dagegen ist nix einzuwenden... doch schneller gehts wohl eher nicht
Fordert ja auch (kaum) niemand.
Es wird nur sehr vehement darauf gepocht, dass diese Regelung auch bezüglich der älteren und problematischeren Kraftwerke eingehalten wird, die den Anfang machen sollen, damit die Atomkraft nach und nach vom Netz geht. Problem: Die sollten den Anfang eigentlich schon gemacht haben, wenn man nach den ursprünglichen Absprachen geht. Aber die Stromkonzerne habe mithilfe von Restkapazitäts-Verlagerungen und ausgedehnten Abschaltperioden dafür gesorgt, dass diese Kraftwerke bis zur Bundestagswahl betriebsbereit sind (oder was immer Vattenfall&Co darunter verstehen), in der (begründeten) Hoffnung, dass Union und FDP den Ausstieg wieder aufheben.
Nein, bei weitem nicht; die Kernenergie ermöglicht es um Größenordnungen mehr Energie aus der gleichen Menge Materie zu erzeugen wie Chemische Reaktionen, wenn man es wirklich darauf anlegen würde könnte das halbwegs wirtschaftlich funktionieren- selbst wenn man die Raketen dafür mit per Kernenergie gespaltenem Wasser (als H2+O2) antreibt; trotz der Ineffizienz heutiger Raketen würde am Ende noch ein fettes Plus an Energie herausspringen
Du vergisst das "drumherum".
Wenn wir mit 100% angereichertem Uran arbeiten würden und nur die Spaltprodukte entsorgen müssten, sollte es klappen.
Wir arbeiten aber mit ~3% Anreicherung, womit sich die Masse der Brennstäbe ver33facht. Dazu müssen wir die Strahlung entsprechend abschirmen - nicht nur zum wohle der Gegend um den Startplatz, sonst auch zum Schutz der Techniker vor Ort und um Störungen der Raketen-eigenen Elektronik zu verhindern.
D.h. de facto muss der ganze Castor ins All. Und so ein Castor macht 10 Tonnen Brennstab (=<300kg spaltbares Material) mal eben 130 Tonnen Gesamtmasse.
Und, um die Rechnung endgültig zu schließen, wiederholt sich das ganze auch noch mit den sekundär verstrahlten Materialien. Vor allem Der Reaktorkernbereich&Druckbehälter sind so hochgradig belastet, dass man mit einer enventuell denkbaren Zwischenlagerung nicht hinkäme. Das macht einige 100(0)Tonnen zusätzlich am Ende der Nutzungszeit.
Wenn man sich jetzt mal anguckt, dass eine SaturnV rund 2800 Tonnen Treibstoff verbraucht hat, um 50 Tonnen auf Fluchtgeschwindigkeit zu beschleunigen...
Das entspricht einem Äquivalent von ca. 120kg Uran235 ursprünglicher Masse. Ein typisches AKW nutzt davon laut Wiki <4%. Also eine komplette Saturn V für die Energiemenge, die bei der Spaltung von 6kg Uran235 frei werden.
Das ganze ohne irgendeine Schutzmaßnahme vor Raketenabstürzen/-explosionen, die wohl zwangsläufig auftreten würden, wenn nach dieser Rechnung mehrere Starts pro Woche benötigt werden, um den weltweit anfallenden Müll zu entsorgen.
(die ökonomische Bilanz mag man sich auch noch mal überdenken)
Das klassische Uran 235 ist nicht der einzige Kernbrennstoff, der in der Natur vorkommt; mithilfe von Brutreaktoren kann auch das viel häufigere Uran 238 genutzt werden wenn auch bei weitem nicht so effektiv; dann bleibt noch Thorium- dieses ist viel häufiger als Uran und könnte, wenn es auch ausgefeilterer Reaktortechnologie bedarf (die spätestens seid den 1970ern praxistauglich existiert, rip HTR-300!) den gesamten aktuellen Energiebedarf der Menscheit für einige tausend (!) Jahre decken; Wiederaufbereitung sei dank kann auch Plutonium und übriges Uran aus ausgebrannten Kernbrennelementen genutzt werden-
Zur Zeit sieht niemand eine Chance, auf eine sichere Realisierung von Brutreaktoren. Afaik hat seit der französischen Pleite auch niemand mehr dran gearbeitet. Schnelle Brüter sind prinzipbedingt einfach ein Risiko, gegen das Tschernobyl Kinderspielzeug darstellt.
(und das sogar dann, wenn man nicht berücksichtigt, dass Tonnen von waffenfähigem Plutonium, die dabei zwangsläufig oder gezielt anfallen, über kurz oder lang auch in falsche Hände geraten werden)
Und der Müll?
"Dauerzwischenlagern" in einem aufgelassenen Bergwerk bis uns was sinnvolles dafür einfällt; bei heutiger Kerntechnologie wird der "Abfall" bei weitem nicht effektiv ausgebeutet, nichteinmal wenn die Brennstäbe Aufbereitet werden wobei nichteinmal das immer der Fall ist, eine unheimliche Energieverschwendung; der Abfall von heute könnte in 100, 200 oder 1000 Jahren ein wertvoller Rohstoff sein; was hindert uns daran praktisch beliebige Mengen in irgendwelchen alten Bergwerken "dauerzwischenzulagern"?
Die Tatsache, dass "irgendwelche alten Bergwerke" maximal für 1,2 ode 10 Jahre ein sicheres Zwischenlager darstellen, speziell ausgebaute und überwachte (Kosten, Kosten) vielleicht für 50 Jahre. Danach sind sie eine massive Gefahr für ihre weitere Umgebung und müssen unter großem Aufwand geräumt werden. Die zurückbleibenden Bergwerke selbst müssten anschließend zuverlässig und aufwendig verfüllt werden - denn Einstürze oder Rutschungen sind in hochgradig kontaminierter Erde ebenfalls nicht akzeptabel.
Selbst die Lagerung in den AKWs selbst erscheint sicherer.
Das Ziel der Endlagerung ist es ja bekanntlich den Müll irgendwo zu vergraben und zu vergessen; zwischengelagerter Müll wird dagegen meist überirdisch gelagert, andauernd überwacht und kann jederzeit bei Bedarf geborgen und verlegt werden, bei der Dauerzwischenlagerung würde man sich einfach immer die Möglichkeit offenhalten die Lagerug zu überwachen und den Müll bei Bedarf mit akzeptablem Aufwand zu bergen und/oder zu verlegen wobei hier keine derart hohen Geologischen Anforderungen an den Lagerplatz gestellt werden; wenn was schiefgeht (Grundwasser, Geologische Instabilität o.Ä.) verlegt man das Zeug einfach, 2-3 Beampte abzustellen damit sie den Zustand des Lagers überwachen ist im Vergleich zum restlichen Aufwand gleich welcher Form der Energieerzeugung sowieso fast unerheblich.
Außerdem; über welche Mengen reden wir denn hier? Selbst langfristig über nicht mehr als maximal ein paar tausend Tonnen, von der Menge her sollte das absolut kein Problem sein; außerdem ist der klassische Radioaktive Abfall ja auch kein flüchtiges Gas das beim kleinsten Leck sofort in großen Mengen in die Umwelt entweicht, Radioaktive Abfälle bestehen großteils (vor allem solche aus Kernkraftwerken) aus soliden wenn auch Strahlenden Metallen; die verdunsten nicht von selbst
Müssen aber trotzdem gut verpackt werden, was die Masse -siehe oben- verfielfacht.
Die Frage ist also, wie lange man diese 100tausenden Tonnen (allein für die BRD) unter Bewachung in hoffentlich reichlich zur Verfügung stehenden Berkwerken (aktuellen Bilanz der Suche: 2 von 2 Anlagen, die sogar "für ewig" sicher sein sollten, waren es nichtmal für ein halbes Jahrhundert) einlagern muss, wieviele Wechsel an einen neuen Standort dabei auf Dauer nötig sind, wieviel Personal und Baumaßnahmen für die Vor- und Nachbereitung und was das alles unterm Strich über die wirklich Kosten pro kg aussagt.