Dann sollte man mal einen Blick auf die Lebenshaltungskosten werfen. Miete + Nebenkosten fressen einen schon auf,[...]
Aber auch nur, weil jeder 3 ZKDB mitten im Zentrum haben will. Bei etwas Bescheidenheit fressen Miete und Nebenkosten sicher niemanden auf.
Vieles von dem gab es früher nicht nur gratis, sondern gar nicht.Vieles was früher Gratis war kostet heute Geld, wie zb Arztbesuche, Behandlungskosten Medikamente
Dialysefall in den 70ern und älter als 65 oder 70? Vergiß es und geh sterben. Wir brauchen die drei Plätze in der Stadt für die Jungen.
Wahnsinnig kostspielige Aids-Therapien? Noch vor 20 Jahren nicht vorhanden.
Völlig nutzloser Homöopathiekram? Noch vor 15 Jahren zurecht kaum bekannt.
Herztransplantation für Otto-Normalverbraucher in den frühen 80ern? Geh fott...
Und kostenlos hat auch noch nie ein Arzt behandelt. Es gab zwar vielleicht keine Zuzahlung, aber es haben trotzdem alle über ihre Kassenbeiträge gelöhnt. "Gratis" ist anders.
Auch das ist natürlich ein Luxus, den es früher nicht in der Verbreitung gab. Allerdings ist zuzugeben, daß ein Leben ohne Auto heutzutage ziemlich unmöglich ist, wenn man bedenkt, daß es den Tante-Emma-Laden um die Ecke eben nicht mehr gibt. Aber da wär's natürlich auch teurer als im Supermarkt. Da beißt sich die Katze wieder ein wenig in den Schwanz.Wenn man für die Arbeit auf ein Auto angewiesen geht es in die nächste Runde wie Spritpreise oder hohe Steuern weil man nur Geld für eine Dreckschleuder hat.
Langer Rede kurzer Sinn: Man kann eben nicht A sagen, ohne auch B zu sagen. Und bei genau diesem Thema ist es sogar völlig egal, was man nun als A und was als B bezeichnet.
Nein. Ich bin für einen deutlich geringeren Anteil der Lohnkosten im Vergleich zu anderen Ausgabepunkten, vor allem dem Ressourcenverbrauch und der Finanzierung staatlicher Leistungen.
Um dein gewaltig hinkendes Beispiel aufzugreifen: Ein Kehrer, der es mit seiner Halbtagsstelle schafft, innerhalb eines Monats jeden Teil des Geländes einmal zu kehren, sollte nicht teurer sein, als die Herstellungs-, Betriebs- und Wartungskosten einer Maschiene, die diese Arbeit übernimmt.
Also gut. Der Mann soll sogar nur halbtags arbeiten und ein Gelände pro Monat schaffen. Meinetwegen.
Und das soll nicht teurer sein als eine Maschine nebst Maschinenführer (in Vollzeit angestellt), der dieser Rechnung entsprechend (wir lassen Wochenende und Feiertage der Einfachheit halber mal außen vor) im selben Zeitraum 60 Gelände gleicher Größe reinigt, also insgesamt 30 Halbtagskehrer ersetzt? Wie soll das gehen? Was soll Dein armer Besenschwinger bitte verdienen? Oder was für ein astronomisches Gehalt soll der Maschinenführer erhalten? Ein Besenmoped kostet nämlich nicht die Welt.
Selbst wenn wir mal annehmen, daß Anschaffung und Betrieb der Maschine pro Monat die Kehr-Einnahmen aus 10 Geländen verschlingen, würde der Maschinenführer immer noch das 25-fache eines Kehrers bekommen? Oder wie? Also, der Kehrer krebst mit 1000 € im Monat rum, der Maschinenführer kriegt 25.000 €? Wohl kaum
Wir können dem Kehrer noch die anteiligen Ersparnisse aus Nichtanschaffung und Nichtbetrieb der Maschine selbst zuschlagen. Das wären nochmal 166,67 € / Monat (5000 / 30), also insgesamt 1166,67 €.
Realistischerweise könnten wir dem Maschinenfüher vielleicht 2500 € / Monat zusprechen. Damit das Verhältnis stimmt, müßte sich Dein Halbtagskehrer aber mit 116,67 € monatlich begnügen. Du wirst verstehen, daß das höchst unrealistisch ist.
Um mich auch mal an einem Beispiel zu versuchen:
Derzeit sind die Abgaben auf Produkte, Energie, Infrastruktur, Lohn und Lohnnebenkosten in Deutschland z.B. so gestaltet, dass es billiger ist, einen Mitarbeiter jeden zweiten Tag ans andere des Landes fahren zu lassen (wofür das -oftmals nicht ganz kleine- Fahrzeug, dessen Unterhalt, der Treibstoff und eine entsprechende Straßenakpazität benötigt werden), anstatt vor Ort einen zweiten Mitarbeiter zu beschäftigen. Selbst die Möglichkeit, zwei halbe Stellen zu schaffen (da der Gesamtarbeitsaufwand ja nicht steigt und die benötigten Überkapazitäten für schwankendes Arbeitsaufkommen und Synchronisation kleiner ausfallen dürften, als der bisherige Zeitaufwand auf der Straße) scheint für sehr viele Unternehmen unattraktiv zu sein, weil schon allein die Kosten pro Arbeitnehmer (ohne Berücksichtigung der Arbeitszeit) zu schnell zu hoch ausfallen.
Du läßt zwei ganz wesentliche Punkte außer Acht:
1.) Wer nimmt freiwillig eine Halbtagsstelle?
2.) Wer kompensiert die Mehrarbeit beider Halbtagsmitarbeiter, die durch notwendige Arbeitsübergaben, Terminabstimmungen etc. zu leisten ist?
Zwei Halbtagsstellen anstatt einer Vollzeitstelle bedingen in der Regel (sofern es nicht völlig unqualifizierte Arbeit ist, bei der eine Übergabe unnötig ist) nicht zweimal 50% Arbeitsleistung, also 100%, sondern durch Reibungsverluste zweimal 55 - 60%. Insgesamt wären also 110% - 120% tatsächlicher Arbeitszeit zu vergüten, wenn man den Output nicht beeinträchtigen möchte.
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