Ich glaube nicht das sie ihr Verhalten lernen und bei anderen abgucken. Ich denke das wird schon genetisch festgelegt sein.
Glauben ist nicht wissen.

Aber die fehlerhafte Annahme, das komplette Wissen der Ameisen wäre vererbt, hat sich über lange Zeit fest gesetzt und wurde erst in den letzten Jahrzehnten widerlegt, und zwar logischerweise mit der Hilfe von Technik. Sagt ja keiner, das wir Menschen dumm wären, nur weil andere Arten (ggf. in anderer Art und Weise) auch schlau sind.
In diesem Fall standen Geräte für dauerhafte Aufzeichnungen und die computergestützte Verfolgung einzelner Tiere zur Verfügung, was in so einem Gewimmel nicht gerade einfach ist. Und das Ergebnis:
1.) Ja, junge Ameisen bekommen ein paar grundlegende Baupläne genetisch mit. Sie wissen von Geburt an, wie man einen simplen Unterschlupf baut und müssen sich das nicht, wie beispielsweise Menschenkinder, erschließen. Aber wie man ein komplexes Gebäude im Team errichtet, lernen sie und werden besser darin. Und zwar rasend schnell - vermutlich, weil sie nicht von privaten Überlegungen, Unterhaltung und dem jeweils anderen Geschlecht abgelenkt werden.
2.) Wird ein Ameisenvolk ausgerottet - Definition dafür ist der Tod aller fortpflanzungsfähigen Angehörigen - finden die überlebenden Arbeiterinnen häufig Anschluss bei anderen Ameisenvölkern (Manchmal sogar bei anderen Ameisenarten!) und siehe da - plötzlich wendet das neue Volk Techniken an, die vorher für das ausgestorbene Volk exklusiv waren. Und da unfruchtbare Arbeiterinnen kein genetisches Material weitergeben können, müssen sie das Wissen kommuniziert haben. Und zwar durch Vorbildfunktion, wie auch beobachtet wurde. Zudem wurde dokumentiert, dass Ameisenvölker das Wissen gesunder anderer Völker übernehmen, ja sogar gezielt "Industriespionage" betreiben.
3.) Ameisenvölker entwickeln neue Technologien, verfeinern bestehende und geben diese an zukünftige Generationen weiter. Die "kreative" Tätigkeit wird jedoch ebenfalls von Arbeiterinnen bewerkstelligt, denn die sind die "Macher". Wie sollten diese eine genetische Information an fortflanzungsfähige Exemplare weitergeben, damit diese die dann an zukünftige Generationen vererben?
Nein, Ameisen verstehen, planen und lernen.
Und selbst die Vorstellung der Schwarmintelligenz ist am bröckeln, seit festgestellt wurde, dass sogar von jedem Volk isolierte Ameisen (auch einzelne) bis zum Rest ihres biologischen Lebens wunderbar zurecht kommen, wenn die Umgebung ein Überleben ermöglicht und es keine Feinde gibt, derer man sich nur als Volk erwehren kann.
Das hängt dann von der bzw. den isolierten Ameisen ab, die nämlich keineswegs gleich sind (Polymorphismus).
Es gibt immer Exemplare, die älter, stärker und/oder auch klüger sind als ihre direkten Art- und Volksgenossen und häufiger die Initiative ergreifen. Alles, was im Ameisenhaufen geschieht, wird weder von der Königin gesteuert (am allerwenigsten von dieser) noch von einer Schwarmintelligenz, sondern ist eher projekt- und teambasiert: Einzelne Ameisen erkennen ein Problem oder eine Möglichkeit und "werben" um Artgenossen, die ihnen dabei helfen. Wenn das ganze Volk an einer Aufgabe arbeitet, ist dies das Ergebnis der größtmöglichen Teambildung und kommt normalerweise bei Bedrohung des ganzen Volkes zum Tragen; dann gibt es weiten landesweiten Alarm und alles andere bleibt stehen und liegen. - Kommt dieses Verhalten vielleicht jemandem bekannt vor?
