Der Philosophie Thread

Ja, weil wir nur das fertig verarbeitete Bild kriegen.
Das braucht halt ne gewisse Zeit.
Deswegen liegt alles was wir sehen, in der Vergangenheit.
Je weiter das Gesehene entfernt liegt, desto weiter ist es in der Vergangenheit.
Der Mensch nen Meter vor dir ka paar Millisekunden? und die Sonne schon mehr als 8 Minuten.
 
Ja, weil wir nur das fertig verarbeitete Bild kriegen.
Das braucht halt ne gewisse Zeit.
Deswegen liegt alles was wir sehen, in der Vergangenheit.
Je weiter das Gesehene entfernt liegt, desto weiter ist es in der Vergangenheit.
Der Mensch nen Meter vor dir ka paar Millisekunden? und die Sonne schon mehr als 8 Minuten.
Ja das mit den Sternen weiß ich. Weil C begrenzt ist und das da draußen so große Entfernungen sind. ;)
 

Eine Buchvorstellung wo es um "Neurodivergenz" und KI´s geht. Der Autor Prof. Frank Zimpel vermutet auch das Albert Einstein neurodivergent gewesen ist:

»Intelligenz« – bei diesem Stichwort denken viele an Albert Einstein. Wie kein anderer hat der Begründer der Relativitätstheorie unser Bild des unfassbar schlauen, aber zerstreuten Professors mit wirren Haaren geprägt. Ähnlich voll und chaotisch wie auf seinem Kopf sah es offenbar auch in ihm aus – denn Einstein sei nicht nur äußerst intelligent, sondern sehr wahrscheinlich auch neurodivergent gewesen, schreibt André Frank Zimpel.

Prägende Charakterzüge Einsteins deuten laut dem Erziehungswissenschaftler und Psychologen auf eine mögliche ADHS, autistische Züge, Hochsensibilität und/oder Legasthenie hin. Eine eindeutige Diagnose könne zwar nicht gestellt werden, meint Zimpel. Dennoch illustriere das Beispiel des weltbekannten Physikers, welch wichtigen Beitrag diejenigen für den gesellschaftlichen Fortschritt leisten könnten, die jenseits der Norm denken – und das, obwohl Neurodivergenz laut Zimpel im Bildungswesen und in der Arbeitswelt damals wie heute »als Intelligenzdefizit, mangelnde Anpassungsbereitschaft oder Modediagnose heruntergespielt« würde.

und

Die enorme Mehrleistung, die neurodivergente Menschen im Alltag erbringen müssten, werde in der Regel weder erfasst noch anerkannt, schreibt Zimpel, der das Zentrum für Neurodiversitätsforschung (ZNDF) Hamburg/Eppendorf leitet: »Sie verbrauchen einen großen Teil ihrer Intelligenz, ihrer Kreativität und ihrer einmaligen Fähigkeiten oft nur dafür, Normen zu erfüllen und nicht aufzufallen. Dabei fehlen diese Intelligenzen, Kreativitätsquellen und einmaligen Perspektiven in unserer Gesellschaft und Wirtschaft an allen Ecken und Enden.«

Dieses Defizit werde im direkten Vergleich mit künstlicher Intelligenz (KI) besonders deutlich, meint der Autor. Denn KI-Systeme könnten zwar »endlose Mengen an Fakten anhäufen«, sich aber eben nicht geistig weiterentwickeln. Sie arbeiteten mit »rekombinierter Durchschnittsbildung«. Im Gegensatz dazu dächten neurodivergente Menschen oft fernab des Durchschnitts und jenseits des Berechen- und Erwartbaren – eine enorme Ressource, die mit klassischen Intelligenztests kaum abgebildet werden könne.

Im Verbund mit der KI​

Der Schlüsselfaktor hierfür – sowohl für die meist schwächeren IQ-Testergebnisse als auch für den tief greifenden Unterschied zur formal-logischen Intelligenz der KI – ist laut Zimpel »die tief in der Biologie verwurzelte menschliche Aufmerksamkeit«. Denn Menschen mit ADHS oder Autismus richteten diese in der Regel anders aus als neurotypische Personen. Im autistischen Spektrum ist die Aufmerksamkeit demnach stark auf Details fokussiert, bei einer ADHS verteile sie sich hingegen gleichzeitig auf viele Eindrücke. Das Potenzial, das laut dem Autor in diesen besonderen Funktionsweisen des Gehirns steckt, könne sich dank KI künftig noch besser entfalten: Da sie das Gehirn von formal-logischen Aufgaben entlaste, schaffe sie neue Kapazitäten für kreatives und einzigartiges Denken.

Ich werde mir das Buch vielleicht kaufen. Da ich selber davon betroffen bin und weiß wie schwer es ist damit zu leben. Allerdings sehe ich mich nicht als hochintelligent an.

Das betrifft eher die Bereiche Psychologie und Neurowissenschaften als Philosophie aber ich wollte nicht extra noch einen Thread eröffnen.

Edit:

Ich habe eben noch ein interessantes Zitat von Carl Orff (Komponist) gefunden:

"Die Sprache ist ja nicht eine Ansammlung von Worten, oder besteht nicht in Worten, sondern ist Geist!"
Hat mit dem Thema "Neurodivergenz" aber nichts direkt zu tun!

Aber mit unseren Denken! Und meiner ursprünglichen Aussage, dass ohne Input das Bewusstsein und damit der Geist leer ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Freiheit beginnt dort, wo ich meine eigene Konditionierung erkenne, aber auch das ist schon Teil des Systems.
Oder Freiheit (lies: gefühlte Willensfreiheit) liegt im Auge des Betrachters, der die Ketten nicht mehr sieht. Je älter und lebenserfahrener wir werden, desto freier fühlen wir uns, weil wir die frustranen Optionen nicht mehr in Betracht ziehen. Willensfreiheit wird somit nicht mehr empfunden als die Freiheit, eine Handlung (Denken, Reden, Straße bei Rot überqueren, Pupsen) wählen zu können, sondern entwickelt sich zur abgestumpften Freiheit, ein Handlungsergebnis (satt, gesund, ausgeschlafen) wählen zu können. Wenn ich weiß, wie ich mein Ziel erreichen kann, weil ich es bereits unzählige Male erreicht habe, wozu soll ich mich noch mit Irrwegen abgeben?
 
Der letzte Teil ist gut, denn Sprache formt definitiv dein Denken.
Ich frage mich wie Analphabeten denken? Die müssen ja auch sprachlich denken können. Nur eben nach der Phonetik.
Vielen Dank auch für den Buchtipp! ❤️
Gerne! :daumen:

Oder Freiheit (lies: gefühlte Willensfreiheit) liegt im Auge des Betrachters, der die Ketten nicht mehr sieht. Je älter und lebenserfahrener wir werden, desto freier fühlen wir uns, weil wir die frustranen Optionen nicht mehr in Betracht ziehen. Willensfreiheit wird somit nicht mehr empfunden als die Freiheit, eine Handlung (Denken, Reden, Straße bei Rot überqueren, Pupsen) wählen zu können, sondern entwickelt sich zur abgestumpften Freiheit, ein Handlungsergebnis (satt, gesund, ausgeschlafen) wählen zu können. Wenn ich weiß, wie ich mein Ziel erreichen kann, weil ich es bereits unzählige Male erreicht habe, wozu soll ich mich noch mit Irrwegen abgeben?
Letzteres wäre ja nur eine Bedürfnisbefriedigung. Das könnte man noch ausweiten auf Süchte welche noch mehr gegen den "freien Willen" sprechen würden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich frage mich wie Analphabeten denken? Die müssen ja auch sprachlich denken können. Nur eben nach der Phonetik.
Genau. Phonetik. Im Grunde ist Lesen/Schreiben egal, es fängt bei der Ausdrucksweise an. ZB gibt es auf Hawaii keine Definition des "Besitzes" eines Tieres. Wenn du dort ein Tier hast, bist du sein "Kahu", was eine tiefe, respektvolle Beziehung zwischen Mensch und Tier beschreibt, bei der es nicht um Besitz, sondern um eine liebevolle Betreuung geht.

Oder nimm Japan. Die sind hier, wenn sie unsere Sprache lernen, völlig entsetzt, weil man sich in Japan grammatikalisch nie in den Vordergrund drängt. Dort würdest du nie sagen "Ich möchte", "Ich wünschte" "Ich brauche".

Oder australische Aborigines, da zitiere ich mal:
  • Die Aborigines aus Pormpuraaw verwenden zur Orientierung die Himmelsrichtungen (Norden, Süden, Osten, Westen) anstelle von "links" und "rechts".
  • Diese Art der räumlichen Orientierung ist eng mit ihrem Verständnis von Zeit verbunden, die bei ihnen von Osten nach Westen verläuft.
  • Diese kulturelle Eigenheit hat dazu geführt, dass Aborigines-Kinder schon früh lernen, sich nach den Himmelsrichtungen zu orientieren.
  • Die Verwendung von Himmelsrichtungen anstelle von "links" und "rechts" ist für die Aborigines eine Möglichkeit, ihre Umgebung präziser und kontextbezogener wahrzunehmen.
Insofern ist die Art, wie du Dinge aussprichst super relevant, wie du über Dinge denkst.
 
In China haben die für ein Wort noch viel mehr Bedeutungen als bei uns.
Bei uns gibt es maximal vielleicht 3 bis 4 Bedeutungen für ein Wort/Begriff.
In China sollen es noch mehr sein. Wieviele weiß ich jetzt nicht.
Die müssen sich ja auch phonetisch unterscheiden, damit man sie als Analphabet differenzieren kann.
Aber oft erhalten Analphabeten auch über Mimiken und Gestiken noch zusätzliche Informationen. Und durch Bilder.

Denken, ob Analphabet oder nicht, ist sowieso irgendwie eine Mischung aus Sprache und Bildern. Und Erinnerungen und Vorstellungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kommt drauf an. Es gibt weniger Menschen, die per inneren Monolog denken, die Meisten denken wohl in Bildern und noch viel weniger, die beides tun. Das geht aber nochmal in eine ganz andere Richtung.
 
Zuletzt bearbeitet:
In Richtung der Anendophasie, da steckt die Forschung aber noch völlig in den Kinderschuhen.
Unter den Begriff hatte ich nichts bei Google gefunden.

Nur hier drunter:


Ist dass das selbe?

Ich kann mir Bilder auch nur ganz kurz vorstellen. Lange nicht! Und auch nicht so exakt.
Am besten Gesichter von Personen die ich kenne.

Ich denke Menschen welche sehr gut malen oder zeichnen können. Oder Bildhauer haben ein sehr gutes bildliches Vorstellungsvermögen. Auch räumlich.

Musik kann ich mir aber gut vorstellen. Also Melodien.
 
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Im Grunde schon, ist ein neuerer Begriff, der mehr einschließt.

Aphantasie:
Die Unfähigkeit, mentale Bilder von realen oder imaginären Personen, Orten oder Dingen zu formen.

Anendophasie:
Neuere Forschung führt "Anendophasie" als Begriff für das Fehlen innerer Sprache ein und zeigt, dass nicht jeder einen inneren Dialog erlebt. Die Studie verglich Erwachsene mit niedrigem und hohem Maß an innerer Sprache und fand signifikante Unterschiede in ihren kognitiven Fähigkeiten.
 
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Anendophasie:
Neuere Forschung führt "Anendophasie" als Begriff für das Fehlen innerer Sprache ein und zeigt, dass nicht jeder einen inneren Dialog erlebt. Die Studie verglich Erwachsene mit niedrigem und hohem Maß an innerer Sprache und fand signifikante Unterschiede in ihren kognitiven Fähigkeiten.
Jetzt hatte ich es doch gefunden über Google. Keine Ahnung warum er das eben nicht angezeigt hat. :ka:

Also eine "innere Stimme" habe ich zum Glück.;)

Wenn ich lese höre ich die immer!
 
Dann gehörst du zu etwa 30% der Weltbevölkerung, die das kann. Etwa 69% denken in Bildern. Ich für meinen Teil gehöre tatsächlich zu dem restlichen 1%, die beides simultan machen. Das geht soweit, dass ich Dinge rieche, höre und fühle, wenn ich daran denke.

Ich wusste auch nicht dass das selten ist und nicht einfach jeder so macht, kam in meiner Therapie damals heraus.
 
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