Der Biologie Thread - Tiere, Pflanzen etc

Evolution gibt es ja immer.
Früher gab es unterschiedliche Hominide und nur einer ist letztendlich übrig geblieben.
Der Mensch ist evolutionär noch in der Steinzeit.
Es kann durchaus sein, dass er sich soweit entwickelt, dass die finger verändert werden, um Touchdisplays besser bedienen zu können oder eine bessere Blutverbindung im Körper um Verkalkung vorzubeugen.
Ich meine, es war bei Lesch Kosmos, wo ein Anthropologe erklärt hat, wie sich der Mensch entwickeln kann.
Dass das natürlich sehr lange dauet und es da auch keinen sprung gibt, ist klar.

Sowas kann wesentlich schneller gehen als viele meinen, ein paar dutzend bis hundert Generationen reichen aus. (Sind beim Menschen natürlich immer noch Jahrtausende.) Aber man braucht allgemein einen entsprechenden Selektionsdruck dazu. Solange es Menschen also noch schaffen, einen Geschlechtspartner ohne speziell optimierten Tinder-Daumen und ohne Unterstützung durch weniger-verkalkte Großeltern zu finden, solange hat eine (Nicht-)Behebung der konzeptionellen Schwachstellen von Homo sapiens keine evolutionäre Wirkung. Selektion gehört zwingend dazu und in der modernen westlichen Welt überlebt mittlerweile praktisch jeder bis ins fortpflanzungsfähige Alter und dem überwiegenden Teil davon steht es frei, Nachkommen zu zeugen.

Tatsächlich dürfte es weiterentwickelnde Evolution beim Menschen fast nur noch dadurch geben, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen aus freiem Willen immer weniger Kinder zeugen und dadurch deren Gene einen geringeren Anteil an zukünftigen Generationen haben. Sowas hat tatsächlich Einfluss auf die Artentwicklung und es gibt ja schon genug Spinner, die Panik schieben, wiel sie die dadurch ins Hintertreffen geratenen Gene für besonders wertvoll halten.


Das verstehe ich nicht.

Edit: Achso, du meinst dass sich Arten nicht mir anderen Arten fortpflanzen?

Exakt. Letzteres ist das Kernelement der biologischen Artdefinition: In der Natur kannst du ja letztlich nur Gruppen von Lebewesen beobachten. Du sieht zwar, dass eine Tomate anders wächst als ein Gänseblümchen. Aber ein Dackel sieht auch anders aus als ein Dobermann, also kannst du Arten nicht einzig und allein nach dem Aussehen trennen. Der entscheidende Test war ursprünglich, ob sie gemeinsam fruchtbare Nachkommen zeugen können. Dackel und Dobermann machen das bereitwillig (zumindest mit Dackel auf Dobermann, umgekehrt könnte das Weibchen es sich in letzter Minute aus rein physischen Gründen doch anders überwegen :ugly:), aber bei Tomate und Gänseblümchen klappt es nicht. Deswegen sind die ersteren beides Hunde (respektive von der Art her Wölfe), die beiden Pflanzen im Beispiel zählen aber als getrennte Arten.

Dummerweise gibt es aber auch Fälle wie den europäischen Damm- und den asisatischen Sikahirsch, die untereinander auch voll fruchtbar sind, in der Natur aber unzweifelhaft anders aussehen und anders leben. Nämlich tausende Kilometer auseinander. Da es dämlich erschien, beide als eine Art zu bezeichnen, ist man von "kann sich nicht paaren" auf "tut sich nicht paaren" gewechselt. Und weil Eis- und Braunbären sich auch in der Natur miteinander fortpflanzen, aber bitte doch auch getrennte Arten bleiben sollten, wurde das weiter zu "tun sich kaum/nicht in relevantem Maße in der Natur paaren".

Und das kann jetzt jeder interpretieren, wie er will, wenn er behaupten möchte "Individuum A gehört zu einer anderen Art als Individuum B". Bei einigen Taxa wird sich darüber noch der Schädel eingeschlagen, Orcinus orca sollte z.B. schon mehrfach in mehrere Arten aufgeteilt werden und dann wieder doch nicht, weil die verschiedenen Populationen weltweit praktisch keinen Austausch untereinander haben. Bei anderen Taxa gibt es zum Teil schlichtweg niemanden mehr, der sich darüber streiten könnte. Systematische Forschung wird praktisch gar nicht mehr finanziert und mittlerweile dürfte es ganze Ordnungen geben, zu denen weltweit nur noch ein (alter, kurz vor dem biologischen Ende stehender) Experte existiert, der die Grenzen zwischen den Arten kennt und/oder festlegt.


Klar gibt es auch so Mutationen wenn sich Zellen teilen.
Aber weitergegeben werden können sie nur durch die Fortpflanzung.

Exakt. Für die Evolution sind nur Mutationen an der Geschlechtszellen von Bedeutung, denn nur die können an die nächste Generation weitergegeben werden. Wenn ein für den Daumen wichtiges Gen in der Eizelle zu etwas Touch-optimierten mutiert, dann können die resultierenden Nachkommen ihre überlegenen Tinder-Künste in einen größeren Fortfplanzungserfolg ummünzen. Passiert genau die gleiche Mutation erst im Embryo in den Zellen, die mal den Daumen bilden, dann kann der resultierende Mensch zwar genauso gut swipen. Aber seine Kinder bekommen alle die unmutierte Variante des Gens aus seinen Keimzellen. Die Mutation verschwindet also bereits nach dem ersten Exemplar wieder spurlos.


Den gibt es überhaupt nicht.
Der Mensch heißt wissenschaftlich Homo Sapiens und gehört zur Unterfamilie der Hominiden und zur Familie der Menschenaffen.
300.000 Jahre sind wissenschaftlich belegt. 500.000 Jahre wären möglich.

Neuer_User scheint auf Forscher aus anderen Fachbereichen anzuspielen, die biologische Fachausdrücke zweckentfremden :kotz: :kotz: :kotz:

"Homo sapiens sapiens" ist tatsächlich die Bezeichnung einiger Evolutionsbiologen für den modernen Menschen und das Gegenstück zu "Homo sapiens neanderthaliensis" (besser bekannt als Neanderthaler) innerhalb von Homo sapiens. Beide werden nach diesem Verständnis also als Unterarten in ein und derselben Art gefürt. Diese Sichtweise gewinnt immer mal wieder an Popularität, denn moderner Mensch und Neanderthaler haben sich definitiv untereinander gepaart und das spricht (s.o.) eigentlich dagegen, sie als getrennte Arten zu betrachten. Weil sie aber scheinbar auch in räumlich enger Beziehung gelebt und sich trotzdem nicht frei durchmischt haben (sich also paaren KONNTEN, es aber überwiegend NICHT gemacht haben, auch wenn sich die Gelegenheit bot), werden sie im Moment mal wieder als zwei getrennte Arten gezählt. (Und natürlich auch, weil wir immer noch ein Problem damit haben, uns nicht als hart abgegrenzte Krone einer sogenannten Schöpfung zu betrachten.)

Diese Arten heißen dann Homo sapiens und Homo neanderthaliensis und eine Unterart "Homo sapiens sapiens" gibt es nach aktuell vorherschender evolutionsbilogischer Auffassung nicht. Wer etwas anderes erzählt (ohne verdammt gute Argumente vorzulegen) ist schlichtweg kein guter oder gar kein Wissenschaftler, sondern labert Scheiße. Das gilt auch für Historiker/Soziologen/etc., die zu faul sind, sich eigene Fachbegriffe auszudenken, sondern stattdessen fremde klauen, die sie nicht einmal verstehen, nur um Aufmerksamkeit zu erregen :kotz: :kotz: :kotz:
 
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... Neuer_User scheint auf Forscher aus anderen Fachbereichen anzuspielen, die biologische Fachausdrücke zweckentfremden

... Mensch und Neanderthaler haben sich definitiv untereinander gepaart und das spricht (s.o.) eigentlich dagegen, sie als getrennte Arten zu betrachten. ...
Dann ist ein Neandertaler also auch ein Homo Sapiens? Verstehe ich Dich richtig? Wenn ich mir die heutige Bandbreite in der Körpergröße anschaue, gehe ich da problemlos mit. Vom heute noch Neanderetaler bezeichneten Menschen gibt es immer mehr sehr ersaunliche Fakten. Und wie würdest Du dann die nächste Evolutionsstufe bezeichnen? Und woher weiß man, welche der Arten sich paaren konnten? Wie wissen das doch nur von Arten, von denen wir Genmaterial vorhanden haben. Von Australopithecus haben wir keine DNA. Konnten sie sich mit Homo Sapiens fortpflanzen?

Evolution erfolgt in kleinen Schritten. Ich kann mir also gut vorstellen, das Art A sich noch mit Art B fortpflanzen konnte, und Art B sich mit Art C ebenfalls fortflanzen konnte, aber A kann es nicht mit C paaren. Wie gehen wir dann damit um?
A gleich B
B gleich C
A ungleich C
Wie sollte man in so einem Szenario Art B bennen? Ich bin da relativ themenfremd. Wie ich an Deiner Reaktion sehe, scheint das ein Reizthema zu sein. Das war mir nicht bewusst.

Ich sagte ja selber, Homo Sapiens Sapiens kenne ich nicht als genetische Unterschiedung, sondern nur als kulturelle. Deine Kritik der Namengebung kann ich nachvollziehen. Wie sollte man Deiner Meinung nach diese Art Weiterentwicklung benennen? Man könnte es über das Zeitalter machen. Es passierte aber in der Steinzeit.
 
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P.S. Wo wir gerade bei oft verwechselten, biologischen Spitzfindigkeiten sind: "Unterart" ist nicht das gleiche wie "Rasse". Beide kennzeichnen war Populationen innerhalb einer Art, aber im deutschsprachigen Raum verwendet man, nach gewissen Fehlentwicklungen, den Ausdruck "Rasse" nur noch in seinem ursprünglichen Kontext aus Agrarwissenschaften, während sich klassische biologische Themen um "Unterarten" drehen. Diese Auffassung setzt sich auch international zunehmend durch, nicht zuletzt auch weil sich alle möglichen Nicht-Wissenschaftlern sowie Soziologen "Race" angeeignet und uminterpretiert haben. In der agrar-/naturwissenschaftlichen Definition liegt der Unterschied zwischen beiden Begriffen nicht im Grad der Trennung/der Unterschiedlichkeit, sondern im Grund für diese: "Rassen" werden von Menschen gezüchtet. "Unterarten" entstehen, wenn sich eine Art unter natürlichen Bedingungen nur noch unzureichend vermischt (also ggf. auf dem Weg zur Aufteilung in mehrere getrennte "Arten" ist).

Wer das betonen möchte, nennt beispielsweise einen Hund nicht "Canis lupus familiaris", sondern "Canis lupus forma familiaris". Ersteres wäre die korrekte Bezeichnung für eine natürliche Unterart des Wolfes (wie es sie mit z.B. "C. i. lupus[/i"] alias eurasischer Wolf und "C. i. arctos" alias Polarwolf gibt), während die "forma"-Schreibweise klar eine von Menschen absichtlich geschaffene Abwandlung kennzeichnet. Bei vielen Nutztierarten existiert neben der "... ... forma domestica" auch gar kein drei-Wort-Ausdruck für die Ursprungsform, mit der man eine wilde Unterart von einer domestizierten alias "... ... domestica" trennen könnte.

Trotzdem ist diese Unterscheidung afaik international noch nicht gebräuchlich und bei Spezialfällen wie dem Dingo (verwildeter "Canis lupus forma familiaris" wird zu "Canis lupus dingo"?) wären vielleicht auch noch Details zu klären. Die meisten Biologen beschäftigen sich halt ohnehin nur mit Arten und Unterarten, die meisten Agrarier nur mit Rassen. Und keiner von beiden guckt weit genug über den Tellerrand, um den Bedarf für abgrenzende Beschreibungen zu sehen. Es sei denn vielleicht, Kulturspinner rücken häufiger mit "Homo sapiens sapiens" an. Wobei der, da sein Fortpflanzungserfolg ja ganz offensichtlich bewusst von Menschen gesteuert ist, vielleicht besser gleich "Homo sapiens forma sapiens" genannt werden sollte? Oder ist das für die Folgen übelster Sklavenhaltung mit kontrollierter Fortpflanzung reserviert? Ich bleib dabei: Es ist zum Kotzen, wenn Sozial- und Kulturwissenschaftler der Meinung sind, ihre Arbeit hätte einen Bezug zu naturwissenschaftlicher Fachsprache. Aber leider sind das allgemein Wissenschaftsbereiche, die den Wert präziser Ausdrucksweise noch nicht gelernt haben, sondern teilweise 10% jeden Textes damit verbringen, neu zu definieren, was diverse allgemein verbreitete Wörter denn gerade hier nun meinen sollen :wall: )
 
Exakt. Letzteres ist das Kernelement der biologischen Artdefinition: In der Natur kannst du ja letztlich nur Gruppen von Lebewesen beobachten. Du sieht zwar, dass eine Tomate anders wächst als ein Gänseblümchen. Aber ein Dackel sieht auch anders aus als ein Dobermann, also kannst du Arten nicht einzig und allein nach dem Aussehen trennen. Der entscheidende Test war ursprünglich, ob sie gemeinsam fruchtbare Nachkommen zeugen können. Dackel und Dobermann machen das bereitwillig (zumindest mit Dackel auf Dobermann, umgekehrt könnte das Weibchen es sich in letzter Minute aus rein physischen Gründen doch anders überwegen :ugly:), aber bei Tomate und Gänseblümchen klappt es nicht. Deswegen sind die ersteren beides Hunde (respektive von der Art her Wölfe), die beiden Pflanzen im Beispiel zählen aber als getrennte Arten.

Dummerweise gibt es aber auch Fälle wie den europäischen Damm- und den asisatischen Sikahirsch, die untereinander auch voll fruchtbar sind, in der Natur aber unzweifelhaft anders aussehen und anders leben. Nämlich tausende Kilometer auseinander. Da es dämlich erschien, beide als eine Art zu bezeichnen, ist man von "kann sich nicht paaren" auf "tut sich nicht paaren" gewechselt. Und weil Eis- und Braunbären sich auch in der Natur miteinander fortpflanzen, aber bitte doch auch getrennte Arten bleiben sollten, wurde das weiter zu "tun sich kaum/nicht in relevantem Maße in der Natur paaren".
Raubkatzen verschiedener Arten oder Unterarten wurden auch schon gekreuzt.
Z.B Löwer und Tiger als Liger. Welcher noch größer ist.
Aber in der freien Natur sind mir davon keine Fälle bekannt.

Achja: Taxonomie finde ich schon anspruchsvoll. Genauso wie Gentechnik.

Da qualmt meine Birne.:fresse:


Edit: Der Neandertaler soll ein größeres Gehirn gehabt haben als der Homo Sapiens.

Soll aber aufgrund von Anpassungsproblemen ausgestorben sein. Hatte ich mal gelesen.
 
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Raubkatzen verschiedener Arten oder Unterarten wurden auch schon gekreuzt.
Z.B Löwer und Tiger als Liger. Welcher noch größer ist.
Aber in der freien Natur sind mir davon keine Fälle bekannt.
Es gibt aber Nachkommen von Eisbären und Grizzlies und das sind zwei Arten.
Ob diese Nachkommen jetzt reproduktionsfähig sind, weiß ich aber nicht.
Wobei ich jetzt nicht glaube, dass sich Löwen und tiger in freier wildbahn paaren würden.
Ein Leopard paart sich auch nicht mit einem Gepard., Er tötet ihn eher.
 
Die Nachkommen von Braun- und Eisbäre sind uneingeschränkt fortpflanzungsfähig. Wäre da nicht dieses wachsweiche "häufig"-Kriterium, dann müsste man den Eisbären als Halb-Albino des Braunbären mit ungewohnt großem Körperbau und anderen Nahrungsgewohnheiten bezeichnen. Letztlich also Merkmale, die in anderen Fällen kaum für den "Unterart"-Status reichen, sondern einfach die Variabilität zwischen Populationen bezeichnen. (Auch hier liefert der Mensch zahlreiche Beispiele.)
Aber es hat einfach niemand das Herz, die "Art" "Eisbär" "auszurotten". Ähnlich wie Pluto ganz lange "Planet" bleiben durfte.


"Liger" und "Tion" sind dagegen nur eingeschränkt oder gar nicht fortpflanzungsfähige Hybride. Also ähnlich wie Maultier/Muli zwischen Pferd und Esel Kreuzungen zwischen klar getrennten Arten. Hätte sich dagegen in irgend einem dunklen Dschungel eine stabilie Population durchgängig schwarzer Leoparden (also "Panther") herausgebildet, wäre die ggf. genauso wie der Eisbär als eigene Art beschrieben worden und heute wäre man am rumdoktorn.


Dann ist ein Neandertaler also auch ein Homo Sapiens? Verstehe ich Dich richtig? Wenn ich mir die heutige Bandbreite in der Körpergröße anschaue, gehe ich da problemlos mit. Vom heute noch Neanderetaler bezeichneten Menschen gibt es immer mehr sehr ersaunliche Fakten.

Das sage nicht ich, aber das sage einige Anthropologen: Neanderthaler und moderner Mensch gehören zur gleichen Art, innerhalb derer man anhand der morphologischen Unterschiede zwei Unterarten unterscheiden kann. Die Schädelformen laufen ja doch recht signifikant auseinander, verglichen mit den Unterschieden zwischen diversen InsektenARTEN unterscheiden sich moderner Mensch und Neanderthaler wie Tag und Nacht. Aber sie waren sich nachweislich ähnlich genug, um gemeinsame Nachkommen zu zeugen. Und haben das oft gemacht, dass wir die Spuren bis heute im Erbgut eines Großteils der Weltbevölkerung nachweisen können.

Aktuell ist diese Interpretation aber eine Mindereitenmeinung. Die Mehrheit ist (oder war es zumindest bis vor 10-15 Jahren und ganz so schnell ändert es sich nicht) der Meinung, dass moderner Mensch und Neanderthaler stark genug abgegrenzt waren, um als getrennte Arten zu zählen. Ich denke, der Vergleich mit Braun- und Eisbären wäre angemessen.

(D.h. also, man darf Klimawandelleugner mit Fug und Recht als der "gleichen Art wie Neanderthaler zugehörig" bezeichnen. Denn mit zunehmenden Abschmelzen des Polareises werden Eisbären mehr und mehr in die Lebensgebiete von Braunbären vordringen und sich mit diesen vermischen, beide Arten also wieder zu einer verschmelzen. Wenn diese Arttrennung wegen Klimawandel wegfällt, wäre es imho nur recht und billig, auch die Artgrenze zwischen Neanderthaler und modernem Menschen mal wieder aufzuheben :ugly: .)

Und wie würdest Du dann die nächste Evolutionsstufe bezeichnen?

Hängt davon ab, durch welche Merkmale sie sich auszeichnet. Nach einem kurzen Blick auf diesen Planeten wäre wohl jeder dafür, dass "sapiens" ganz aus der Bezeichnung zu streichen, denn "denkende" Lebewesen sollten DAS nicht angerichtet haben.

Und woher weiß man, welche der Arten sich paaren konnten? Wie wissen das doch nur von Arten, von denen wir Genmaterial vorhanden haben. Von Australopithecus haben wir keine DNA. Konnten sie sich mit Homo Sapiens fortpflanzen?

Genau das ist palaeontologisch kaum feststellbar. Wir haben zwar auch von relativ alten Arten Genmaterial, aber nur sehr sehr lückenhaft und man braucht recht große Datenbanken, um Unterschiede im Genom zweier Individuen zuverlässig als "Variabilität innerhalb einer Art" oder "Unterschied zwischen Arten" zu trennen. Deswegen ist das selbst beim gut dokumentierten Neanderthaler oder gar beim rezenten Orca so eine Streitthema und von ganz vielen Arten haben wir gar keine Gendaten und auch keine Verhaltensbeobachtungen. Die sind weiterhin nur nach ihrem Körperbau als Art klassifiziert, wie vor 300 Jahren, obwohl das dem heutigen Artbegriff gar nicht genügt. Aber wer soll sowas alles überprüfen? Nicht die Systematiker, die niemand anstellt.

Wenn sich doch mal jemand damit beschäftigt, hat das teils drastische Ergebnisse. Es sollen schon ein paar mal verschiedene "Arten" als angehörige ein und derselben Art entlarvt worden sein sollen. Die alten Sammler im 17. und 18. Jhd., die sie in totem Zustand beschrieben haben, hatten schlichtweg keine Möglichkeit die Verwandtschaft von Männchen und Weibchen festzustellen, wenn die Geschlecher einen deutlich unterschiedlichen Körperbau aufweisen. Gerade bei Insekten wäre es denkbar, dass 10, 20 Prozent unserer heute beschriebener "Arten" gar nicht existieren. Vielleicht sogar noch mehr, denn selbst bei denen mit eindeutiger Geschlechtszuordnung reichen teilweise ein paar Haare oder Fühlerglieder mehr oder weniger, um "Art A" von "Art B" zu trennen.

Aber niemand hat nachgeprüft, ob das nicht vielleicht nur Variationen von einzelen Populationen einer Art an unterschiedlichen Orten sind. Klassische Entomologen würden den typischen Sudanesen und den typischen Marokaner als getrennte Arten beschreiben, von größeren Variationen innerhalb von Homo sapiens ganz zu schweigen, so dass aus diesem vermutlich mehrere Dutzend Arten werden würden. (Allerdings haben Insekten auch einen viel kleineren Bewegungsradius, sodass die Annahme "pflanzt sich unabhängig voneinander fort" für diverse Standorte häufig korrekt sein dürfte.)

Evolution erfolgt in kleinen Schritten. Ich kann mir also gut vorstellen, das Art A sich noch mit Art B fortpflanzen konnte, und Art B sich mit Art C ebenfalls fortflanzen konnte, aber A kann es nicht mit C paaren. Wie gehen wir dann damit um?
A gleich B
B gleich C
A ungleich C
Wie sollte man in so einem Szenario Art B bennen? Ich bin da relativ themenfremd. Wie ich an Deiner Reaktion sehe, scheint das ein Reizthema zu sein. Das war mir nicht bewusst.

Auf molekularer Ebene erfolgt Evolution zwar oft in kleinen, aber immer in klaren Schritten. Dass heißt dass sich A nicht mehr mit C paaren kann, aber sowohl A als auch C mit B ist extrem unwahrscheinlich bis unmöglich. Dass sie es in der Praxis nicht tun kommt wesentlich häufiger vor und dann ist die Debatte entfacht. Ich glaube bei den Fröschen gab es da ein klassisches Beispiel. Weis die Arten gerade nicht mehr (Gras? Laub?). Wenn ich mich richtig erinnere, ergab A + B neue Bs, B + C ergibt neue Cs, A + C ergabs Bs und A+A sowie B+B und C+C jeweils die zu erwartenden Formen. Alle beteiligten sind dabei uneingeschränkt weiter paarungsfähig. Letztlich hat sich jedenfalls herausgestellt, dass die Form B ein Hybrid aus A und C war, für den entsprechend rezessive und dominante Allele zusammenwirken mussten. Rein von der Fortfplanzung her waren es also alles Unterarten, obwohl sie als drei Arten beschrieben wurden. Iirc wurde aber nur B der Artsstatus aberkannt, weil sich A und C in Natur nie begegnen.

Was in deinem Beispiel noch hinzukäme, wäre die zeitliche Unterscheidung: Population A und Population B gehören NOCH zur gleichen Art, trennen sich aber immer stärker und werden in ein paar Jahr(hundert)tausenden getrennte Arten bilden. Irgendwo dazwischen muss also eine Art "entstanden sein". Für diese Problem hat die Biologie schlichtweg noch keine Antwort definiert. Die Fragestellung ist i der Theorie zwar jedem offensichtlich, aber in der Praxis betrachtet die moderne Biologie erst 1,5 Jahrhunderte, wenn es hochkommt. Da stellt sich die Frage nicht. Und in der Paläontologie auch nicht, da die fossilen Aufzeichnungen Jahrzehntausende bis Jarhmillionen große Lücken haben und man ja auch noch mehrere Indidviduen braucht, um die Variabilität einer Art von der einer anderen scharf abzugrenzen. Bei so viel Löchern hat man also einfach Ausgangsart A und eine Schicht später zwei Arten B und C, die offensichtlich verwandt sind. Aber es gibt schlicht nichts erhaltenes aus dem Übergangszeitraum, bei dem sich die Zuordnungsfrage stellt. Je weiter man zurück geht, desto mehr streiten Paläontologen aber afaik darüber, ob Knochen A und Knochen B nun von Art A und Art B oder von der gleichen Art (?AB?) stammen, die einfach eine gewisse Variabilität hat. Wenn man beispielsweise bedenkt, von wie vielen Dinosaurier"arten" wir nicht einmal ein halbes Skelett haben, geschweige denn 1-2 Dutzend komplette, anhand derer sich die morphologische Spannweite abschätzen ließe...
Da muss einfach sehr viel educated guess im Spiel sein, wenn ein neuer "sehr kleiner 2 Beiner mit großen Zähnen" als neue Art und nicht einfach als juveniles Exemplar der dutzenden bekannten Arten gleichen Bauplans interpretiert wird.

Ich sagte ja selber, Homo Sapiens Sapiens kenne ich nicht als genetische Unterschiedung, sondern nur als kulturelle. Deine Kritik der Namengebung kann ich nachvollziehen. Wie sollte man Deiner Meinung nach diese Art Weiterentwicklung benennen? Man könnte es über das Zeitalter machen. Es passierte aber in der Steinzeit.

Meiner Meinung nach braucht es hier eine komplett andere Bezeichnungsmethode. Homo sapiens sapiens mag aktuell in der Biologie nicht verwendet werden, weil es nach aktueller Auffassung kein Lebewesen gab, dass diesen Namen verdient. Aber es ist ein nach naturwissenschaftlicher Systematik gebildeter Namen für eine Unterart von Homo sapiens. Wer sich überhaupt nicht mit Arten beschäftigt, sondern mit der kulturellen Entwicklung von menschen, der soll sich halt eigene Worte dafür einfallen lassen. "Kulturepochaler"? "Anaturalmensch"? :ka: Ich bin sicherlich genauso schlecht darin, gute kulturwissenschaftliche Ausdrücke zu prägen wie kulturwissenschaftler schlecht darin sind, naturwissenschaftliche Ausdrücke korrekt zu benutzen, weil ich deren Fachgebiet zu schlecht kenne.

Aber ich weiß, dass es niemanden weiterbringt, wenn Fachgebiet A Worte zu verwenden beginnt, die Fachgebiet B schon längst belegt hat. Wir haben ja hier schon eine lange Diskussion über die entsprechende Folgen gehabt, weil Soziologen auf einmal der Meinung sind, den biologischen Ausdruck "Geschlecht" neu zu definieren, was unvermeidbar dazu führt, dass sie jeder falsch versteht. Und in der Aufregung über die Missverständnisse geht dann die eigentliche Erkenntniss komplett unter, einfach weil sie fehlerhaft kommuniziert wurde. Intel nennt die nächste !CPU!-Generation (Server, ohne IGP) doch auch nicht "Radeon 8000".
 
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... Das sage nicht ich, aber das sage einige Anthropologen: Neanderthaler und moderner Mensch gehören zur gleichen Art, innerhalb derer man anhand der morphologischen Unterschiede zwei Unterarten unterscheiden kann. ...
Ich komme aus Physik und Maschinenbau und ich lese nur seit bald 50 Jahren Artikel zu diesem Thema, einfach, weil mich meine Herkunft und die menschliche Geschichte interessiert. Mir fällt es darum sicherlich schwer, die Menge an Wissen in korrekte Systemetik zu bringen. Soviel Zeit will ich dann doch nicht investieren.

Ich verfolge aber schon lange die Diskussion, dass die ehemalige Aufspaltung in zig Unterarten heute nicht mehr so genutzt wird, wie ich sie noch im Biounterricht vor 50 Jahren hörte. Und wenn ich den Homo Erectus sehe, und der Neanderthaler wird je nach Puplikation als Homo Erectus angesehen, und wir damit den "Beweis" haben, dass sich Homo Sapiens und Homo Erectus paaren konnten, dann kann ich durchaus so weit gehen, und alle zu einer Art zusammenfassen, halt dem Homo mit ein paar Unterarten. Ich bin da ganz leidenschaftslos.

Wir werden das hier jetzt noch lösen, aber ich habe mitgenommen, niemals wieder Homo Sapiens Sapiens zu nutzen, auch wenn es für mich so schön klang, dass ich sapiens sapiens bin :) :) Selbstüberhöhung und so

Dann warten wir halt auf den Homo Superior [1] und hoffen, dass der Intelligent wird.

________
Verweise
[1]
 
Ihr kennt doch den Film "Jurassic Park".
Wäre es irgendwann möglich, falls man vollständig erhaltene Saurier DNA findet, die in eine Eizelle eines lebenden verwandten Tieres zu implantieren?
Z.B. in einen Vogelstrauß oder Krokodil? Das die den Dinosaurier dann quasi austragen?
Natürlich keinen T-Rex aber z.B. einen kleineren Dinosaurier?
Oder ist das reine Fiktion?

Außerdem haben manche Forscher ernsthaft mal überlegt, Mammut-DNA in eine Elefanteneizelle zum implantieren. Falls man vollständig erhaltene DNA findet. Um die Art wiederzubeleben.
 
Natürlich keinen T-Rex aber z.B. einen kleineren Dinosaurier?
Oder ist das reine Fiktion?
Halte ich für Fiktion. vor 100 Millionen Jahren gab es völlig andere Lebensbedingungen akls heute. Ich glaube nicht, dass sich ein Dinosaurier anpassen könnte.
Stell dir vor, der Mensch würde 150 oder 250 Millionen Jahre in die Vergangenheit reisen. Denkst du, er könnte überleben?
Außerdem haben manche Forscher ernsthaft mal überlegt, Mammut-DNA in eine Elefanteneizelle zum implantieren. Falls man vollständig erhaltene DNA findet. Um die Art wiederzubeleben.
Das ist eher vorstellbar, da Mammuts ja in einem ähnlichen Zeitalter gelebt haben wie Elefanten heute.
Damals gab es eine Eiszeit aber in einer Eiszeit leben wir ja immer noch.
 
Halte ich für Fiktion. vor 100 Millionen Jahren gab es völlig andere Lebensbedingungen akls heute. Ich glaube nicht, dass sich ein Dinosaurier anpassen könnte.
Stell dir vor, der Mensch würde 150 oder 250 Millionen Jahre in die Vergangenheit reisen. Denkst du, er könnte überleben?
Naja, die Vögel sind die engsten Verwandten der Dinosaurier. Die leben ja heute auch.
 
1. Saurier
Wäre es irgendwann möglich, falls man vollständig erhaltene Saurier DNA findet, die in eine Eizelle eines lebenden verwandten Tieres zu implantieren?
Z.B. in einen Vogelstrauß oder Krokodil? Das die den Dinosaurier dann quasi austragen?
Unter der Prämisse von "vollständig" erhaltener Saurier DNA könnte man sich zumindest theoretisch der Sache versuchen anzunähern:
- lm Laborversuch, wo man alles anpassen kann, würde man vielleicht irgendwann eine Art finden die mit der "angepassten" DNA eines Sauriers kompatibel ist?
Auch unter zuhilfenahme von KI vielleicht... :ka:
-> nicht unmöglich

Aber:
mit der (persönlichen) Einschätzung, das niemals (nahezu!) vollständige Dino-DNA gefunden wird :(.
Einfach weil der Zahn der Zeit an allen komplexen chemischen Mustern nagt... Auch konserviert in Bernstein, leider.
Und DNA ist halt eine lange und empfindliche Molekülkette...

Normal geht man bei der DNA (meines Wissens nach) von einer Nachweisdauer von einigen 10 000 Jahren aus.
Und dann sind z.B. schon nur noch max. 2/3 der DNA erfassbar...

2. Mammuts:
Außerdem haben manche Forscher ernsthaft mal überlegt, Mammut-DNA in eine Elefanteneizelle zum implantieren. Falls man vollständig erhaltene DNA findet. Um die Art wiederzubeleben
Real, in dem Zeitrahmen, dürften dann schon nur noch max. 2/3 der DNA erfassbar sein...

Damit sind wir wieder bei "Jurassic Park" und dem auffüllen der Lücken durch Elefanten-DNA + KI-DNA auch bei den Mammuts...

Aber wenn sich das finanziell extrem lohnen würde, könnte ich mir vorstellen, das sowas wie:
"Mammut-DNA in eine Elefanteneizelle zu implantieren und austragen lassen" irgendwann funktionieren könnte...
Für die Neuzucht von Mammuts wird aber wohl keiner viel Geld und Jahre der Forschung investieren...
 
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Krass wie groß der Bär ist. Wenn man mal Kopf vom Bären mit den vom Menschen vergleicht.
Und die Pranken sind echt heftig.:wow:
 
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