Ein Auto vorzuhalten ist sicher praktisch aber kostet auch ein Schweinegeld.
Das war alles schon 2005 in meiner Wohnortwahl mit eingerechnet, und 10 Jahre später beim Kauf der Wohnung nochmals überdacht.
Entweder, ich pendele >20 Jahre mit dem Rad, ÖPNV oder zur Not selten mal 4-5km mit dem Auto zur Arbeit und halte dafür das Auto für die Privatfahrten vor.
Oder ich ziehe nach München, schaffe das Auto ab und pendele jeden Tag 3h mit dem ÖPNV zur Arbeit.
Die nächste Autovermietung ist 1h Zugfahrt entfernt (eine Richtung reale Fahrtzeiten inkl. Umsteigen, wenn die Bahn mal ohne Ersatzverkehr oder Streik fährt). Und da ich Sonntags Abends mit der Bahn von dort noch nicht mehr nach Hause käme, ist mind. ein Miettag mehr fällig. Dazu zwei Urlaubstage, da man in D ja keine halben Urlaubstage nehmen darf.
Das neue Auto ist nur deshalb ein riesiger Astra PHEV geworden, weil es keinen Corsa/Polo o.Ä. PHEV mit akzeptabeler Reichweite gibt (an BEV braucht man da garnicht zu denken). Ich brauche kein 5m langes Dickschiff aber auch keins, bei dem ich alle 10km nachladen/nachtanken muss.
Jedes Auto kostet wenn es vor der Tür steht. Daher ist die Dauerverfügbarkeit eines eigenen Automobiles, unabhängig vom Antrieb, sicher bequem und praktisch aber halt auch Sauteuer.
Klar, 100k€ mehr für die ETW wäre auch "günstig" gewesen. Dafür wäre der Autovermieter per ÖPNV problemlos zu erreichen. Es gibt halt nicht nur Großstadtmenschen in D.
E-Autos haben eine völlig ausreichende Reichweite für die meisten Menschen. Insbesondere wenn man anfängt Mobilität neu zu denken, da ist die Reichweite so gut wie kein Problem.
Ist halt dumm, wenn man nicht zu den meisten Menschen in D zählt und damit nicht die Statistik erfüllt. Aber klar, einfach alle Hobbies abschaffen oder zusätzlich unbezahlten Urlaub nehmen, und schon passt das ganze.
Für lange Strecken nimmt man die Bahn.
Transportieren muss auf/für seine Seiten nichts oder am Ziel mobil sein (und zwar ohne den dort nicht vorhandene ÖPNV) auch nicht. Fahren kann man auch, wann es der Bahn passt und nicht, wenn es die eigene Zeitplan grob vorgibt. Ich warte schon auf meine Rente, wenn ich das meiste davon erfülen kann, weil Zeit keine Rolle mehr spielt.
Ich kann auch von hieraus (40km südlich von München) nach Lahr/Schwarzwald oder Oberstdorf mit dem Zug fahren. Braucht halt mind. doppelt so lange wie mit dem Auto und mind. einen Tag mehr Hotelaufenthalt, weil nach Veranstaltungsende keine Züge mehr fahren.
Alternativ streiche ich einfach all meine Hobbies und freue mich darauf, als reicher Mann auf dem Friedhof zu landen. Die Himmelfahrtstouren bei den Versuchen, die genantnen (und einige andere abgelegenere) Orte mit dem ÖPNV zu erreichen, haben mir gereicht.
Der Hauptgrund, Freitags Nachts 600km nach Bonn zu fahren, hat sich auf natürliche Weise mittlerweile fast gegeben.
Quatsch! sagt Dir jemand der auf dem Land wohnt.
Ich kann auch problemlos von 563€ Netto im Monat + Wohngeld leben. Spaß macht mir das aber nicht, daher gehe ich arbeiten. Und so lange mir die Politik nicht unersagt, meinen Hobbies nachzugehen, warte ich auf ein eAuto, das in nahezu allen für mich relevanten Belangen an einen Verbrener (oder zur Not PHEV) heran kommt. Die Anforderungen sind aber weitab von dem, was sich die Politik für ihren Durchschnittsbürger erträumt.
So wie ganz viele andere auch. Eins der Hindernisse der Mobilitätswende.
Unsere Lokalploitik sieht das anders. (a) Pflicht zum eigenen Stellplatz bei Neubauten oder Gebäudeerweiterungen (außer, die Stadt baut selber) (b) Erhöhung der ÖPNV-Kosten um 50-200% durch den "sinnvollen" Beitritt zum MVV am 01.01.2025. Selbst mit dem Verbrenner wäre ich zur Arbiet nur halb so teuer, mit Strom nur 1/3 davon. Plus weiterem Zusatznutzen des PKW.
Gehst Du eigentlich noch aus dem haus und nimmst am Straßenverkehr teil
Wenn ich bei jedem Einkauf zu Fuß von 1-2 Radfehren auf dme reinen Bürgersteig umgefahren werden (und das sind keine Kinder bis 12, ja die dürfen dort nur bis 10 Jahre fahren), dann frage ich mich eher, ob ich mit dem Auto nicht sicherer unterwegs bin. Dem Ordnungsamt und der Polizei ist es egal, die lieben Fußgänger machen ja freiwillig Platz. Da fällt mir ein, ich wollte beim nächsten Einkauf mal meinen Stockschirm mitnehmen.