Aber Menschen die für Geld alles tun und ihnen die Partei/Seite auch egal ist, haben für mich keine Prinzipien und einen schlechten Charakter. Z.b Söldner.
Ich kenne eine Handvoll Leute, die als Söldner gearbeitet haben und würde sagen, dass es auch da solche und solche gibt. Es nimmt nicht jeder jeden Job an und es ist nicht jeder bereit, im jeweiligen Job alles zu machen. Von der Qualifikation und dem persönlichen Werdegang ganz zu schweigen.
Man sollte auch nicht vergessen, dass "Söldner" keine geschützte Berufsbezeichnung ist und von käuflichen Killern bis hin zu Sicherheitspersonal reicht, welches in gefährlichen Ecken arbeitet, in denen der freundliche Wachschutz von nebenan und selbst viele Personenschützer eher nicht tätig werden würden.
Während meiner Aufenthalte im Ausland war uns robuster Selbstschutz quasi verboten, ich und meine Kollegen durften auch in den gefährlichsten Ecken keine Waffen tragen, selbst wenn das rechtlich einwandfrei und praktisch machbar gewesen wäre. Der Schutz wurde entweder durch den "Gastgeber" oder eben durch Personen sichergestellt, die man als Söldner bezeichnen würde. Und das waren, soweit ich das beurteilen konnte, keine Rambo-Typen mit nervösem Zeigefinger und zu viel Testosteron, sondern Fachleute. Wenn man zwischendurch Gelegenheit zum Smalltalk hatte, kamen die als ziemlich geerdete Typen rüber, die - abgesehen davon, dass sie jederzeit getötet werden könnten - einen überraschend konservativen Karriere- und Ruhestandsplan hatten. Ich habe dann oft darüber nachgedacht, dass es nur ein paar Wendepunkte in meinen Leben gab, die verhindert haben, dass ich diesen Weg einschlage.
Aber egal, auf jeden Fall gibt es eine Unterschied zwischen Leuten, die sich beispielsweise vom IS anwerben lassen (Wobei es sogar dort Menschen geben soll, die das aus wirtschaftlicher Not tun ...) und Leute, die am Arsch der Welt dafür sorgen, dass andere halbwegs sicher arbeiten können (Wobei es wiederum auch dort welche geben mag, die auch mit anderen Jobs keine ethischen Bedenken hätten ...).
Die Welt ist eben nicht schwarz und weiß, aber eines meine ich mit ziemlicher Sicherheit sagen zu können: Obwohl Söldner sicherlich keine Akademiker (bzw. Material für solche), Schöngeister und schon gar keine Pazifisten sind, würde ich nicht sagen, das es dort eine überdurchschnittlliche Lust an Gewalt gibt. Das wäre für eine Professionalisierung auch eher hinderlich.
Den Idiot von nebenan, der einem aus nichtigem Anlass oder aus ideologischer Verbohrtheit den Schädel einschlägt, würde ich für bedenklicher halten. Ganz davon zu schweigen, dass auch hochintelligente Menschen schlecht sozialisiert sein und/oder ein erschreckendes Aggressionspotential mit sich herumschleppen - die prügeln sich dann zwar nicht auf der Straße, schlagen aber zu Hause Frau und Kind.
Und mit tödlichem Ausgang austicken können ohnehin dumme und intelligente Menschen gleichermaßen.