ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Evolution gibt es ja immer.
Früher gab es unterschiedliche Hominide und nur einer ist letztendlich übrig geblieben.
Der Mensch ist evolutionär noch in der Steinzeit.
Es kann durchaus sein, dass er sich soweit entwickelt, dass die finger verändert werden, um Touchdisplays besser bedienen zu können oder eine bessere Blutverbindung im Körper um Verkalkung vorzubeugen.
Ich meine, es war bei Lesch Kosmos, wo ein Anthropologe erklärt hat, wie sich der Mensch entwickeln kann.
Dass das natürlich sehr lange dauet und es da auch keinen sprung gibt, ist klar.
Sowas kann wesentlich schneller gehen als viele meinen, ein paar dutzend bis hundert Generationen reichen aus. (Sind beim Menschen natürlich immer noch Jahrtausende.) Aber man braucht allgemein einen entsprechenden Selektionsdruck dazu. Solange es Menschen also noch schaffen, einen Geschlechtspartner ohne speziell optimierten Tinder-Daumen und ohne Unterstützung durch weniger-verkalkte Großeltern zu finden, solange hat eine (Nicht-)Behebung der konzeptionellen Schwachstellen von Homo sapiens keine evolutionäre Wirkung. Selektion gehört zwingend dazu und in der modernen westlichen Welt überlebt mittlerweile praktisch jeder bis ins fortpflanzungsfähige Alter und dem überwiegenden Teil davon steht es frei, Nachkommen zu zeugen.
Tatsächlich dürfte es weiterentwickelnde Evolution beim Menschen fast nur noch dadurch geben, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen aus freiem Willen immer weniger Kinder zeugen und dadurch deren Gene einen geringeren Anteil an zukünftigen Generationen haben. Sowas hat tatsächlich Einfluss auf die Artentwicklung und es gibt ja schon genug Spinner, die Panik schieben, wiel sie die dadurch ins Hintertreffen geratenen Gene für besonders wertvoll halten.
Das verstehe ich nicht.
Edit: Achso, du meinst dass sich Arten nicht mir anderen Arten fortpflanzen?
Exakt. Letzteres ist das Kernelement der biologischen Artdefinition: In der Natur kannst du ja letztlich nur Gruppen von Lebewesen beobachten. Du sieht zwar, dass eine Tomate anders wächst als ein Gänseblümchen. Aber ein Dackel sieht auch anders aus als ein Dobermann, also kannst du Arten nicht einzig und allein nach dem Aussehen trennen. Der entscheidende Test war ursprünglich, ob sie gemeinsam fruchtbare Nachkommen zeugen können. Dackel und Dobermann machen das bereitwillig (zumindest mit Dackel auf Dobermann, umgekehrt könnte das Weibchen es sich in letzter Minute aus rein physischen Gründen doch anders überwegen
), aber bei Tomate und Gänseblümchen klappt es nicht. Deswegen sind die ersteren beides Hunde (respektive von der Art her Wölfe), die beiden Pflanzen im Beispiel zählen aber als getrennte Arten.Dummerweise gibt es aber auch Fälle wie den europäischen Damm- und den asisatischen Sikahirsch, die untereinander auch voll fruchtbar sind, in der Natur aber unzweifelhaft anders aussehen und anders leben. Nämlich tausende Kilometer auseinander. Da es dämlich erschien, beide als eine Art zu bezeichnen, ist man von "kann sich nicht paaren" auf "tut sich nicht paaren" gewechselt. Und weil Eis- und Braunbären sich auch in der Natur miteinander fortpflanzen, aber bitte doch auch getrennte Arten bleiben sollten, wurde das weiter zu "tun sich kaum/nicht in relevantem Maße in der Natur paaren".
Und das kann jetzt jeder interpretieren, wie er will, wenn er behaupten möchte "Individuum A gehört zu einer anderen Art als Individuum B". Bei einigen Taxa wird sich darüber noch der Schädel eingeschlagen, Orcinus orca sollte z.B. schon mehrfach in mehrere Arten aufgeteilt werden und dann wieder doch nicht, weil die verschiedenen Populationen weltweit praktisch keinen Austausch untereinander haben. Bei anderen Taxa gibt es zum Teil schlichtweg niemanden mehr, der sich darüber streiten könnte. Systematische Forschung wird praktisch gar nicht mehr finanziert und mittlerweile dürfte es ganze Ordnungen geben, zu denen weltweit nur noch ein (alter, kurz vor dem biologischen Ende stehender) Experte existiert, der die Grenzen zwischen den Arten kennt und/oder festlegt.
Klar gibt es auch so Mutationen wenn sich Zellen teilen.
Aber weitergegeben werden können sie nur durch die Fortpflanzung.
Exakt. Für die Evolution sind nur Mutationen an der Geschlechtszellen von Bedeutung, denn nur die können an die nächste Generation weitergegeben werden. Wenn ein für den Daumen wichtiges Gen in der Eizelle zu etwas Touch-optimierten mutiert, dann können die resultierenden Nachkommen ihre überlegenen Tinder-Künste in einen größeren Fortfplanzungserfolg ummünzen. Passiert genau die gleiche Mutation erst im Embryo in den Zellen, die mal den Daumen bilden, dann kann der resultierende Mensch zwar genauso gut swipen. Aber seine Kinder bekommen alle die unmutierte Variante des Gens aus seinen Keimzellen. Die Mutation verschwindet also bereits nach dem ersten Exemplar wieder spurlos.
Den gibt es überhaupt nicht.
Der Mensch heißt wissenschaftlich Homo Sapiens und gehört zur Unterfamilie der Hominiden und zur Familie der Menschenaffen.
300.000 Jahre sind wissenschaftlich belegt. 500.000 Jahre wären möglich.
Neuer_User scheint auf Forscher aus anderen Fachbereichen anzuspielen, die biologische Fachausdrücke zweckentfremden

"Homo sapiens sapiens" ist tatsächlich die Bezeichnung einiger Evolutionsbiologen für den modernen Menschen und das Gegenstück zu "Homo sapiens neanderthaliensis" (besser bekannt als Neanderthaler) innerhalb von Homo sapiens. Beide werden nach diesem Verständnis also als Unterarten in ein und derselben Art gefürt. Diese Sichtweise gewinnt immer mal wieder an Popularität, denn moderner Mensch und Neanderthaler haben sich definitiv untereinander gepaart und das spricht (s.o.) eigentlich dagegen, sie als getrennte Arten zu betrachten. Weil sie aber scheinbar auch in räumlich enger Beziehung gelebt und sich trotzdem nicht frei durchmischt haben (sich also paaren KONNTEN, es aber überwiegend NICHT gemacht haben, auch wenn sich die Gelegenheit bot), werden sie im Moment mal wieder als zwei getrennte Arten gezählt. (Und natürlich auch, weil wir immer noch ein Problem damit haben, uns nicht als hart abgegrenzte Krone einer sogenannten Schöpfung zu betrachten.)
Diese Arten heißen dann Homo sapiens und Homo neanderthaliensis und eine Unterart "Homo sapiens sapiens" gibt es nach aktuell vorherschender evolutionsbilogischer Auffassung nicht. Wer etwas anderes erzählt (ohne verdammt gute Argumente vorzulegen) ist schlichtweg kein guter oder gar kein Wissenschaftler, sondern labert Scheiße. Das gilt auch für Historiker/Soziologen/etc., die zu faul sind, sich eigene Fachbegriffe auszudenken, sondern stattdessen fremde klauen, die sie nicht einmal verstehen, nur um Aufmerksamkeit zu erregen

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Ich bin sicherlich genauso schlecht darin, gute kulturwissenschaftliche Ausdrücke zu prägen wie kulturwissenschaftler schlecht darin sind, naturwissenschaftliche Ausdrücke korrekt zu benutzen, weil ich deren Fachgebiet zu schlecht kenne.

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