Appellieren an den Endverbraucher der falsche Weg ?

Was aber nicht zwingend ist. Wir hatten bei den letzten Eiern die die Hühner ausbrühten durften auch 2/2 bzw. 2/3 mit Hähnen dabei. Die leben alle noch.
Wobei Du private Kleintierhaltung bei reduziertem Konsum beschreibst im Gegensatz zur vorherrschenden Realität, die ich beschrieb - korrekt? Das heißt, ihr tötet niemals? Hinzu kommt: Wie lange leben die Hähne und Hühner denn? Wie sieht die Gesundheit im Kontext der angezüchteten Produktionsfähigkeit und der Platz/Raum im Vergleich zum verwandten, freilebenden Huhn aus? ...
 
Männnliche Küken werden aktuell nach dem Schlüpfen getötet, männliche Kälber nach äußerst kurzer Mast.

Männliche Kälber würden auch geschlachtet werden, wenn sie Milch bringen könnten. Das liegt daran, dass Kalbsfleisch tatsächlich ein nachgefragtes Produkt ist. Das Fleisch ist zarter und schmeckt meist "besser" als das von ausgewachsenen Tieren.

Ohne wirklich strenge Regulierungen seitens des Staates wird es keine besseren Bedingungen in der Fleischproduktion geben.
Die Betriebe betreiben Kostenminimierung, ein Prinzip was in unserem Wirtschaftssystem absolut natürlich ist.

Als Kunde hat man eh kaum/oder nur im sehr geringen Maße herauszufinden unter welchen Bedingungen das Tier aufgezogen wurde. Mittlerweile gibt es ja einige Supermärke die eine 4-Stufen-Kennzeichnung eingeführt haben, aber selbst die gibt einen ja kein Bild wie es nun tatsächlich da im Stall/beim Schlachter aussah.
Und selbst in diesen Supermarktketten, wo es diese freiwillige Kennzeichnung gibt kaufen die allermeisten Menschen das billigste Fleisch. Fleisch einfach nur teurer zu machen bringt nichts, da die Leute trotzdem das günstigste kaufen werden und nicht das wo die Tiere am artgerechtesten gehalten wurden. Es muss einfach von seiten der Regierung dafür gesorgt werden, dass sowas erst gar nicht produziert werden kann. Dann hat der Kunde gar keine andere Wahl.

Ich habe tatsächlich keinerlei Probleme damit für das Fleisch den doppelten Preis zu zahlen, wenn ich denn wenigstens die Auwahl von wirklich guter Qualität hätte. Der (große moderne) Edeka hier in der Nähe hat aber z.B. noch nichtmal eine Kennzeichnung. Das einzige sind "Bio Edeka" Produkte, die man mit der Lupe suchen muss bzw. wissen wir ja alle wieviel ein vom Hersteller selbstgewähltes "Bio" im Namen heutzutage noch wert ist.

Man muss es einfach sagen wie es ist: die meisten Menschen in Deutschland sind einfach komplett unfähig große Zusammenhänge zu sehen, oder gehören zu dem Teil der Bevölkerung dessen Lebensqualität so eingeschränkt ist, dass Fragestellungen wie hier einfach nicht interessieren.
 
Was genau möchtest Du denn verbieten?

Das ist doch gar nicht die Frage, denn die Debatte zeigt, dass Appelle nur bedingt helfen, weil jeder eine andere Meinung und eine andere Lebenssituation hat.

An einem einfachen Beispiel. Jemand der laktoseintolerant ist, wird sicherlich für den Ersatz von Kuhmilch durch Sojadrinks empfänglicher sein, als jemand der einen Birkenpollenallergie hat.
 
Doch, das ist die Frage.
Also, was willst du verbieten?
Die Frage um das Verbieten erscheint bereits tendenziös. Der wirtschaftliche Rahmen, ist vorgegeben, erschaffen, auch wenn durch "marktmächtige" Akteure und entlang kapitalistischer Strukturen. Es gibt also bereits Regeln. Regeln, die etwas erlauben, einschränken, verbieten. Mord (an Menschen) steht bspw. unter Strafe. Es gibt auch bspw. eine Mittags- oder Nachtruhe, also eine Einschränkung der Verursachung von Lautstärke zu bestimmten Tageszeiten. Das Töten von Tieren steht bisher nicht unter Strafe. Offenbar sind Verbote an sich also nicht das Problem. Es geht vielmehr um das Thema bzw. um die moralische Begründung von Regelvorschlägen. Ist das Töten von Tieren für den Gaumenschmaus bspw. ein "vernünftiger Grund", als das er aktuell anhand des Tierschutzgesetzes eingeordnet wird oder sollte anerkannt werden, dass Tiere Schmerzen empfinden, ein Interesse an Leben haben und folglich nicht getötet und gequält werden dürfen?
 
Es gibt keine Mittagsruhe, das ist nur vereinzelt.
Nur halten sich da trotzdem mehr Leute dran.
Davon ab, das Fleisch ist viel zu billig.
Wenn 1kg Schweinefleisch anstatt 1,60€ mal 5-6€ kosten würde und die Leute im Supermarkt für ihr Schnitzel anstatt 3€ 10€ bezahlen müssten, würde der Fleischkonsum automatisch runter gehen.
 
Man muss es einfach sagen wie es ist: die meisten Menschen in Deutschland sind einfach komplett unfähig große Zusammenhänge zu sehen, oder gehören zu dem Teil der Bevölkerung dessen Lebensqualität so eingeschränkt ist, dass Fragestellungen wie hier einfach nicht interessieren.
Deswegen muß weiterhin ständig informiert, appelliert und Mißstände aufgedeckt werden. Damit mehr Menschen dafür sensibilisiert werden können.
 
Doch, das ist die Frage.
Also, was willst du verbieten?

Alles was mir nicht gefällt, aber andere Menschen tun, nur bin halt nicht der große Diktator und so gesehen muss jegliches Verbot das Allgemeinwohl berücksichtigen, was auch gut so ist, denn es schützt uns vor einer Diktatur - selbst wenn es eine Diktatur der demokratische Mehrheit ist.
 
Deswegen muß weiterhin ständig informiert, appelliert und Mißstände aufgedeckt werden. Damit mehr Menschen dafür sensibilisiert werden können.
Informieren? Ok, einen Eindruck über die Missstände kann mensch hier bekommen:

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Das Verändern von Verhältnissen wie das Mensch-Tierverhältnisses ist eine schwierige, komplexe Aufgabe. Wie Lotto ein paar Kommentare zuvor schreibt, ist es auch quasi ein Privileg, sich mit solchen Themen auseinandersetzen zu können. Für Alleinerziehende, Lohnarbeitende mit geringen Einkommen bzw. mit mehreren Jobs ist die Frage des Mensch-Tierverhältnisses sicherlich nicht die dringlichste. Müssten jene sich also weniger Gedanken um ihr täglich Brot machen, hätten jene auch die Möglichkeit sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen und für Veränderungen einzusetzen. Würden Kinder von klein auf weniger in karnistische Widersprüche verwickelt bspw. statt Zoos und Bauernhöfe Lebenshöfe besuchen, mit dem Älterwerden über Tierproduktion aufgeklärt, keine Tierprodukte serviert bekommen, würden sie eher ihr intuitives, tierfreundliches Verhalten gegenüber Tieren konsequenter entwickeln können ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist die Crux an der Geschichte. Besonders in Holland fliegen immer wieder Biobetriebe auf, die den Freilaufzugang mit einem unter Strom stehenden Draht absperren. Dort dürfen die Hennen nur raus, wenn sich die Biokontrolle angemeldet hat.^^

In Deutschland sind die Freilaufflächen halt so gestaltet, dass kein Huhn mehr als den ersten Meter davon nutzen würde...


Es gibt keine Mittagsruhe, das ist nur vereinzelt.
Nur halten sich da trotzdem mehr Leute dran.
Davon ab, das Fleisch ist viel zu billig.
Wenn 1kg Schweinefleisch anstatt 1,60€ mal 5-6€ kosten würde und die Leute im Supermarkt für ihr Schnitzel anstatt 3€ 10€ bezahlen müssten, würde der Fleischkonsum automatisch runter gehen.

Leute die sich an Mittagsruhe halten? Seh ich eher selten. Ich wär schon über Nachtruhe froh...

Und Schwein kostet bei Rewe & Edeka i.d.R. 5-10 €/kg. Aber das ist eben bei weitem noch zu wenig. Und afaik auch deutlich weniger, als selbst z.B. in den USA üblich ist.
 
Würden Kinder von klein auf weniger in karnistische Widersprüche verwickelt bspw. statt Zoos und Bauernhöfe Lebenshöfe besuchen, mit dem Älterwerden über Tierproduktion aufgeklärt, keine Tierprodukte serviert bekommen, würden sie eher ihr intuitives, tierfreundliches Verhalten gegenüber Tieren konsequenter entwickeln können ...
Wobei ich auf Tierprodukte wie Fleisch nicht verzichten möchte. Auch trinke ich gerne Milch und esse gerne Käse. Eier mag ich auch.

Ich habe mal 4 Wochen probiert mich aus ethischen Gründen vegetarisch zu ernähren. Das war sehr hart.
Und wenn ich noch überlege das es noch krasser geht... nämlich vegan... ne das schaffe ich nicht.
Man hat sich an Fleisch gewöhnt. Aber jeder kann seinen Teil zum allgemeinen Tierwohl beitragen indem er weniger Fleisch isst.
 
Auch wenn Tiere zum Großteil in Zoos nicht artgerecht gehalten werden können, sind diese notwending um Arten vor dem Aussterben zu schützen.
 
Auch wenn Tiere zum Großteil in Zoos nicht artgerecht gehalten werden können, sind diese notwending um Arten vor dem Aussterben zu schützen.


Wozu? Ernsthaft. Die natürlichen Lebensräume werden zunehmend vernichtet und ob Raubtier oder Pflanzenfresser, die Tiere in Gefangenschaft können ihre Rolle im Ökosystem doch gar nicht erfüllen. Es dient nur unserer Unterhaltung wenn Tiere dort ihr Leben vor sich hin vegetieren.

Es wird mal Zeit das einige aus Ihrer Traumwelt erwachen und die Umwelt wahrnehmen, die Echte, nicht irgend eine nachgebaute Tropenwelt mit bunten Insekten und Streichelzoo.
 
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