@meckswell
DC_LLC wird nur zur Berechnung der angezeigten Leistung verwendet. Laut Intel Datenblatt muss dieser Wert dem AC_LLC Wert gleichen, damit die angezeigte Leistung mit der tatsächlichen Leistungsaufnahme übereinstimmt.
AC_LLC bildet mit ICCmax die Grundlage für die Berechnung der VID requests der CPU.
Der AC_LLC Wert sollte hierbei dem tatsächlichen Wert des Widerstands von der Spannungsversorgung zur CPU entsprechen. Denn was passiert? Die CPU geht davon aus, dass sie gleich eine hohe Last erfahren wird und möchte vom Spannungswandler eine Spannung, die bei der Belastung zwar absackt, aber die Stabilitätsgrenze nicht unterschreitet. Je höher der AC_LLC Wert und je höher ICCmax, desto höher wird die angeforderte Spannung.
Die LLC Level korrespondieren mit diesen Werten. Vdroop kannst du damit kompensieren. Die tatsächlichen Over- bzw. Undershoots wirst du nur mit einem Oszilloskop sehen können.
Bei einem Undershoot crasht im besten Fall das gestartete Programm, im Worst-Case der Rechner. Bei einem Lastwechsel treten jedoch Overshoots auf und die werden für die CPU durchaus gefährlich, wenn man es übertreibt. Übertreiben heißt hier ein LLC Level zu wählen, das keinen Vdroop zulässt und dann unter Last konstante 1.45V. Das würde vermutlich in Overshoots von bis zu 1.6V resultieren und das in Verbindung mit hohen Strömen und einem heißen Chip garantiert ein frühzeitiges Ableben.
Was viele nun machen ist den AC_LLC Wert niedriger einzustellen, als den korrespondierenden DC_LLC Widerstand des LLC Levels. Das sorgt dafür, dass unter Last deutlich weniger Spannung angefordert wird. Im Prinzip könnte man auch einfach die Voltage-Table editieren und negative Offsets für die Boost-Taktraten setzen - das ist aber nicht immer möglich, gerade auf B-Chipsätzen, oder Non-K-CPU's.
Sofern dein LLC Level Vdroop zulässt, kannst du den AC_LLC Wert verringern, bis du in deinem Benchmark Punkte verlierst. Für den Punkteverlust gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder wird die CPU tatsächlich instabiler, oder CEP ist aktiv und zwingt die CPU ins Clock Stretching. Letzteres kann mit dem Abschalten der IA CEP kompensiert werden. Ob das unbedenklich ist, weiß ich nicht. Aus meiner Erfahrung war es bisher nicht notwendig, wenn man einfach nur ein alltags-stabiles, performantes System haben möchte. Wenn man auf Rekord-Jagd ist, sieht das sicherlich anders aus. Bedenke: Wenn dein Benchmark z.B. Cinebench R23 ist, garantiert das keine Stabilität in anderen Szenarien. Es kann durchaus sein, dass Cinebench R20 nicht läuft, oder R24...da hilft nur viel Zeit in Tests zu investieren.
Die Werte, die du angesprochen hast, mit 0.01 oder 0.1 mOhm sind defintiv zu niedrig und werden zu Undershoot (ungefährlich) führen. Falls die CPU dabei stabil bleibt, hat man einfach eine richtig gute CPU. 0.01 bedeutet lediglich, dass die CPU auf ihren VTable Wert keine Spannung aufaddiert. Das kann gut gehen, habe ich aber bisher nur auf High-End Boards in Verbindung mit extremen LLC Level und 13900K / 14900K/S gesehen und macht an sich wenig Sinn. Es ist physikalisch unmöglich, dass der Wert von 0.01 mOhm korrekt sein kann, da selbst der Übergangswiderstand vom Sockel zur CPU deutlich höher liegt.
Empfehlen kann ich folgendes Vorgehen, das ich so von Buildzoid (ActualHardwareOverclocking auf YouTube) übernommen habe:
- LLC Level auf ein Mittelmaß, also falls die Default-Stufe 1.1 mOhm beträgt, eine Stufe mit 0.55 mOhm wählen.
- Feste Maximalspannung einstellen! IA VR Voltage Limit auf 1300 mV, oder 1400 mV, beides sollte absolut sicher sein und verhindert, dass zu irgendeinem Zeitpunkt mehr als dieser Wert aus den Spannungswandlern kommen kann
- Falls die Möglichkeit besteht ein negatives VID Offset einzustellen, kann man dies nutzen. Falls nicht verringert man den AC_LLC Wert, wie oben beschrieben.
- ICCmax entsprechend der CPU einstellen, bei deinem 14600KF sind das 200A.
Damit läuft die CPU stabil, innerhalb des Datenblatts, es werden keine Sicherheitsmechanismen ausgehebelt und die Leistung unter Volllast verbessert. Das Intel Datenblatt liefert darüber hinaus ebenfalls interessante Informationen:
- Ein Ripple, also eine unsaubere Spannungsversorgung, wird mit -35/+50 mV toleriert. Im besten Fall ergibt sich daraus bei sauberer Spannungsversorgung ein genereller Headroom von 85 mV.
- Die maximale Vcore beträgt 1.72V - hier muss man sich fragen, wie weit Intel den A**** offen hat. Spannungen von 1.55V haben in der Vergangenheit gereicht, um bei den 6GHz+ Single-Core-Boost CPU's den Ring zu zerstören und das innerhalb von Monaten.
- 1.1 mOhm AC/DC LLC sind die Werte für die klassischen OEM Office Mainboards. Das hat für uns keine Relevanz, da selbst die schlechtesten Gaming Boards mit überdimensionierter Spannungsversorgung daher kommen. Im Umkehrschluss bedeutet es aber nicht, dass eine CPU kaputt ist, nur weil sie z.B. Gigabyte's 40/90 Default-Einstellung nicht packt. Das ist einfach nur ein gewaltiger Undervolt ab Werk.
Ich hoffe das hilft soweit, bei Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung, jedoch bin ich kein Experte, sondern auch nur ein Nutzer mit etwas Erfahrung

Ah und bitte geh in Zukunft Incredible Alk nicht so forsch an, der Gute hat eine Bender-Comic Figur als Profilbild -> der Mann könnte vermutlich schon zweimal dein Vater gewesen sein
Zum Eigentlichen Thema:
Ich habe oben beschriebenes nach Kauf meines 14700K nicht gewusst und auf einem B660 munter drauf los gewerkelt. Irgendwann haben sich Bluescreens eingeschlichen, woraufhin ich mich mit der Thematik auseinander gesetzt habe. Daraufhin habe ich die CPU so eingestellt, wie beschrieben und die Fehler waren weg. Jedoch ließ mich das einfach nicht in Ruhe und habe deshalb bei Intel ein RMA angefordert. Das ging problemlos, Intel hat die CPU ausgetauscht, das Austauschmodell ist eine absolute Gurke (Karma

), arbeitet aber nun fehlerfrei seit einem Jahr. Kein Leistungsverlust, kein seltsames Verhalten, keine Bluescreens, Abstürze, Fehler - nichts.
Spannung begrenzen, Strom begrenzen, Temperaturen niedrig halten und glücklich sein.