AW: Broadwell für Sockel 1150: Für euch interessant?
Naja, guck dir mal den AM3/+ Sockel an ... der ist seit 2009 draußen. Und jetzt denkt man gerade erst darüber nach, den langsam mal zu erneuern.
AMD hat die Plattform einfach von Anfang an mit so viel Potential ausgestattet, dass mehr als ein halbes Jahrzehnt lang aktualisiert werden konnte.
USB3, PCIe 3.0, Unterstützung für Drei-/Sechs-/Achtkern Prozessoren, schnellerer Arbeitsspeicher, stärkere Strom- und Spannungsversorgungen, ... all solche Sachen sind zwischendurch erst hinzugefügt worden, ohne den ganzen Sockel verändern zu müssen.
Dadurch ist alles kompatibel geblieben. Die CPUs dafür haben teilweise nichtmal die gleiche Anzahl Pins, es gibt CPUs mit 938 bis 941 Pins die allesamt auf allen AM3-Boards laufen.
Solche Vorraussicht vermisse ich ein bisschen bei den Mainboards für Intel, da wird alles nur für den Moment passend ausgelegt.
Der Sockel AM3 bzw. AM3+ sind praktisch aber ganz andere Sockel.

Die allermeisten AM3-Boards haben ja nicht wie vorhergesagt die FX-CPUs unterstützt. Gab einige Ausnahmen, wobei selbst da in 90% der Fälle nur die ersten FX-CPUs unterstützt wurden. War wegen den Spannungsversorgungen der Boards vielleicht auch besser so...
USB3 gabs nur per Zusatzcontroller, PCI-E 3.0 gibts nur auf teuren Boards (99% der Boards haben PCI-E 2.0...), die Anzahl der Kerne hängt nicht unbedingt vom Sockel ab... Und für die Stärke der Strom- und Spannungsversorgung spielt der Sockel eine untergeordnete Rolle. SATA III gibts erst seit den 8er-Chipsätzen...
Bei AMD ist der grundsätzliche Aufbau (damit meine ich jetzt grob Northbridge, Southbridge und Spannungsversorgung auf dem Board, Speichercontroller in der CPU...) seit dem Athlon 64 gleich geblieben... Bei Intel ging beim Sockel 1366 der Speichercontroller in die CPU und der QPI wurde eingeführt, beim Sockel 1156 ging die gesamte Northbridge in die CPU und der DMI wurde geboren, beim Sockel 1155 erhielt jeder CPU-Teil eine eigene Spannungsversorgung (die SandyBridge und IvyBridge-CPUs sind theoretisch vollständig Ab- und Aufwärtskompatibel, hauptsächlich ist der Unterschied CPU-seitig PCI-E 2.0/3.0 und PCH-seitig USB3...) und beim Sockel 1150 sind die Spannungsregler auf die CPU gewandert. Beim Sockel 1151 wandern die Spannungsregler wieder zurück auf das Board - nebenher dürfte die deutlich umfangreichere IGP einen Beitrag zur Erfordernis eines neuen Sockels leisten.
Die Sockel AM3(+) und auch AM2(+) mögen Positivbeispiele auf Seiten AMDs sein...
Manche Energiesparfunktionen der AM3+-CPUs funktionieren auf AM3-Boards schlicht nicht (ClockGating, Fast Switch VID). Und die Abwärtskompatibilität des FX zum Sockel AM3 ist offiziell auch nur gegeben wenn ein 8er-Chipsatz (mit Ausnahme des 760G) zum Einsatz kommt.
Bei den AM3-CPUs gab es beim Einsatz auf AM2(+)-Platinen ebenfalls Nachteile... Wie z.B. Geschwindigkeitseinbußen durch DDR2-RAM und die geringere Geschwindigkeit von HT und der NB...
Ein entsprechendes Intelsches Positivbeispiel gibt es ebenfalls in Form des Sockel 775.

Hier gibt es natürlich ebenfalls einige Inkompatibilitäten (hauptsächlich den offiziell unterstützen FSB-Takt geschuldet, da die Grundfunktionen ja in der Northbridge saßen...).
Kurz... Intel führt im Gegensatz zu AMD bei ihren CPUs mit jeder (wirklich) neuen Architektur grundlegende Änderungen durch, die die vielen Sockel auch erforderlich machen. Bei AMD sind das immer so kleine Häppchen...