Was ich mich bei der Diskussion die ganze Zeit frage: aktuell gibt es ja noch keine Insolvenz.
Das ist eine Annahme, die möglicherweise falsch ist. Sicher ist wohl nur, dass bislang unter insolvenzbekanntmachungen.de keine Informationen zu einem
eröffneten Insolvenzverfahren veröffentlicht wurden.
Der Ablauf ist aber normalerweise so:
- Das Unternehmen stellt einen Insolvenzantrag bei Gericht
- Das Gericht prüft den Antrag und eröffnet erst dann formal ein Insolvenzverfahren. Bis zur formalen Eröffnung kann es etwas dauern (Wochen bis Monate).
Nach meinem Verständnis finden wir unter insolvenzbekanntmachungen.de nur Informationen zu eröffneten Verfahren.
Ist es überhaupt rechtens, falls Mindfactory die Rückzahlungen einfach so lange nicht tätigt, bis sie dann Insolvenz angemeldet haben und dann sagen "tja, Pech, ist jetzt Insolvenzmasse"?
Wenn Mindfactory tatsächlich einen Insolvenzantrag gestellt haben sollte, ist es sogar zwingend notwendig, die Insolvenzmasse so weit wie möglich zu erhalten. Insbesondere dürfen keine Gläubiger bevorteilt werden - und mit einer Retoure bist du Gläubiger, denn sie schulden dir ja noch den Kaufpreis. Die Regel ist auch sinnvoll, damit ein Geschäftsführer nicht schnell noch Freunde und Familie auszahlt und der Rest dann leer ausgeht.
Wenn Mindfactory also Kunden, die besonders viel nachhaken, Gutschriften auszahlen würde, wären die anderen Gläubiger benachteiligt.
Gibt es denn jemanden, der in den letzten zwei Wochen direkt von Mindfactory eine
Gutschrift Rückzahlung erhalten hat? Also nicht über den Paypal Käuferschutz oder so, sondern Geld direkt von Mindfactory? Wenn da wirklich niemand zu finden ist, halte ich mir im Gesamtbild einen Insolvenzantrag für die wahrscheinlichste Möglichkeit.