Atomenergie/Energiepolitik

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Schätzungen zu Folge wäre es in <40Jahren soweit, wenn der aktuelle Weltstromverbrauch aus Uran gestillt werden sollte.

Das hat man vor 40 Jahren auch schon vom Öl gesagt.
Im Prinzip gibts genug Uran für die nächsten tausend Jahre, es kommt immer darauf an, wieviel Geld man in den Abbau investieren will (ist beim Öl und der Förderung nicht anders).
Bisher hat man die ergiebigen Adern abgebaut, aber es gibt noch andere Ecken, wo es Uran gibt, nur ist der Abbau deutlich teurer.
Aber dank der Subventionierung des Atomstroms in Deutschland und der weltweiten Aufrüstung wird es bald wieder mehr Uranminen geben. :ugly:

Schließlich kann man aus Windenergie noch keine Waffentechnologie entwickeln, daher wird sie nicht so gefördert. :schief:
Mal abwarten, bis es irgendwann den ersten Hurrikanwerfer gibt, dann läuft das auch da an. :P
 
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Den ganzen Atommüll auf Fluchtgeschwindigkeit zu beschleunigen würde mehr Energie kosten, als bei seiner Produktion gewonnen wurde.

Nein, bei weitem nicht; die Kernenergie ermöglicht es um Größenordnungen mehr Energie aus der gleichen Menge Materie zu erzeugen wie Chemische Reaktionen, wenn man es wirklich darauf anlegen würde könnte das halbwegs wirtschaftlich funktionieren- selbst wenn man die Raketen dafür mit per Kernenergie gespaltenem Wasser (als H2+O2) antreibt; trotz der Ineffizienz heutiger Raketen würde am Ende noch ein fettes Plus an Energie herausspringen

Aber: zu teuer, unnötig und natürlich wie du schon erwähnt hast vor allem gefährlich- heutige Raketen stürzen bei etwa 0,5-1% der Starts ab, zum Teil auch öfter; wenn man jetzt dutzende mit Tonnen von Radioaktivem Müll beladene Raketen pro Jahr abschießt wäre es schon ein Wunder wenn nicht mittelfristig eine davon abstürtzen würde

bis kein Uran mehr da wäre

Das klassische Uran 235 ist nicht der einzige Kernbrennstoff, der in der Natur vorkommt; mithilfe von Brutreaktoren kann auch das viel häufigere Uran 238 genutzt werden wenn auch bei weitem nicht so effektiv; dann bleibt noch Thorium- dieses ist viel häufiger als Uran und könnte, wenn es auch ausgefeilterer Reaktortechnologie bedarf (die spätestens seid den 1970ern praxistauglich existiert, rip HTR-300!) den gesamten aktuellen Energiebedarf der Menscheit für einige tausend (!) Jahre decken; Wiederaufbereitung sei dank kann auch Plutonium und übriges Uran aus ausgebrannten Kernbrennelementen genutzt werden- in der Zwischenzeit sollte die Fusionstechnologie endlich einsatzbereit sein; Die irdischen Vorräte an schwerem Wasserstoff und Lithium sollten für einige hunderttausend wenn nicht sogar Millionen Jahre ausreichen, in der Zwischeinzeit können wir wahrscheinlich mit heute garnicht vorstellbaren Technologien die Rohstoffe anderer Planeten ausbeuten (schauen wir uns z.B. die großen Gasplaneten unseres Sonnensystems an; die bestehen zu einem großen Teil aus "Kernbrennstoff") oder wir haben vielleicht Möglichkeiten zur Technisch nutzbaren Fusion von leichtem Wasserstoff entdeckt (theoretisch ist auch diese deutlich exotherm)
-> Die Kernenergie hat, technischen Fortschritt vorrausgesetzt mindestens das selbe Nachhaltigkeitspotential wie die hochgelobten erneuerbaren Energien- ihre Rohstoffe reichen praktisch für immer und ewig

Außerdem: Nur etwa 1% der Betriebskosten eines Kernkraftwerks entfallen auf den Uranpres; das Zeug ist zwar nicht billig man kann aber aus vergleichsweise winzigen Mengen riesige Mengen Energie erzeugen

Selbst wenn Uran so teuer wie Gold wäre wäre Atomstrom noch wirtschaftlich, wenn der Strompreis steigt sowieso; so gesehen zahlt es sich hier aus auch noch die allerletzten irgendwie verfügbaren Vorkommen auszukratzen was in die Berechnungen kaum einbezogen wird


Und der Müll?
"Dauerzwischenlagern" in einem aufgelassenen Bergwerk bis uns was sinnvolles dafür einfällt; bei heutiger Kerntechnologie wird der "Abfall" bei weitem nicht effektiv ausgebeutet, nichteinmal wenn die Brennstäbe Aufbereitet werden wobei nichteinmal das immer der Fall ist, eine unheimliche Energieverschwendung; der Abfall von heute könnte in 100, 200 oder 1000 Jahren ein wertvoller Rohstoff sein; was hindert uns daran praktisch beliebige Mengen in irgendwelchen alten Bergwerken "dauerzwischenzulagern"?

Das Ziel der Endlagerung ist es ja bekanntlich den Müll irgendwo zu vergraben und zu vergessen; zwischengelagerter Müll wird dagegen meist überirdisch gelagert, andauernd überwacht und kann jederzeit bei Bedarf geborgen und verlegt werden, bei der Dauerzwischenlagerung würde man sich einfach immer die Möglichkeit offenhalten die Lagerug zu überwachen und den Müll bei Bedarf mit akzeptablem Aufwand zu bergen und/oder zu verlegen wobei hier keine derart hohen Geologischen Anforderungen an den Lagerplatz gestellt werden; wenn was schiefgeht (Grundwasser, Geologische Instabilität o.Ä.) verlegt man das Zeug einfach, 2-3 Beampte abzustellen damit sie den Zustand des Lagers überwachen ist im Vergleich zum restlichen Aufwand gleich welcher Form der Energieerzeugung sowieso fast unerheblich.
Außerdem; über welche Mengen reden wir denn hier? Selbst langfristig über nicht mehr als maximal ein paar tausend Tonnen, von der Menge her sollte das absolut kein Problem sein; außerdem ist der klassische Radioaktive Abfall ja auch kein flüchtiges Gas das beim kleinsten Leck sofort in großen Mengen in die Umwelt entweicht, Radioaktive Abfälle bestehen großteils (vor allem solche aus Kernkraftwerken) aus soliden wenn auch Strahlenden Metallen; die verdunsten nicht von selbst

Die Möglichkeit Materie in Energie zu verwandeln ist nunmal die wohl effektivste Möglichkeit der Energieerzeugung, die unsere Naturgesetzte zu bieten haben, davor sollten wir uns nicht verschließen
 
Für mich funktioniert ein Kraftwerk wenn es nutzbare Energie produziert; das ein Prototyp Störfälle hatte, von denen keiner gefährlich war, sollte niemanden wundern
Von radioaktiven Aerosolen ist also niemand gefährdet? :stupid:

Und der Störfall passierte bereits VOR der kommerziellen Nutzung. Da mag man sich gar nicht ausmalen, was so alles während einer 20 - 30 jährigen Nutzung alles in die Umwelt entlassen worden wäre...
 
dagegen ist nix einzuwenden... doch schneller gehts wohl eher nicht

Fordert ja auch (kaum) niemand.
Es wird nur sehr vehement darauf gepocht, dass diese Regelung auch bezüglich der älteren und problematischeren Kraftwerke eingehalten wird, die den Anfang machen sollen, damit die Atomkraft nach und nach vom Netz geht. Problem: Die sollten den Anfang eigentlich schon gemacht haben, wenn man nach den ursprünglichen Absprachen geht. Aber die Stromkonzerne habe mithilfe von Restkapazitäts-Verlagerungen und ausgedehnten Abschaltperioden dafür gesorgt, dass diese Kraftwerke bis zur Bundestagswahl betriebsbereit sind (oder was immer Vattenfall&Co darunter verstehen), in der (begründeten) Hoffnung, dass Union und FDP den Ausstieg wieder aufheben.


Nein, bei weitem nicht; die Kernenergie ermöglicht es um Größenordnungen mehr Energie aus der gleichen Menge Materie zu erzeugen wie Chemische Reaktionen, wenn man es wirklich darauf anlegen würde könnte das halbwegs wirtschaftlich funktionieren- selbst wenn man die Raketen dafür mit per Kernenergie gespaltenem Wasser (als H2+O2) antreibt; trotz der Ineffizienz heutiger Raketen würde am Ende noch ein fettes Plus an Energie herausspringen

Du vergisst das "drumherum".
Wenn wir mit 100% angereichertem Uran arbeiten würden und nur die Spaltprodukte entsorgen müssten, sollte es klappen.
Wir arbeiten aber mit ~3% Anreicherung, womit sich die Masse der Brennstäbe ver33facht. Dazu müssen wir die Strahlung entsprechend abschirmen - nicht nur zum wohle der Gegend um den Startplatz, sonst auch zum Schutz der Techniker vor Ort und um Störungen der Raketen-eigenen Elektronik zu verhindern.
D.h. de facto muss der ganze Castor ins All. Und so ein Castor macht 10 Tonnen Brennstab (=<300kg spaltbares Material) mal eben 130 Tonnen Gesamtmasse.
Und, um die Rechnung endgültig zu schließen, wiederholt sich das ganze auch noch mit den sekundär verstrahlten Materialien. Vor allem Der Reaktorkernbereich&Druckbehälter sind so hochgradig belastet, dass man mit einer enventuell denkbaren Zwischenlagerung nicht hinkäme. Das macht einige 100(0)Tonnen zusätzlich am Ende der Nutzungszeit.

Wenn man sich jetzt mal anguckt, dass eine SaturnV rund 2800 Tonnen Treibstoff verbraucht hat, um 50 Tonnen auf Fluchtgeschwindigkeit zu beschleunigen...

Das entspricht einem Äquivalent von ca. 120kg Uran235 ursprünglicher Masse. Ein typisches AKW nutzt davon laut Wiki <4%. Also eine komplette Saturn V für die Energiemenge, die bei der Spaltung von 6kg Uran235 frei werden.


Das ganze ohne irgendeine Schutzmaßnahme vor Raketenabstürzen/-explosionen, die wohl zwangsläufig auftreten würden, wenn nach dieser Rechnung mehrere Starts pro Woche benötigt werden, um den weltweit anfallenden Müll zu entsorgen.

(die ökonomische Bilanz mag man sich auch noch mal überdenken)


Das klassische Uran 235 ist nicht der einzige Kernbrennstoff, der in der Natur vorkommt; mithilfe von Brutreaktoren kann auch das viel häufigere Uran 238 genutzt werden wenn auch bei weitem nicht so effektiv; dann bleibt noch Thorium- dieses ist viel häufiger als Uran und könnte, wenn es auch ausgefeilterer Reaktortechnologie bedarf (die spätestens seid den 1970ern praxistauglich existiert, rip HTR-300!) den gesamten aktuellen Energiebedarf der Menscheit für einige tausend (!) Jahre decken; Wiederaufbereitung sei dank kann auch Plutonium und übriges Uran aus ausgebrannten Kernbrennelementen genutzt werden-

Zur Zeit sieht niemand eine Chance, auf eine sichere Realisierung von Brutreaktoren. Afaik hat seit der französischen Pleite auch niemand mehr dran gearbeitet. Schnelle Brüter sind prinzipbedingt einfach ein Risiko, gegen das Tschernobyl Kinderspielzeug darstellt.
(und das sogar dann, wenn man nicht berücksichtigt, dass Tonnen von waffenfähigem Plutonium, die dabei zwangsläufig oder gezielt anfallen, über kurz oder lang auch in falsche Hände geraten werden)

Und der Müll?
"Dauerzwischenlagern" in einem aufgelassenen Bergwerk bis uns was sinnvolles dafür einfällt; bei heutiger Kerntechnologie wird der "Abfall" bei weitem nicht effektiv ausgebeutet, nichteinmal wenn die Brennstäbe Aufbereitet werden wobei nichteinmal das immer der Fall ist, eine unheimliche Energieverschwendung; der Abfall von heute könnte in 100, 200 oder 1000 Jahren ein wertvoller Rohstoff sein; was hindert uns daran praktisch beliebige Mengen in irgendwelchen alten Bergwerken "dauerzwischenzulagern"?

Die Tatsache, dass "irgendwelche alten Bergwerke" maximal für 1,2 ode 10 Jahre ein sicheres Zwischenlager darstellen, speziell ausgebaute und überwachte (Kosten, Kosten) vielleicht für 50 Jahre. Danach sind sie eine massive Gefahr für ihre weitere Umgebung und müssen unter großem Aufwand geräumt werden. Die zurückbleibenden Bergwerke selbst müssten anschließend zuverlässig und aufwendig verfüllt werden - denn Einstürze oder Rutschungen sind in hochgradig kontaminierter Erde ebenfalls nicht akzeptabel.
Selbst die Lagerung in den AKWs selbst erscheint sicherer.

Das Ziel der Endlagerung ist es ja bekanntlich den Müll irgendwo zu vergraben und zu vergessen; zwischengelagerter Müll wird dagegen meist überirdisch gelagert, andauernd überwacht und kann jederzeit bei Bedarf geborgen und verlegt werden, bei der Dauerzwischenlagerung würde man sich einfach immer die Möglichkeit offenhalten die Lagerug zu überwachen und den Müll bei Bedarf mit akzeptablem Aufwand zu bergen und/oder zu verlegen wobei hier keine derart hohen Geologischen Anforderungen an den Lagerplatz gestellt werden; wenn was schiefgeht (Grundwasser, Geologische Instabilität o.Ä.) verlegt man das Zeug einfach, 2-3 Beampte abzustellen damit sie den Zustand des Lagers überwachen ist im Vergleich zum restlichen Aufwand gleich welcher Form der Energieerzeugung sowieso fast unerheblich.
Außerdem; über welche Mengen reden wir denn hier? Selbst langfristig über nicht mehr als maximal ein paar tausend Tonnen, von der Menge her sollte das absolut kein Problem sein; außerdem ist der klassische Radioaktive Abfall ja auch kein flüchtiges Gas das beim kleinsten Leck sofort in großen Mengen in die Umwelt entweicht, Radioaktive Abfälle bestehen großteils (vor allem solche aus Kernkraftwerken) aus soliden wenn auch Strahlenden Metallen; die verdunsten nicht von selbst

Müssen aber trotzdem gut verpackt werden, was die Masse -siehe oben- verfielfacht.
Die Frage ist also, wie lange man diese 100tausenden Tonnen (allein für die BRD) unter Bewachung in hoffentlich reichlich zur Verfügung stehenden Berkwerken (aktuellen Bilanz der Suche: 2 von 2 Anlagen, die sogar "für ewig" sicher sein sollten, waren es nichtmal für ein halbes Jahrhundert) einlagern muss, wieviele Wechsel an einen neuen Standort dabei auf Dauer nötig sind, wieviel Personal und Baumaßnahmen für die Vor- und Nachbereitung und was das alles unterm Strich über die wirklich Kosten pro kg aussagt.
 
vielleicht wird ja doch einfach mal ein riesiges loch in den erdmantel gebohrt in den jeder seinen müll schmeißen kann...^^

spaß beiseite... atommüll von der erde runter in ca. 100 jahren wenn eine brauchbare umstellung auf andere energien erfolgt ist erscheint mir immernoch die plausibelste lösung Oo... kernkraft ist nicht zukunftsfähig... dass kann wohl jeder bestätigen der keine möglichkeit parat hat den müll auf die venus zu jagen... doch kernkraft is trotz allem ne gute übergangsalternative...

ich meine... alle die das hier lesen können konsumieren gerade strom und wollen den möglichst billig und ohne probleme...
 
Teuer ist Kernkraft wirklich nicht, jedenfalls billiger als die meisten regenerativen Energiequellen

Der radioaktive Müll ist zwar gefährlicher als die Abgase von Verbrennungskraftwerken fällt aber in vergleichsweise lächerlich geringen Mengen und dann auch noch in Form von massiven Metallen an- Abgase von Verbrennungskraftwerken verschmutzen die Umwelt- Atommüll nicht- weil er eben vergleichsweise einfach gelagert werden kann (einfach im Vergleich zu Abgasen)
Wenn Kernkraft richtig eingesetzt wird ist sie absolut umweltfreundlich- mir sind kleine Mengen sehr gefährlicher Abfall der nicht in die Natur kommt bei weitem lieber als riesige Mengen an weniger gefährlichen Abfalls der aber 1:1 in die Natur geblasen wird

Meiner Meinung nach ist die Kernenergie daher die definitiv bessere Alternative zu chemischen Fossilen Brennstoffen und ich zweifle daran, dass regenerative Energiequellen jemals den gesamten wachsenden Energiebedarf der Menscheit decken können ohne das eben dieser durch deutlich höhere Preise gebremst wird- höhere Energiepreise sind extrem schädlich für die Wirtschaft; jeder einzelne leidet direkt darunter vor allem aber auch Energieintensive Industrien deren Produkte (etwa Aluminium und vieles mehr und alles was daraus jeweils hergestellt wird) dann ebenfalls schnell teurer werden
 
Teuer ist Kernkraft wirklich nicht, jedenfalls billiger als die meisten regenerativen Energiequellen
Für die Energiekonzerne vielleicht. Schließlich zahlt die Hauptkosten (Bau des AKWs, Versicherung, Uranbeschaffung und -entsorgung, Rückbau usw.) alles der Staat.

Bereits 1993 unter Kohl hat eine Studie die wahren Kosten für Atomstrom berechnet - die kamen damals auf einen summa-sumarum kwh-Preis von 4DM. Heute wohl deutlich mehr als 2€, wenn ich mal zu bedenken gebe, wieviele Millarden in Asse & Co schon verbuddelt wurden.

Und wie einfach man Atommüll lagern kann sieht man ja - die Atomkraft wird seit gut 50 Jahren kommerziell genutzt und es hat noch KEIN EINZIGER staat eine endlagerung gefunden. Ok, außer Russland, die würden das Zeug einfach in irgend nen Bergwerk kippen und zumachen.
 
mir sind kleine Mengen sehr gefährlicher Abfall der nicht in die Natur kommt bei weitem lieber als riesige Mengen an weniger gefährlichen Abfalls der aber 1:1 in die Natur geblasen wird

Der Abfall gelangt derzeit aber teilweise in die Natur (und zwar gerade die durchaus anfallenden flüssigen Formen z.B. bei der Aufbereitung) und der Lagerkosten für den Teil, der noch nicht in die Natur gelangt, steigen immer weiter an.
 
Ich will den Kram mit dem Schnellen Brüter nicht wieder ausgraben, aber klar sein muss bei der Sache, dass die Halbwertszeit von Plutonium bis 80 Millionen Jahre betragen kann.
Der Vorteil ist, dass es selbstwärmend ist, könnte man also super für die Isolation von Häusern benutzen. :D :ugly:
 
Plutonium lässt sich immer noch besser abschirmen, als Uran. Und eine Halbwertszeit von ein paar Millionen Jahren ist unter Umständen sogar besser, als eine von ein paar Jahrtausenden.
Denn für die nächsten Millennia wird man das Zeug in beiden Fällen nicht los - aber bei einer langen Halbwertszeit hat weniger Zerfälle pro Zeiteinheit und somit ein niedrigeres Strahlungslevel.
(Jedenfalls in der ersten Zerfallsstufe. In der weiteren Kette kann sich das natürlich wieder ändern. Rund um Tschernobyl sollen die Werte zur Zeit auch eher steigen, weil mitlerweile einige der Stoffe mit mittleren Halbwertszeiten die erste durchlaufen haben, im weiteren Verlauf der Kette jetzt aber Stoffe mit kurzen Halbwertszeiten folgen, die gleich wieder Zerfallen, wodurch deutlich mehr Strahlung in kürzeren Zeiträumen freigesetzt wird)

Das ändert aber alles nichts daran, dass die Grenze zwischen einem schnellen Brüter und einer Plutoniumbombe fließend ist.
 
Das Plutonium, das in Schnellen Brütern "gebacken" wird, ist aber Plutonium 238, das eine Halbwertszeit von 3 Jahren hat. Das Plutonium mit der Halbwertszeit von ein paar Millionen ist Plutonium 244, das natürlich vorkommt, aber nicht hergestellt werden kann.
Das Problem beim Schnellen Brüter und auch bei Leichtwasserreaktoren ist doch, dass man relativ wenig spaltbares Material hat.
Beim Leichtwasserreaktor gerade mal 3% Uran 235 (Uran 238 ist nicht spaltbar), das heißt, 97% der Materie in den Brennstäben ist völlig ungenutz.
Beim Brüter wird mehr spaltbares Material hergestellt als benötigt wird, daher eignet er sich auch so gut für die Vorstufe zur Herstellung von Bombenmaterial.
Aber 10% Anteil an Plutonium im Urandioxid reicht natürlich nicht aus, dazu muss es weiter veredelt werden, also angereichert werden, was Gaszetrifugen übernehmen, daher ist der Iran auch sehr an solchen Zentrifugen interessiert. :ugly:

Die Japaner bauen gerade einen neuen Brutreaktor. Er wird in der Lage sein, hochreines Plutonium herzustellen (hochrein im Verlgeich zu anderen Brutreaktoren natürlich :D). Dadurch wäre man in der Lage, mit deutlich geringeren Mitteln das Plutonium schneller zu veredeln.
Plant Japan eigene Atombomben? :huh: :what:
 
Japan hat bis auf weiteres eine Anti-Atombomben Doktrin und die Bevölkerung steht afaik auch weiterhin dahinter.
Trotzdem wüsste nichts von Planungen (oder auch nur der technischen Möglichkeit) zum Bau von Pu freien Brütern auf Thorium Basis. D.h. das Ding produziert so oder so große Mengen Plutonium, die genutzt werden wollen/sollen. Und da wäre mir kein Plutonium-Reaktortyp bekannt, der mit waffentechnisch unbedenklichen Konzentrationen arbeitet.

Der größte Haken ist und bleibt aber die hochriskante Kerntechnische Auslegung der Brüters selbst, der keinerlei Selbstregulation besitzt, sondern ohne ständige Feinregelung von außen direkt in eine Kernschmelze laufen würde. Eine Kernschmelze mit hohen Plutoniumanteil...
Platz für technische Versagen ist da nicht mehr, was in Anbetracht Schadensbilanz der "sichersten AKWs der Welt" (d.h. deutschen) nicht sehr schön klingt. Zudem gibt es bislang kein leicht zu handhabendes/sicheres Kühlsystem. Flüssigmetall-Systeme haben in diversen militärischen Anwendungen bereits ihre Unzulänglichkeiten bewiesen.
 
Japan hat bis auf weiteres eine Anti-Atombomben Doktrin und die Bevölkerung steht afaik auch weiterhin dahinter.

Ich rede auch nicht davon, dass Japan Morgen einen Schnellen Brüter einschaltet, das würde sich noch 30-40 Jahre dauern, aber trotzdem, wer weiß wie die Welt in 40 Jahren aussieht, wenn alle Länder in Asien aufgerüstet haben?

Trotzdem wüsste nichts von Planungen (oder auch nur der technischen Möglichkeit) zum Bau von Pu freien Brütern auf Thorium Basis. D.h. das Ding produziert so oder so große Mengen Plutonium, die genutzt werden wollen/sollen. Und da wäre mir kein Plutonium-Reaktortyp bekannt, der mit waffentechnisch unbedenklichen Konzentrationen arbeitet.

Hmm, Thorium Brüter, der Uran 233 hegerstellt, sehr lecker, die Idee. :daumen:
Hat man ja schon gemacht, aber der Erfolg ist.... ähm, nicht so dolle gewesen. :D
Im Prinzip ist ein Thorium Reaktor aber eine super Idee, er brütet sein eigenes Material, beim Schnellen Brüter muss das Plutonium ja erst noch veredelt werden.

Der größte Haken ist und bleibt aber die hochriskante Kerntechnische Auslegung der Brüters selbst, der keinerlei Selbstregulation besitzt, sondern ohne ständige Feinregelung von außen direkt in eine Kernschmelze laufen würde. Eine Kernschmelze mit hohen Plutoniumanteil...
Platz für technische Versagen ist da nicht mehr, was in Anbetracht Schadensbilanz der "sichersten AKWs der Welt" (d.h. deutschen) nicht sehr schön klingt. Zudem gibt es bislang kein leicht zu handhabendes/sicheres Kühlsystem. Flüssigmetall-Systeme haben in diversen militärischen Anwendungen bereits ihre Unzulänglichkeiten bewiesen.

Du meinst jetzt den geringeren Anteil an langsamen Neutronen im Vergleich zu Leichtwasserreaktoren?
Oder Natrium als Kühlmittel?
Deswegen ja der Thorium Brutreaktor, bei dem kann keine Kernschmelze entstehen. :D
 
Du meinst jetzt den geringeren Anteil an langsamen Neutronen im Vergleich zu Leichtwasserreaktoren?
Oder Natrium als Kühlmittel?

Sowohl als auch. Dadurch, dass man mit schnellen Neutronen arbeitet (und die zudem nicht stark verzögert sind), ist der Reaktor eigentlich permanent dabei, aus dem Ruder zu laufen und man muss ständig gegensteuern, damit keine Katastrophe geschieht.
Flüssigmetallkühlung wirft ebenfalls viele Probleme auf, wobei ich gar nicht mal detailiert auf Korrosion und die Katastrophe bei Lecks zum sekundär Kreislauf eingehen will.
Aber einfach die Tatsache, dass der Reaktor permanent laufen muss, ist in Kombination mit einer Technik, die häufigen Bedarf für Notabschaltungen nahelegt, sehr, sehr schlecht. Insbesondere wenn das ganze auch noch kommerziell, d.h. unter finanziellem Druck geschieht.
 
bin grad zufällig auf diese aussage gestolpert... stimmt das?

Ein Deutsches Atomkraftwerk ist aufgrund der sehr hohen auflagen ca. 100 mal sicherer als jedes andere Atomkraftwerk WELTWEIT!!!
 
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