Auch Filme und Spiele ab 18 sind nichts für Kinder - und Jugendliche.
Aber es kann doch nicht so schwer sein, für gewisse Seiten eine Altersverifizierung einzuführen, um den Zugang zu erschweren.
Nein allzu schwer ist es nicht. Nur leicht zu missbrauchen und ein Türöffner für weitere Überwachung.
Die Logik die folgende: Du sagst selbst, CDs und Spiele ab 18 sind ja auch nichts für Kinder. Warum also bei Pornos aufhören, wenn FSK18 doch gleich FSK18 ist? Also auch Altersverifikation bei allem anderen? Da ist man ganz schnell wieder beim Klarnamenzwang fürs Internet. Wer glaubt "so strategisch denken doch Politiker nicht" verhält sich naiv.
Es ging um das hier oft genannte Pseudo-Argument :" Ein Verbot bringe nichts, da man sich über andere Wege Zugang zu diesen Material beschaffen kann." Das ist absurd.
Einer hat es zumindest verstanden.
Aber es ist doch ein gutes Argument.
Ich meine, wenn du zugibst, dass Jugendliche sich auch sonst Zugang zu Pornos verschaffen können und trotzdem die Sperre von X Hamster forderst geht's dir ja (tut mir leid das so sagen zu müssen, das soll kein Vorwurf sein sondern nur die Argumentationskette nachvollziehen) nicht um die Kinder. Sonst müsstest du ja viel weitergehende Maßnahmen fördern, da solche Sperren nichts bewirken.
Also geht's um was? Ums Prinzip? Welches, das Pornos böse sind? Und schon sind wir doch wieder bei der Moral.
Es bleibt dabei eigentlich ganz einfach. Warum sollten Pornos im Internet anders behandelt werden als jeder andere FSK18 Film? Juristisch wird nicht zwischen beidem unterscheiden, also entfällt jedes juristische Argument. Die Ungleichbehandlung kann nur fordern, wer aus moralischen Gründen etwas gegen Pornos hat.
(...)
Zugegeben: Wir leben in Europa in einer moralischen Blase in einer übersexualisierten Kultur. Die meisten in unseren Kulturkreis empfinden dies als normal. Ein Blick über den Kontinent zeigt jedoch, dass viele Kulturen anders mit Sexualität umgehen. Sexualität wird mehr gewürdigt. Bei uns wird Sexualiät verramscht und jede perverse Einstellung (Swingersex, innerfamiliärer Sex, Gewaltsex ((Bondage, BSM)), Ehebruch u.v.m.) als Normalität z.T. als erstrebenswert dargestellt.
Und da ist auch die Moralkeule. Allein, dass du Ehebruch als Sexualpraktik aufzählst und alle anderen genannten pervers nennst zeugt von deinem kleinen Horizont. Was denkst du wer du bist, Normalität zu definieren? Oder Millionen Menschen wegen ihrer Vorlieben zu beleidigen?
Vielleicht kommt auch dir irgendwann die Eingebung, dass du gar nicht das Recht dazu hast, über andere zu urteilen.
(...) Ich will nicht wissen, wie viele Familien aufgrund von moralischen Fehlverhalten in die Brüche gehen, weil eine ungezügelte Medienwelt diese zur Unmoral anstiften.
Ja eben, du willst es nicht wissen. Würdest du es wissen wollen könntest du leicht erfahren, dass es keinerlei Evidenz für die Annahme gibt, Pornos und deren freie Verfügbarkeit, Gewalt im Fernsehen und im Spiel etc. würden den moralischen Kompass von Menschen stören.
Als die 68er Bewegung auch die sexuelle Befreiung brachte haben konserevative auch geschrien, Pornos würden die Moral verfallen lassen. Vergewaltigung, Padophälie und Homosexualität (ja das war damals strafbar und wurde in dieselbe Kategorie gezählt, aber ich fürchte das siehst du ähnlich) würden sich ausbreiten wie eine Krankheit. Das sagt übrigens fast jede Generation über die Nächste. Und es gibt einfach keine Zahlen die das belegen. Das ist schlicht ein plausibles Narrativ, deswegen wird es ständig wiederholt.