Defekte Sektoren - Datenrettung

ebastler

Volt-Modder(in)
Hallo,

einer Freundin ist ihr Laptop im Betrieb auf den Boden gefallen, die Festplatte war davon wenig begeistert.
Jetzt hat das Ding 561 Defekte Sektoren:
Clipboard01.jpg

Ich nehme an, es ist überflüssig, zu erwähnen, dass das Ding nicht mehr bootet. Backup hat sie natürlich auch nie gemacht, ich soll nun ihre Daten retten.
Ich habe die Platte an meinen Rechner angeschlossen, woraufhin der Explorer einfach nur einfriert und sonst auch fast nichts mehr funktioniert.
Boote ich ein Live-Linux auf ihrem Laptop, kann ich die Platte mounten und durch die Filestruktur gehen, aber einfach nur kopieren geht erstens absurd langsam (5-20s pro Foto) und bricht immer wieder ab, weil es defekte Sektoren findet.

Habt ihr eine Idee, wie ich da noch die intakten Daten gerettet kriege?
Zur Auswahl stehen ein PC mit Windows10, ein PC mit Debian (Shell only, keine GUI) sowie besagter Laptop.

lg
 
Du könntest es mit diesem Programm versuchen: Roadkil.Net - Roadkil's Unstoppable Copier Program Download
Das unternimmt mehrere Leseversuche und bricht nicht gleich beim ersten Fehler komplett ab. Ansonsten warten und beten. Programm ist zwar schon älter (eigentlich für zerkratze CDs gedacht), sollte aber auch unter Win10 laufen.

Als Ersatz vielleicht gleich ne SSD einbauen, der macht das Runterfallen nichts aus. ;)
Regelmäßiges Backup sollte trotzdem gemacht werden. insbesondere in den Zeiten von Locky usw.

Achtung: Wenn die Platte komische Schleifgeschäusche macht, besser nicht weiter machen. da sonst noch mehr beschädigt werden kann. Da würde nur ne Profi Datenrettung im Reinraum helfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke, teste ich morgen. Schleifgeräusche macht sie nicht und über mehrere Versuche der Rettung hinweg blieb es bei konstant 561 Sektoren. Die Platte scheint stabil zu sein :)
Immerhin etwas...
 
Hallöle! Bevor du dich an irgendeine Methode der Rettung versuchst, mach bitte per Linux Live CD und dd_rescue eine 1:1 Kopie der Platte! Von dieser Kopie kannst du dann deine Datenrettungsversuche starten. Was auch immer mit der HDD selbst passiert, ist dann egal... aber das ist UNBEDINGT Schritt Nummer 1! Von diesem Image kannst du dann auch versuchen die Daten runterzukopieren.

Sieh auch Datenrettung › Wiki › ubuntuusers.de oder hier Mit dd_rescue defekte Partition wiederherstellen >> LinuxCommunity.

Bitte keine Datenrettungsversuche von der eigentlichen Festplatte starten! Das kann unter Umständen noch mehr kaputt machen als schon kaputt ist.


PS: dd_rescue ist bei den meisten Distributionen nicht auf der Live-CD und müsste nachinstalliert werden. Oder Knoppix, grml! oder eine andere Live-CD mit bereits installiertem dd_rescue verwenden.
 
Schonmal ne Checkdisk mit reparatur funktion probiert?
Mit ein bisschen Glück schafft die es die defekten Sektoren auszuklammern und zu verschieben.
 
Kann das denn auch nen Image ziehen, wenn es Leseschwierigkeiten gibt?

Ja, kann es. Genau dafür wurde dd_rescue konzipiert. Wie gesagt, der riesen Vorteil ist der, dass du dann ein Image von der Platte hast und aus diesem Image heraus eine Datenrettung versuchen kannst, ohne die Hardware unnötig weiter zu strapazieren.

Wenn du das Image und daraus die geretteten Daten mal hast, kannst du mit der Platte andere "Schweinereien" versuchen. Ist dann auch egal, wenn die abraucht, deine Daten sind jedenfalls mal gesichert ;)
 
Da würde ich vorher aber doch das Image ziehen, bevor man da etwas verändert.

Ja im besten fall vorher erstmal sichern.
Wir hatten hier auf Arbeit schon Platten welche klackerten + nicht mehr booteten.....die standart windows chkdsk hat wieder hinbekommen.:ugly:
Weiterverwenden sollte man so eine Platte aber natürlich nicht.
 
Eine Sicherung kann nicht schaden. Aber aus einer Sicherung/Image kann ich nur das retten, was vorher (rein) gesichert wurde. Ich weiss nicht, ob dd_rescue mehrere Versuche unternimmt, einen Sektor zu lesen, bevor dieser übergangen wird. Ansonsten erzeuge ich halt nur eine Kopie mit allen noch rettbaren Daten.
 
Ich zitiere mich mal selbst:

Kusanar schrieb:
Wenn du das Image und daraus die geretteten Daten mal hast, kannst du mit der Platte andere "Schweinereien" versuchen. Ist dann auch egal, wenn die abraucht, deine Daten sind jedenfalls mal gesichert ;)


Ich formuliere es nochmal anders:

Wenn du NACH dd_rescue immer noch eine Datenrettung von der Platte versuchen willst, dann steht dir nichts im Weg. Wenn sich die HDD beim Versuch selbst ins Nirvana befördert, ist jedenfalls alles, was mit dd_rescue schon mal gesichert wurde, in trockenen Tüchern und kann nicht mehr verloren gehen.
 
Verwendet sollte GnuDDRescue werden, im ersten Durchgang wird was noch gelesen werden kann gesichert, mit Hilfe des erstellten Logs kann dannach an den übersprungenen Sektoren noch nachgearbeitet werden.

Chkdisk auf eine Platte mit ungewissem mechanischen Zustand loszulassen ist beinahe so schlimm wie keine aktuelle Datensicherung vorzuhalten.
 
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