Ich versteh nicht, was jetzt bei Downloadtiteln unmöglich sein soll, was früher bei physischen (PC) Spielen Gang und Gäbe war. Weil sich physische Datenträger abnutzen? Schonmal was von Sicherheitskopien gehört, was früher sogar von den Herstellern oft angeraten wurde? Davon abgesehen funktionieren meine alten MS-DOS CD-Rom Titel noch alle.
Im Grunde geht es darum, mehr Geld vom Kunden abzuschöpfen. Was Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte ging, soll heutzutage ein Problem darstellen, die Publisher nagen alle am Hungertuch und die Branche insgesamt ist seit den Anfangzeiten mit seinen Schwarzkopien, Gebrauchtspielemärkten usw. ja überhaupt nicht gewachsen...
Das Einzige, was es heute erleichtern würde, das Spiel schnell durchzuspielen und für vll. 5€ weniger weiterzuverkaufen ist, dass es durchs Internet einfacher geworden ist, die Ware an Frau oder Mann zu bringen. Mit physischen Spielen (wie auch mit anderen Medien) ist das genauso möglich und wäre es auch schon vor 30+ Jahren gewesen, hätte es damals Internet als solche und Plattformen wie Ebay gegeben. Dafür hat man als Sammler den Nachteil, dass alte Spiele extrem im Preis gestiegen sind, da sich jeder an Ebay und Co. orientiert und es darum schwer ist, Spiele ala Suikoden 1 und 2, Panzer Dragoon Saga, alten Ultima Spielen etc. zu einem günstigen Preis zu erstehen.
"Steam hat ja so viele Sales blablabla..." Guess what?! Oft sind die Spiele bei Händlern in der physischen Box günstiger, als auf den Online Platformen. Sales gabs auch schon immer, dass ist keine Steam Erfindung, wie es manche gern darstellen. Dann gab es oft Rereleases in der Softwarepyramide zu schmalem Preis. Oder Spielemagazine, wie z.B. PC Games boten Vollversionen älterer Spiele für 20 DM an.
Im Endeffekt wurden uns Spielern Steam und Co. aufgezwungen. Niemand hat damals danach geschriehen, Spiele erst online aktivieren zu müssen. Innerhalb weniger Jahre gab es aber so gut wie keine PC-Spiele ohne Online-Aktivierung (meist Steam) mehr. Lieber hab ich wieder Securom anstatt jegliche Rechte bis auf ein "Nutzungsrecht" aufzugeben. Die ganzen Sachen wie Cloud und Streaming sollen nur noch weiter die Rechte der Nutzer beschneiden, was man auch an Sachen wie Adobe Cloud oder Office 365 sieht. Ja keine Software ohne zeitliche Beschränkung mehr, damit man immer weiter abkassieren kann. MS hat Serverprobleme? Tja, pech gehabt, wenn Office 365 tagelang nicht mehr funktioniert.
Wer glaubt, dass Unternehmen den Kunden was Gutes tun wollen, ist mehr als naiv. Die machen nichts ohne Berechnung, denn Money makes the World go round. Kostenlos gibts im Zusammenhang mit Unternehmen auch nicht, von daher sind Freebies wie bei Epic auch nicht wirklich kostenlos. Werbung, Leute zur Platform locken, Kundendaten, etc. sind der Preis "kostenfrei" angebotener Produkte.
Ich warte darauf, dass die erste Plattform geschlossen wird und die Leute ihre teuer erkauften Spielebibliotheken verlieren. Bei der Masse geplanter Streamingdienste erwarte ich es bei einem dieser noch eher als bei Steam, Epic und Co. Bei Steam und Co. gibts zumindest noch Cracks, während bei reinen Streaming Titeln kein Spielen mehr möglich sein wird, außer die Software wird irgendwie geleaked.
Wir sehen uns dann in 30 Jahren wieder und werden schaun, ob wir heutige oder morgige Spiele noch spielen werden können (ohne sie nochmal neu kaufen zu müssen), wie dies mit heutigen 30 Jahren alten Computer- und Konsolenspielen der Fall ist. Die Branche sieht Spiele ja nicht als Kunst, an deren Erhalt ihnen etwas liegt, solang es nicht mehr Geld bedeutet.