchten muss am Ende schlechter dazustehen. Die Japaner konnten sich Ende '41 auch nicht vorstellen den Krieg zu verlieren, das Risiko des Angriffs auf die USA und die Erfolge zu beginn haben diese Einschätzung bestärkt.

Für China bedeutet dies, das begrenzte Kriegsziel zu erreichen.
Das geht auf mehreren Wegen, einer davon ist, Krieg mit den USA zu führen. Schiffe vor San Diego angreifen, Stützpunkte in Japan, NK zu ermutigen im Süden einzufallen - all das ist eine Möglichkeit. Aber es ist eine Möglichkeit mit sehr vielen Risiken

Wenn ich darauf verzichte US Schiffe vor der US Küste zu versenken, darauf verzichte US Basen anzugreifen - ja ich bin ggf. minimal taktisch im Nachteil. Aber ich tu mir leichter Frieden zu schließen wenn ich es brauche. Denn China will nicht dauerhaft im Krieg mit den USA stehen. China will die USA vor seiner Haustür verschwinden sehen und dazu ist Taiwan der erste Schritt. Der Fehler ist zu glauben, China müsse die USA direkt schlagen - was nicht funktionieren wird, welche Kriegsziele sollen denn erreicht werden in Südkorea, Japan und Taiwan? Wie soll China die USA dann noch zu einem Frieden zwingen, denn bereitwillig werden diese nicht zur Waffenruhe zurückkehren wenn noch andere Länder von einer chinesischen Aggression betroffen sind.

Die für China beste Möglichkeit ist daher:
Schnellstmögliche Einnahme von Taiwan, bei minimaler Aggression gegenüber allem anderen. Sobald Taiwan unter chinesischer Kontrolle ist gibts keinen Grund mehr sich zu bekriegen. Die USA werden sicherlich keine Truppen schicken um die Insel zu erobern.
Anschließend hat China Jahre Zeit um seine Uboote zu verlegen, die Seewege zu kontrollieren, seine Präsenz und Macht auszubauen und dann, dann die USA herauszufordern.
 
Zuletzt bearbeitet:
"Nette" Horrorszenarien, die da über den möglichen Konflikt über Taiwan hinaus beschrieben werden.
Bedenkt bei all dem bitte, dass der Pazifik ein ganz spezielles Szenario für eine mögliche Kriegsführung darstellt.
Die Entfernungen sind selbst bei heutiger Technologie gigantisch.
Banales Rechenbeispiele:
Luftlinie Shanghai -LA sind ca. 10.500 km
Ein durchschnittliches Kriegsschiff (wurscht, ob Träger , Zerstörer oder U-Boot) benötigt mit angenommener Marschgeschwindigkeit von 30 kn (was als Marschgeschwindigkeit schon recht hoch wäre) = ca. 55 km/h roundabout und fast 8 Tage (!!) für die "Anreise".
Ein Kampfflugzeug mit 800 km/h Marschgeschwindigkeit immer noch ca. 13 Stunden + 3x auftanken in der Luft á 0,5 h = fast 15 Stunden für die "Anreise".
Ein wie immer geartetes "Anschleichen" oder "Überraschungsangriff" ist mit konventionellen Waffen nahezu ausgeschlossen.
Natürlich ist ein Angriff von U-Booten auf auf größere Marineeinheiten (gilt für beide Seiten) jederzeit möglich.
Getaucht machen aber weder die VRC noch die US U-Boote mehr speed als ein Träger, Kreuzer oder Zerstörer der beiden Marinen.
Sprich, diese Boote müssen sich auch heute noch auf Basis durch Aufklärung von mutmaßlicher Kurse von Schiffen "in den Weg stellen".
Es gab bekannter Maßen in der Vergangenheit immer wieder Vorfälle, bei denen "plötzlich" U-Boote, auch VRC, vor einem Trägerverband der US-Marine auftauchten. Das war aber in Friedenszeiten und wie weiter oben verlinkt, sind alle US-Träger im Frieden mit aktivierten Seefahrtstackern unterwegs, also ist der Kurs für Stunden , wenn nicht Tage bekannt.
Da machen natürlich weder Russen noch Chinesen, ich bin aber überzeugt, dass ein ganz großer Teil der Marinekräfte beider Staaten von den USA nahezu lückenlos überwacht werden.

Gänzlich hinten runter fällt bei der Betrachtung der wirtschaftspolitische Teil.
Die VRC ist wirtschaftlich nur deswegen so stark, weil sie eine, wenn nicht DIE Exportnation ist.
Eine erweiterte Kriegsführung (gar mit Hilfe Kimmiboy) auf SK auf Japan, ja auf den gesamten Ostasiatischen Handelsraum oder gar auf die USA erzeugt einen derart großen wirtschaftlichen Schaden für die VRC,
den evtl. militärische Erfolge in keiner Weise, selbst langfristig gerechtfertigten würde.

Im ureigensten Interesse wird die VRC selbst eine mögliche militärische Aktion gegenüber Taiwan zwangsläufig auf kleinster Sparflame halten müssen.
Und das weiss die USA und genau deswegen ist deren Fokus aktuell komplett auf Ostasien gerichtet.
Denn je früher die USA wirtschaftliche wie militärische Expansionspläne der VRC stören kann, bleiben der VRC nur noch zwei tatsächliche Optionen:
-(vorläufiger) Rückzug aus den Konfliktgebieten unter Aufrechterhaltung des Status Quo als DIE Exportnation.
-großangelegter militärischer Konflikt, der nicht gewinnbar ist

Das ist die Sicht des "Westlers".

Glaube aber, die Brille der VRC aufsetzen zu können.
Und hier spielt Ideologie ein ganz große Rolle und die Überzeugung der VRC, das "bessere" System zu haben.

China verhält sich nicht unähnlich der NATO-Staaten in den 1970/1980ger gegenüber dem WP.
Das technologische Wettrüsten gipfelte letztlich im finanziellen Bankrott und dem Zusammenbruch des WPs.

Die VRC sieht, auf Grund des demokratischen aber auch gewinnbasierten Systems der USA, die Chance, in einem neuen Wettrüsten die USA, eh schon über alle Maßen verschuldet, die USA in eine Ecke drängen zu können,
in dem die USA als Staat irgendwann mal zahlungsunfähig wird und das System als solches zusammenbricht.
Wirtschaftlich wie militärisch.
China weiss, dass auch hier nur ein relativ kurzes Zeitfenster bleibt.
Wenn die FED irgendwann wieder bei über 10% Sollzinsen angekommen sind, klappt der Plan nicht.
Der funktioniert nur dann, wenn das Geld nix mehr wert sein wird.
Also erleben wir aktuell die größtmögliche Aggression ohne echtem militärischen Konflikt der VRC, damit die USA sich selbst in eine erneute und noch viel größere Schuldenspirale zum Waffeneinkauf begeben.

Geht der Plan auf, gibt es wirtschaftlich niemanden mehr auf der Erdkugel, der sich China in den Weg stellen könnte.

Spätestens dann wird es keine Billigprodukte aus China mehr geben :D
 
Krieg:
Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.
BBC Bericht vom 16.10.2021

Das die USA China in Teilen militärisch überlegen ist, ist klar, aber China selbst liegt direkt neben Taiwan,
der "Westen" hingegen müsste den Großteil seiner Streitkräfte (trotz Basen in der Region) erst über den Pazifik bringen - Stichwort Flugzeugträger.

Diese sind einerseits Kampfstark - in Verbindung mit ihren Kampfgruppen - aber auch eine große Zielscheibe.
Und man muss diese Schiffe nicht einmal versenken. Sollten sie so stark beschädigt werden, dass keine Flugzeuge mehr starten und landen können, sind sie völlig Nutzlos.

Was den Zeitpunkt einer eventuellen Invasion betrifft, so geistert in Militärkreisen das Jahr 2025 herum.
Im Raum direkt um China und Taiwan scheint die US Navy jedenfalls nach Aussage von US Militäranalysten inzwischen keine Überlegenheit mehr zu besitzen.

Die größte Bedrohung für den Westen sind in dem Fall jedenfalls hunderte moderne Antischiff-Flugkörper
an der chinesischen Küste - teils verbunkert, teils auf Fahrzeugen.

Und innerhalb von 35km Radius um die Küste kann auch ganz Oldschool moderne Artillerie eingesetzt werden.

Die USA selbst wollen übrigens den Status Quo erhalten - ergo keine Invasion durch China und auch keine Unabhängigkeitserklärung durch Taiwan.

Chipfabriken:

Hier hat TSMC eine Diversifizierung begonnen und baut/plant Anlagen in den USA und Europa.
Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.

Kernwaffen:
China baut neue Silos 1

China baut neue Silos 2

Die USA und Russland verfügen über ca. 1550 sofort Einsatzbereite Kernwaffen,
verteilt auf Silos, mobile Abschussvorrichtungen, die Marine, die Luftwaffe & eine Reserve
und können sowohl für Erst- Zweit- und Drittschlag-Fähigkeiten eingesetzt werden.

China dürfte hier ähnlich planen.

Im Fall von Russland kommt neuerdings noch "Poseidon" dazu (Status 6).
Diese sind aber eher als Zweit- oder Drittschlags-Kapazität konzipiert und nicht für den Angriff.

Zu den Silos in den USA, Russland und China sei noch angemerkt, dass nicht alle belegt sind.
Manche sind einfach leer - und gelten als Fake-Ziele, respektive Täuschung.

Hyperschallwaffen habe ich bewusst ausgelassen, da ich über deren militärischen Wert im Fall eines Konflikts
keine Aussage machen kann. Am ehesten würde ich darauf tippen, das diese Waffen gegen wichtige Punktziele eingesetzt werden.

Fazit:
Sollte dieser Krieg heiß werden und atomar eskalieren,
dürfte der Klimawandel danach nicht mehr unser größtes Problem sein...
 
@ruyven_macaranUm Taiwan einzunehmen muss China nicht zwangsläufig Krieg mit den USA führen. Ja, die Intervention der USA ist eine Möglichkeit, ebenso ist eine andere, dass die USA sich raushalten.

Das die USA sich raushält, ist eine Möglichkeit, die ich zwar tatsächlich zuletzt nicht mehr thematisiert, aber ganz ausdrücklich zu Anfang als beinahe-50%-Chance aufgeführt habe. Alle Ausführungen seitdem haben sich damit beschäftigt, wie sich der Konflikt entwickeln würde, wenn die USA militärisch eingreift. Also was macht China und was machen die USA, nachdem der erste VBA-Angehörige durch US-Feuer gestorben ist? Ausdrücklich nicht als "versehen" oder wegen "Verletztung der eigenen [US] Hoheitsgebiete", wie das z.B. zwischen Indien und Pakistan vorkommt, sondern absichtlich und mit der Ansage, dass dem ersten Gefallen weitere folgen werden, solange die Angriffe auf Taiwan anhalten?

Kampfführungen vor San Diego waren dabei natürlich nur ein theoretisches Extrembeispiel. Die amerikanische Küste wäre für chinesische Einheiten nicht nur weit weg, sondern schlicht zu gefährlich. Aber es gibt tatsächlich keine natürliche Grenze zwischen einer unter Garantie erfolgenden Blockade unmittelbar vor Taiwan und Angriffen unmittelbar vor San Diego und ein effektiver U-Boot-Einsatz findet dort entlang einer Versorgungskette statt, wo die Verteidigung am schwächsten ist - und das wird schon einmal nicht unmittelbar um Taiwan, sondern 1000-5000 km weiter östlich sein. Je nachdem, wie weit Taiwan und USA die Verteidigung der Schifffahrtsrouten hochhalten. Am äußeren Ende dieser Kette bedeutet dass dann aber auch, dass von Hawaii operierende Flugzeuge aktiv beteiligt sind und die dortige Infrastruktur somit ein attraktives Ziel für chinesische Marschflugkörper. Nicht, weil man den Krieg mit den USA sucht, sondern einfach um Angriffe auf die eigenen Truppen zu unterbinden.

Also, wie erreicht China seine Ziele?
Wenn es nur um Taiwan geht, dann kann es militärisch Sinn ergeben, wenn man z.b. präventiv US Kräfte in Japan angreift. Was kaputt ist, kann mir nicht mehr begegnen. Bedeutet aber auch, die Option "USA hält sich raus" ist damit vom Tisch.
Warum kann es Sinn ergeben, diese taktisch nützliche Option nicht zu ziehen? Aus dem einfachen Grund, dass China den Konflikt so klein wie möglich halten will.

Präventivschläge, die gleich zwei Nationen in den Krieg ziehen, wären natürlich bescheuert. Zumindest bei den heutigen Kräfteverhältnisse, die weder eine Blitzeroberung Taiwans zulassen, noch eine schneller Zerstörung aller potentiellen Basen in Japan, halte ich das nicht einmal dann für eine Option, wenn China sich 101% sicher wäre, dass die USA eingreifen wollen. Die zusätzlichen internationalen diplomatischen Verwürfnisse wären es nicht wert, die in Okinawa befindlichen Truppen teilweise zu schädigen, denn im Vergleich mit den nach Okinawa verlegbaren Truppen, sind das sowieso wenige; der Erstschlag im Vergleich zu einem Gegenschlag also nur ein Mini-Vorteil.

Aber das umgekehrt ein Gegenschlag unterbleibt, wenn die USA direkt von Okinawa aus in die Kampfhandlungen eingreifen, halte ich für genauso unwahrscheinlich. In dieser Situation würde ein Angriff keine USA mehr in den Krieg ziehen, denn die wären ja schon beteiligt. Er würde auch die Beziehungen zu Japan nicht verschlechtern, die würden schon aktive Unterstützung für einen Krieg gegen China leisten. Die chinesische Führung müsste also nur noch zwei Aspekte abwägen:
- Ein Angriff auf Okinawa könnte die japanischen Verteidigungskräfte in den Krieg mit hineinziehen. Die sind aber, nomen est omen, nur begrenzt darauf ausgelegt, China offensiv Ärger zu bereiten
- Kein Angriff auf Okinawa würde einen "unangreifbaren", sicheren Rückzugsraum in Einsatzreichweite für die Verteidiger Taiwans bedeuten. Ein extremer Vorteil; letztlich beruhen sämtliche Überlegungen zu einem chinesischen Sieg ja darauf, dass die technisch noch lange nicht ebenbürtige VBA als einzige einen Heimvorteil im Falle etwaiger US-Einmischung hat.

Aber all diese Optionen bedeuten, dass man viel schwieriger zum Frieden zurückkehren kann.

Natürlich kann China leichter zum Frieden mit den USA zurückkehren, wenn sie nie auf USA-Einheiten und -Einrichtungen schießen, sondern nur Zielscheibe für die gespielt haben. Aber so können sie Taiwan nicht erobern. Das würde bedeuten, einen Angriffskrieg zu starten und eine Stunde bis einen Tag die erste Kapitulationserklärung an einen den Kriegsbeteiligten zu schicken.

Für China bedeutet dies, das begrenzte Kriegsziel zu erreichen.
Das geht auf mehreren Wegen, einer davon ist, Krieg mit den USA zu führen.

Zeige doch vielleicht zur Abwechslung mal einen anderen Weg auf: Wie kann China die Schlacht um Taiwan gewinnen, wenn die US-Armee Angreifer gegen Taiwan bekämpft, China aber nicht gegen US-Einheiten? Wie soll das denn bitte gehen?? "Es ist Krieg und alle gehen hin, aber einer nur als Zuschauer"?

Ich äußere aus gutem Grund keinen einzigen Widerspruch zu deiner Feststellung, dass ein Kriegseintritt der USA für China extrem riskant um nicht zu sagen sehr, sehr schwerwiegend wäre. Diese Ansicht teile ich. Aber deine Schlussfolgerung darauf, dass China dann einfach keinen Krieg mit den USA führt, ist einfach Banane, weil es der Kriegseintritt DER USA ist, um den es geht, und über den entscheidet nicht China. Die können nur über den Eintritt in einen Krieg mit Taiwan entscheiden.

Die USA werden sicherlich keine Truppen schicken um die Insel zu erobern.

Ich erwarte, dass die USA bei einer aktiven Verteidigung Taiwans Truppen vor Ort haben werden. Natürlich keine Eroberungstruppe, sondern nur Luft- und ggf. etwas Küstenverteidigung, vor allem aber unterstützendes Personal für verlegte Lufteinheiten, aber es sind trotzdem US-Soldaten. Und was sollen chinesische Eroberer machen, wenn sie vor denen stehen? Mit Freikarten samt One-Way-Flugtickets für Disneyworld winken?


Gänzlich hinten runter fällt bei der Betrachtung der wirtschaftspolitische Teil.

Den haben wir vor über eine Woche abgehakt ;) :
Sobald China Taiwan angreift, ist ihre Wirtschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit im Arsch. Deswegen schließe ich von meiner Seite her ja auch den Angriff zu 99% aus. Hoffgang glaubt aber, dass der Zugang Chinas zum Pazifik dadurch so viel verbessert würde und umgekehrt der Einfluss der (in Taiwan bislang überhaupt nicht anwesenden) USA derart verringert würde, dass China trotzdem die Schlacht um Formosa eröffnen wird. Die ganze folgende Diskussion dreht sich darum, wie sich so eine Schlacht entwickeln würde.

Das China reichlich kriegsgeil sein müsste, damit es überhaupt zu so einer Lage käme, spielt nur insofern eine Rolle, dass Hoffgang dem gleichen China unterstellt, im weiteren Verlauf dann alles für den Frieden geben zu wollen.

Glaube aber, die Brille der VRC aufsetzen zu können.
Und hier spielt Ideologie ein ganz große Rolle und die Überzeugung der VRC, das "bessere" System zu haben.

So tritt Chinas Führung auf Tribünen auf, ja. Aber ihre Realpolitik ist seit 40-50 Jahren eine ganz andere und verdammt erfolgreiche. Man entwickelt nicht 1,4 Milliarden Menschen von um jeden Bissen kämpfenden Bauern zur führenden Wirtschaftsmacht des Planeten, wenn man ein verblendeter Ideologe ist. China kalkuliert knallhart, realistisch, methodenoffen und vor allem erfolgreich, welche Ziele sich wie erreichen lassen und welche (vorerst) warten müssen.

Die VRC sieht, auf Grund des demokratischen aber auch gewinnbasierten Systems der USA, die Chance, in einem neuen Wettrüsten die USA, eh schon über alle Maßen verschuldet, die USA in eine Ecke drängen zu können,
in dem die USA als Staat irgendwann mal zahlungsunfähig wird und das System als solches zusammenbricht.
Wirtschaftlich wie militärisch.
China weiss, dass auch hier nur ein relativ kurzes Zeitfenster bleibt.
Wenn die FED irgendwann wieder bei über 10% Sollzinsen angekommen sind, klappt der Plan nicht.
Der funktioniert nur dann, wenn das Geld nix mehr wert sein wird.

Das mit dem engen Zeitfenster sehe ich nicht. Klar, die Bedingungen sind gerade besonders günstig, aber sie sind nicht so günstig, dass man sich auf einen raschen Triumph verlassen kann. Mittelfristig macht die heutige Situation dagegen keinen Unterschied und langfristig ist China einfach eins: 2,5 mal so groß wie die gesamte NATO. Dass sie heutzutage weniger mächtig sind, liegt an technologischem Rückstand, aber der wird von Jahr zu Jahr rapide kleiner. In 10 Jahren könnte der Punkt erreicht sein, in dem China bei Neuentwicklungen global führend ist, 2-5 Jahrzehnte normales Wirtschaften später (je nach Sektor) wird auch ihre installierte Technologiebasis entsprechend moderner sein. Dann haben sie den Vorteil des Know-How und den Vorteil der Größe und obendrauf den Effizienzvorteils eines Systems, dass wenig interne Konkurrenz kennt und keinen Widerspruch duldet.

Und genau so langfristig plant China. Während die EU noch darüber diskutiert, wie man nordafrikanische Warlords dazu zwingen kann, den eigenen Grenzschutz zu übernehmen, hat sich China den restlichen Kontinent schon gekauft - und das von dessen eigenen Geld. Während die NATO Probleme hat, Transporte in und aus Afghanistan abzuwickeln, stellt China sicher, dass sämtliche Handelsrouten Vorderasiens radial auf das eigene Land zulaufen. Und die Länder Südostasiens bekommen bereits zunehmend Zuckerbrot und Peitsche zu spüren. Krieg um Taiwan? Offenen Konflikt mit den USA riskieren? Es passt meiner Meinung nach so gar nicht zu China, sich um eine Salzstange zu streiten, wo die Pizza doch schon längst bestellt wurde.


Das die USA China in Teilen militärisch überlegen ist, ist klar, aber China selbst liegt direkt neben Taiwan,
der "Westen" hingegen müsste den Großteil seiner Streitkräfte (trotz Basen in der Region) erst über den Pazifik bringen - Stichwort Flugzeugträger.

Diese sind einerseits Kampfstark - in Verbindung mit ihren Kampfgruppen - aber auch eine große Zielscheibe.
Und man muss diese Schiffe nicht einmal versenken. Sollten sie so stark beschädigt werden, dass keine Flugzeuge mehr starten und landen können, sind sie völlig Nutzlos.

Wie schon dargelegt: Taiwan ist ein unsinkbarer Flugzeugträger und wenn diese dennoch einsetzen möchte, dann hinter der Insel und nicht in der engen Straße davor. Da sind sie mit nichten eine große Zielscheibe (ein Kampfverband besteht nunmal primär aus Wasser, man muss aber den Träger treffen), sondern ein nur auf Umwegen zu erreichendes, äußerst wehrhaftes Ziel.
 
Auf einem Town-Hall-Meeting, gestern in Baltimore, hat US Präsident Joe Biden
CNN Moderator Anderson Cooper nach dessen Frage über Taiwan offen gesagt:

"Die USA werden Taiwan bei einem Angriff verteidigen."


Das nenne ich eine Ansage.
Ist vermutlich als deutliche Warnung an Xi gerichtet, den Status Quo aufrechtzuerhalten.
 
Das ist so sogar eine ziemlich klare Ansage und dementsprechend reagieren die Chinesen, die das allerdings auch herausgefordert haben. Ob sie damit gerechnet haben, steht auf einem anderen Blatt, jetzt haben sie was zu kauen.
 
Das ist so sogar eine ziemlich klare Ansage und dementsprechend reagieren die Chinesen, die das allerdings auch herausgefordert haben. Ob sie damit gerechnet haben, steht auf einem anderen Blatt, jetzt haben sie was zu kauen.

Ich glaube nicht, dass sie mit einer so klaren Ansage gerechnet haben. Wenn das Säbelrasseln neben der Ablenkung von anderen Konflikten und innenpolitischen Gründen überhaupt einen Anlass, erst recht bezüglich USA hat, dann vielleicht in der Hoffnung auf Tendenzen. Ein Besuch höherrangiger Diplomaten in Taipeh, die demonstrative Unterzeichnung wichtiger privatwirtschaftlicher Handelsverträge mit Segen der US-Regierung (bilaterale Verträge sind mangels Anerkennung als Staat ja nicht möglich) oder im Extremfall einer Waffenlieferung genau jetzt wären starke Signale Richtung Peking gewesen, umgekehrt schweigen zu den Provokationen, eine Aufforderung an beide Seiten, nett zu einander zu sein (obwohl Taiwan gar nichts gemacht hat) oder die Verweigerung irgendwelcher taiwanischer Forderungen eine Ansage in Gegenrichtung. Und das ohne dabei die Grenzen des bislang offenen Status Taiwan zu überschreiten.

Aber eine offizielle Zusicherung militärischer Unterstützung? An einen nicht-Staat respektive an etwas, das gemäß diplomatischem Status eine Rebellentruppe ist, die Teile eines von den USA anerkannten Staates unter ihrer Kontrolle verhält und eine von den USA anerkannte, laut Selbstdarstellung demokratisch gewählte Regierung am regieren hindern? Das ist richtig starker Tobak und deswegen vermutlich von keinem vorgesehen worden, denn dafür gibt es kein zweites Beispiel.

Ich glaube, die einzige andere nicht-Regierungsgruppe, die die USA in diesem Jahrtausend offiziell militärisch unterstützt haben, sind die syrischen Kurden. Und das war erst, nachdem dem Assad-Regime aberkannt wurde, Syrien zu regieren und das syrische Folk zu vertreten und auch dann gab es die Unterstützung im wesentlichen nur gegen den IS, der schon zuvor als Terrorganisation geächtet war. Überall anders ist die USA meist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, Aufständische als Terroristen zu brandmarken und zu bekämpfen.
 

Raushalten ist jetzt wohl vom Tisch


Zeige doch vielleicht zur Abwechslung mal einen anderen Weg auf: Wie kann China die Schlacht um Taiwan gewinnen, wenn die US-Armee Angreifer gegen Taiwan bekämpft, China aber nicht gegen US-Einheiten? Wie soll das denn bitte gehen?? "Es ist Krieg und alle gehen hin, aber einer nur als Zuschauer"?
Hier liegt ein Missverständnis vor.
China wird US Flugzeuge angreifen, die USA werden chinesische Flugzeuge angreifen. Sollten die USA Taiwan militärisch beistehen, dann wird China Amerikaner töten müssen um sein Ziel zu erreichen.

Das ist nicht gleichzusetzen mit Krieg zwischen China und den USA.

In einem Krieg zwischen diesen beiden Staaten wird man außerhalb des Taiwan Battlespace aufeinander losgehen. Das wird nicht passieren, einfach, weil weder die USA, noch China etwas davon haben.
China will Taiwan, aber keinen Dritten Weltkrieg
USA wollen, dass China Taiwan nicht bekommt, aber keinen Dritten Weltkrieg


Ich äußere aus gutem Grund keinen einzigen Widerspruch zu deiner Feststellung, dass ein Kriegseintritt der USA für China extrem riskant um nicht zu sagen sehr, sehr schwerwiegend wäre. Diese Ansicht teile ich. Aber deine Schlussfolgerung darauf, dass China dann einfach keinen Krieg mit den USA führt, ist einfach Banane, weil es der Kriegseintritt DER USA ist, um den es geht, und über den entscheidet nicht China. Die können nur über den Eintritt in einen Krieg mit Taiwan entscheiden.
Wir könnten um 100 Doge Coins wetten dass die USA ein Statement abgeben werden wie: Wir befinden uns derzeit in einer militärischen Auseinandersetzung mit der Volksrepublik China um den völkerrechtswidrigen Angriff auf unseren Partner Taiwan zu unterbinden.

So wie Grün für Männer eine einzige Farbe und für Frauen ca. 100 verschiedene Töne sind, so kannst du "Krieg" auffächern. Nicht jede Kampfhandlung bedeutet automatisch, dass sich 2 Staaten aufs Messer bekämpfen.

Bitte nicht verwechseln mit den derzeitigen Signalen der gegenseitigen Abschreckung.


Ich erwarte, dass die USA bei einer aktiven Verteidigung Taiwans Truppen vor Ort haben werden. Natürlich keine Eroberungstruppe, sondern nur Luft- und ggf. etwas Küstenverteidigung, vor allem aber unterstützendes Personal für verlegte Lufteinheiten, aber es sind trotzdem US-Soldaten. Und was sollen chinesische Eroberer machen, wenn sie vor denen stehen? Mit Freikarten samt One-Way-Flugtickets für Disneyworld winken?
Ob die USA wirklich Bodentruppen auf Taiwan haben werden bezweifle ich


Hoffgang glaubt aber, dass der Zugang Chinas zum Pazifik dadurch so viel verbessert würde und umgekehrt der Einfluss der (in Taiwan bislang überhaupt nicht anwesenden) USA derart verringert würde, dass China trotzdem die Schlacht um Formosa eröffnen wird.
Ja und damit bin ich nicht alleine. Das ist mehr oder weniger Konsens dass eine Einnahme Taiwans durch China die Möglichkeiten zur chinesischen Machtoprojektion massiv verstärken würde.
 
Aber eine offizielle Zusicherung militärischer Unterstützung? An einen nicht-Staat respektive an etwas, das gemäß diplomatischem Status eine Rebellentruppe ist, die Teile eines von den USA anerkannten Staates unter ihrer Kontrolle verhält und eine von den USA anerkannte, laut Selbstdarstellung demokratisch gewählte Regierung am regieren hindern? Das ist richtig starker Tobak und deswegen vermutlich von keinem vorgesehen worden, denn dafür gibt es kein zweites Beispiel.

Ich glaube, die einzige andere nicht-Regierungsgruppe, die die USA in diesem Jahrtausend offiziell militärisch unterstützt haben, sind die syrischen Kurden. Und das war erst, nachdem dem Assad-Regime aberkannt wurde, Syrien zu regieren und das syrische Folk zu vertreten und auch dann gab es die Unterstützung im wesentlichen nur gegen den IS, der schon zuvor als Terrorganisation geächtet war. Überall anders ist die USA meist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, Aufständische als Terroristen zu brandmarken und zu bekämpfen.
Du übertreibst hier maßlos und differenzierst auch nicht.
Als sich die UN, China, die USA und der größte Teil der Welt auf die Ein China Politik geeinigt haben, war das ein Kompromiss an VR China und Taiwan war eine Diktatur, mehrere Parameter haben sich seit dem geändert und in der Realität wollen die USA eine echte Demokratie verteidigen, gegen einen maßlosen Erpresser der seine eigenen internationalen Veträge (Hong Kong), ein Land, zwei Systeme, komplett gebrochen hat.

Ich finde den Vorgang absolut richtig, jetzt gibt es klare Warnungen und Rote Linien, damit wissen die in Peking woran sie sind und was passiert, wenn sie den Befehl zur Gewalt geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück