Torsten testet Boards unter dem technischen Gesichtspunkt, nicht dem der Alltagstauglichkeit. Du würdest lachen, wie viele Kollegen im Büro Probleme mit Gigabyte-Boards haben. Da ist schon fast ein Running-Gag geworden. Kann laufen, aber stelle dich auf Kuriositäten ein. Ich rate nicht umsonst davon ab.
Ist aber natürlich trotzdem eine ungünstige Konstellation. Der Leser verlässt sich natürlich auf die Tests und bekommt dann im Forum vom CPU Fachredakteur zu lesen dass das Board Mist ist. Das UEFI und die dazugehörigen Features sind nun mal ein elementarer Bestandteil.
@PCGH_Torsten
Vllt magst du dich ja kurz dazu äußern, damit solche Widersprüche in Zukunft vermieden werden können.
Ich bin über den Widerspruch ehrlich gesagt irritiert. Natürlich teste ich Boards mit dem Anspruch, etwas über die Alltagstauglichkeit auszusagen. Aber "Alltag" ist für jeden etwas anderes und die Testzeit begrenzt. Ich kann also nur prüfen, ob die Voraussetzungen für eine ganze Menge möglicher Alltage vorhanden sind und nicht jeden einzelnen davon ein paar Wochen durchexerzieren. Sonst würde ich heute X370-Tests veröffentlichen – unvergleichlich gründliche und unvergleichlich nutzlose X370-Tests.
So basale Dinge wie SoC-Spannung gehören dabei natürlich mit zu den Anforderungen und werden bei jedem Mainboard geprüft. Auch wenn man sich manchmal lächerlich vorkommt, weil sie natürlich bei jedem gegeben sind. So auch beim B650E Master – zumindest im Test-UEFI F3c, denn aus oben genannten Gründen kann ich natürlich auch nicht bei jedem Update erneut prüfen. Als wir 7 Monate später anhand des X670E-Xtreme-UEFIs F6a den Gigabyte-UEFI-Guide gemacht haben, stand genau die gleiche Option aber immer noch an genau der gleichen Stelle: \Tweaker\VCORE SOC. Ich weiß übrigens, dass immer wieder User hier im Forum über die Aufteilung des Gigabyte-UEFIs meckern. An dieser Stelle muss ich als Tester aber objektiv bleiben: Nur weil hier eine große Zahl von Leuten Erfahrung mit Asus oder den ähnlichen UEFIs von Asrock hat, heißt das nicht, dass deren UEFI-Layout "besser" wäre. Es ist nur gewohnter und dagegen stellt Gigabyte natürlich eine Umgewöhnung dar. MSI und Biostar aber genauso. Und lasst mich nicht mit EVGA oder gar Supermicro anfangen... . In Gegenrichtung hätten Leute, die Gigabyte gewöhnt sind, die gleichen Probleme bei einer Umstellung auf Asus.
Ebenso prüfe ich seit jeher den Idle-Stromverbrauch. Gerade hier hat das B650E Master sogar, gemessen an seiner Ausstattungsklasse, ganz passabel abgeschnitten. Die AM5-Negativrekordhalter liegen ein paar Dutzend Watt darüber, der knappeste A620-Kandidat 7 W darunter. (Jeweils Systemverbrauch inkl. Netzteil) Dafür, dass AM5 allgemein eine etwas durstigere Plattform ist, kann ich Gigabyte schlecht selektiv abstrafen. Das CPUs, I/O-Hubs und die für das jeweilige Test-Setup konstante GPU zunehmend mehr für "nichts" schlucken, gibt zwar tatsächlich schlechtere Noten, aber trifft alle Mainboards gleich und ändert die Rangfolgen nicht. Wer der Umwelt oder dem Geldbeutel zu Liebe Strom sparen möchte, sollte Aufrüstungen allein wegen dem Verbrauch bei der Herstellung vermeiden und so arg, dass Temperaturprobleme resultieren, ist die Situation nun wirklich nicht.
PCGH Plus: Mit dem B650-I/O-Hub bietet AMD einen Nachfolger des B550 an, die Boards kosten aber oft mehr als X570-Angebote seinerzeit. PCGH macht den Mainboard-Test.
www.pcgameshardware.de
PCGH Plus: Der A620 ist AMDs kleinster aktueller I/O-Hub, darauf basierende Mainboards sind somit die günstigsten AM5-Angebote. Wir testen drei Boards.
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"Running
Gags" über Mainboards gibt es in der Redaktion übrigens mehrere. Dazu zählt definitiv Richies panische Angst vor Gigabyte. Die geht maßgeblich auf ein einziges, mehrere Generationen zurückliegendes Gigabyte-Komplett-System zurückgeht, zu dem er ein Video-Review drehen sollte. Das Ding war werksübertaktet und das offensichtlich jenseits der Stabilitätsgrenzen, entsprechend gab es ein Problem nach dem anderen. Gigabyte hatte dort aber tatsächlich ein Custom-UEFI implementiert, das sämtliche gängigen Gegenmaßnahmen unterbunden hat und dem verbauten Board (obwohl es sich nur in der Firmware unterschied) sogar eine eigene Kennung verpasst, sodass man keine normalen UEFIs darüber spielen konnte. (Hardware-Flash habe ich Richie angeboten, war ihm aber zu viel Aufwand.) In einem Mainboard-Test hätte das natürlich richtig Ärger gegeben, so hat es nur ein bleibendes Trauma verursacht.^^ (Verstärkt dadurch, dass die Grafikkarte aus dem Rechner bis heute für Tests zur Verfügung steht und auch manchmal zickig ist. Natürlich nur, wenn sie Richie sie nutzt.)
Ein anderer Gag sind Dave und MSI-Mainboards. Die nutzt er gerne, weil er deren UEFI bevorzugt, aber es vergeht ohne Übertreibung kein einziges Quartal, in dem ich nicht ein Exemplar als "geht nicht mehr" zurückerhalte. Vor allem die X570-Modelle liegen regelmäßig auf meinem Schreibtisch (glücklicherweise ähneln sich Ace und Unify sehr, da kann er leicht switchen). Ich nehme sie dann probehalber in Betrieb, prüfe alle Grundfunktionen, finde rein gar kein Problem und gebe sie zurück – für die nächsten 2 Monate problemloser CPU-Tests.
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Weniger lustig, aber ebenso Running ist Phils Lauf mit Asus-Mainboards. Seit dem Wechsel auf Sockel 1700 hat er jetzt schon das dritte (oder vierte?), leider ließen sich die Vorgänger aber nicht so einfach wiederbeleben. Habe ich noch Hersteller vergessen? Ach ja: Willis gegenüber und Erfahrung mit Asrock war genau die gleiche wie Richies in Bezug auf Gigabyte. Muss irgendwie am Fachbereich Gehäuse liegen, I guess. Bei Biostar beschränkt sich der Gag darauf, dass Raff seit ich glaube mittlerweile drei Jahren eins nutzt, an dass ihn einzig und allein der PCI-Slot gereizt hat (Voodoo! Tatsächlich habe ich es auch für wenig anderes loben können), was aber bis heute zu keinem Artikel geführt hat.
Fazit: Zu jedem Hersteller gibt es Stories. Repräsentativ sind die aber eher nicht und ich werde mich daher hüten, sie in meiner Eigenschaft als Mainboard-Tester öffentlich breit zu treten. Sonst heißt es schnell "aber PCGH hat gesagt, es gäbe "typische Probleme" mit Gigabyte (oder jemand anderem). Dabei hat zum Beispiel mit diesem Hersteller nur ein einziger weiterer Redakteur Probleme, nämlich Dave. Aber in der Regel nur wenn er mit seinem bisherigen Sockel-1700-Standard-Test-Board komplexere Tuning-Aktionen im Grenzbereich vor hat. Das ein, extra für seinen niedrigen Stromverbrauch gewähltes, Z690 UD jetzt aber nicht unbedingt die erstbeste Wahl ist, wenn man Raptor Lake Refresh an seine Grenzen treiben will, ohne zu viel Zeit mit Feintuning zu verlieren ... hätten die meisten hier vermutlich auch ohne Review sagen können. Mit Manu habe ich dagegen eher das Problem, dass er mir die Gigabyte-Samples aus dem Lager saugt. Kürzlich hatte er Z170 Gaming 7, Z590 Master, B650E Master und X670E Xtreme gleichzeitig ausgeliehen und ein B350-ITX-Modell habe ich auch schon sehr lange nicht mehr gesehen. Fehler? Nö, er jammert aber häufiger über Asus und MSI. Werte ich die dafür ab? Nein, natürlich nicht. Alles, was ich nicht systematisch bei jedem Hersteller nachprüfen kann, ist keine objektive Wertungsgrundlage. Leider hat fast jedes Produkt irgendwo einen Bug, aber die meisten fallen nie auf – nicht bei Tests und auch nicht bei 99,9 Prozent der Nutzer. An dieser Stelle die subjektive Beobachtung, dass Gigabyte-Fehler-Threads zu- und Asus-Fehler-Threads abgenommen haben, seitdem Gigabyte mehr PCGH-Vergleiche als Asus gewinnt. Könnte es vielleicht einfach sein, dass Fehler nur mit den Platinen auftreten können, die man auch gekauft hat und nicht mit denen, die noch im Laden stehen?
P.S. soweit ich es im Kopf habe die anderen dauerhaften Systeme in der Redaktion:
- Jan: Seit einem halben Jahr Gigabyte, keine Beschwerden
- Stephan: Praktisch immer Asus, keine Beschwerden
- Richie: Hat kürzlich ein Asus zerlegt
- Stö: Asus, keine Beschwerden
- Santi: Asus, keine Beschwerden. Davor meiner Erinnerung nach Gigabyte, dito – nur der Threadripper war zu langsam
- Raff: Lange Zeit Asus, keine Probleme, dann beim Umstieg auf MSI unzufrieden. Ich bin mir gerade nicht sicher, aber aktuell glaube ich mal wieder bei Asrock.
- Ich: Gigabyte, läuft und läuft und läuft und ... (altes Kühlungstestsystem. Für Mainboards habe ich logischerweise wechselnde Platinen. Genauso wie Dave für jeden Sockel was anderes nimmt.)
Und ja, wir haben eine leichte Häufung von Asus-Fanboys. Aber die haben in der Vergangenheit auch einfach am kontinuierlichsten gesampled, sodass ich da eher "irgendein Mainboard" zur Hand habe. Ich glaube, Stös Eingabegeräte-Plattform ist immer noch Skylake und Manu hat, wie angedeutet, das Monitor-Testsystem auch erst vor kurzem auf etwas neueres aktualisiert.
Okay, ich glaube die Bitte nach einer "kurzen" Äußerung habe ich komplett verfehlt. :-/