AW: 5G-Mobilfunk: Lokale Roaming-Pflicht als Mittel gegen Funklöcher?
Ich weiß nicht, warum die Anbieter bei Allem ihre eigene Suppe kochen müssen. Bei Netzzusammenschaltungen klappt es doch auch, dass jeder seinen Anteil 'bezahlt' für die Nutzer, die das Netz dann nutzen können.
Ein bundesweiter Ausbau von 5G ergibt meiner Ansicht nach wenig Sinn, da die Mobilfunkzellen durch die höheren Frequenzen deutlich kleiner werden als LTE oder GSM Zellen. Damit müsste das Netz überproportional anwachsen (von 60.000 Zellen auf 800.000 habe ich aufgeschnappt). Die Anbieter werden auch einen Teufel tun und die "weißen Flecken" mit 5G anrühren (es sei denn, es führt eine Autobahn da durch).
Die Idealisierung einer staatlichen Versorgung von Telekommunikation sehe ich überwiegend negativ.
Zuerst würde sich der Staat in diesen Dingen selbst im Weg stehen, denn weder wird er selbst die Technik entwickeln lassen, noch wird er grundlegende Dinge wie Tiefbau selber leisten. Diese Abhängigkeit von Dienstleistern und Herstellern verleiht dem Staat eine schlechte Verhandlungsposition beim Einkauf, da es zumindest bei Technik kein Polypol an Herstellern gibt. Der Hersteller weiß, dass er im Prinzip hoch einsteigen kann, da mehr oder minder unendlich Geld auf der anderen Seite zur Verfügung steht. Insgesamt würde ein selbst organisierter Ausbau aus Staatshand teurer, als wenn ein Unternehmen diesen Ausbau für wirtschaftlich tragbar erachtet.
Auch bei der Planung, die in so einem massiven Vorhaben das Wichtigste ist, würde wohl gespart werden, da man natürlich mit 'Planung' keine schönen Schleifchen öffentlichkeitswirksam zerschneiden kann. Der Staat kann andererseits auch nicht aus dem Nichts eine komplette firmenähnliche Struktur zur Verwirklichung erschaffen. Die alte Post & Teleklom entwickelte sich auch über fast 100 Jahre und war trotzdem nie so effektiv wie heutige Unternehmen.
Was man machen könnte, wäre den Anbietern zu gleichen Teilen Regionen zuzuteilen, die diese ausbauen müssen. Nach Ausbau muss jeder Anbieter den anderen Anbietern 'Zugang' verschaffen, d.H. Roaming in sein Netz. Zudem sollte man sicherstellen, dass dieses anbieterübergreifende Roaming in einem weiteren Schritt auch bei LTE angewendet wird, damit die Regionen, die chronisch vernachlässigt sind nicht noch weiter abgehängt werden. Der Vorteil bei Mobilfunk ist natürlich, dass man nicht überall Material hinlegen muss, um seine Kunden zu erreichen, daher reicht es hier vielleicht, die Telekom bei der Förderung (da die idR einfacher die Mobilfunktechnik anbinden können) zu benachteiligen und infrastrukturschwache Unternehmen etwas zu bevorteiligen.
Um die Kosten zu kompensieren könnte man könnte dazu ein staatliches -Budget- schaffen, aus dem die Anbieter anteilig für den Ausbau unterstützt werden.
Die Anbieter können ihre (Daten-) Tarife auch im Grundpreis teurer machen, wenn es dafür keine Bandbreiten oder Volumenlimitierungen mehr gibt, um die wegfallenden Roamingeinnahmen auszugleichen.
Wie auch immer, irgendwie wird dafür bezahlt werden.