Die i7 und i9 Prozessoren haben noch weitaus mehr Vorteile, als nur die Anzahl der Kerne. Das ist so, als wenn man die Leistung eines Autos nur anhand der ccm misst oder anhand der Anzahl Zylinder oder so ähnlich.
Das Hyper-Threading bringt definitiv auch bei mehr als einem Kern etwas. Hierzu ist zu sagen, dass sehr viel vom für die Programmentwicklung verwendeten Compiler abhängt. Ein Compiler kann mit Core i7 oder Core i9 (oder auch anderen HT-fähigen) Prozessoren mehr Leistung erzeugen, wenn entsprechende Optimierungen im Programmcode übersetzt werden. Es werden in der Regel Queue-Ladezeiten verkürzt.
Das Endkunden-Verständnis von Multicore - der mehrere Anwendungen gleichzeitig ausführt - deckt sich nicht mit dem des Maschinencodes (dem sogenannten Multi-Threading)! Also ein Thread der Audio rechnet und ein Thread der Video rechnet (also zwei parallele Threads die zur Video-Wiedergabe benötigt werden). Da Audio und Video relativ unabhängig voneinander sind kann das sehr gut parallel (also auf mehrere Kerne verteilt) ausgeführt werden. Bevor hier mecker kommt: es sind üblicherweise mehr als zwei Threads die zur Video-Wiedergabe verwendet werden, es sollte hier nur grob veranschaulicht werden was Multi-Threading ist.
Zudem ist heutzutage einer der tatsächlichen Flaschenhäse oder Engpässe immernoch die Anbindung an den Arbeitsspeicher bzw. der Zugriff auf noch langsamere Speichermedien, wie z.B. die Festplatte. Hier bieten die i7 und i9 zum einen das Triple-Channel (QPI=Quick Path Interface. Achtung nur Sockel 1366 CPU's!), sowie andererseits den im Prozessor integrierten Memory-Controller (der bisher als Chipsatz extern realisiert wurde, was durchaus langsamer ist).
Zudem ist Multi-Core nicht gleich Multi-Core: wenn man Zwei Kerne mit jeweils einem Cache hat, dann ist das für parallel laufende Threads deutlich schlechter, als wenn man zwei Kerne mit einem Cache hat (da der Datenaustausch der beiden Kerne über den Cache erfolgen kann und nicht über den daruntergelagerten - und deutlich langsameren - Arbeitsspeicher stattfinden muss). Der gemeinsame wahlfrei nutzbare Cache ist hier das Problem, da die Cachelogik sehr viel intelligenter sein muss, je mehr Kerne wahlfrei auf den Cache zugreifen. Daher rührt vermutlich das Problem, dass man nicht so einfach schnell mal noch mehr Kerne auf dem Prozessor unterbringt. Schaut euch mal die Layouts der DIE's an, dann seht ihr wie groß der Bereich bereits angewachsen ist, der die Cache-Logik beinhaltet im Vergleich zur gesamten Chipfläche. Der L3-Cache ist bei AMD Multi-Core CPU's hingegen etwas anders und designtechnisch besser gelöst (aber auch darüber kann man sich sicherlich streiten).
Weiter oben in den Postings habt ihr einen Core2Quad Q9650 mit einem Core i7-920 verglichen, der Q9650 läuft aber mit höherem Takt (und zwar 3.06GHz) als der i7-920 (2.66GHz, mit Turbo max. 2.93GHz). Zudem ist nicht sicher, ob der verwendete Code tatsächlich vom Compiler optimiert wurde. Man müsste dieses Ergebnis sicher mit mehreren Programmen testen um solch eine Aussage machen zu können.
Nicht zu letzt wäre auch noch die SSE 4.2 Recheneinheit zu erwähnen. Und Software, die diese Befehlssätze nutzt wird sicherlich kommen!
Und an alle CUDA-Fans ist zu sagen: CUDA ist eine tolle Lösung, aber ein RISK-Ansatz, der in vielen Bereichen langsamer ist als eine CPU mit optimierten Befehlssätzen.
Mittlerweile ist nVidia sicherlich eher betroffen von der Tatsache, dass sie keine Mainboard-Chipsätze mehr bauen können/dürfen. Zudem ist on-board VGA eben mittlerweile on-die VGA und somit entfällt auch hier der Markt für nVidia (wenn auch eng mit der Chipsatz-Tatsache verbunden).
Und an denjenigen, der es unverständlich findet, warum man plötzlich immer mehr Kerne einbaut, anstatt die CPU anderweitig leistungsfähiger zu machen sei angemerkt: Man kann technisch tatsächlich schneller getaktete CPU's bauen und betreiben, jedoch ist die Verlustleistung mit steigender Taktung immer schwieriger in den Griff zu bekommen (Verlustleistung wird in Wäre umgesetzt, die wiederum am Prozessor abgeführt werden muss, daher wird ja auch bei extremen Takten Wasser- oder Flüssig-Stickstoff-Kühlung verwendet).
FAZIT: Alles in allem ist der i7 und i9 ein sehr gelungenes Prozessordesign. Ob sich eine solche Investition für den einzelnen Anwender lohnt muss der Anwender selbst entscheiden.