Wettkämpfe haben mich die krassesten Emotionen in meinem Leben erleben lassen. Diese unendliche Anspannung vor dem Kampf, der Schritt in den Ring wo nur noch dein Gegner dir gegenüber steht, die unzähligen Zuschauer deren Augen komplett auf dich gerichtet sind, dein Trainer den du ums Verrecken nicht enttäuschen willst, das sorgt für einen unfassbaren Druck..
Und dann der Moment wenn du siegst. Überwältigend! Nichts ist intensiver als das, weder Hass noch Liebe.
Die Kehrseite ist halt das Verlieren. In meinen 4 Wettkämpfen hab ich zwar nur einmal verloren, aber das hat mich überhaupt nicht mitgenommen weil ich mit ner gezerrten Schulter gekämpft hab, normalerweise eindeutig gewonnen hab aber da mein Gegner der Schützling vom Veranstalter war, durfte er nicht verlieren.
Das war dann so ein Punkt wo mir klar wurde dass solche Sachen schon bei den Amateuren passieren und nahm mir sehr die Lust am Weitermachen. Ich wurde aber entlohnt als mein Gegner in die Kabine kam, in Spiegel schaute und sagte "Alter *******, wie seh ich aus!?"
Ich werd das nie vergessen
Bin da ganz froh, dass ich noch als recht junger Jugendlicher die ersten Wettkämpfe im Vollkontakt-Karate machen durfte. Damals nahm ich mir das nicht so zu Herzen und sah das recht locker, zumindest bis es dann wirklich ums Kämpfen ging.
Bei meinem ersten MMA-Kampf ging es mir dann genau so, wie du es schilderst. War für mich komplettes Neuland und da ich im Bodenkampf nur mäßig ausgbildet war, hatte ich extremsten Respekt vor meinem Gegner, da er aus dem BJJ kam. Ich war anfangs so voller Adrenalin, dass ich um mich kaum mehr etwas gesehen habe, weil ich wusste, dass ich auf keinen Fall auf den Boden kommen darf. Ein Griff und es ist alles aus. Nach dem Kampf, den ich dann doch einstimmig nach Punkten gewann, habe ich mich mit meinem Gegner dann unterhalten. Er erklärte mir, dass es ihm genauso ging. Weil er wusste, dass er mir bei Schlag und Tritttechnik unterlegen ist, war er die ganze Zeit ebenso angespannt. Kann mich jetzt noch genaustens daran erinnern, wie gestresst ich versucht habe, jeden seiner Ansätze zum Hebel zu erkennen und abzuwehren.
Da habe ich dann auch übrigens festgestellt, wie extrem wichtig die Beinmuskulatur ist; nicht nur wegen der Tritte, sondern vor allem für einen stabilen Stand, was den eben die Lebensversicherung gegen einen Bodenkämpfer ist.
Zu den Entscheidungen: Dass die oftmals zweifelhaft sind, habe ich selbst erfahren dürfen. Ich habe meinem zweiten Gegner wirklich extremst die Fresse poliert. Der war mehr am wanken als am stehen und gewann am Ende. War wirklich nicht mehr schön wie der aussah. Mir hast du nicht einmal angemerkt, dass ich gekämpft habe. War auch der Grund weshalb ich mit MMA-Wettkämpfen so schnell aufgehört habe. Mit Muay Thai hatte ich am Anschluss mehr Erfolg, obwohl ich mir da im ersten Kampf direkt nen Kieferburch holte.
Ich glaube, wenn ich jetzt schon kämpfen müsste, würde ich so derbe untergehen. Genau deswegen muss ich noch viel härter an mir arbeiten. Soll schließlich nicht wieder mit nem Kieferburch anfangen.
@ taks
Sehr gut!

Deine Lungen und dein Herz werden es dir noch viel mehr danken (ich hoffe, du rauchst nicht), obwohl nicht sichtbar.
edit:
Achja, Badminton hat heute gut reingehauen. Geriet zwar komischerweise in jedem Spiel direkt in Rückstand, konnte mich dann dank guter Konzentration aber immer steigern, sodass es gegen alle 3 Kumpel für jeweils 2 Siege reichte.
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Lustig fand ich auch zu sehen, dass unser Master of Fitness mir in Sachen Antritt, Reaktion und Beweglichkeit nicht das Wasser reichen konnte.

Ich werde ja sonst von ihm gerne spaßeshalber als Moppel bezeichnet, weil ich eben doch bulliger bin.