Lese ich da verhaltene Skepsis?
Nö, nur redaktionelle Zurückhaltung. Es ist schon ziemlich schwer, überhaupt festzustellen, ob Performance-Probleme am Scheduling liegen oder zum Beispiel an der Power-Balance (Raptor Lake übertaktet die E-Cores soweit, dass deren Nutzung durch Nebentasks den ggf. für den Mainthread essentiellen Boost-Takt der P-Cores in den Keller zieht

), oder an der allgemeinen Multi-Thread-Skalierung (einige Spiele verschenken mehr Fps durch die Koordination vieler Threads als sie durch die Auslagerung auf E-Cores gewinnen können), oder ganz allgemein durch beispielsweise Speicherlimitierungen. Wenn man mit viel Aufwand sichergestellt, dass ein Scheduling-Problem vorliegt, dann ist es von außen mit vertretbarem Aufwand unmöglich, dessen Ursache unabhängig zu ermitteln. Wir könnten allenfalls Spieleentwickler und Intel fragen. Aber ein schlechter Entwickler wird die Schuld immer auf Intel schieben, auch wenn er es selbst vermurkst hat, weil das nicht realisiert. Und CPU-Hersteller sagen in der Regel gar nichts zu Bugs, außer dass sie die prüfen müssen und dann kommt lange nichts.
Fest steht, dass fixe Zuordnungen rein von der Logik her beim kleinsten Fehler katastrophale Auswirkungen haben müssen, fest steht, dass Intel selbst Jahre nach dem Alder-Lake-Launch in Entwickler-Veranstaltungen immer noch gebetsmühlenartig darauf hinweisen musste, dass fixe Zuordnungen eine Katastrophe sind und fest steht, dass einige Spiele massive Probleme mit Arrow Lake hatten (oder haben?), weil sie bestimmte Tasks fix einem Kern mit bestimmter Nummer zuordnen, die Kerne bei Arrow Lake aber in anderer Reihenfolge nummeriert werden. (Nicht P-P-P-P-P-P-P-P-E-E-E-E-E-E-E-E-E-E-E-E-E-E-E-E, sondern P-P-E-E-E-E-E-E-E-E-P-P-P-P-P-P-E-E-E-E-E-E-E-E, wenn ich mich richtig erinnere.) Aber ob das alle beobachteten Spieleprobleme erklärt oder ob dazwischen auch Titel sind, in denen der Thread Director Murks baut, dass ich kann nicht selbst beurteilen.
Die IPC der E-Cores sind inzwischen vergleichbar mit denen der P-Cores eines 2 Generationen alten Topmodells. Bekommst da quasi einen 8-Core Novalake mit 16-Core RaptorLake und noch 4 Alibikerne. Soo schlecht ist das jetzt auch nicht, vor allem enn man den erwartebar schicken Chipsatz berücksichtigt.
Die IPC ist sogar noch höher: In ausschließlich Compute-limitierten-Szenarien liegt ein Skymont-Kern auf Augenhöhe mit einem gleicht taktenden Zen-4-Kern. Nicht umsonst wird auf dieser Basis der neue Unified-Kern entwickelt. Erst die gemeinsame Anbindung im Modul und das niedrigere Takt-/Power-Limit senkt die absolute pro-Kern-Leistung auf das Niveau älterer Prozessoren. Aber für/bis zum Erscheinen von Nova Lake sollte sich an diese Punkten noch einmal einiges tun, sodass aus der Zen-4-IPC dann vielleicht Zen-5-IPC und Zen-4-Absolutleistung werden. Wir reden immerhin von zwei Architekturgenerationen und einem Fertigungs-Half-Node-Vorsprung. Wer einen 485K also schon jetzt wegen "nur acht Kerne" ablehnt, der muss fairerweise den 7950X als "Nullkerner" in die Tonne werfen.
In diesem Rahmen werden übrigens die Clearwater-Forest-Xeons spannend: Darkmont scheint nichts weiter als ein 18A-Port von Skymont zu sein. Da treten also Arrow-Lake-E-Cores in Reinform (ohne Einmischung von oder Power-Priorisierung für Pler), mit möglicher Nova-Lake-Fertigung gegen AMDs dense-/compact-Zen-Ausführungen an. Und das aktuell gegen 5, in Benchmarks sicherlich mit Rückblicken auf 4 und später real am Markt dann gegen 6. Man sollte also gut sehen können, auf welchem Niveau Intels "kleine" Kerne sich einordnen, wenn man sich voll auf sie konzentriert.