AW: Crysis 3: Crytek will sich vor Raubkopien schützen
Nur weil eine Firma Gewinne macht legitimiert das noch lange nicht zu kopieren. Jeder € Mehrgewinn kann schliesslich in neue Produkte investiert werden.
Natürlich: du hast recht, wenn sie dank der Raubkopien tatsächlich Geld verlieren, ihnen also Geld gestohlen wird, dann ist dem beizupflichten.
Nur haben Raubkopien erweisenermaßen sogar positive Effekte die weit über Werbung hinausgehen, eben besagte Mundpropaganda. Sie ersetzen inzwischen für viele die früher bekannten DEMOS die Crytek ja auch nicht mehr unterstützt.
Wie soll der User sich heutzutage ein Bild vom Spiel machen, wenn man nicht genau weiß was auf einem Zukommt. Reviews und Videos anschauen ist eine sache, ob einem das Spiel gefällt eine andere.
Crysis 1 war auch hochgelobt in den Kritiken, die Videos sahen cool aus, aber das Spiel war verglichen zum Vorgänger flach. Ich habs gekauft, bin eingefahren, kaufe nie wieder was von Crytek, wenn ich nicht vorher die DEMO gespielt hab und es für gut befunden habe.
Und wenn du etwa COD oder BF3 oder Starcraft raubkopiert gesehen hast, wirst du am Funktionsumfang merken: ist wie eine Demo: 5h Gameplay dann ists vorbei, der Rest geht nur mit onlineanbindung: dafür bekommst du jede Menge guter Features. Ob du nun dafür zahlen möchtest ist dir überlassen, aber du weißt wenigstens worauf du dich einlässt.
Ich hab SC2 zwar schon am Releastag gekauft, aber viele meiner Freunde haben sich die "Demo" geholt (weiß nicht wie das akutell heißt) und erst danach entschieden das Spiel zu kaufen, vorher wollten sie gar nicht, weil eigentlich keine Strategiefans.
Raubkopien können also durchaus POSITIVE Auswirkungen auf den Verkaufserfolg haben. Speziell zu Zeiten von vielen Onlinefeatures, Archievements usw.
Ich finde es ja erstaunlich, wie viele Leute hier wieder aufbellen, nur weil Crytek eine sehr vage Ansage gemacht hat. Das Thema Raubkopie scheint manchem ja doch näher zu sein, als er zuzugeben bereit ist.
Weniger das Thema Raubkopien ist mir ein anliegen, als eher die schon genannte Gängelung der Kunden und der Schuldenbock raubkopierer.
1. Es gibt keinen eindeutigen Beweis, dass Raubkopien schlecht fürs Geschäft wären. Ganz im Gegenteil es gibt Studien die zeigen, dass viele Spiele ohne Kopierschutz sich besser verkaufen als die Version mit Kopierschutz. Steam Deals und Onlinefeatures zeigen außerdem, dass ein Kopierschutz der den ganzen PC abschießt nicht mehr nötig ist
2. Und somit nochmal zur Gängelung: ich kaufe meine Spiele seit ich ein Schüler war selbst, oft investiert man da sein ganzes Erspartes (gut, muss heute nicht mehr). Mich stört aber trotzdem, dass man als ehrlicher Kunde von vielen Dingen abhängig ist (nicht bei allen Spielen wohl bemerkt, STEAM ist eine große Hilfe für mich gewesen, wieder mehr zu spielen und zu kaufen)
2.1: welche Programme hat man installiert? Hat man ein Brennprogramm drauf, kann es sein, dass das Spiel nicht installieren will
2.2: hat man eine permanente Internetverbindung? Also ich hab mehrere Wohnorte und nicht in allen habe ich Internet, sehr wohl aber spielefähige PCs mit denen ich, wär hätte es gedacht, spielen will. Ubisoftspiele sind deshalb für mich keine Option. Weder wegen des Onlinezwangs, noch wegen der Begrenzten Installationen
2.3. ich will meine Spiele nicht immer im Laufwerk haben müssen.
Es geht mir hier bei meinem "Aufschrei" eher um die ausgesprochen dumme Moral der Entwickler: anstatt seit X Jahren den Spielern die Schuld zuzusprechen, sie würden mit Raubkopien den Markt zerstören (und deshalb müsse man für Konsolen entwickeln), kann man sich ja ein Beispiel nehmen, an Spielen bei denen sinnvoller Kopierschutz funktioniert: nicht den ehrlichen Kunden aussperren, weil er eine seltsame PC Konfiguration hat (ja, auch ich habe Brennprogramme drauf, ich kann bis heute einige gekaufte Spiele nicht spielen (außer meine Hand würde etwas illegales tun und einen Crack laden, stattdessen: danke, nie wieder von diesem Publisher oder Entwickler).
Warum schafft es ein Starcraft, PC ONLY(!!!) im angeblich so raubkopiererverseuchten PC Markt, die Verkäufe von Crytekspielen abzuhängen? Oder viele Steam Specials?
1. Vielleicht stimmt der Preis für 4 h Singleplayerspaß bei Crysis einfach nicht (denn der MP von Crysis und Crysis 2 ist praktisch nicht vorhanden, bzw spielbar)
2. vielleicht nervt Onlinezwang zwar, aber wenn ich einen enormen Mehrwert habe (SC2,COD, BF3), dann ok gern.
3. Vielleicht denkt man einfach drüber nach, ob das Spiel die Qualität hat (ich rede hier nicht von DX11, Grafik ist für mich kein Kaufgrund, allerdings für viele schon), um tatsächlich die selbst hochgesteckten Verkaufsziele zu erreichen.
Schnell inszenierte Shooter wie Crysis 2 gabs eben schon hundertfach (COD Reihe und längst davor), auch die "innovativen" Features des Nanosuits gabs schon in den 90ern, der anscheinend Cheatverseuchte MP ist auch keine Option und wenn das Grafikargument auch noch weg ist, dank Multiplattformentwicklung braucht man sich allmählich nicht mehr wundern, warum die Fans es dank nicht vorhandener DEMO laden statt kaufen.
Klar: unehrlich, unethis, Diebstahl. Alles richtig, ich unterstütze das auch nicht. Aber ich verstehe die Motive. Und solange Crytek nicht auch versucht diese zu verstehen, sondern einfach nur mit Gewalt versucht Spieler, den schwarzen Peter woanders zu suchen als bei sich selbst, werden sie noch ein paar mal mit dem Kopf gegen die Wand laufen müssen, bis sie es entweder kapieren, oder sie es geschafft haben, uns Ketten anzulegen. Oder, dritte Option: pleite gehen. Letzteres ist wegen der Arbeitsplätze schade, aber wegen Realitätsverweigerung vielleicht gar nicht vermeidbar