Naja 180 / 4 = 45 Euro pro Rad. Da kann man sich vorstellen was da für eine "Qualität" dahinter steckt. Auch als Nichtexperte so wie ich
Und an den 45 pro Federbein hat sowohl der Händler, als auch der Hersteller noch was dran verdient.
Das ist interessant, scheinst ja auch viel Erfahrung mit den TA-Technix Fahrwerken zu haben, wenn du sogar weißt das ein Serienfahrwerk schneller ist. Bei wievielen Autos hast du das getestet um die Aussage zu treffen?
Bis jetzt bin ich noch kein Technix Ding gefahren. Das ist mir zu gefährlich.
Aber um das ganze mal ein "wenig" zu erläutern, muss ich ein "wenig" ausholen. Nur so am Rande erwähnt... ...meine Weisheiten kommen nicht von irgendwelchen Mechanikermärchen, ich darf mich nämlich 2. bester Kfz-Mechatroniker von NRW nennen. Normalerweise erzähle ich das nicht groß rum, denn das macht immer so einen "geh-weg-nur-ich-hab-ahnung" Eindruck. Nunja weiter im Text.
Man nimmt einen Serienwagen und baut lediglich das Serienfahrwerk aus und ein Rennfahrwerk eines Markenherstellers ein. Danach stellt man die Fahrwerksgeometrie einfach wieder auf Serienstand ein. Dann lässt man das umgebaute Fahrzeug gegen ein normales Serienauto auf einem Rundkurs fahren. Siehe da: Die Rundenzeiten sind nicht so wirklich unterschiedlich. Aber wie kommt das? Sollte das Auto mit Rennfahrwerk nicht Kreise um das Serienauto fahren?
Was macht ein Auto schnell?
- Sehr wichtig sind die Reifen und der Reifendruck. Allein nur den Reifendruck zu ändern, macht sich in der Rundenzeit bemerkbar. Breiter ist nicht immer besser. Das Fahrzeuggewicht und Antriebskonzept bestimmen die optimale Reifenbreite.
- Radlastverteilung. Das ideale Auto hat 25% Gewicht an jedem Rad. Nicht umsonst hat z.B. ein Audi S1 den Generator und Kühler im Kofferraum. Trotz Mehrgewicht ist die Verteilung besser.
- Antriebskraftverteilung. Selbst das Verbauen eines mechanischen Sperrdifferenzials kann Sekundenunterschiede bei der Rundenzeit ausmachen.
- Fahrwerkseinstellung. Äußerst schwer und Zeitaufwenig. Ein Optimum gibt es nicht. Das Fahrwerk muss auf die Fahrweise des Fahrers abgestimmt werden, nur dann ist es schnell.
- Fahrbarkeit des Autos. Hat man ein ideales Auto gebaut, was sich aber nur schwer kontrollieren lässt, kann niemand damit schnell fahren. Einfach zu fahrene Autos sind in der Regel schneller. "Idealautos" brauchen Ausnahmefahrer.
- Fahrzeuggewicht. Leichter ist besser aber an der richtigen Stelle. Erleichtert man sein Auto an der falschen Stelle, wird es unter Umständen langsamer.
- Bremsen. Heuzutage nicht mehr "so" entscheidend, da die Serienbremsen schon sehr gut geworden sind. Fährt man aber auf der Rennstrecke(auch mit Serienwagen) ist umrüsten PFLICHT. Sportbremsen bringen das Auto zwar eventuell nur in der gleichen Distanz zum stehen, wie Serienbremsen aber dafür lässt die Bremswirkung warm nicht nach. Man hat außerdem ein besseres Pedalgefühl, was SEHR WICHTIG für spätes Bremsen ist.
Befolgt man diese Punkte hat man ein Auto, was Kreise um ein Serienauto fährt. Nur das blose Umrüsten eines Fahrwerkes macht ein Auto nicht schnell. Im Gegenteil!
Diese Billigfahrwerke sind universial Fahrwerke. Die gleichen Dämpfer/Federn müssen für viele Autos benutzbar sein, sonst kann der Preis nicht gehalten werden. Teure Fahrwerke z.B. Bielstein sind nür für dieses Auto. Fahrwerke passen immer nur für dieses eine Auto. Die Dämpfer/Federn Kombination ist speziell dafür abgestimmt.
Dazu kommt auch noch wie viele Werkstätten Fahrwerke einbauen. Es tut mir ja leid das sagen zu müssen aber da ist ganz großer Pfusch am gange. Fahrwerk einbauen und einstellen für 400€ geht einfach nicht. Man kann nicht ein Fahrwerk mit anderer Fahrhöhe, anderen Dämpfungseigenschaften und anderer Federhärte auf die Seriengeometrie einstellen. Nein, nein, nein das geht nicht. Spur, Sturz, Nachlauf müssen auf das neue Fahrwerk eingestellt werden. Eventuell sollten auch noch andere Stabis dazu verbaut werden. Denn was bringt ein Sportfahrwerk, wenn die Karre noch die gleiche schreckliche Seitenneigung hat? Wenig. Leider ist diese falsche Einbaumethode sehr gängig in sehr vielen Werkstätten. Da wird sich auch so schnell nichts dran ändern, weil die Leute nicht die hohen Kosten für den richtigen Einbau bezahlen wollen.
Nun zum Fazit. Das Serienfahrwerk gegen ein Universial billigst Fahrwerk zu tauschen und es dann auch noch "wie üblich" einzubauen, macht das Auto nicht schneller. Es fühlt sich für einen Ottonormalfahrer vielleicht schneller an und er traut sich auch vielliecht damit schneller durch die Kurve zu fahren aber wenn man es gegen ein Serienfahrwerk auf Zeit fährt ist es langsamer. Es mag Ausnahmen geben, das will ich nicht bestreiten aber die Regel ist es nicht. Es ist vielleicht schwerer ein Serienfahrwerk am Limit zu bewegen, weil man dort schon sehr arg das Auto "tänzeln" lassen muss aber das heist nicht, das es deswegen langsamer ist.
Nun sind meine Fingerkuppen wund.
