A
Arkintosz
Guest
AW: AMD Ryzen 3000, Vega 20 & Navi: "Wir haben bei 7 nm alles auf eine Karte gesetzt"
All-In zu gehen, und sich voll und ganz darauf zu konzentrieren, wettbewerbsfähig zu werden, war in der Situation, in der AMD war, sicherlich die einzige Lösung. Es ist schön zu sehen, dass sich diese Bemühungen im Bezug auf Ryzen gelohnt haben und so im CPU und GPU Segment ein ordentliches Image herrscht.
Die hohen Preise, die Nvidia aktuell für ihre neuen Karten verlangt, zeigen, dass es da deutliche Fehlkalkulationen gab. Man hat wohl viel zu viele Geforce-10-Karten produziert, die man nicht verkauft bekommt, wodurch man die nächste Generation nicht launchen konnte. Jetzt musste man das dem Anschein nach notgedrungen tun, da man sonst die Entwicklungskosten verheizt hätte, möchte aber anscheinend durch hohe Preise die Leute dazu bewegen, doch lieber die alten Karten erst mal zu kaufen.
Sollte AMD Navi und Vega 20 zügig auch für den Consumermarkt bringen können, sieht es aus Nvidias Sicht schlecht aus. Selbst wenn sie schnell in 7nm kontern, bleibt wenig Zeit, die aktuellen Karten abzuverkaufen und die Geforce 20-Serie war dann ein Griff ins Klo...
Fraglich ist aber, ob TSMC für Nvidia überhaupt genug Kapazitäten hat, wenn AMD Prozessoren und Grafikkarten dort in gigantischen Massen fertigen lässt. Man muss bedenken, dass CPUs riesige Volumen an Fertigungskapazitäten verschlingen, die eigentlich gar nicht verfügbar sind, weil sie ja in Intels Fertigung an Intel gebunden sind. Das bedeutet, die Kapazitäten, die Intel nicht mehr braucht, werden nicht für andere Prozessorhersteller frei, sondern TSMC, GlobalFoundries und Samsung müssen das gemeinsam durch Wachstum abfedern. Es kann durchaus sein, dass man dem größeren Kunden einräumt, sämtliche 7nm-Kapazitäten zuerst in Anspruch zu nehmen und andere Kunden auf ein späteres Datum vertröstet, wenn der Platz fehlt. AMD kann nämlich auch höhere Kosten auf sehr viele Chips verteilen, sodass der einzelne Chip kaum teurer wird, wenn man dafür zuerst die Fabriken benutzen darf. Je weniger Volumen man fertigt, umso astronomischer werden natürlich die Preise, wenn man sich mit anderen um Fertigungskapazitäten streiten muss und den Fertiger mit mehr Profit überzeugen möchte.
Somit könnte AMD dieser mittelfristige Mangel an Fertigungskapazität auch zugute kommen, sodass sie ebenso im GPU-Markt wieder das Marktgleichgewicht herstellen können.
Nennen wir einfach 7nm und 10nm beide Next-Gen-Verfahren, weil sie ja so vergleichbar sind. Wenn AMD jetzt Nachteile hat, und beide mit dem Next-Gen-Verfahren fertigen könnten, und ihre aktuellen CPUs einfach nur shrinken würden, könnte AMD ziemlich sicher etwa den gleichen Takt fahren.
Aber selbst dann sieht es nicht gut für Intel aus, weil sie nichts haben, was ihre Xeons und HEDT-Prozessoren retten kann. Und dann gibt es natürlich noch den Punkt, dass das Image von Intel im Eimer ist, weil jetzt jeder durchschaut hat, dass Intel Fertigungsvorteile nicht an seine Kunden durch mehr Kerne weitergab, obwohl sie dadurch viel Silizium eingespart haben und günstiger produzieren konnten. Stattdessen wurden Quadcores immer wieder neu aufgelegt und der Preis stieg sogar leicht an, zudem gab es viele Kerne nur zu astronomischen Preisen von ca. 1.000€. Wenn AMD 16 Kerne für den gleichen oder einen leicht höheren Preis als jetzt 8 kosten (ca. 300€), in 7nm herausbringen würde, verschlimmert sich das Bild von Intel noch viel mehr, und mehr Leute werden es als gerecht ansehen, wenn sie durch den Kauf von Konkurrenzprodukten Intel für ihr Verhalten abstrafen und den Marktanteil absenken - selbst, wenn sie nicht unbedingt das Gefühl haben, dass aktuell ihre Anwendungen schon alle Kerne voll auslasten könnten, sondern sie nur in einigen Vorteile haben (oder sei es nur um SMT sicherheitshalber abzuschalten und trotzdem 16 Kerne zu haben, denn HT scheint, ebenso wie Out-Of-Order-Execution sicherheitstechnisch ein Problem zu sein). Auch die Sicherheitslücken sprechen tendenziell deutlich weniger für das Image von Intel, als das von AMD.
Da Intel aber das "Next-Gen-Verfahren" selbst gar nicht gebacken bekommt, weil sie sich meiner Meinung nach mit ihrer "fortschrittlichen" Fertigung übernommen haben, und es komplizierter als die Konkurrenz machen, die sie jetzt dadurch schon überholt hat, wird Intel nicht mal mit gleichen Waffen ihren Marktanteil schützen können.
Intel hat seit 2016, als das "Next-Gen-Verfahren" ausgerollt werden sollte, immer wieder den Zeitplan verschieben müssen. Dieses Jahr um ein weiteres Jahr. Sie pushen 10nm mittlerweile so gut sie können, indem sie den Core i3-8121U fertigen, wo es nur für einen kaputten IGP und 2 Kerne bei 15W TDP bei geringem Takt reicht. Jeder sieht, in welchem Zustand das Verfahren bei Intel aktuell ist. AMD hat dagegen schon einem Vega im "Next-Gen-Verfahren" im Labor, die, sollten die geleakten Ergebnisse stimmen, eine beeindruckende Leistung hätte. Hier scheint man also das "Next-Gen-Verfahren" schon komplett fertig abgeschlossen zu haben. Rein von der Funktion wäre Intel dann nicht nur 1 Jahr, sondern mindestens 1 1/2 Jahre hinter AMD, weil ihr Prozessor ja eben überhaupt nicht wie geplant läuft.
Damit zu rechnen, dass es diesmal aus Intels Sicht so klappt, wie erhofft, und Intel 2019 etwas funktionierendes mit vergleichbaren Taktraten liefern könne, halte ich für sehr optimistisch. Meiner Meinung nach wäre es das sinnvollste für Intel, wenn sie ihre Fertigung auslagern würden, wie es auch AMD getan hat. Dann sind sie nicht mehr von ihrer eigenen Fertigungstechnologie abhängig.
Wenn man bedenkt, wie 7nm-Produkte aktuell schon im Labor laufen und wie aktuell 10nm-Produkte auf dem Markt laufen, kommt man eher zur Einschätzung, dass vor 2020 das 10nm-Verfahren sicherlich nicht soweit sein kann, wie das 7nm-Verfahren.
All-In zu gehen, und sich voll und ganz darauf zu konzentrieren, wettbewerbsfähig zu werden, war in der Situation, in der AMD war, sicherlich die einzige Lösung. Es ist schön zu sehen, dass sich diese Bemühungen im Bezug auf Ryzen gelohnt haben und so im CPU und GPU Segment ein ordentliches Image herrscht.
Die hohen Preise, die Nvidia aktuell für ihre neuen Karten verlangt, zeigen, dass es da deutliche Fehlkalkulationen gab. Man hat wohl viel zu viele Geforce-10-Karten produziert, die man nicht verkauft bekommt, wodurch man die nächste Generation nicht launchen konnte. Jetzt musste man das dem Anschein nach notgedrungen tun, da man sonst die Entwicklungskosten verheizt hätte, möchte aber anscheinend durch hohe Preise die Leute dazu bewegen, doch lieber die alten Karten erst mal zu kaufen.
Sollte AMD Navi und Vega 20 zügig auch für den Consumermarkt bringen können, sieht es aus Nvidias Sicht schlecht aus. Selbst wenn sie schnell in 7nm kontern, bleibt wenig Zeit, die aktuellen Karten abzuverkaufen und die Geforce 20-Serie war dann ein Griff ins Klo...
Fraglich ist aber, ob TSMC für Nvidia überhaupt genug Kapazitäten hat, wenn AMD Prozessoren und Grafikkarten dort in gigantischen Massen fertigen lässt. Man muss bedenken, dass CPUs riesige Volumen an Fertigungskapazitäten verschlingen, die eigentlich gar nicht verfügbar sind, weil sie ja in Intels Fertigung an Intel gebunden sind. Das bedeutet, die Kapazitäten, die Intel nicht mehr braucht, werden nicht für andere Prozessorhersteller frei, sondern TSMC, GlobalFoundries und Samsung müssen das gemeinsam durch Wachstum abfedern. Es kann durchaus sein, dass man dem größeren Kunden einräumt, sämtliche 7nm-Kapazitäten zuerst in Anspruch zu nehmen und andere Kunden auf ein späteres Datum vertröstet, wenn der Platz fehlt. AMD kann nämlich auch höhere Kosten auf sehr viele Chips verteilen, sodass der einzelne Chip kaum teurer wird, wenn man dafür zuerst die Fabriken benutzen darf. Je weniger Volumen man fertigt, umso astronomischer werden natürlich die Preise, wenn man sich mit anderen um Fertigungskapazitäten streiten muss und den Fertiger mit mehr Profit überzeugen möchte.
Somit könnte AMD dieser mittelfristige Mangel an Fertigungskapazität auch zugute kommen, sodass sie ebenso im GPU-Markt wieder das Marktgleichgewicht herstellen können.
Das ist richtig, aber im Endeffekt komplett belanglos. AMD hat jetzt, wie Du selbst schreibst, deutliche Nachteile im Fertigungsverfahren, und schafft es trotzdem, im Bereich der üblichen Taktraten (ca. 2,2 GHz für Server und ca. 4GHz für Konsumenten) Prozessoren zu liefern, die denen der Konkurrenz ebenbürtig sind und vom Stromverbrauch her sehr gut dastehen.eines muss man bedenken: Die 7nm von TSMC sind nur nummerisch kleiner wie die 10nm von Intel
Nennen wir einfach 7nm und 10nm beide Next-Gen-Verfahren, weil sie ja so vergleichbar sind. Wenn AMD jetzt Nachteile hat, und beide mit dem Next-Gen-Verfahren fertigen könnten, und ihre aktuellen CPUs einfach nur shrinken würden, könnte AMD ziemlich sicher etwa den gleichen Takt fahren.
Aber selbst dann sieht es nicht gut für Intel aus, weil sie nichts haben, was ihre Xeons und HEDT-Prozessoren retten kann. Und dann gibt es natürlich noch den Punkt, dass das Image von Intel im Eimer ist, weil jetzt jeder durchschaut hat, dass Intel Fertigungsvorteile nicht an seine Kunden durch mehr Kerne weitergab, obwohl sie dadurch viel Silizium eingespart haben und günstiger produzieren konnten. Stattdessen wurden Quadcores immer wieder neu aufgelegt und der Preis stieg sogar leicht an, zudem gab es viele Kerne nur zu astronomischen Preisen von ca. 1.000€. Wenn AMD 16 Kerne für den gleichen oder einen leicht höheren Preis als jetzt 8 kosten (ca. 300€), in 7nm herausbringen würde, verschlimmert sich das Bild von Intel noch viel mehr, und mehr Leute werden es als gerecht ansehen, wenn sie durch den Kauf von Konkurrenzprodukten Intel für ihr Verhalten abstrafen und den Marktanteil absenken - selbst, wenn sie nicht unbedingt das Gefühl haben, dass aktuell ihre Anwendungen schon alle Kerne voll auslasten könnten, sondern sie nur in einigen Vorteile haben (oder sei es nur um SMT sicherheitshalber abzuschalten und trotzdem 16 Kerne zu haben, denn HT scheint, ebenso wie Out-Of-Order-Execution sicherheitstechnisch ein Problem zu sein). Auch die Sicherheitslücken sprechen tendenziell deutlich weniger für das Image von Intel, als das von AMD.
Da Intel aber das "Next-Gen-Verfahren" selbst gar nicht gebacken bekommt, weil sie sich meiner Meinung nach mit ihrer "fortschrittlichen" Fertigung übernommen haben, und es komplizierter als die Konkurrenz machen, die sie jetzt dadurch schon überholt hat, wird Intel nicht mal mit gleichen Waffen ihren Marktanteil schützen können.
Intel hat seit 2016, als das "Next-Gen-Verfahren" ausgerollt werden sollte, immer wieder den Zeitplan verschieben müssen. Dieses Jahr um ein weiteres Jahr. Sie pushen 10nm mittlerweile so gut sie können, indem sie den Core i3-8121U fertigen, wo es nur für einen kaputten IGP und 2 Kerne bei 15W TDP bei geringem Takt reicht. Jeder sieht, in welchem Zustand das Verfahren bei Intel aktuell ist. AMD hat dagegen schon einem Vega im "Next-Gen-Verfahren" im Labor, die, sollten die geleakten Ergebnisse stimmen, eine beeindruckende Leistung hätte. Hier scheint man also das "Next-Gen-Verfahren" schon komplett fertig abgeschlossen zu haben. Rein von der Funktion wäre Intel dann nicht nur 1 Jahr, sondern mindestens 1 1/2 Jahre hinter AMD, weil ihr Prozessor ja eben überhaupt nicht wie geplant läuft.
Damit zu rechnen, dass es diesmal aus Intels Sicht so klappt, wie erhofft, und Intel 2019 etwas funktionierendes mit vergleichbaren Taktraten liefern könne, halte ich für sehr optimistisch. Meiner Meinung nach wäre es das sinnvollste für Intel, wenn sie ihre Fertigung auslagern würden, wie es auch AMD getan hat. Dann sind sie nicht mehr von ihrer eigenen Fertigungstechnologie abhängig.
Wenn man bedenkt, wie 7nm-Produkte aktuell schon im Labor laufen und wie aktuell 10nm-Produkte auf dem Markt laufen, kommt man eher zur Einschätzung, dass vor 2020 das 10nm-Verfahren sicherlich nicht soweit sein kann, wie das 7nm-Verfahren.
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